Archiv für den Monat: Oktober 2010

G- und H-Schwäche

Herrschaften,
daß hier so selten etwas steht, liegt nur zum Teil an meinem superöden, lebensleeren Leben, der wahre Grund ist der, daß ich an einem der letzten Terrassenabende dieses Jahr das Laptop einfach so zugeklappt habe, als der Mitbewohner zu Besuch kam, und erst später merkte, daß da eine Zichte eingeklemmt war, die munter weiter schmurgelte. Immerhin hat sie zwar nicht den Bildschirm, dafür aber das G und das H zusammengeschmolzen, weswegen es überhaupt keinen Spaß mehr macht, irgendwas zu tippen.
Der Glam kann ein Lied singen, wenn er meine Chatmessages morgens enthieroglyphisieren muß.

Es wird Zeit, meine Steuer zu machen, damit ich mir ein neues leisten kann. (Jaja, ich krieg was zurück, stellensesichdasmavor!)

Herr Lucky kauft sich ein, zwei Hosen und geht nicht essen

Ich hasse einkaufen – das verbindet mich mit 90% der Männer aber nur mit 10% der Schwulen. Rechnen sie es sich selbst aus, ich weiß auch nicht, was das bedeutet.

Jedenfalls, wenn man dann auch noch ausgerechnet neue Jeans braucht, ist das schrecklicher Einkauf hoch zehn, wie soll man denn um Himmelswillen aus Tausenden mehr oder weniger blauer Stapel herausfinden, welche Hose wie sitzt, wenn man nicht die ganzen Bezeichnungen studiert hat? Und ein wenig rest-eitel bin ich dann ja auch noch. Mein Problem, ich weiß.

Genau dafür hat Gott die Verkäuferinnen im W*hrl in den P*tsdamer Platz Ark*den geschaffen. Eine eigene Rasse Menschen, burschikos, mit gnadenlosem Blick und ebenso gnadenloser Offenheit. Wer braucht schon Feingefühl, wenn man in 5 Minuten verarztet werden kann, wie es sonst nur das Hühnerfließband bei Wiesenhof tut?

Meine Verkäuferdomina am Samstag, Ende 40, Vokuhila, muß mich eine Weile beobachtet haben, wie ich hilflos um die Regale strich, und stellte mich entschlossen:
“Nee, Herz, det wird nüscht. Ick finds ja ooch schlimm, aber wir haben nur janz schmale Schnitte, wat anders jibts heut jar nich mehr”
“Ja, nun, was soll ich denn machen, meine Fußballerbeine passen nun mal nicht in Zigarettenhosen, und meinen dicken runden Hintern find ich auch ganz schön so, und trotzdem brauche ich neue Hosen!” (Irgendein fieser Geist hatte mich verleitet, das viel zu enge, dafür schön apfelgrüne T-Shirt unter das schwarze Kapuzenshirt anzuziehen, ein schöner Effekt, wenn man in den überhitzten Geschäften dann ungeplant das Kapuzensirt offen tragen muss.)
“Nee, also sowat wie die G-Star, die du da an hast, det jibts schon seit Jahren nicht mehr. Aber mach dir ma nich ins Hemd, wir beeden Hübschen schaffen det schon!” (Die G-Star hat über die Jahre so etwas wie natürliche Air-Conditioning zwischen den Beinen bekommen.)
“Jehste schomma in die Kabine, ick bring dir wat! Det wär ja noch schöner!”
Und das tat sie, ungeachtet ob ich nackt war oder mit den Hosen rang, riß sie den Vorhang auf und versorgte mich dermaßen, daß ich binnen 5 Minuten zwei schicke, gut sitzende Hosen hatte. Na gut, die eine, die ich unbedingt haben wollte, mußte ich 2 Größen über meiner üblichen nehmen, aber: “Wennickmir det so ansehe, hättick nich jedacht, aber det streckt dich, det is doch ooch wat! Und der Hintern!” (Leichter Klaps auf denselben)
Etwas schwindelig und naßgeschwitzt vom Tempo, Anprobieren und auch von der klaren Analyse meiner Körper- und Hosensitutation kann ich nur murmeln “Wow, 2 Hosen geschossen in 5 Minuten, das war nicht schlecht”
“Haick dir doch jesacht, wir zwee Hübschen schaffen det, siehstema!” Haut mir euphorisch mit dem Handrücken auf die apfelgrüne Plautze. “Na, sind wir beeden klasse, oder watt!?”
Auch nach dem Zahlen seh ich sie noch dreimal, wie sie mir aus der Ferne verschwörerisch zuzwinkert und den Daumen in die Höhe streckt.

Hab ich schon erwähnt, daß ich Einkaufen hasse?

Billig Spaß für unterwegs

Ist Ihnen langweilig? Der Tag grau, die Woche unerträglich?
Dann probieren Sie doch mal folgenden alten Kinderstreich:
An der Ampel oder wo sonst auch immer sie einem entgegenkommenden Auto nahe kommen, winken Sie ganz wild und freudestrahlend und dringlich dem wildfremden Gegenüber entgegen!
Die dummen Gesichter, wenn sie überlegen, wer das wohl gewesen sein könnte, sind unbezahlbar.

Konsequent, eigentlich

Wenn man sich also, sagen wir, rund 15 Jahre vor dem Zahnarzt drückt, weil man zum einen eine Riesenangst hat (mein Kinder-Zahnarzt war ein Metzger und ich hatte unglaublich schlechte Zähne, die teilweise schon faul waren, als sie rauskamen, wohl genetisch) und zum anderen die letzten 10 Jahre mit dem Aufbau eines kleinen und eines großen Burnout beschäftigt war und sich demzufolge um wenig anderes kümmern konnte, da kommt dann schon einiges zusammen. An Angst, Befürchtungen und schlechtem Gewissen.
So dieses schlechte Kindergewissen, wenn man das tote Kätzchen, das man vielleicht ein wenig zu fest gedrückt hat, ganz hinten im Schrank versteckt, merkt es keiner, und keiner schimpft, so eins.
Außerdem bin ich auch manchmal zu besoffen müde, um abends noch zu putzen, und das nicht nur 1x im Jahr.
Jedenfalls war es eine gute Strategie, mich als Angstpatient zu erkennen zu geben, was bei den metergroßen Schweißflecken unter den Achseln wohl eh nicht nötig gewesen wäre.
Man behandelte mich wie einen 4-Jährigen, was angesichts der Umstände auch konsequent ist, und so ging ich mit gutem Gefühl und leider unverrichteter Dinge wieder nach Hause, mit ein paar weiteren Terminen. Und dem Kompliment, daß ich eine sehr gute Zahnhygiene habe, was, wenn ich heute drüber nachdenke, wohl eher eine ermutigende Lüge war.
Egal, geschämt hab ich mich zwar, aber immerhin – I just swam the English Channel…

Hell freezes over at 11:15 a.m.

Die Heidi sagt mir, daß es ein gutes Zeichen ist, daß in mir kaum noch etwas umgeht, was ich zum Beispiel fürs Bloggen verbraten könnte. Es würde bedeuten, daß ich aus meiner depressiven Belastungsstörung so langsam, aber endlich heraus wäre.
Das große Hallen in Herz und Hirn läge daran, daß ich über die Jahre so konditioniert gewesen wäre, daß ich nur depressives und angsterfüllendes gehortet hätte, und es mir ungewohnt sei, andere Gedanken oder Gefühle wahrzunehmen.
Nun gut, sie ist die Expertin, und sollte es wissen, gut für mich, schlecht fürs Bloggen.

Jedenfalls läuten hier grade die Kirchenglocken (ja, mitten in Kreuzberg!) und das zu Recht, mein letztes Stündlein hat auch gleich geschlagen: ich habe einen Zahnarzttermin.
Den ersten seit über 15 Jahren, ich weiß nicht, ob Sie sich vorstellen können, was das heißt.
Beten Sie für mich!

Es scheint an der Zeit, die alten Leichen mal alle aus dem Keller zu holen.

Der Allerschürfste Liebling der Säsong

Wow, was ne Killer-Knochenbrecherwoche!
Termine wie lauter häßliche kleine Perlen an einer verschissenen Schnur, und es schickt einem kein Mensch ne Mail weniger, nur weil man keine Zeit hat sie zu lesen.
Aber immerhin, 5 neue Kollegen, damit sind wir jetzt 49. Auch Wahnsinn.
Ein neues kleines Projekt, deutschlandweit, und vor allem mit netten Leuten.
Und dann vielleicht der Termin meines Lebens, eine große dicke fette Chance, für die ich ein bestimmtes Projekt seit über 10 Jahren hege und pflege wie eine seltene Orchidee, hier dünge, dort eine kleine wichtige Information säe, die einem strategischen Partner weiterhilft, dort Unterstützung sammle, indem ich, ohne daß ich es müßte, jemanden stütze oder großziehen helfe, und natürlich muß jedes sich anwanzende Ungeziefer schon in den Anfängen vernichtet werden. Wenn das klappt, ist es mein Meisterstück und ausgesorgt haben wir dann obendrein.

Zum Wochenabschluß noch ne feine Runde Badminton, sogar ohne daß ich zwischendurch fast gestorben wäre – es wird wieder.

Achja, fast hätte ich es vergessen, heute mußte der Teufel seine Schlüssel abgeben, hab ich fast vergessen. Ist aber auch eigentlich wurscht. Ashes to ashes, dust to dust.

Schau vorwärts, Engel!