Archiv für den Monat: Dezember 2007

erkenntnisse eines weihnachtslemmings

  • Es ist nicht mal ein Viertel so erhebend, wenn man nach 7 Stunden Autobahn von Süden über Tempelhof nach Berlin einfährt. Nix gegen Lichtenrade jetzt, aber es stellt sich einfach nicht so das Berlin-Berlin-dein-Gesicht-hat-Sommersprossen-Gefühl ein wie auf der AVUS mit Blick auf den Funkturm. Werde mir aber trotzdem “Home sweet Homo” mit Kreuzstich auf die Wohnungstür sticken.
  • Schwarzes Loch entdeckt: Warum ist die Hinfahrt immer genau 38 km länger als die Rückfahrt? Bei genau gleicher Strecke?
  • Nachtblindheit in Verbindung mit Erschöpfung und wirren Gedanken kann zu seltsamen Erscheinungen auf der Autobahn führen. Bei 160 km/h mitunter spannend, auch für die anderen Autofahrer.
  • Nichtraucher schaden der Umwelt: Weil ich mich nicht 8 Stunden plus der einzukalkulierenden unerklärten Rumstehstunden auf freier Bahn (?) auf Nichtrauchen einstellen will, mußte ich die Fahrt mit dem Auto machen und so 131 Liter besten und teuersten Supers verfahren. Ich meine, wenn ich nach Bali fliegen würde, würde ich es ja einsehen, und mich von oben bis unten mit Nikotinkaugummis vollkleben. Aber das hier ist ja nur eine innerdeutsche Fahrt.
  • Ansonsten: Weihnachten ist am schönsten,wenn es vorbei und überstanden ist. Dann setzt auch dieses vielbeschworene Friedensgefühl ein.

raststättenbeziehung?

Also wenn es nach meinem Horoskop geht, sollte ich wohl für die Fahrt heute mehr Zeit einplanen und öfter mal auf einer Raststätte herumlungern eine kleine Pause einlegen:

Sexualität wird zu einem transzendenten Erlebnis. Diese Zeit ist günstig, um Ihre Emotionen und deren Einfluß auf Ihre Beziehungen zu verstehen. Heute könnte sich eine Partnerschaft entwickeln und vertiefen, denn wenn Sie Ihre Emotionen mit voller Kraft erleben, können Sie auch die Stärke Ihrer Gefühle klar erkennen. Alle Empfindungen werden heute kraftvoll, ja gewaltig sein

Ich werde wohl einen heißen gutgebauten Fernfahrer kennenlernen, der genau weiß was ich brauche. Und mit dem treffe ich mich dann immer für heißen willfährigen Sex auf den Raststätten der Republik.
Was anderes kann das Horoskop nicht meinen, denn was anderes werde ich heute nicht sehen.

Ein Weihnachtswunder

Komme grade vom Weihnachtsgeschenkemarathon zurück: sechseinhalb Stunden (!) durch Kackstadt, Laschaffotte, Hogendobel, Dissmann, Saufhof, um nur einige zu nennen. Bin komplett erschöpft, habe aber so halbwegs für jeden irgendwas, immerhin 12 Menschen. Rabiat bin ich nicht geworden, niemand wurde aus demWeg getreten,geärgert habe ich mich nicht, kein Attackenganzkörperschweißausbruch, nur dicke Füße und weher Rücken. Aber ein, zwei, drei ein wenig von dem geschenkten Champagner wird sicher drüber hinweg helfen.

Morgen dann wie immer die fast 800 km auf die Autobahn, ein Alptraum, zur Sippschaft. Mitgeboren, mitgeschoren.

Etwas ist dieses Jahr anders: beim weihnachtsvorbereitendem Gespräch mit dem nur fünf Jahre jüngeren Neffen, der weiß Gott ein noch heftigeres und unentspannteres Verhältnis zur Familie hat (zwei Selbstmordversuche z.B.), sagte er, daß er sich aber doch auf Weihnachten freue, wenn dann alle einmal im Jahr zusammen sind.
Irgendwie hat mich das gerührt, und vielleicht hat er ein wenig recht.
So ein klitzekleines Bissel ist es diesmal für mich okay.
Gott, ich werde alt, ich werde weich.

jetzt aber

Hui, jetzt aber.
Noch alle Weihnachtsgeschenke besorgen. Kennt jemand einen Laden ohne Kunden? Schön leer und nicht überheizt? Sollte ich mir vielleicht doch eine Liste machen?
Auch noch schnell das große Angebot schreiben, vor demich mich schon seit zwei Wochen drücke.
Vorher einkaufen oder hinterher?
Oder gar nicht?

fernbedient

Vor langer langer Zeit nannte Herr Lucky einmal einen Gatten sein eigen.
Eine der Aufgaben des Gatten war es, nach vollzogener, äh, Hausarbeit jede einzelne der gefühlten 2576 Lämpen, Lämpchen und Leuchtobjekte auszuknipsen, was eine mühselige Aufgabe war, mußte man dazu doch unter Umständen hinter Möbel und unter Büsche kriechen.

Die Technik bietet ja aber manchmal auch segensreiche Entwicklungen: Irgendwann besorgte Herr Lucky sich Funksteckdosen mit dazugehöriger Fernbedienung.

Jetzt ist zwar kein Gatte mehr weit und breit in Sicht, und die, äh, Hausarbeit fällt meistens aus, aber immerhin genügt ein Tastendruck auf der Fernbedienung, und alle Gemächer sind dunkel. Und Herr Lucky muß dafür immer noch nicht seinen Hintern aus dem Bett bewegen.

rumba

Lange schwarze Haare hat sie, die zierliche junge Frau, und große dunkle Augen, ein wenig Penelope Cruz und ein wenig Catherine Ringer wohnt in ihr, Wunder-Schönheit, eigenwillige Kraft und Eleganz.
Sie ist meine Lieblingstanzpartnerin, aber wir haben lange nicht mehr getanzt.

Die ersten Schritte der Rumba sind noch steif, tanzschulenhaft, Laaang-Kurz-Kurz, eine kurze deutliche Pause nach dem Lang, dann siehts gleich besser aus, und nein, den Oberkörper ganz steif, und nicht zu nah beisammen. Eine Rumba ist ein ziemlich langweiliges Stück Musik, abgezirkelt, langsam. Es sei denn, man gibt sich ganz hinein, dann kann sie gar nicht langsam, verzögert, genug sein, kontrollierte Leidenschaft, in Form gegossen.

So langsam tanzen wir uns warm, die Körper schmiegen sich an den richtigen Stellen umeinander, Hebel- und Schwungkräfte erprobt, die Schwerpunkte und Drehpunkte geortet.
Ein wundersamer Moment, wenn sich ihr zarter zäher kraftvoller Körper meinen Wünschen unterordnet, spürt, wann es eine Drehung geben soll und den Schwung von meiner Handbewegung nimmt. Sich dann wieder fest in die Umarmung zurückdrehen läßt. Sicher geworden in unserem Verstehen fangen wir an zu improvisieren. Fast jede Bewegung sitzt, ein Schreiten, ein Schwingen, ein Auffangen, ein Wegstoßen, ein Zurückkommen. Volver.

Der kurze Schreck in unserer beider Blicke, als ich sie schwungvoll weit nach hinten beuge, bis kurz über den Boden, ob ich sie halten kann? Ich kann. Der Blick danach, der Schwung zurück nach oben.

Eine Rumba ist ein kurzes Stück Musik, aber in drei Minuten kann viel passieren.

(Und wenn Sie jetzt nach der Schönheit von Catherine Ringer guggeln wollen, dann nutzen Sie bitte nicht die Bildersuche, denn da haben sich ein paar eklige Pornofotos dazwischengeschummelt, die nicht von der Dame sind. Schauen Sie sich sie lieber in Aktion an oder gegen Sie für bessere Qualität und mehr Videos gleich zu Les Rita Mitsouko)

alles wird gut

Achtzehn Monaten ist eine lange Strecke fürs Schlechtgehen. Nein, probieren Sie es nicht aus, Sie wollen das nicht. Nicht, daß es mir vorher besonders und ausgesprochen gut ging, die gute alte C. meinte den Spitznamen ‘Sunny’ bestimmt eher ironisch.

Aber so ein Burnout ist ein fieser zäher Zustand, wie ein Pilz, wie Mehltau kriecht er in jede kleinste feinste Nische und besetzt alles, das Wünschen, das Wollen, das Können. Sowas ist gekommen um zu bleiben. Ohne fremde Hilfe kriegt man den nicht wieder los.

Jetzt, achtzehn Monate später, wache ich morgens wieder meist ausgeruht auf, kann mich wieder über einen Song oder ein Gesicht oder ein Geschenk freuen, koche mir was Leckeres, weil ich Lust darauf habe, und freue mich drüber, plane Sachen und führe sie dann auch tatsächlich aus. Ohne Panik, ohne Angst, ohne Zittern, selbst der Magen rebelliert nicht mehr. Gelassenheit, welch wunderbarer Zustand! Es gibt Tage, da suche ich mir wieder selbst aus, ob es ein guter oder schlechter Tag wird. Der Körper verlangt wieder nach Bewegung, die Warzen am Fuß sind selbsttätig verschwunden, genau wie 4 Kilo Unglücksfett bisher.

Derart schmerzfrei, kann ich mich bald wieder dem widmen, was man ein Privatleben nennt, eins, in dem auch Leben vorkommt.

ist wohl eher so

daß kaum jemand etwas absichtlich tut, um einen zu ärgern oder einem zu schaden.

Die allermeisten tun einfach, was sie meinen, tun zu wollen oder zu müssen, und man kann es sich selber aussuchen, ob man sich drüber ärgert oder einfach weiterguckt.

Persönlich ist es fast nie gemeint.

(Das hilft mir grade sehr bei der persönlichen Deeskalation, im Straßenverkehr zum Beispiel)

sterne lügen nicht

Meistens vermittelt diese Zeitqualität angenehme, leicht beschwingte Gefühle. Sie genießen heute während des Tages die Gesellschaft Ihrer Mitmenschen und finden alle sozialen Kontakte interessant – besonders die rein gesellschaftlichen, deren einziger Zweck darin besteht, die Menschen untereinander bekannt zu machen. Die meisten Menschen empfinden unter diesem Einfluß besonders große Zuneigung zu den von ihnen geliebten Menschen. Sie möchten ihre Lieben unterstützen und beschützen. Doch sollten Sie jetzt darauf achten, nicht allzu herrschsüchtig zu sein und die Freiheit anderer nicht zu beschneiden. Unter diesem Einfluß können Sie sehr gefühlvoll sein, und es könnten Erinnerungen aus vergangenen Zeiten in Ihnen aufsteigen. Das einzige Problem besteht darin, sich vor allzu reichlichem Essen und Trinken in acht zu nehmen.

Wie wahr, wie wahr – es war eine schöne Weihnachtsfeier!