Archiv für den Monat: April 2013

Das Comeback des Ali Sultan M.

Wie bei jedem Comeback kann man sich ja grundsätzlich fragen, ob es wirklich nötig sei, meist verklärt ja die Erinnerung oder das Einzigartige von damals den Blick – so auch hier.

Vertrautheit mit dem Sexpartner ist ja durchaus was Positives, auch wenn sie dann an den Rändern leicht in Langeweile abgleiten kann – aber: wir sprechen hier von dem, der meinen hundertjährigen Dornmöschenschlaf beendet hat. Das muß man auch erstmal hinbekommen (haben.)

Auch wenn es nur halb so aufregend ist, wenn die Affäre zum Fuckbuddy mutiert – der emotionale Aufwand ist einfach deutlich niedriger, wenn man sich drauf einstellt, daß man das Angebot nutzt wenn es paßt (oder eben nicht) und ansonsten seinen Kram macht. Und wer kann schon von sich behaupten, daß er ein time-share an einem Sultan hat?

So gesehen, auch wenn es gestern ein wenig ernüchternd war, kann der so oft zum Comeback vorbeikommen wie Tina Turner auf Abschiedstournee ging – hello, Private Dancer! What’s Love got to do with it? We don’t need another Hero.

Blondie

Ich bin ja sehr glücklich nach meinem Friseurbesuch heute morgen – neue Frisur irgendwo zwischen Popperschnitt und Fleichereifachverkäuferin. Auch wenn der Glämmie meint hitleresk – kann ja gar nicht sein, der war doch gar nicht blondiert!

Brumse

Heut morgen mußte ich das Badminton mal für 10 Minuten unterbrechen, wegen Lachkrampf.

Ich hatte nämlich an mir runtergesehen: schwarze Shorts, gelbes Oberteil.

Wie eine unglaublich dicke Hummel mit nur zwei Streifen…!

Endlich!

Irgendwie ist es mir nicht richtig gewesen, es hätten Primeln, Narzissen und so weiter sein müssen, weil die eben jetzt noch blühen sollten, und noch kein Sommergedöns, aber dieser Frühling ist ja eh verbogen und so mußte ich Kompromisse schließen beim Frühllingseinkauf, zumindest noch Hornveilchen und eine Camelie und Glockenblumen und Vergißmeinnicht, aber auch schon Zwergrosen und Ranunkeln.

Egal, nu isser eingeweiht, der Frühling 2013 und die Outdoorsaison eröffnet:

balkon13

Wie Sie sehn, ist der Bambus dahinter so gut wie tot. Na gut, die Hoffnung stirbt zuletzt. Dafür hat sich die Schachbrettblume vom letzten Jahr ein ganz schnuckliges Eckchen gesucht, um ganz still zu entzücken:

schachbrett

If you build it he’ll come, sagt man, und siehe da, just als ich grade in der Sonne sitze und genieße, ruft doch tatsächlich der Araber von neulich an und meldet sich für nächste Woche an. Leider immer nächste Woche, nie jetzt. Aaaargh!

Kartoffelkönigin

Ohweh, die anderthalb Stunden Badminton mit gezerrter Leiste waren definitv umsonst heute morgen – es hat mich geritten und gleich gibts Lammfilet mit Bratkartoffeln. Und das nicht in homöopathischer Portion.

Hab ich Ihnen eigentlich schon mal gesagt, daß ich die Bratkartoffelkönigin bin? Ich mache nämlich die Besten, die ich jemals gegessen habe (außer vielleicht denen von den Nachbarn, wo ich mich als Kind immer abends selber zum Essen eingeladen habe damals) – und das grundsätzlich aus rohen Kartoffeln.

Blaues Band und so

Es gibt wirklich nichts Richtigeres, als den frisch geborenen Frühling auf einer Landpartie in die Uckermark zu begrüßen, genauer gesagt in die Schorfheide. Ok, am Samstag war noch November, aber am Sonntag morgen auf der Treppe vor dem verkrunkelten Häuslein die ersten Zigaretten in der noch schwachen Frühlingssonne zu ziehen, während rundum die Vögel zwitschern als gäbe es kein Morgen und die frisch gestriegelten Esel Suse und Elise auf die Eselswanderer warteten, die sie unwillig durch die Gegend geleiten sollten, das war schon was. Oder einfach so im Hof zu sitzen und den Tieren bei ihrem Treiben zuzuschauen, Hunde, Katzen, Gänse, Enten, Hühner, freilaufend, und das alles von verschiedensten Sorten.

Ein Spaziergang mit mehreren Hunden durch eine absolut menschenleere Gegend, die aussieht wie das Auenland, noch fast völlig ohne Frühlingsanzeichen, bis auf hier und da ein paar Horden Schneeglöckchen, und einen einzelnen Storch, der mitten auf der Wiese sein Gefieder lüftet. Dabei übrigens auf das Sommerhäuschen unserer Regierungschefin gestoßen, und es ist genauso uncharmant, steril, gesichtslos und pragmatisch wie sie selbst. Wen wunderts.

Das Anbaden im See habe ich mir im Gegensatz zu der H. gespart, aber dafür kam sie mit einen 2-Kilo-Hecht direkt aus dem See und frisch vom Fischer ausgenommen zurück, natürlich hatte sie ihn nicht selbst gefangen. Anlaß zu einem spontanen üppigen Reste-Mittagessen draußen im Hof mit frisch gebratenem Hecht. Was uns natürlich nicht davon abgehalten hat, auf dem Rückweg noch ein Schnitzel auf dem Reiterhof zu verputzen…

Beim Reinfahren in die Stadt dann richtig Mitleid bekommen mit den Massen von grauschwarz gekleideten Menschen, die sich in den Rauchschwaden der Grills auf den staubig braungrauen Fleckcken sogenannter Grünanlagen drängten. Was tut man sich bloß an, mit einem Leben so in der Stadt…!

Grantmatized

Wie herrlich das Konzert von John Grant im Babylon Mitte vorgestern war, hat der Glämmie ja schon trefflichst beschrieben. Eine Noch tollere Kritik von Jens Balzer finden Sie in der Berliner Zeitung – Vielen Dank, Herr Balzer, selten hat man nach einer Kritik Tränchen in den Augen vor lauter Zustimmung!

Was hab ich mich gefreut, nachher an diesem wunderbaren Abend, an dem ale Sterne anscheinend richtig herum hingen und funkelten, als ich sogar noch ein Bild zusammen mit Johnny ergattern konnte, weil er eben da grade raus kam, als wir draußen rauchten. (Ich hätte mich ja nie getraut, aber Simon hat gefragt) So sweet und unkompliziert, hatte man sofort Johnny im Arm fürs Foto und ich habe es mir dann natürlich auch nicht nehmen lassen, seinen Speck zu ertasten. Quid pro quo.

Was mir aber gestern nicht aus dem Kopf ging, war, wie ich nach dem kurzen Kennenlernen denn jetzt so ganz ohne Johnny leben soll. Ich würde ihm Bratkartoffeln machen, ihm den Bart pflegen und kraulen, und ich würde ihm ein Kuscheleckchen bei mir einrichten, inklusive Spielzeug, was er zerbeißen könnte, wenn ihm danach ist.

 

Muchtig

Also wenn Ostern das Fest der Auferstehung, von Frühlingsanfang und neuem Leben ist, ist dieses Jahr gehörig was falsch gelaufen. Wahrscheinlich hat der Stein am Ausgang geklemmt und Jesus war in seiner Totengrotte gefangen – The Walking Dead, noch nicht mal.

Ich hatte zumindest Glück, am Sonntag zu einem unserer lustigen Doppelkopf-Nachmittage eingeladen gewesen zu sein, sonst hätte ich die letzten 96 Stunden ganz ausschließlich auf meinem Sofa mit Sitzfleck und Sitzkuhle verbracht, 12 Stunden Schlaf am Stück jeweils, die ungelüftete Wohnung gnadenlos überheizt, mit trockener Haut aber fettigen Haaren und es hätte nicht mehr viel gefehlt, daß die Nachbarn irgendwann die Polizei gerufen hätten, wegen dem komischen Geruch, der sich bis dahin im Treppenhaus breitgemacht hätte. Mummification, indeed. Noch so ein Tag, und meine Lunge hätte vor lauter Kettenrauchen einen Asylantrag nach Tschernobyl gestellt.

Und so ist es zumindest pädagogisch sinnvoll, heute wieder arbeiten gehen zu müssen, aber Gnade Gott der Person, die meint, mir heute krumm kommen zu müssen. Und dieser milchige Schein da hinter den Wolken täuscht mich auch nicht, das ist keine Sonne, das ist das Vorglühen der Apokaypse. And, yes, Boy George, der du grade unschuldig auf Shuffle hier vorbeikommst, I really do want to hurt you. Shut up.