Archiv für den Monat: Februar 2006

ehrung des monats: la yiyi – la lupe

LaLupePoster

Wenn es Almodovar nicht gäbe, wäre sie ganz vergessen: La Lupe, eine der famosesten kubanischen Bolero- und Salsa-Sängerinnen der 60er und 70er.
Mich als Gay Astray interessieren natürlich mehr ihre hochdramatischen Rumbas – ‘Teatro’, ‘La Tirana’, ‘Se Acabo’ – wenn man mal richtig in den Schmerz eintauchen will oder mit der Wut und der Verletzung hoch fliegen will, sind das die richtigen Lieder.

In den 60ern war La Lupe ganz bald ein Star in Kuba, sie trat als Sängerin mit Tito Puente und anderen Bands auf, flog aber mitunter mal ganz schnell raus, weil sie, wenn sie sich in Rage sang, mal eben was auszog oder sich ganz vergaß: ‘According to Cuban commentators, she wore strong makeup and revealing clothes associated more conventionally with putas. She would scream, laugh wildly, cry, swear at the audience, bite and scratch herself, hit her pianist Homero with her shoes, lift her skirts, sit on men or women in the audience and moan and groan in imitation of orgasm. Lupe publicly flaunted her sexuality.’ Man muß nur ihre Version von ‘Fever’ hören, dann kann man sich das vorstellen.
Bekannt geworden,wanderte sie in die U.S of A. aus, wo sie unter anderem mit seltsamen Coverversionen auftrumpfte – eine von vorn bis hinten durchgebrüllte Version von ‘Unchained Melody’ oder eine ebenso deftige Salsa-Version von ‘Dominique’, dem Lied der Singenden Nonne.
Ganz klar – keine Frau fürs Feine, sie konnte nur groß und heftig – und das mit Verve. Wahrscheinlich war das zu schräg für Amerika, und sie war Ende der 70er ziemlich vergessen, bis Almodovar ein paar ihrer Lieder als Soundtrack nutzte.
Sie starb dann aber doch verarmt und fast vergessen Anfang der 90er, nachdem sie als letztes eine Platte mit christlichen Liedern aufgenommen hatte.
Immerhin hat New York eine Straße in der Bronx nach ihr benannt: La Lupe Way. Sometimes I live there.

du bist deutschland – hitlers barfrauen – nach dem vorspiel

04

Es war mit Sicherheit einer der schönsten Abende meines Lebens.
Beste Freundin Paula Sau und ich veranstalteten im örtlichen SchwuZ (für die genetisch anders benachteiligten: Schwulenzentrum) die ASO-BAR – lange bevor Hartz-Opfer erfunden waren. Uns ging es nicht um den sozialen Aspekt sondern um die ästhetische Komponente:

03

Wochenlang hatten wir alte Fischdosen und Joghurtbecher gesammelt. In ersteren wurden die bewährten Goldfischlis serviert, in letzteren die Pommes-Bowle (Apfelschnitze in Frittenform in Bowle, wahlweise rot oder weiß oder Schranke)
Statt Disco-Blinkerei gab es Putzlicht.
Ebenfalls hatten wir wochenlang abgestorbene Zimmerpflanzen gesammelt, mit denen liebevoll dekoriert wurde. Später wurden ebenwelche zum Raufen und Um-die-Ohren-Werfen verwendet.

Die Tische waren liebevoll mit Aldi-Tüten als Tischdecken gedeckt, und zu trinken gab es neben Korn und der PommesBowle, die selbstverständlich mit einer (zugegebenermaßen frischen) Klobürste umgerührt wurde, nur Hansapils.

Zur Abrundung des Abends hatten die GastgeberInnen sich nicht wenig Mühe gegeben:

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Großzügiges Mund- und Augen-Makeup, großzügiger 3Tagebart (homegrown), Zahnlücken by Kajal, liberal Nagellack über die Hände, Kittel und Schlüpper by Altkleidercontainer Wrangelstraße, Adiletten by Mitbewohner, Stützstrümpfe by Altenheim.
Bremsstreifen hintenrum by Hanuta (über Feuerzeug erwärmt), gelbe Flecken vornerum by Cappy und Blut an den Beinen by Kirschsirup.

Ein wunderschöner Abend, der leider die Besucher- und Umsatzzahlen des Zentrums nicht erfüllt hat, aber alle, die sich doch hereingetraut haben, und besonders die, die an der Zimmerpflanzenschlacht teilgenommen haben, sehr sehr glücklich gemacht hat.

Those were the days, my friend… ;-)
Was das nun mit ‘Du bist Deutschland’ zu tun hat, und der Hitlers irgendwas-Reihe? Die Ästhetik und das Gefühl im Magen, wenn man drauf stößt, schätz ich mal.

unverschämt!

Ok, also schmeckt meine persönlichkeit nach dunkler schokolade.
aber wie können die in meinem beisein sagen, daß allein der gedanke an mich die hüften breiter werden läßt!?
die verklag ich!

Hm, dunkle Schokolade! Sie schmecken reichhaltig und so richtig nach Luxus, mit Ihnen lässt man es sich gut gehen (schon beim Gedanken an Sie merken wir, wie unsere Hüften in die Breite gehen…!) Mit Ihrer unglaublich weichen und geschmeidigen Konsistenz ist es fast unmöglich, Ihnen zu widerstehen. Und tatsächlich, wer Ihnen erlegen ist, der kommt ein Leben lang nicht mehr davon los. Das Fleisch ist eben manchmal schwach…Aber es ist nicht Ihre Schuld, dass Sie so unwiderstehlich sind! Sie genießen es, angebetet zu werden. Sollen Ihre Liebhaber Sie doch in Gold verpacken und auf einen Altar heben! Und das ist nicht übertrieben, so kostbar und berauschend, wie Sie schmecken!
schmeckma

therapie

und weiter gehts – heute sogar mit großem vorschlaghammer. GEIL! noch ne wand weg! was man alles schon um 11 uhr morgens erledigt haben kann…

überlege, ob man nicht ein loft mietet, in dem leute mit vorschlaghämmern wände einschlagen dürfen.
am anderen ende können leute mit konstruktiveren bedürfnisses wände bauen, die dann wieder von anderen leuten eingeschlagen werden dürfen.

forget indoor-climbing. wände-einschlaging ist der neue trend!