Archiv für den Monat: Januar 2007

hamse meine jeschwindigkeit bemerkt?

Nachdem ich letztes Wochenende 2 ganze Tage damit verbracht habe, als Nichtfachmann meine neue Schoßdose einzurichten (6 Stunden gingen für die Einrichtung des Internetzugangs drauf und ich wollte schon Alice höchstpersönlich auf die Fresse hauen verklagen, bis ich merkte, daß ich nur den LAN-Dings deaktiviert hatte. Woher soll ich wissen, was so ein LAN-Dings tut und ob man es braucht?), bin ich ja jetzt fein raus.
4x so viel Arbeitsspeicher und 4x soviel Festplatte. Wenn ich jetzt ein neues Lied importiere, muß ich mich nicht entscheiden, ob ich Works wirklich brauche oder ob ich es lösche, um Platz für eine vergessene Perle zu schaffen.
Und jetzt kriegt nicht jedesmal Itunes Schluckauf, nur weil eine Email ankommt.

Das Touchpad hat einen Scrollstreifen und ich habe endlich gelernt, daß man mit Alt+Pfeil auch navigieren kann. So bin ich jetzt viel schneller unterwegs als ich gucken kann, und mir wird beim morgendlichen Blogrundgang jedesmal ganz schwindelig – huiiiiiih!

Und last but not least verfüge ich jetzt wieder über ein ganzes Set Tastatur, alle Buchstaben wieder an Bord. Und ich gedenke sie einzusetzen, Herrschaften!

feed me

Wenn Madame Modeste mit Stöckchen wirft, und wenn es dann auch noch um ihr Lieblingsthema Essen geht, dann hilft alles verwahrloste Leben nicht, dann schnell an den Herd und den Kochlöffel geschwungen:

1) Kannst du kochen? Wenn ja, kochst Du gerne?
Ich kann eigentlich ganz gut kochen, bin aber da wenig buddhistisch, für mich ist nicht der Weg das Ziel, für mich ist eher das Ziel das Ziel. Also esse ich lieber gut als daß ich gerne gut koche.

2) Wann ißt bei Euch die ganze Familie gemeinsam?
Öhm. Wer? Lucky und Strikes?

3) Was ißt Du zum Frühstück?
Kaffee. Zichten. Seit neustem auf ärztliche Anordnung wenigstens eine Banane, wenn ich davon nicht würgen muß.

4) Wann, wo und wie eßt ihr in der Woche?
Nach einem harten Tag meist ein schickes TV-Dinner auf dem Sofa.

5) Wie oft geht ihr ins Restaurant?
So oft es geht und man willige Mitesser findet.

6) Wie oft bestellt ihr Euch was?
Ach so 1-2x pro Woche, entweder beim Inder gegenüber Chicken Jhalfreezi oder bei Mr. Subs, den es ohne mich und Glam nicht geben würde, Pizza Al Capone mit extra Artischocken, Anchovis und Champignons. Auch phonetisch ein hübsch zusammengestellter Pizzabelag.

7) Zu 5 und 6: Wenn es keine finanziellen Hindernisse gäbe, würdet ihr das gerne öfters tun?
Noch öfter?

8) Gibt es bei Euch so was wie “Standardgerichte”, die regelmäßig auf den Tisch kommen?
Klar, Miracoli, seit einer frühkindlichen Eßstörung im Zusammenhang mit Mutterdingen mein Grundnahrungsmittel. Ansonsten Chili con Carne, und gerne auch mal Kurzgebratenes vom Rind oder Schwein in lecker selbstgemachter Soße mit Wein und Rosmarin und so. Und gerne alles von der Kartoffel außer Salzkartoffel. Mein Kartoffelpüree und meine Bratkartoffeln sollen innerhalb dieser vier Wände Weltstars sein.

9) Hast Du schon mal für mehr als 6 Personen gekocht?
Ja, für über 20. Ich hab mich sogar mal in Catering ausprobiert. Warum? Neinneinnein, ich mach das nie wieder!

10) Kochst du jeden Tag?
Nur vor Wut. Sonst nicht.

11) Hast Du schon mal ein Rezept aus dem Kochblog ausprobiert?
Nein.

12) Wer kocht bei Euch häufiger?
Ich. Ist ja sonst keiner da.

13) Und wer kann besser kochen?
Ich. Obwohl, der Backofen kann auch gut.

14) Gibt es schon mal Streit ums Essen?
Ja, wenn mein Bauch meint, er sei hungrig, und mein Kopf keine Lust hat zu kochen. Meist gewinnt der Kopf, obwohl er kleiner ist.

15) Kochst du heute völlig anders, als Deine Mutter/Deine Eltern?
Schon. Also wenn ich mal ausnahmsweise was mit Gemüse mache, dann wird das nicht 3 Tage lang gekocht.

16) Wenn ja, ißt Du trotzdem gerne bei Deinen Eltern?
Ja, mittlerweile. Als Kind habe ich gar nichts gegessen, kein Gemüse, keinen Salat, kein Fleisch und ungern Kartoffeln. Das war dann etwas schwierig für Muttern. Und sie mußte mich mit Nahrungsergänzung päppeln. Was wohl auch erfolgreich war, wenn man mich heute so sieht.

17) Bist Du Vegetarier oder könntest Du Dir vorstellen vegetarisch zu leben?
Nein, das wäre wie Sex ohne F*cken. Aber im Gegensatz zu eben jenem kann ich beim Essen auch mal länger ganz gut ohne F*cken auskommen. Oh, ohne Sex ja auch, merke ich grad. Aber ungern.

18) Was würdest Du gerne mal ausprobieren, an was Du Dich bisher nicht rangewagt hast?
So ein Braten mit allem drum & dran. Und mein Lieblingsessen. Wofür es gar kein hochdeutsches Wort gibt: Kappesteetisch. Was ist: Kartoffelpüree ohne Milch dafür mit Brühe gestampft, mit Sauerkraut und wenns paßt noch was Kasseler mit rein. Und davon macht und ißt man dann 2-3 Eimer. Aber das trau ich mich nicht zu kochen.

19) Kochst Du lieber oder findest Du Backen spannender?
Spannend finde ich keins von beiden. Eher notwendiges Übel.

20) Was war die größte Misere, die Du in der Küche angerichtet hast?
Ich erinnere mich an den Gemüseeintopf, den ich für Glam und Kaylie gekocht habe und der nach gar nix schmeckte. Glam hat ihn beherzt mit Sojasauce so lang verfeinert, bis er entschieden nach Sojasauce schmeckte und leider etwas dunkelbraun in seiner pürierten Konsistenz wurde. Wir haben das Problem mit Alkohol gelöst und den Eintopf ignoriert, nährt ja auch.

21) Was essen Deine Kinder am liebsten?
Die sollen rauchen, das ist gut gegen das Hungergefühl.

22) Was mögen Deine Kinder überhaupt nicht?
Weiß ich nicht, ich hab ja gar keine, fällt mir grade auf.

23) Was magst Du überhaupt nicht?
Spinat, Hirn, Nieren und sowas. Und was gar nicht geht, ist warmes Obst und überhaupt warme Süßspeisen. Ürgs.

24) Zusatzfrage: Wofür darf man dich nachts wecken?
Das hat mit Essen weniger zu tun. Aber meinen Mund mach ich dafür auch auf. Oder so.

Und wer sich am Stöckchen bedienen mag oder am Kühlschrank, der tue das. Aber wer die letzte Flasche Wein aufmacht, besorgt eine neue Kiste!

posthume geschenke oder the comfort of strangers

present

Obiges so wunderhübsch verpacktes Geschenk (paßt farblich hervorragend zu diesem Blog und auch in mein Zimmer!) erreichte mich am letzten Freitag.
Ein Paket von einem vertrauten Fremden: der werte Herr OhBehave, geschätzter Blogfreund, hat aus seinem Blogruhestand noch ein Versprechen gehalten, das er vor einiger Zeit gegeben hatte.
Drinnen: sehr lecker aussehender Wein und Sekt aus seiner Heimat (nein, ich hab ihn ganz gegen meinen Charakter noch nicht geöffnet), eine handvoll guter Argumente, doch auch mal eine andere Bar als den Würgeengel und das Roses auszuprobieren (‘damit du was zum Kuscheln abbekommst’, schreibt er) und, falls alles nicht hilft, Memento Sexii, falls ich mal wieder ungedingst vorm Kühlschrank hängen bleibe:
darkroom
Volltreffer. lieber Herr OhBehave, würde ich sagen! Merci vielmals und herzlichen Dank!
Es ist schon seltsam, wie vertraut einem in dieser Blogwelt Menschen werden können, die man doch nur virtuell kennt, von denen man nicht einmal weiß, wie sie aussehen. Allerdings seine Handschrift ist genau so, wie ich sie mir vorgestellt habe.
Lieber OhBehave, vertrauter Fremder, schöne Grüße in den Blogruhestand! Verbunden mit der stillen Hoffnung, daß du deine Entscheidung dann doch irgendwann mal rückgängig machst…!

Menschen im hotel – Ingrid Caven

Blaaaaiiiches Licht
weißer Puder (Pudel?) bedeckt dein Gesicht,
wie ein Polaroid
auf dem man noch nichts sieht

Gestern abend, Berliner Ensemble: In Person: Ingrid Caven, Ingrid Ex-Fassbinder, La Caven.
Alle fünf Jahre, mehr muß nicht. Man macht sich rar, weil man rar ist. Ein paar neue Lieder, wenn man Glück hat, alle 10 Jahre. Und das reicht auch. Weil die alten Lieder ebenfalls immer neu sind, Madame rezitiert nicht, sie installiert, je nach Lust, Laune, Bezug, jeden Abend neu. Sie schreit, röchelt, summt, knarzt, soubrettiert, krächzt, schrillt. Jeder Ton kalkuliert, oder doch zufällig? Dazu steht sie, tanzt, liegt, rollt, hopst, springt, oder schleicht.

Trotz der Müdigkeit war mir recht flott und akimbo im Gemüt

Eine Einzigartigkeit, die seltsame entfernte respekteinflößende Unverwandte in ihrem Paralleluniversum – eine dunkle Sonne für sich, Fassbinder, Enzensberger, Jean-Jacques Schuhl, Peer Raaben, die ihr das Material an den Leib genäht haben, als Satelliten ihres Universums. Die meisten sind schon tot. Sie eine Gralshüterin ihres eigenen Grals.

Angelika lebt im Altersheim
von Tabletten und Haferschleim(…)
Marie-Claude bemitleidet sich
die Vera geht immer noch auf den Strich (…)
Utzi und Paul hab ich neulich getroffen
die waren schon am Morgen besoffen
Evelin ist sechsfache Mutter
und gibt ihren Gören Hundefutter
Kiki kriegt Prügel vom Alten
Anita kann das Wasser nicht halten
Aber ich hab mich nicht reinlegen lassen
ich habe gesagt, das könnt euch so passen
mit mir nicht, nicht mit mir

In Foyer alte Bekannte, alte Gesichter, Überlebende der Fassbinderzeit, innerer Kreis, äußerer Kreis, Lifestyleepigonen – zum Teil unappetitlich anzusehen.

Zwei Schritte vor und zwei zurück
und vor und zurück und vor und zurück
Wo bleibt das Glück?
Und zurück und vor und zurück und vor
auch Glück vergeht, ja wie
ja wie, ja wie?
ja wie – vom Winde verweht!

Wenn man zur Caven geht, hat man auch immer eine Befürchtung um ihre Gebrechlichkeit, um ihre Vergänglichkeit, von der sie weiß, mit der sie spielt. Auch mit der Befürchtung.
Sie ist die einzige, die ihre Lieder singen kann, egal, was andere vortäuschen. Ohne sie sterben auch ihre Lieder. Das erste Chanson gestern, ein Piaf, ohne Stimme.
Aber dann: eine Frau auf der Höhe ihrer Kraft, auf der Höhe ihres künstlerischen Ausdrucks, alte Lieder, neue Lieder, neuer Ausdruck, mit Ende Sechzig neu gewachsen.

Eine wunderschöne Frau, die den Dreck kennt, diesmal nicht im legendären Schwalbenkleid, sondern einer schwarzen raffinierten Robe, vielleicht Westwood, wie überhaupt Glitter von Dietrich, Garland, Piaf, Westwood und französischer Straßenhure in der Luft funkeln, aufgegriffen und wieder weggeworfen werden.

Er ist zufrieden und tätschelt meinen Hintern
ich lächle und denke ‘Ich bin eine Sau” (…)
Oh Mama, wenn er wüßte wie sehr ich ihn hasse
so daß ich fast schon stumm und steif und ratlos bin
und mich jetzt schon überhaupt nicht mehr fasse
denn nächsten Freitag geh ich ja doch wieder hin!
Kinder, das ekelt mich an
das riecht und das stinkt
und das nennt sich Mann

Lieder von Tod, dem seltsamen Wiedersehen, den Drogen, schmuddeligen Treffen in schmuddeligen Hotels, der Sehnsucht nach dem großen Glanz im großen Dreck, dem billigen kleinen Glück an der Ecke, der durchwachten Woche, der Zerstörung, die einem zugefügt wird, der Zerstörung, die man sich selber zufügt. Akne Vulgaris.

Im kleinen Leben liegt der große Schmerz
der große Schmerz im kleinen Leben
die Großen brauchen für ihr großes Leben
ohnehin kein Herz

Vielleicht der größte Abend, dem ich beiwohnen durfte.

Doch während dieser ganzen Zeit da
seh ich dies und seh ich das
hör ich all die Dinge da
und ich singe lalalalala
man wird singen lalalalala
man wird tanzen lalalalala
lala lalalalala
ich bin dann auch nicht mehr da.

Der Herr Glam,mit dem ich das Erlebnis teilen durfte, hat sich ebenfalls auf Vorzüglichste geäußert

kraiiisch – ich in englischer mutterzunge

Heute in meinen Referrern gefunden:
Eine Suchmaschine hat mich nach besten Wissen und Gewissen und bestem ‘Können’ nach englische Mother/Nut Tongue übergesetzt. (2-3 sek. warten)
Großer Spaß!

Wer errät, welcher Beitrag hier übergesetzt ist?
‘The life is not a twitching ass leakage.
I degrees in any announcement read.
hrmpf’

Entering afterwards:
Ich muß mir mal wieder einen Film mit thai-englischen Untertiteln anschauen, ihr Winds-Breweds!

geht – gar nicht!

Nä, das geht so nicht – mein liebster heterosexueller Linkfreund OhBehave schließt einfach so sang- und klanglos seinen Blog.
Gut, er hatte auch seine Fehler, zum Beispiel konnte ihn Sarah Kuttner mit Hochsteckfrisur sehr, ähem, erfreuen. Aber das ist wohl genetisch, da kann er ja nix für.
Aber tapfer bei Glam die Blumen gießen, das hat er fabelhaft gemacht, und seine Brokeback Mountain-Erfahrungen hat er auch aufzuweisen.
Ich hätte ihm schönes aus Kartoffeln gemacht, die Brusthaare gekrault und wäre auch im Alter mit in sein Traumhaus gezogen – rein freundschaftlich natürlich.
Also kann ich nur hoffen, daß Blogger immer auch Wiedergänger sind, und der Virus einen immer zurückholt.
In der Zwischenzeit gehe ich zur Selbsthilfe-Girlgroup auf einen Gruppenhug.
Wir sehn uns wieder, Mr. OhBehave!

nachtragend

Entdeckt in freier Wildbahn, die Achselmuschi, hier bei der Arbeit am lebenden Objekt Beyonce:

Courtesy of www.perezhilton.com, der’s auch nur irgendwo geklaut hat.

Hier immerhin in einem ordentlichen Akimbo, die Dame scheint ansonsten laut Herrn Hilton einen Überkopf-Akimbo zu bevorzugen, was wiederum auf Reizungen durch abgelaufene Enthaarungscreme zurückzuführen sein könnte.