Archiv für den Monat: Mai 2014

Mehr oder weniger

Ich bin eigentlich viel zu müde, aber der Abend läßt es nicht zu, sich drinnen aufm Sofa vor nem Film (Julia mit Tilda Swinton mal wieder) zu verlümmeln – es sind 24°, die Rosen blühen und vor allem das Geißblatt steht in voller Blüte, und es wäre ein Frevel, diesen Duft ungenossen passieren zu lassen.  Grade köstlich gespeist im G.C., auch so ein Zuhause, mit dem Glam, und morgen wieder, weil ich Depp das Date für morgen abend geistig vorverlegt habe – mach nüscht, gehn wir morgen eben wieder hin. Heute lecker, morgen lecker.

Muß meine Aussage von gestern kleinmütig relativieren – mehr ist nicht immer mehr. Manchmal ist mehr doch zuviel, zumindest wenn man es, wie meine Schwester, selten passend hat. Es hätte sicher geholfen, wenn sie sich in den 25+ Jahren, die ich schon in Berlin wohne, mal hierhin begeben hätte, und wenns nur gewesen wäre, daß sie die Dimensionen meiner Terrasse kennt. So aber endete der Versuch eher tragisch, mir eine Freude machen zu wollen, mit Paketen von QVC (ürgs) mit 2 Rosenstöcken, 6 Exemplaren derselben Staude (die ich mir nie ausgesucht hätte) und 4 absolut erschreckend häßlichen Solar-Außenlampen, die außer ihres scheußlichen Lichts auch noch optisch  jeder Gelsenkirchener Eiche-Barock-Schrankwand perfekt als Postitionslampen gut zu Gesicht gestanden hätten. Ächz.

Dafür heute auch noch familiärer strategischer Feuerwehreinsatz mit und um den Neffen, der von seinem Kompagnon um seine hart erarbeiteten Anteile in der wesentlich durch ihn aufgebauten Firma gebracht werden soll. Dazu channele ich meine Mutter, seine Großmutter, die eher vom Type not-the-one war, und versuche, das bei ihm zu installieren. Aber nicht mit uns!

 

Mehr ist mehr

Sie sind so einer, der Schönheit und Sinnlichkeit eher so in kleinen Dosen bevorzugt? Eher Sushi als Zwiebelrostbraten? Lieber immer mal ein Häppchen mit Graubrot statt so richtig einmal um den Block fressen? Sie finden zuviel einfach zu viel und vulgär?
Dann sind Sie hier falsch.

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Na gut, ich gebe zu, grad ist mir ein wenig ürgs von dem ganzen Duft. Luxusproblem, ich weiß. Aber: so soll es sein, so kann es bleiben. Und werden.

Gebärvater

Ich weiß auch nicht, was es damit auf sich hat, aber in den letzten Wochen träumte ich oft von Babies. Vor zwei Wochen bekam ich selbst eins, so richtig mit Wehen und Pressen, sehr schmerzhaft, und danach war meine Männer-Mumu erstmal ein richtiger Krater. Darüber war ich schockiert, aber noch viel stolzer war ich auf meinen blonden Baby-Boy, den ich selbst geboren hatte, und daß ich sowas überhaupt kann.
Der Traumlogik folgend dachte ich, daß sie mir dafür in der Kneipe meines Heimatorts aber ordentlich einen Schaps ausgeben könnten, und so dapperte ich mit Krater aber ohne Baby in die Kneipe. Und wissen sie, was ich da bekommen habe statt einem Schnaps? Eine Tasse Kaffee! Ich bin heute noch empört darüber.

Heute Nacht entdeckte ich in einer großen Menschenansammlung ein ebenfalls blondes Baby, und wie wir uns so ansahen, erkannte ich, daß es meine Tochter ist, von der ich nichts wußte. Der Moment, wie sich unsere Augen ineinander verschränkten, wir uns erkannten und fürs Leben bondeten, war unglaublich schön und emotional. Und ich wußte, wie sich das für andere Eltern anfühlen muß.

So, und wenn Sie jetzt in der Zeitung lesen, daß irgendwo ein Kinderwagen samt Inhalt vorm Supermarkt geklaut wurde, dann wissen Sie, wo Sie suchen müssen.