Archiv für den Monat: August 2008

Offnes Bein…

…muß nicht sein!
Habe ich auf der Autobahn anhand des Werbeaufdrucks eines Autos gelernt. Werden wohl recht haben.

Ich bin ein paar Tage woanders und werde wohl auch (hoffentlich) ein wenig vom Internet pausieren.

Schrei nach Liebe

“Ich bin Ausländer und will in Berlin leben. Und ich will hier nicht einsam sein. Ich suche Freunde und brauche auch Liebe. Wie jeder andere. IST HIER EIN STRAßENBAHN- ODER U-BAHN- ODER BUSFAHRER?”

So füllt ein GR-User seine Headline. Ich glaube aber nicht, daß es eine Undercover-Sympathiekampagne der BVG sein soll. Oder daß man dort wirklich Liebe finden kann.

Nüscht zu meckern, fast

Als wir erst mal die Plätze verlassen hatten, von denen aus alles so aussah, als ob in den Fernen des Universums eine neue Sonne geboren würde, wurde es ein feiner Abend, unten, auf dem Spielfeld.
Mrs. Ritchie hatte an nichts gespart (gut, größere Videoleinwände hätte sie definitiv springen lassen können, müssen!) und sich auch nicht geschont.
Ich hatte ja auch nicht die Erwartung, daß wir uns hinterher besser kennen würden, und so war es eben – von da unten – eine professionell aufgesetzte Show (oben hatte man mit diversen Ton- und Bildproblemen und der unermeßlichen Weite des Olympiastadions zu kämpfen, und allenfalls einen guten Blick auf die wie eine Ufo-Landebahn aufgestellten Dixie-Klos)
Es hatte ein paar schöne Momente, die Neuversion von Borderline war herrlich, und die Bühne bei The Devil wouldn’t recognize you war sehr sehr schön. Und es hatte einige Geschmacksentgleisungen, an Kostüm oder bei Madonnas Ausflug in osteuropäische Folklore.
Alles in allem doch sehr zufrieden mit dem Gefühl, daß sich Frau Ritchie für das viele Geld auch ordentlich abgerackert hat.
Dafür aber fand ich es mutig und lobenswert, sich Zeit zu nehmen für die Konzertdramaturgie zwar hinderliche, aber dafür aber ‘anspruchsvollere’ Einlagen wie das Video zum Weltelend, oder eben ein paar stillere, kleiner Songs.
Achso, vielleicht der schönste Moment: She’s not me, wo sie ihre als Madonna-durch-die-Jahrzehnte zurechtgemachten Tänzer abwatscht. Da hat sie definitiv mal Annie Lennox’ Video zu Little Bird gesehen.
Was solls, gut geklaut oder gekauft ist immer noch besser als schlecht selbstgemacht.

Raffiniertes Luder!

Nicht nur, daß sie mich mit einem unverschämt guten, nicht abzuschlagenden Angebot doch noch bestochen überzeugt hat, heute ihre sterbenden Überreste ihren gut festgezurrten Prachtkörper im Olympiastadion zu begutachten, nein, Madonna hat es dank ausgefeilter Im-Universum-ist-Nichts-Zufall-Technik auch geschafft, daß ich heute mit Augen voller antibiotischer Salbe und daraus resultierendem Hamilton-Zärtliche-Kusinen-Blick dorthin tapere.

Nur damit ich keine Runzeln sehe, was bei der Entfernung eh unwahrscheinlich gewesen wäre.

But the Ho’s a Pro’s a Pro’s a Pro. Hut ab.

Plank in me Eye

Wenn einem schon jemand in der Notaufnahme von Vivantes Neukölln mit einer spitzen Pinzette im blutunterlaufenen Auge herumstochern muß, um Dorne aus dem Auge zu pulen, die einem beim Transport des neuen Wohnkollegen, eines imposanten Baumfarns, in eben jenes geflogen sind, dann hilft es enorm, wenn eben jener ein bildhübscher, charmant akzentbehafteter, gutgebräunter gutgeformter junger griechischer Augengottarzt ist.
Wenn sich bei der Aktion dann noch seine Beine an meine pressen, ist Bunuel sogar nicht mehr die naheliegendste Assoziation.

Bei aller Verzücktheit wll ich jedoch das Experiment aller Wahrscheinlichkeit nicht wiederholen, nur um ihn wiederzusehen.

The Boy with the Weight of the World on his Shoulders

Als Junge hatte ich einen ausgewachsenen Jesuskomplex.
Das lag zum einen an der sehr katholischen Erziehung meiner Mutter und einer ausgeprägten Erwartungshaltung ihrerseits und meinerseits an mein Schicksal. Und an der barocken Kirche im Heimatdorf, wo ich selbstverständlich auch Meßdiener war.
Wenn es nach meiner Mom gegangen wäre, hätte ich Priester oder Bischof (oder Papst) werden sollen, geschafft hat sie es aber immerhin, daß ich unverheiratet geblieben bin. Und anders als alle anderen war ich sowieso.

Alle Indizien unterstützten den Verdacht, oder besser die Erwartung, daß es mit mir etwas ganz Besonderes auf sich haben würde: über dem Altarportal prangte ein Lamm mit Banner, das meine Initialen trug: JHS.
Dazu kam noch die dralle barocke Muttergottes, die auf einem Sockel an der Wand ein ebenso dralles Jesuskind im Arm hielt, während sie mit dem Fuß eine dicke fette Schlange zertrat. (Was nun wieder ein Verweis auf meinen Namenspatron war.) Mit ihren tiefblauen Augen schaute sie mich mild, aber unverwandt und seelenvoll an, um mir ein Versprechen, eine Hingabe abzuverlangen, eine Verantwortung aufzuerlegen, und zwar egal, wo ich jeweils in den Holzbänken saß, sie meinte mich.

Man sollte Kinder schon darüber aufklären, daß auch Statuen Wanderaugen haben können, die einen überall vermeintlich fixieren.

Außerdem war es damals die Zeit, als Nostradamus in allen Frauenzeitschriften zitiert wurde, der prophezeite, daß im Jahr 2000 die Welt untergehen würde – das machte alles klar und rund. denn im Jahr 2000 würde ich 33 sein, genau wie Jesus am Kreuz, zusammen mit den obigen Indizien war der Fall ganz klar. Ich trug ziemlich schwer an dieser Erkenntnis, teilte sie aber nur mit der Madonna in der Kirche.

Ich weiß nicht mehr, wie sich das auflöste über die Jahre, aber mittlerweile denke ich nicht mehr, daß ich der neue Jesus bin (zu alt, zu wenig Bartwuchs, lange Haare, Sandalen und Wundmale in der Seite stehen mir nicht). Aber manchmal, manchmal fühle ich die Verantwortung und den Auftrag schwer auf meinen Schultern. Und dann muß ich mich ganz heftig schütteln.

Work Song

Breaking rocks out here on the chain gang
breaking rocks and serving my time
been working, and working
but I still got so very far to go…

Na gut, wenn’s alle tun:
Was ich schon alles war:
Tapezierer, Lackierer, Anstreicher (schon mit 10)
Gärtner
Blumenverkäufer (eigener Anbau)
Bierflaschensortierer
Platinenbestücker und Löter
Lagerverwalter
LKW-Be- und Entladehilfe (Bierfässer)
Kellner
Kellner im Klosterrestaurant
Putzmann
Großküchenhilfe
Schwerstbehindertenbetreuer
Damenimitator (es kamen aber keine Damen bei heraus)
Moderator/in
Barfau
Sex Party Host (doing all 3 things at once, too)
DJ (und DJane)
“Regisseur”
Stricher (1 Versuch, vorzeitig abgebrochen)
Model
Statist (Stricher)
Extra bei The Wall
Impresariette
Kartenverkäufer
Kassierer
Geschäftsführer
Caterer
Porn Shoot Host
“Journalist”
Grabgräber
Schaltanlagenmechaniker (!)
Messestandhase
Kongreßhase

Was aber gar nicht bedeuten soll, daß ich in den meisten der Jobs auch nur dir geringste Ahnung hatte,w as ich tue, oder wie ich es zu tun hatte.

Aber: man höre und staune: NIEMALS Praktikant!

Du erinnerst mich an…

Das Schönste, was ich in den letzten Wochen gesehen habe, waren die sehr geröteten und übernächtigten Augen eines Freundes, der anscheinend die ganze Nacht mit intensivem, grundguten, animalischem Sex verbracht hatte.

Der Ausdruck um die Augen, das Verfickte, das Nachstrahlen des besinnungslosen Genusses, und das völlige Fertigsein – hatte ich fast vergessen, das.

Serielle Aufrüstung

Mir ist es ganz egal, wann der Herbst anfängt, solange der Sommer sich vielleicht noch 3 Wochen etwas mehr Mühe gibt.
Ich bin gerüstet!
Mitte September kommt, wenn der Zoll mitspielt, Dexter, die zweite Staffel, in der David aus Six Feet Under fulminant einen Serienmörder mit guten Gründen spielt, und dabei inständig versucht, ein soziales Leben zu simulieren (mit welchem von beidem ich mich dabei mehr identifiziere? your guess!)
Und weil ich Serien immer so schnell verschlinge, daß ich jedes Mal komplett vergesen habe, was passiert ist, hab ich mir gleich noch die erste Staffel Dexter dazu gegönnt.
Außerdem Damages, eine der härtesten Serien, sie jedenfalls ich gesehen hab, undglaublich spannend und gnadenlos, mit einer großartigen Glenn Close.

Im Oktober dann die neuen Staffeln von Desperate Housewives, Grey’s Anatomy und, da bin ich sehr gespannt drauf, Pushing Daisies, eine Serie über einen Jungen, der Totes wiederbeleben kann, wobei das Problem ist, daß er das Leben dafür woanders wegnehmen muß.
Wenn ich das alles geguckt hab, kann ich auch Carnevale nochmal von vorne gucken, dann vielleicht Dead like me und danach bestimmt wieder Six Feet Under.
Gute Serien sind das neue Hollywood.
Das sind jedenfalls ein paar Hundert Stunden gutes Entertainment.

Herbst und Winter sind gerettet, jetzt bräucht ich bittschön noch ca. 3 Wochen Sommer.

So, und das war jetzt der wohl einzige Schwule-und-Shoppen-Beitrag bei mir ever. Aber ich bin es eh nicht, an dem die Unterhaltungsbranche zugrunde geht.

Der Parkplatzschreck

EY, DU DRECKSSCHWUCHTEL!!!!
DAS IST MEIN PARKPLATZ, FAHR SOFORT DA RAUS; SONST GIBTS AUFS MAUL!!!

Das weithin sichtbare Weiße in seinen Augen und wie er anfing, zusammenhanglos aus dem geöffneten Fenster zu stammeln, zeigten mir, daß der Ex weder mich noch mein Auto erkannt hatte, als wir absolut zeitgleich zum vereinbarten Treff erschienen waren, und mein vielleicht etwas grober Scherz tat mir ein bißchen leid.
Aber nur ein bißchen.
Hrhrhr.