Kategorie-Archiv: gay astray ctsy glam

Such trying times…

A man I know is falling for me
A man I know is acting like a fool
While I’ll remain as cool to him as ice
This man I know keeps calling for me
This man I know is far too grand
Why can’t he understand
He’s so in losing dice

Such trying times
Such trying times
Why do we live in such exasperating times?
(gesungen von Marlene, natürlich)

Seit weit über 10 Jahren greine ich Sie ja hier schon voll, daß kein Kerl mich will und blabla und wähwäh, jetzt habe ich aber ein anderes Problem: Ich habe aktuell gleich zwei Männer. Und bin etwas überfordert.

Der eine ein bayrischer Honduraner oder honduranischer Bayer, in meinem Alter ungefähr und fast von meiner Statur, aber sexy, was natürlich selbstakzeptanzbezogen eine herrvorragende und willkommene zeitlich und karmisch perfekt platzierte Aufgabe für mich ist, weil wann will ich denn endlich mit meinen eigenen Gegebenheiten klarkommen, wenn nicht jetzt? Und man kann hervorragend Zeit mit ihm verbringen.

Der andere ein fast gleichaltriger Brasilianer, aber mit jungenhaftem Körper und auch sonst stimmen alle Klischees. So ein bißchen Copacobana im November, hach. Und er hat ein Ding mit meiner Plautze meinem Bäuchlein, das funktioniert wie Aladin und Wunderlampe, er muß nur zwei Mal an meiner Wampe reiben, und schon, ähm, gehts weiter – fünf Mal Sex an einem Sonntag Nachmittag, ich glaub fast dafür bin ich zu alt mittlerweile. Und das alles mit echt brasilianischer Begeisterung und Unmittelbarkeit, da komme ich als alter deutscher Kaltblüter, pardon the pun, ganz schön ins Schwitzen, auch emotional und mental.
Ich kann zwar kein Portugiesisch, und er kein Deutsch oder Englisch, trotzdem haben wir uns mittels Google Tradutor und nonverbal sehr gut unterhalten. Auch eine willkommene karmische Aufgabe, nicht alles so kopflastig zu halten.

Allerdings, so über ein Jahrzehnt gepflegten und ungepflegten Alleinseins schiebt sich auch nicht so einfach beiseite, und so versuche ich die Herren so gut es geht immer wieder zu vertrösten, was sie erstaunlicherweise momentan auch noch mitmachen.

 

Jonglage mit Keulen und Beule

Ich habe ein Dilemma: Wie alle ordentlichen Berliner oder wenigstens Kreuzberger habe ich eine heftige Abneigung gegen alle Menschen, die mir an der Ampel irgendwas andrehen wollen, also Scheiben wischen, Jonglage, Clownseinlage, whatever. Einem ehemaligen Angestellten habe ich, als er seine Stunden zugunsten einer Artistenschule reduzieren wollte, auf die Fresse angedroht, sollte ich ihn jemals an einer Ampel bei Mätzchen erwischen.

Nun steht an der Ampel irgendwo Ecke Gitschiner immer so ein Spanier mit bunten Klamotten und langen Haaren, und er lächelt immer ganz freundlich und unbedarft wie frisch vom Strand, wenn ich ihn beim Geldeinsammeln angnatze, so daß ich mich dann immer etwas schämen muß wegen eigener Verhärmtheit.

Gestern sichtete ich beim konsequenten an-der-Jonglage-vorbei-Gnatzen allerdings eine beachtliche Beule an dem jungen Mann, komplett mit eindeutigem Schwanzabdruck, und ich hatte eine durchaus gut unterhaltene Rotphase.

Mein Dilemma: gebe ich dem jungen Mann ab jetzt einen Euro für seine Beule, auch wenn ich das mit der Jonglage nicht unterstützen kann und möchte? Und wenn ja, ist das dann sexistisch?

All I Want for Christmas

Und, was wünschst du dir denn zu Weihnachten, fragte ich meine Mutter zu Lebzeiten jährlich. Die Antwort war immer die selbe:
“Einen lieben Jungen!”, womit sie meinte, daß ich mal endlich brav werden sollte. Wobei ich brav bis zur Gefallsucht war, schon immer gewesen, aber man mußte sich bei ihr ja auch immer übers Maß hinaus wehren, zur Not bis aufs Blut.

Nach dem Coming Out und besonders in den letzten Jahren drehte ich es einfach um, wenn Sie mich so ab Anfang Oktober wöchentlich nach meinen Weihnachtswünschen fragte:
“Einen lieben Jungen!”, womit ich aber einen ganzen Kerl meinte.
Und wehren würde ich mich auch kaum.

Die perfekte Abendplanung

(außer dem Besuch eines Kate-Bush-Konzerts natürlich)

Ratense mal wer zurück ist und wer einen fabulösen Plan hat?

“Ja, Stack hallal und Salat und Homos , wir machen Sex Däne Essen. Dan auch Sex”

Ich mag ihn ja auch nicht wegen seiner Rechtschreibkenntnisse.
Der Trick ist anscheinend, ihn nachdrücklich und abschließend in die Wüste zu schicken, dann hat man schneller ein Date, als man Halal sagen kann. Und welchen Vorteil habe ich von Prinzipienreiterei, wenn man auch… oder: was schert mich mein Gewäsch von gestern?

Oder es ist Kate, die mein Sexualleben von den Toten auferweckt hat.
Oh here I go – I’ll be two steps on the water.

Spindluder treiben

Nu will ich ja kein Party-Poop sein, weil ich bin ja auch Weltmeister jetzt, gewissermaßen, auch wenn mir das weitestgehend komplett egal ist, aber ich hätte mal folgende Frage:

Wenn, sagen wir mal, Westerwelle oder Wowereit Bundeskanzler wären (Gott oder werweißich bewahre), jedenfalls nehmen wir das mal an, könnten die dann auch so unkompliziert und herzlich und distanzlos in die Umkleide der Weltmeister?

Wenn es nicht eine gar nicht mal so alte aber ältliche Frau als Kanzlerin wäre, der man nicht so viel Sexualität assoziiert? (Und wer weiß, vielleicht ist sie ein Tier zuhause…)

Ich glaub da wären die Trikots aber sowas von schnell wieder an und die Stulpen wieder hochgeschoben, und die Hände immer schön da, wo man sie sehen kann, Herr Bundeskanzler!

Jeder sein Päckchen

Gestern sehr tapfer gewesen. Vorher schwerstens bis halb drei auf dieser reizenden Partnerfirmenparty auf dem Badeschiff versackt, und trotzdem früh aufgestanden und zum Badminton, und da super gut gespielt. Ich hab eh den Eindruck, Auto fahren und Badminton gehen am bestem auf (Rest-)Alkohol.  Jedenfalls, den Kater hatte ich schön weggespielt, oder es waren dann doch die 2 Ibus, die reingehauen haben.

Sogar dann noch im Büro bella figura gemacht und viel gerissen, zugegeben, mit kleinen Äugelein.

Ich weiß nicht wie es bei Ihnen ist, ich bin übernächtigt (komisch, sollte das nicht eher unternächtigt heißen?) und verkatert am nächsten Tag meistens irgendwie rallig. Und so begab es sich, daß gestern an der Ampel einer dieser wunderschönen metrosexuell gepflegten Araber vorbeilief, mit sehr enger Hose, die aber unglaublich gut gefüllt aussah. Ein echtes Paket. (Yep, so billig kann man sein. Ich jedenfalls.)

Worauf mein Stammhirn ganz ohne sonstiges Zutun mit leider sehr äuffalligem geiferndem  Blick reagierte, ich glaube auch, daß über meine Lippen ein stummes, aber lesbares Oh My God! fleuchte. Wobei mich der junge schöne Mann aber sowas von ertappte, worauf er furchtbar lachen mußte, als er vorbei ging.

Und im Rückspiegel sah ich noch, wie er auf einmal einen besonderen Schwung in seinen Gang legte – looks like we’ve made each other’s day!

 

Eigentlich schwul

Ich bin zwar kein Northwoods gay, aber ansonsten fühle ich mich hier bestens wiedergegeben: Dabei sein ist nicht alles

Da ist es mir auch eal, ob es 2 oder 3 oder 3 Dutzend CSD-Paraden gibt. Irgendwann wird sicher ein Funktionär vor meiner Tür stehen und mein Parteibuch zurückfordern.

Na mal sehen, vielleicht schaue ich ja am Samstag in der O-Straße mal vorbei.

Gebärvater

Ich weiß auch nicht, was es damit auf sich hat, aber in den letzten Wochen träumte ich oft von Babies. Vor zwei Wochen bekam ich selbst eins, so richtig mit Wehen und Pressen, sehr schmerzhaft, und danach war meine Männer-Mumu erstmal ein richtiger Krater. Darüber war ich schockiert, aber noch viel stolzer war ich auf meinen blonden Baby-Boy, den ich selbst geboren hatte, und daß ich sowas überhaupt kann.
Der Traumlogik folgend dachte ich, daß sie mir dafür in der Kneipe meines Heimatorts aber ordentlich einen Schaps ausgeben könnten, und so dapperte ich mit Krater aber ohne Baby in die Kneipe. Und wissen sie, was ich da bekommen habe statt einem Schnaps? Eine Tasse Kaffee! Ich bin heute noch empört darüber.

Heute Nacht entdeckte ich in einer großen Menschenansammlung ein ebenfalls blondes Baby, und wie wir uns so ansahen, erkannte ich, daß es meine Tochter ist, von der ich nichts wußte. Der Moment, wie sich unsere Augen ineinander verschränkten, wir uns erkannten und fürs Leben bondeten, war unglaublich schön und emotional. Und ich wußte, wie sich das für andere Eltern anfühlen muß.

So, und wenn Sie jetzt in der Zeitung lesen, daß irgendwo ein Kinderwagen samt Inhalt vorm Supermarkt geklaut wurde, dann wissen Sie, wo Sie suchen müssen.

Heisse Kiste

Diese Woche abends auf der Straße vorm Haus, ich so in die Beifahrertür gebeugt, um die Einkäufe von vorm Sitz herauszuzerren, hinter mir brüllen zwei besoffene Italiener “Bella Macchina!”

Dreh mich so um mit meinem reizendsten Lächeln (oder was heutzutage dafür herhalten muß), aber sie waren schon weiter gegangen. Und außerdem hatten sie offensichtlich das Auto gemeint, nicht meinen Hintern.

Weiß nicht, ob ich das jetzt drollig von mir ist oder voll peinlich. Entscheide mich für drollig.

Sexual Healing

When Life gives you Lemons, you know what to do.
But when Life gives you a cute Rasta Boy, make Love.

Eigentlich ja gar nicht im Zustand und in der Lage, aber der wunderschöne 30jährige Rasta mit der Milchkaffeehaut und dem großen, öhm, Lächeln meinte, es würde mich doch ein wenig auf andere Gedanken bringen, so ein bißchen Sex.

Und so ist es dem Brustkrebs meiner Schwester zu verdanken, daß ich heute am allerhellichtesten Vormittag ein Sexdate mit einem unglaublich schönen jungen Mann hatte. Das ist nämlich schon für Fortgeschrittene, wenn man nicht mehr grade Ende 20 ist, mehr als mmpf Kilo wiegt und auch sonst schon deutlich Ge- und Verbrauchsspuren aufweist.  Da ist ein Abenddate deutlich vorzuziehen und einfacher, mit schummriger Beleuchtung und ein, zwei Gläschen Wein für dem Mut (liquid courage, wie er es nannte).

Da der junge Mann aber abends nicht kann, weil er einen Boyfriend zu hüten hat, und außerdem morgen für zwei Wochen wegfährt, in denen er sein Interesse mit Sicherheit vergessen hätte, hatte ich nun die Pistole auf der Brust und natürlich blanke bodenlose Panik im Herzen und sonstwo.

Verdammt, hab ich mir dann in den Hintern getreten, wenn deine Schwester ihre übermächtige Angst vor Ärzten und Torturen überwinden kann, um ihr Leben zu retten, dann kannst du ja wohl deine bekloppten Ängste überwinden und etwas zulassen, was dir gut tut. Und es wird allerhöchste Zeit, daß du das tust!

Nun, leicht wars nicht, aber der junge Mann hatte eine Engelsgeduld, und es wurde ein sehr sehr schöner sinnlicher Vormittag. Für heute fühle ich mich geheilt.

Und so kam es, daß ich zum ersten Mal seit über 10 jahren frischgefickt und verspätet auf Arbeit erschien. Weil meine Schwester Brustkrebs hat.