Archiv für den Monat: Dezember 2006

blumen statt böller

Da ich ja sowieso schon als Blümchenblogger verschrien bin, teile ich zum Jahreswechsel mal ganz einfach, was mir heute auf der Terrasse, als ich noch ganz verknattert kurz an die frische Luft ging, geschenkt wurde. Das Blümchen hat sich ganz ungefragt und selbstständig angesiedelt, und sich entschlossen, uns ganz genau heute und spontan ein Zeichen zu setzen:

daisy

Möge euer neues Jahr genau so unverhofft und schön und so einfach und perfekt sein!

totes land

so zwischen den Jahren. Seltsam, eigentlich mag ich die Zwischenzeit sehr, X-nachten ist überlebt, man steht noch ganz ohne Verantwortung dem neuen Jahr gegenüber und kann das alte sinnlos verpuffen lassen, so wie man das letzte Glas Rotwein aus der Flasche auch immer noch trinkt, egal ob man Lust drauf hat oder nicht. Ordnung muß sein.
Diesmal aber kein wohliges Gefühl, einfach kein Gefühl, keine Lust auf Rückschau auf den Knochenbrecher, der 2006 hieß, nur das diffuse Gefühl, mit knapper Not überlebt zu haben.
Und ein Haufen Ideen und Vorhaben, die dafür sorgen sollen, daß 2007 aus einem komplett anderen Wurf sein wird. Hoffnung alleine wird dafür nicht ausreichen.

plötzlich und unerwartet

und meinerseits auf lange Strecke weitgehend ignoriert steht es nun da, das sogenannte Fest.
Und so reihe ich mich heute in die lange lange Karawane derer, die nicht hinreichend eigene Familie gebildet haben, daß es als Rechtfertigung zum Fernbleiben der genetischen FAMILIE anerkannt wird. Irgendwie pubertär, hätte ich eine Frau und Kinder, dann würde das wohl keiner erwarten.
Aber so lange meine Mom noch da ist, mache ich das Spiel mit, und hoffe obendrein, daß ich das noch viele Jahre kann.
So begebe ich mich heute in die Obhut der Deutschen Bahn (immerhin zum ersten Mal erster Klasse, weils billiger war) und danach in die Obhut der buckligen Verwandtschaft. Wird schon gut gehen. Hoffe ich.
Übrigens ganz ohne ein einziges Geschenk in der Tasche. Keine Zeit gehabt, von Lust ganz zu schweigen. Die Geschäfte haben bis 22 Uhr auf? Das nützt mir nix, ich arbeite meist bis 12 Uhr oder 1. Und morgens muß ich 1-2 Stunden in Ruhe Kaffee trinken. Also, keine Creme, kein Parfüm, kein gar nix gibt es diesmal von mir, nicht mal für die Kinder, nicht mal Einheitsnotgeschenke. Müssen alle durch. Gibts zu Ostern halt Weihnachtspäckchen.

Bin dann erstmal weg und wünsche allen, die mögen, schöne Tage, froh & fest, und denen, die es ignorieren möchten, gutes Gelingen.

aufgewärmtes

Nö, heute gibts hier nix Frisches, Aufgewärmtes ist ja manchmal auch lecker, auch wenn es in diesem Fall Last Season ist. Mein Last Year’s Kisses-Böppel freut mich nämlich manchmal sehr, wenn ich alte ‘Perlen wiederentdecke.
Seltsamerweise scheinen mich die Herren der blauen Welt just um diese Jahreszeit am interessantesten zu finden (Kunststück, muß ich ja jetzt nicht in Badehose rumlaufen), wie im letzten Jahr die sehr anregende Einladung zum Monopoly. Unnötig zu sagen, ist daraus nichts geworden, hatte betreffender Herr nicht den Arsch in der Hose, mich persönlich zu treffen, nicht zuletzt auch, weil er es wohl nicht geschafft hatte, wenigstens Jahrtausendaktuelle Bilder von sich einzustellen. Letzteres wäre mir ja wurscht gewesen, ich seh ja auch nicht mehr aus wie im letzten Jahrtausend. Aber bitte, wer nicht will, der hat schon und bist du zu stark, sind sie zu schwach.
Auch in dieser Adventszeit häufen sich die Anfragen, und mal sehen was aus dem ein oder anderen Date wird, was ich für 2007 schon mal angedacht habe.
Schließlich wird ja extra für mich zur Zeit in Italien ein Bett angefertigt, so haben es jedenfalls meine Möbeldealer mir ausgemalt, und ich habe mir vorgenommen, es nicht so verwahrlosen zu lassen wie das letzte.
Einer der Herren verfügt auch über alles an Bildern ins einem Userprofil, die so gar nicht gehen: Chaps-Pics, Katzenfotos, Gattenfotos, und ein Sling ist auch dabei. Worbüber ich sehr lachen mußte, was den Herrn etwas irritiert hat. Aber zumindest ein Sling kann ja sehr kommod sein. What the heck!
Note to self: Flaunt it while you still got it
P.S.: Zweifelhafte Ehre: Dies bescheidene Blog erscheint unter den ersten 10 Ergebnissen, wenn man nach ‘Ficken leicht gemacht’ guggelt. Ich fühle mich mißverstanden. Ich bin doch so kompliziert!

weltschmerzhelden im doppelpack

Das wichtigste gleich vorweg: das Placebo-Konzert war lustiger, denn da gabs wunderschöne heiße Schnittchen. Mit doppeltem Dekollete-Trick, aber ich weiß nicht, ob ich solche Fotos hier einstellen darf….
Professionell vorbereitet und vorgeheizt mit einem halben Liter Absolut-Raspberry durch drei (zum ersten Mal war ich meinem gewaltigen Schnupfen dankbar) hatten wir relativ schnell recht nah an die Bühne gefunden und waren so gleich verpflichtet, mitzurocken und zu pogen. Nein, nicht Pogo wie früher, denn Placebo hat ein (wahrscheinlich Kunstgeschichte oder was mit Medien) studiertes Publikum, die sich immer entschuldigten, wenn sie einen anrempelten. Größtenteils attraktiv auch noch dazu. Und wenn jemand die Digitalkamera runterfiel, hörten alle auf zu tanzen und halfen suchen. Das war aber auch besser so, schließlich hatte die Rockschnitte 7-cm-Stilettos an und ich bin ein alter Sack nicht mehr der jüngste, wie ich am nächsten Tag feststellen mußte, als ich mich vor Muskelkater kaum mehr aufs oder vom Sofa runter hieven konnte.
Also, Placebo & Morrissey an einem Wochenende, ein Tag Pause dazwischen. Der Soundtrack zum Weltschmerz, zur Wut, zum Unglücklichsein, und dann so geballt. Emo-Rock und Selbstmitleids-Crooning für die 80er-Sozialisierten. Das ist schon ne Ladung.
Erstaunlich war das Placebo-Konzert ganz einfach ein supergutes Rockkonzert, die Jungs haben die Halle in Atem gehalten, fast gar nichts zwischendurch geredet und einfach gute Musik gemacht. Das Schnittchen hat genauere Beobachtungen zur Gitarrenarbeit, ich hatte je eher Brian Molko im Auge, und der war ganz anders als ich es mir vorgestellt hatte, einfach geradeaus, gut bei Stimme und Gitarre. Ein bissel mehr Glam wär schon schöner gewesen, aber meckern kann man nicht wirklich. Schöne Videoprojektionen gabs übrigens auch.

Und dann Morrissey. Es kann ja immer auch peinlich sein, wenn man jemand gegenübertritt, den man sehr verehrt hat, und der einen wertvolle Jugendjahre gekostet hat, in denen man sich auch ganz einfach toll hätte amüsieren können. So wie ich, ungefahr 3 Jahre zu spät, einmal The Cure live gesehen habe und vor Lachen fast gestorben bin, als ich Robert Smith das erste Mal in echt gesehen habe. Und dafür gerechterweise ordentlich Dresche von den Fans bekommen habe. Morrissey habe ich vor ca. 12 Jahren schon einmal live gesehen, und war sehr erstaunt, daß da kein spacker weicheiiger Jammerlappen auf die Bühne kam, sondern ein großer selbstbewußter Mann mit einer außerordentlich kraftvollen und extrem bösartigen Ausstrahlung, so bösartig, daß ich erstmal weiter nach hinten wechselte. Vorsichtshalber.
Heute und ganz vorne habe ich gesehen, daß das Alter ihm gut bekommt. Auf der Bühne war ein gut aussehender Mittvierziger, bei bester Laune, bei bester Stimme, mit einem kompletten Leben an Bord. Sogar die eher langweiligen Songs seiner letzten beiden Platten wurden durch die großartige Band und seinen Gesang sehr lebendig. Ok, jemand sollte ihm sagen, daß er auf untaillierte Hemden umsteigen soll. Aber wer bin ich, das mußte ich ja auch erstmal begreifen.
Ansonsten hat er das ganz gut getroffen, als er sang ‘It’s the same old S.O.S.’ Wenn er noch ein bissel die Kurve kriegt mit Jammern, dann gehe ich auch in 20 Jahren gerne zum Morrissey-Konzert, dem Frank Sinatra derer, die ihre verstörte Jugend in den 80ern verbracht haben.
Das Publikum übrigens bestand zum guten Teil ganz unerstaunlich aus offensichtlichen Singles, weswegen es auch mir nichts ausmachte dort alleine hinzugehen, und ein paar Pärchen, bei denen die Frau immer mal sorgenvoll den Gatten prüfend anschaute. Und Schwulen in Lederjacken und weißen Rollkragenpullis, die weder klatschten, noch sich bewegten oder gar schwitzten, die aber einen Kopf größer immer vor mir standen und das ganze auf Handy aufnahmen, wohl, damit sie es nachher bei youtube einstellen können. Und alles Anrempeln half nix, die waren unerschütterbar. Ist ja auch viel besser sich das hinterher mal ganz in Ruhe anzuschauen.

Zum Schluß sang the MOZ auch noch in Variation ‘Please, please, let me get WHO I want this time. The times, they are a-changing. Und nächstes Jahr möchte ich nichts traurigeres mehr hören als ‘Oops, I did it again’. Gerne auch von Placebo und/oder Morrissey.

upgrade your life

Ich sag ja nie wieder was gegen die Bahn. Nie wieder. Jedenfalls erstmal. Und das will was heißen, werde ich doch schon schmallippig, wenn ich an einem Bahnhof auch nur vorbeifahre.
Jedenfalls, nach Wochen erfolgreichen Verdrängens mußte ich dann doch klein beigeben, und mich um eine Fahrt in den untrauten Schoß der Familie kümmern.
Schon beim Eingeben der URL hatte ich SO’N Hals, so’n Hals hatte ich. Und klar, es ist nur der Super-Duper-Spezial-Teuer-Preis zu haben, selber schuld, schon klar. 220 Euro für einmal Quer-Deutschland und zurück. Nee, schon klar, zu spät, paßt schon. Hauptsache im vollgepferchten Abteil für viel Geld unter Menschenwürde sitzen.
Also fertig gebucht, Onlineticket usw. Resigniert.
Dachte ich mir, was das wohl 1. Klasse kostet. Nur mal so. Und siehe da, 1. Klasse war noch Supersparpreis zu haben, 60 Euro billiger, und eben 1. Klasse, was ich noch nie gefahren bin.
Na gut, aber ich Idiot hab ja schon gebucht, kannste also vergessen. Aber siehe da: ich konnte mein Onlineticket selbsttätig kostenlos stornieren und mich in die erste Klasse buchen. Hätt ichs nicht gemacht, würde ich es nicht glauben.
Bin immer noch ganbz perplex! Ob das ein erstes gutes Zeichen dafür ist, daß doch alles besser wird?
Wird alles gut?

I’ve got a life

though it refuses to shine
I’ve got a life
it ain’t over
(Eurythmics)

I am the ghost of troubled Joe
hung by his pretty white neck
some 18 months ago.
I travelled through a mystical time-zone
and I missed my bed and I soon came home.
They said there’s too much caffeine
in your bloodstream
and a lack of real spice in your life
I said leave me alone because I’m alright
yet surprised to still be on my own.

A rush and a push and the land
that we stand on is ours,
it has been before so it shall be again.
And people who are uglier than you and I
they take what they need and just leave.
(Smiths)

Langsam, ganz langam, aber immerhin komme ich wieder zu mir, es gibt manchmal ganze halbe Stunden oder zwanzig Minuten, in denen mir ganz einfach wieder wohl ist. In denen ich wieder Lust auf und Wünsche nach allen möglichen Dingen entwickele, die so zum Leben gehören.
Das ist schon mal ein schöner Anfang und ein schönes Gefühl nach einer verdammt langen harten Strecke, diesem Knochenbrecher 2006.

mist!

‘Mein Freund hatte neulich Karten für die Philharmonie…’
Mist, das wars also mit dem Anwalt.
Klar, wer einen Schrank voll so gut geschnittener Anzüge hat, hat auch sonst alles. Hätte ich mir denken sollen können müssen.