Archiv für den Monat: Mai 2007

jewonnen! Freitagstexter morgen bei mir!

Ganz überraschend hab ich gestern den Freitagstexter-Titel geholt, der bei der einmaligen Weltregierung gehostet wurde, Bild für den Texterwettstreit gibts dann regelgemäß morgen.

Was mich besonders gefreut hat, ist die Fußzeile im Glückwunschtelegramm der Weltregierung:
Für Lob, Huldigung, Ehrungen, Danksagungen, Geschenke, Bestechungen,
sexuelle Gefälligkeiten oder Freibier, rufen Sie bitte umgehend diese # an:
—> 01XX XXXXXX <—

Das nenn ich mal Servicedenken, Herr Weltregierung! Über die Erfordernisse hinausgehendes Engagement!
Wir aus dem “Reich der kinderlosen, überdurchschnittlich
bezahlten Luxustucken” danken – jetzt wissen wir ja, wo wir es kriegen, wenn wir es brauchen! Hehe!

streisand & volkswagen -jewish people driving german cars

Jewish people driving German Cars
Jewish people driving German Cars
what the c*ck is that sh*t?
But maybe its like
take back the night (…)
maybe its Patty Hearst
siding with her kidnappers (…)
(Sarah Silverman – I Love you more)

Nun kommt sie also, die Streisand, sogar zu fast moderaten Preisen. Nach Deutschland, dem bösen Land, in dem sie nie nie auftreten wollte, da sie “als Jüdin ein Problem mit der Vergangenheit des Landes habe”. Sogar zu ‘moderaten’ Preisen, zwischen 95 und 500 € soll es nur kosten, natürlich zzgl. Gebühren.

So weit so gut, viele wird es freuen. Ich selbst mag die frühe Streisand auch sehr, bevor sie anfing, Fahrstuhlmusik zu machen. Was mich nicht davon abhält, ihre alten Sachen sehr zu genießen.

Nun kommt der Witz: gesponsort wird der Deutschlandtermin von: Na!? VOLKSWAGEN. Na!? Na!? Ratterts?

Volkswagen, gegründet auf Geheiß Hitlers von der Deutschen Arbeitsfront, finanziert aus durch die Nazis beschlagnahmten Gewerkschaftsvermögen. Und dazu im Krieg noch Produktionsstätte von Marschflugkörpern, die von 20.000 Zwangsarbeitern hergestellt werden mußten, die in einem eigens errichteten ‘KZ Arbeitslager’ untergebracht waren. (Quelle: Wikipedia, Link s.o.)

Nun ist Volkswagen heutzutage mit Sicherheit kein Faschistenverein mehr, und Frau Streisand kann ihre Meinung ändern und auftreten wo sie will, aber wenn Frau Streisand so pingelig mit der ‘Vergangenheit des Landes’ ist, dann wird ihr dieser pikante Aspekt sicherlich entgangen sein, oder zählt das bei Sponsoren nicht? Oder betrachtet sie es als persönliche Reparationszahlung?

Und warum fällt die Ironie dieses Treppenwitzes des Sponsoring der handelsüblichen Journaille nicht auf?

fixi und ihre freunde

Der Herr Glam trägt sich ja schon seit langem mit dem Gedanken, sich einen schicken Weimaraner anzuschaffen, also einen Hund, und keinen Einwohner der gewesenen Kulturhauptstadt.

Den bzw. die will er dann Fixi nennen, wegen des schönen Effekts, den es dann hat, wenn man den Hund auf der Straße ruft.

Da dachte ich mir, es wäre doch schön, wenn der Herr Ereignishorizont i.R. und meine Zierlichkeit uns ebenfalls Hunde anschaffen, Herr E. z.B. eine Nimsi und für mich dann eine Schnapsi. Und wir dann gemeinsam im Görlitzer Park spazieren gehen.

Nimsi! Schnapsi! Fixi!
Bei Fuß!

Der Herr Glamourdick hat heute übrigens zweiten Blog-Geburtstag! Wo bleibt das Grußwort des Bürgermeisters? Wo sind die Neuköllner Kinderchöre? Wo die Jubelparade? There should be Strumpets!

Gehen Sie hin! Huldigen Sie!

lucky in heat und wie’s ihm dann verhagelte

Woah, verkatert aufgewacht, aber schöne Party gestern. Bei über 30 Grad dauert es noch länger, bis der Schmerz nachläßt, aber eine Hühnersuppe hat mich dann gerettet.
Wenn der Schmerz dann nachläßt, stellt sich bei über 30 Grad leicht diese gar nicht so latente Begierde ein:

fucking

Gottseidank beim Einkaufen dann in diesen Monsterhagel geraten – dachte mein kleines Autolein würde in Stücke geprügelt – die größten Hagelkörner, die ich je gesehen habe. Prompt darauf ist die Luft auf 17 Grad abgekühlt, und der Herr Lucky auch, nachdem er den Hagel aus seinem Zimmer gewischt hat, er hatte nämlich die Terrassentür aufgelassen.
Alles bereit für einen gemütliche Sofaabend. Yessss!

nasser lappen

Bei der Lektüre des Spiegel-Artikels festgestellt, daß ich Romy Schneider nicht besonders mag und noch nie besonders mochte und daß sie mich nicht weiter interessiert. Da kann sie auch nix für.
Aber immerhin einen großartigen Satz gefunden:

“Das deutsche Kino läßt sie weiter links liegen. (…) Rainer Werner Faßbinder (…) dreht ein Melodram nach dem anderen, aber er nimmt Hanna Schygulla dafür, die über seinen Filmen hängt wie ein nasser Lappen.”
(Spiegel Nr.21/2007, S. 166)

Hrhrhr, großartig! Made my day!

hähähä – bleib zuhause alter mann!

Ich krieg noch schiefe Mundwinkel vor lauter Schadenfreude! Hätt ich doch richtig Geld gewettet! Wußt ichs doch! (Einer meiner schlechten Charakterzüge ist Schadenfreude und, daß ich immer gerne recht gehabt habe. Was ich auch meistens tue)

Elton John hat sein Konzert abgesagt. Ooooch! Wollte keiner 175 € (jwh – janz weit hinten, Stehplatz) bis 2000 € (mit nem Glas Schampus und Limousinenservice) bezahlen? Nicht? Wie kann denn das sein? Für den mopsigen alten Mann mit den großen Schmusehits, den künstlich gezüchteten Echthaaren und der dollen Brillensammlung nebst rotem Klavier? Der angeblich früher, vor 35 Jahren auch mal hip war, was man beim Nachprüfen garnicht mehr so feststellen kann?

Was hattet ihr euch denn gedacht? Wer hat denn in Berlin so viel Geld? Ihr denkt, Hauptstadt ist Hauptstadt, und Berlin ist Paris und ist London, aber das geht nu völlig an der Realität vorbei. Und, was bitteschön, ist daran so viel Geld wert, wenn man sich mit 10.000 anderen Leuten vorm B-Tor ein Konzert anschauen soll? Ich meine, ein Konzert! Es werden weder weiße Elefanten von Königspudeln geboren, noch fallen tausend nackte Jungfrauen vom Himmel, noch wird erklärt, wie man Gold aus Hundescheiße macht. Ein älterer Herr sitzt am Klavier und gibt seine Lieder zum besten. Doooh!

Die einzige, die sowas (leider) schafft, ist die olle Streusandbüchse, die kann ihre Tickets für ein paar Tausend verkaufen. Aber nicht in Berlin. In Wien und London und Paris. Und warum? Weil es genug Homos gibt, die schon alle Apfelprodukte, Sneakers und Küchengeräte besitzen und gar nicht wissen wohin mit ihrem Geld. Und – noch wichtiger – den nötigen fehlenden Realitätsbezug besitzen.

Ich kann mich erinnern, als Cher und die Lappigen Stones vor Jahren zum ersten Mal Kartenpreise von über 100 Mark (Mark!) verlangten, “wegen der hohen Auslandssteuer” für auswärtige Künstler. Gut dachte man sich, Cher hat hohe Instandhaltungskosten, und Herr Richards lebt auch nicht von Lebensmitteln alleine, und ist halt einfach nicht hingegangen. Heute verlangt jedes Nachwuchssternchen, das es bis zur zweiten CD geschafft hat, 40-60 € ohne rot zu werden. Und das Publikum nimmt hin oder bleibt weg. So einfach ist das.

Deswegen liebe ich Berlin: Irgendein Großmusch von größenwahnsinniger Agentur oder Künstler oder Veranstalter denkt sich DEN Event mitten in der Hauptstadt aus, DAS Ding des Jahrzehnt, und der Berliner nimmt zur Kenntnis, bleibt unbeindruckt und ignoriert. Weiter so! Bin stolz uff dir, mein Balin!

visionär ’89 – deeper understanding by kate bush

Deeper Understanding

As people here turn colder
I turn to my computer
and spend the evenings with it
like a friend.
I was loading a new programme
I had ordered from a magazine
“Are you lonely are you lost?
This voice console is a MUST”

I press Execute.

Hello I know that you’ve been feeling tired
I bring you love and deeper understanding.
Hello I know that you’re unhappy
I bring you love and deeper understanding.

Well I’ve never felt such pleasure
Nothing else seemed to matter
I neglected my bodily needs
I did not eat, I did not sleep
The intensity increasing
’til my family found me and intervened.
But I was lonely I was lost
Without my little black box
I pick up the phone and go Execute.

Hello I know that you’ve been feeling tired
I bring you love and deeper understanding.
Hello I know that you’re unhappy
I bring you love and deeper understanding.

I turn to my computer like a friend
I need deeper understanding
Give me deeper understanding.

Damals habe ich sehr gelacht und gedacht, na jetzt ist Kate wirklich übern Deister. Aber heute, ja heute… Auch wenn es damals nur um ein Gadget ging – das www-Internet, wie wir es heute kennen, war noch nicht einmal am Horizont vernehmbar war. Das nenne ich wirklich visonär.

serviceteil: restaurantempfehlung

Wie die werte Leserschaft ja weiß, tut der Herr Lucky ja immer gern viel von allem, arbeiten, rauchen, trinken, aber auch viel gut essen.
Deswegen hier der Hinweis auf ein göttliches italienisches Etablissement, das ich am Samstag entdeckt habe, und weil es dort traurigerweise ziemlich leer war, fordere ich auf: gehen Sie hin, geniessen Sie, gönnen Sie sich!

Die Hostaria La buona Forchetta in der Graefestraße (Nr. 83) hat mich doch sehr überzeugt: Es gibt 3 Menus zur Auswahl, und nur diese. Man entscheidet zwischen kleinem Menu (10,-), mittlerem (25,-) und großen (35,-) im Preis ist dann alles, auch Wasser und Wein (soviel man will! und das mir!) und Espresso und Digestif inklusive.
Das große Menu kann ich nicht so empfehlen, denn schon das mittlere brachte mich an den Rand meiner Kapazitäten: Als Opener Rohkost mit Dip, frisches Brot, dann eine leckere Antipasti-Platte mit handeingelegtem Gemüse, dann 2 Sorten Pasta, einmal mit grünem Spargel (sehr würzig), einmal Tagliatelle Wodka mit ebenjenem und Shrimps, dann Schweinebraten mit grünem Pfeffer und zum Schluß Panna Cotta mit Erdbeeren nebst Espresso und Grappa mit Nachschlag. Alles äußerst lecker und liebevoll und aufmerksam serviert, und man wurde wiederholt aufgefordert, sich doch noch etwas Wein zapfen zu gehen. Und das alles für 25,- Endpreis, wo in manchen Etablissements eine Portion mieser Pasta schon 14,- kostet. Was ich allerdings erfragen müßte, ist, wie man auf Vegetarier eingestellt ist.

Also, Herrschaften, hingehen! Aber nicht gar so viele, weil der Herr Lucky braucht ja auch noch Platz dort!

(Und nein, diese Werbung ist nicht gesponsort)

Edit 31.05.: Eine meiner lieben Kolleginnen ist mit einem ersten (!) Date dorthin speisen gegangen auf meine Empfehlung und fands hundsmiserabel. Und hinterher wars ihr übel. Und ja, ich hab nachgefragt, sie ist nicht etwa schwanger. Und am Typen scheints auch nicht gelegen zu haben. Also, nicht, daß sie nicht schwanger war, sondern das Essen. Also ich weiß nicht, vielleicht hab ich einen formidablen Abend erlebt und sie einen miesen. Der, der mich dorthin geschleppt hat, war öfter da und fands immer gut. Müßt ihr jetzt entscheiden, ob ihrs ausprobiert.

reizarm (content without content)

Herrlich, so 4 Tage am Stück frei gehabt zu haben. Anfangs war die Panik groß, was alles tun, denn der Herr Lucky ist es nicht mehr gewohnt, Freizeit zu haben. Und dann: hat er einfach gar nichts gemacht. Rein gar nichts. Nicht mal einkaufen war er. Und das nicht aus Depression oder aus Lähmung, sondern einfach so, weil er es wollte. Gefreut, daß draußen die Sonne so schön scheint, und dann drinnen auf dem Sofa geblieben. Sogar die Pflanzen auf der Terrasse sind ihm um ein Haar vertrocknet, so faul war er. Nix wollen, viel können, nix müssen.
Ab und an ein paar Freunde getroffen, und das wars schon. Und schön wars. Sicherlich nicht content-fördernd, but it makes me content.
Reha 2007: Stufe 1 erfolgreich abgeschlossen!