Monthly Archives: December 2008

What next?

Ich werde alt, und ich werde weich. (Nicht nur um die Hüften.) Nein, weich in Hirn und Herz.
Gestern habe ich 4 Weihnachtskarten erstanden, und eine auch sogar weggeschickt. Das bin NICHT ich!
Vorgestern habe ich kurz überlegt, einen Weihnachtsbaum zu erstehen, einen ganz kleinen.

Und das mir – seit Jahrzehnten Weihnachtshasser!

Kann mich bitte jemand retten kommen?

Hausbesuch II

Gut, daß ich vormittags meist noch zuhause bin, da kann ich immer die Handwerker abgreifen.
So hab ich letzte Woche noch getönt, als der stramme metrosexuelle Dachdecker auf der Suche nach “Wasserschäden” vor meiner Tür stand.

Nun, heute morgen um neun klingelte es wieder – es war eben jener Dachdecker, um eben jenen “Wasserschaden” zu beheben. So weit, so gut. Nerv, letzte Nacht hab ich nur 2 Stunden geschlafen.

Aber ehe ich 1 und 1 zusammengezählt hatte, hatte ich den Mitbewohner geweckt, er soll sich gefälligst kümmern, ist ja sein Wasserschaden schließlich.

Moment, Samstag morgens? Häh?
Ich dumme böde Sau!

Nun, er hat sich gekümmert, mit Kaffee kochen und (zunächst un-)verfänglichen Gesprächen. Dachdecki gab sich gewohnt zutraulich, zog es aber vor, seinen Kaffee an der offenen Wohnungstür zu trinken.

Angeblich müsse er eh wiederkommen, an anderer Stelle sei das Dach auch undicht.

Und dann ist MEIN Moment, denn Kaffee kochen kann ICH auch! Und bei mir traut er sich auch bestimmt in die Wohnung.

(Und wenn mich demnächst jemand mit meiner Bosch-Lady-Akkubohrmaschine auf dem Dach sieht, dann will ich’s wissen tu ich nur was für die Privatwirtschaft!

Uff

Nächstes Jahr ist die Weihnachtsfeier aber wieder freitags. Um acht Uhr zuhause ist ja fein, aber nicht morgens. Unter der Woche.

Immerhin, mit meiner Stimme kann ich jetzt ein Duett aufnehmen, Zarah Leander und Iwan Rebroff. Beachtlich.

Und alle viele wollten mit mir knutschen. Und manche ham’s getan. Oder mir an den Arsch gefaßt.

Und überhaupt – was heißt hier RESTalkohol?

Schöne kurze Wörter für jeden Tag

sucht ein anonymer Internetbenutzer und landete bei mir.

Genau richtig, und herzlich willkommen, wir sind ja schließlich auch Serviceblog hier.
Und wer hat nicht die Schnauze voll von Wörtern wie “Kirschbaumlaminatfußboden” und “Wettbewerbsverzerrungsklage”?

Wir empfehlen für den heutigen Donnerstag ein freundliches “Na?” oder, je nach Situation ein kurzes, aber bestimmtes “Arsch.” Letzteres aber auf keinen Fall freitags benutzen, da geht das gar nicht, denn Freitags gilt “Fisch”, jedenfalls in überwiegend katholischen Regionen. Für wahre Kosmopoliten auch jederzeit passend “Fuck” (außer an Dienstagen nach Neumond) oder “Fan”, mit langen und nicht-englischen A, schwedisch für Teufel oder Scheiße.

Für Plappermäuler in der Kurze-schöne-Wörter-Welt gehen auch kurze Zwei-Wort-Kombis wie “Halts Maul” oder “Fick dich” oder “Fui Fan!”

Glad to be of Help, welcome. Weitere Empfehlung entnehmen Sie bitte etwaigen Kommentaren.

Und für den oder die Internetzsuchende mit der Anfrage: “Welche Jahreszeit ist meine?” die Auflösung: Ihre Jahreszeit ist zur Zeit der Winter. Also Schal nicht vergessen. Und Schlüpper.

Wie-de-wie-de-wie-sie-mir-gefällt

Vielleicht wäre ja alles anders gelaufen, wenn man mich in einen Kindergarten geschickt hätte.
So aber bin ich weitgehend unsozialisiert als seltsames eigenbrötlerisches Kind aufgewachsen und eher skurril erzogen worden, wenn überhaupt.

Mein größter Horror war es immer, und ist es auch jetzt oft noch, mich in einer oder gegen eine Gemeinschaft behaupten zu müssen. Ich beherrsche die gängigen Mittel einfach nicht wirklich gut.

In der Schule mutierte ich deswegen zum Klassenclown und Monstre Sacré, der sich das aber auch leisten konnte, denn als einer der Besten des Jahrgangs wurde man nicht einfach so von der Schule gefeuert.

In meiner Pubertät konnte ich oft nicht schlafen aus panischer Angst vor dem Wehrdienst – da würde ich dann mal richtig grade gezogen, prophezeite meine Familie. Dann war ich im ersten Jahrgang, für den das Verweigerungsrecht massiv vereinfacht wurde – umsonst die ganzen Vorwärtssorgen, gottseidank!

Beruflich komplett ohne Pläne, stolperte ich zufällig in meinen jetzigen Beruf und baute, ohne es eigentlich vor zu haben oder wirklich zu begreifen, aber mit beträchtlichem Aufwand und großen persönlichen Unkosten eine recht erfolgreiche Firma auf – mit allen Mitteln, nur nicht den gängigen.
Immer aus einer Position der Schwäche heraus agierend, umsichtig, integrativ, gewitzt, vorsichtig und oft naiv, aber niemals überlegen, aggressiv, machtmissbrauchend.

“Schwäche” als wahre Stärke, der lange Weg außenrum als der direktere und dauerhaftere.
In meiner Branche wundert man sich über unseren Erfolg, keiner kann nachvollziehen, wie er zustande kommt, und grade dieser Status ist ein perfekter Schutz vor den Ich-Kauf-Dich-oder Zerstör-Dich-Strategien der großen Konzerne.

Und das alles nicht, weil ich so mutig oder originell wäre oder so einzigartig und individualistisch oder genial, sondern ganz einfach, weil ich es nicht anders kann – ich kann und will nicht morgens im Büro sein, boykottiere die Stammtische der Entscheidungsträger, Erfolg ist mir meist eher ein wenig peinlich und als schwuler Unternehmer mag und kann ich auch nicht an den Dicke-Hosen-Ritualen der meist heterosexuellen Partner oder Konkurrenten teilhaben.

I guess that’s just My Way.

Puh!

Ein Ziel der langen langen Therapie war es ja auch schließlich, dahin zu kommen, mich besser um mich zu kümmern und endlich mehr Verantwortung für mich zu übernehmen.

Das schließt nun mal auch das Materielle, die berufliche Weiterentwicklung und die Absicherung mit ein.

Aber warum nur, warum nur, sieht es so aus, daß ich nächstes Jahr gleich zwei Firmen mehr am Arsch habe? Zwar mit der besten Freundin und zugleich bestmöglichen Partnerin, aber trotzdem…

Hätte ich nicht einfach einen Zahnarzttermin machen können wie andere Leute auch?

Hausbesuch

Wenn der Typ, der grade an meiner Wohnungstür stand, um einen angeblichen “Wasserschaden” zu begutachten, von dem ich nichts wußte, nicht so verschwielte Pranken gehabt hätte, hätte ich glatt gedacht, das sei ein neuer schwuler Datingtrick:

Einfach irgendwo bei Homos klingeln, “Problem” melden, sich so Zutritt verschaffen, und dann das “Problem” zünftig angehen.
Das fänd ich gut, da wär ich mit bei.
Handwerk, goldener HBoden, und so. Wie der Schreiner kann’s keiner. Dem Installateur ist nichts zu schwör.

Der Bursche war unglaublich attraktiv, Anfang 30, gut gebaut, gebräunt, gegelt und gecremt, und hatte – halten Sie sich fest – !gezupfte Augenbrauen! Beckham als Dachdecker. Ich sage nie wieder was gegen Metrosexualität…

Den Wasserschaden gab’s dann übrigens wirklich, im Spielzimmer des LMB, und ich hätte ihm zu gerne die Handhabung der ein oder anderen Gerätschaft gezeigt. Oder ein wenig mit ihm geschaukelt, im Sling. Erstaunlich zutraulich war er ja.

Stattdessen war ich mit ihm aufs Dach, das war dann eben romantischer, Blick über die Stadt und so, Sie wissen schon.

Gut, daß ich vormittags meist noch zuhause bin, da kann ich immer die Handwerker abgreifen.

Nasser Arsch bei 1°

Kein Schaden so groß
wie der, den man sich selber antut
(Meine Mutter)

Als ich mein Auto aufschließe, entdecke ich eine Riesenpfütze auf dem Fahrersitz, der komplett voll Wasser gesaugt ist.
Vandalismus? Eingeschlagenes Fenster? Spätabendliche Heimweginkontinenz?
Weitgefehlt – ich habe offensichtlich über Nacht das Fenster 5 mm aufgelassen.

Trotz untergelegter Plastiktüte habe ich jetzt einen nassen und kalten Arsch.
Ach, hätte ich welche von diesen praktischen Styroporplatten, mit denen man sich auf dem Sofa meines Opas isolieren konnte, der ja immer nur auf 5° hochheizte…
Ich setz mich jetzt erst mal auf die Heizung.

Allerdings ohne Restalkohol und ohne Nelke im Mund – mir ist jetzt nicht nach Glühwein.