Archiv für den Monat: Februar 2011

Five Fathoms Deep

Auf dem Weg zur Arbeit, an der großen Kreuzung unter der Hochbahn, war mal so ein kleines elysisches Arrangement, ein kleines Stück Romantik mit Baum, Strauch und einer Wiese voller Krokusse, Osterglocken, Schneeglöckchen und so weiter – ein kleines Pastoral unter der Gotham-Konstruktion der Stahlpfeiler der U-Bahn.
Letztes Jahr war da eine große Baustelle, und jetzt ist da nur noch ein großer Haufen Schlamm und Beton.
Jedesmal, wenn jetzt ich an der Ampel stehe, muß ich an die armen kleinen Blumenzwiebeln denken, die jetzt vielleicht zehn Meter unter der Erde sich strecken und recken, weil es an der Zeit ist, und ihre Blüten und Blätter gen Sonne schicken wollen, allein, es reicht nicht und nutzt nicht, und vielleicht wissen sie nicht mal mehr wo oben und unten ist.

Das schneidet mir tatsächlich physisch die Luft ab, sogar jetzt, wo ich es schreibe.

Besser als Gutenberg oder wie der sich schreibt von und zu

Ha! Ich habe zwar kein Gel in den Haaren, aber ich bin besser als dieser von Dingensberg: Ich war immer zu faul, die ganze Sekundärliteratur zu lesen, und habe mir für meine Arbeiten immer Themen gesucht, zu denen es gar keine gab!
(Da kann man sich dann einfach alles aus der Nase oder sonstwoher ziehen – allerdings kriege ich immer noch einen flauen Magen, wenn ich an der Stabi vorbeifahre – da war ich in 22 Semestern nur drei Mal)
Ein Lob der Faulheit!

Gagas Fleischkleid – steinalte Idee!

Glam und Lucky rauchen am Fenster:
“Das neue Lied von Gaga hört sich wirklich an wie “Express Yourself” von Madonna”
“Naja, selbst erfunden hat sie eh nie etwas”
“Außer vielleicht dem Fleischkleid?”
“Ach, das war bestimmt in der Steinzeit ein alter Trick, häßliche Mädchen loszuwerden: Komm kleine Gaga, geh doch mal in den Wald, schön Bären Beeren suchen. Und wickel dir ruhig das Mammutsteak um, damit dir nicht so kalt wird!”

(Und irgendwo auf der Welt gibts bestimmt eine Höhlenzeichnung mit einem Mädchen mit Glubschaugen, fliehendem Kinn und Schnitzelschürze und einem Bastkörbchen, wie sie gerade von ihren Eltern aus der Höhle gewiesen wird, welche hinter ihrem Rücken kaum das Lachen unterdrücken können)

Das Ende der Ewigkeit

Mannmannmann, erst Tunesien, dann Ägypten, dann Wetten Dass, und Peter Alexander ist auch noch gestorben.
Ist denn gar nichts mehr ewig?
Am Ende löst sich auch noch Helmut Kohl in Luft auf, und diese Furtwängler mit ihrem Ostpreußenfluchtgesicht hört auf, Kriegsende zu spielen.
Lebt eigentlich Marika Rökk noch? Wenigstens?

Vertrauen in den Kiez und Wertstoffe

…und dann festgestellt, daß ich seit mindestens einer Woche mein Auto unverschlossen parke, weil die Beifahrertür nicht zu war, ging die Zentralverriegelung nicht.
Es zahlt sich also schon aus, wenn das Auto komplett zugemüllt voller Wertstoffe gepackt ist, Zigarettenpackungen der letzten xx Monate, Ruder für den Sommer, Papiere (hoffentlich keine wichigen), leere Flaschen (die Piccolos und Flachmännner von dem Ausflug mit Bomec im Sommer) und Kaugummidosen, und natürlich diverse aufblasbare Tiere für den Sommersee. Wenn das Auto dann auch außenrum seit 2 Jahren nicht gewaschen wurde, ist es wohl kein Gegenstand, den irgendjemand klauen oder anzünden will.

Die Tüte mit Pfandgut dagegen, die ich in den Hauseingang stellte, für Selbstabholer, die war in 45 Sekunden weg.

Analyze this!

Heute nacht war ein großes Getue, denn die amerikanische Präsidentin in Form von Whoopi Goldberg kam zu Besuch.
Sie hatte wunderbare Schuhe an, ganz lang, spitz und golden (und das an Whoopi Goldberg) und als ich sie darauf aufmerksam machte, daß die ganze Welt sich über ihre Schuhe verrückt twittert, mußte ich mich mit ihr ins Bett legen und zeigen, wie Twitter funktioniert, was allerdings schwierig war, denn nicht nur war ich sehr irritiert, mit der amerikanischen Präsidentin in Form von Whoopi goldberg im Bett liegen zu müssen (die Schuhe hatte sie angelassen), sondern ich kam auch mit ihrem Ipad nicht zurecht.

Nun habe ich weder mit amerikanischen Präsidenten noch mit Whoopi Goldberg noch mit Twitter oder Ipads was am Hut, und auch nicht sonderlich mit langen spitzen goldenen Schuhen, aber meine Heidi sagt mir, daß jede Figur in einem Traum imme rman selber ist.

Sigmund Freud, analyze this!
Discuss!

Pscht!

Hören Sie das leise Knispern unter den grauen toten Blättern? Das zarte Raunen unter den Hundehaufen?
Das sind die Schneeglöckchen und die Kroketten, die sich rüsten.
Haben Sie die Stürme und den Weltuntergangsregen am Wochenende mitbekommen? Das sind die Frühlingsgöttinnen, die der alten grauen Winterhexe gehörig in den Arsch treten und dafür sorgen, daß der Himmel wieder hoch und breit und blau wird.
Sehen sie die blassen Gestalten, dick und dunkel wintermuffschweißvermummt, die leicht schwitzend vom plötzlichen Sonnenschein geblendet umherstolpern? Es sind die Überlebenden des Berliner Winters.

Er kommt, er kommt – der Frühling!