Archiv für den Monat: September 2010

Apokalyptische Weiber und Milchspendewunder

Herrschaften, wenn Sie bisher dachten, ein apokalyptisches Weib sei etwas, was am Kottbusser Tor in die U-Bahn einsteigt, haben Sie sich getäuscht – anscheinend kann man zur “Jungfrau” Maria, zur Muttergottes, ganz eben mal “Du apokalyptisches Weib”, oder auch “Du brennender Dornbusch” oder auch einfach “Du Bundeslade” sagen, ohne daß gleich 12 strafende Engel vom Himmel rauschen und einen zu Boden schmettern.

Im Gegenteil, Madame fühlt sich angesprochen, lächelt einen rosa und hellblau an, und wenn sie einen ganz doll guten Tag hat, holt sie mit der Hand, mit der sie nicht ihr Balg festhält, ihre Brust raus und spritzt einen daraus mit Milch voll. Was auf Bildern bezeugt ist, die irgendwo in Kirchen oder Klöstern hängen.

Kinky? Yeah, but Catholic.
Ich war fassungslos, sowas hat man uns Messdienern nicht erzählt! Und das mit den Schimpfwörtern probiere ich auch mal aus!

(Was man alles an grauen Wochenenden erleben kann, wenn man die kunstgeschichtliche Magisterarbeit einer lieben Freundin Korrektur liest….!)

Die Rache des kleinen Mannes

Gestern Termin mit dieser üblen Kuh gehabt, Geschäftsführerin, aber eigentlich in erster Linie das, was man in Berlin mit V vorne schreibt. Und deswegen war mir unwohl.
Kurz vorher war ich nochmal für kleine Jungs und Königstiger, und hab mir dann mit Absicht die Hände nicht gewaschen.
Zugegeben, kein allzu großes Vergehen, aber es reichte dazu aus, die Guteste herzlich, mit kräftigem Handschlag und breitem Lächeln zu begrüßen.

Irgendwo dazwischen

Tut mir ja auch leid, Herrschaften, vielleicht bin ich schon in der vorgezogenen Winterstarre, jedenfalls schmolle ich den Rest der schönen Tage so ein wenig von der Seite an.
Obwohl die sich durchaus noch Mühe geben:

blauewinde

nachtkerze

Aber was nützt einem die duftendste, leuchtendste Nachtkerze, wenn es abends schon zu kalt ist, um ihr Gesellschaft zu leisten?
Ansonsten flitzen die Tage vorbei, alles ist ganz ok und mein Hirn und Herz sind leer, abends simulieren die Walkers mir ein volles rundes buntes Leben, und sonst ist nix, deswegen erscheint hier so selten was. Wirdschonwiederwer’n.

Sonntag mit Tuberose

Sonntag war wahrscheinlich der letzte Tag in diesem Jahr, um auf den Schlachtensee zu gehen, zwar schon zu kalt fürs Gummiboot, aber fürs Ruderboot hätte es schon noch gereicht, und das Schaukeln und Wogen und das tanzende Licht auf den Wellchen wäre ja immerhin dasselbe gewesen.
Leider konnte ich niemanden mobilisieren, alleine wärs mir doch zu deprimierend gewesen, und mit dem Frust hätte ich mir auf jeden Fall den ganzen Tag versauen können.
Hab ich aber nicht – die neuen Zeiten im Hause Lucky sind derart, daß ich mir das selber aussuchen kann, ob ich mir den Tag versaue oder nicht.
Stattdessen dann ein wunderbarer Nachmittag auf der Bank in der Sonne mit wunderschönem Buch und Tuberose. Kennen Sie nicht?
Hier:
tuberose

So eine Tuberose ist so ein Ding, mit dem man herrlich einen Nachmittag zusammen auf der Bank verbringen kann, Blüten wie aus Wachs, mit einem schweren, körperhaften Duft, süß und herb und orientalisch.
Die da draußen machen sowieso eh was sie wollen:

klettermaulchen

Die hab ich dieses Jahr, genau wie die Winden und viel anderes Kroppzeug gar nicht gesät oder gepflanzt, die haben das selbst beschlossen.
Ist wohl wie im Leben: das was man plant und macht und tut ist das eine, und dann kommt noch dazu, was sich von selber mehr oder weniger zufällig einfindet, was das Ganze dann erst wirklich schön und bunt, l(i)ebenswert und einzigartig macht.

Die Sterne müssen verrückt sein!

Neben all den herrlichen klärenden motivierenden heilenden Entwicklungen der letzte Wochen geht heute sogar spontan mein Ipöttchen wieder, was ich seit Wochen aufgrund Platinenfehlers verstummt schon komplett abgeschrieben hatte.
What next?
Klingelt nachher womöglich noch der noch zu (er)findende (Traum)Mann meines Lebens an der Tür?

Liebes Universum: also mir würde da ein (nicht allzu) junger Bursche, bevorzugt mit dunklerem lockigen Haupthaar, frischem Teint, innerer und äußerer Stärke vorschweben, gut gebaut oben- und untenrum und überall, kurz: einen Mann einen Mann der noch richtig will und kann.
Also wenn ich mir was wünschen dürfte. Und wo wir grad schon bei sind, Unmögliches möglich zu machen.
Achso und beharrlich müßte er sein, weil ich mich natürlich wehren würde wie Sau. Aber das weißte ja, Universum.

Ganz obenauf

Irgendwie müssen sich die Sterne grade sortieren, vielleicht hatte der ein oder andere sich in seinem Lauf mit einem Planeten verkeilt und hat jetzt wieder seine Bahn gefunden?

Jedenfalls lösen sich grade alle möglichen Knoten, in der letzten Heidisitzung fielen endlich, nach all den Jahren, die erlösenden Worte, die vielleicht endgültig die Nachwehen des alten Burnouts beenden. Objektiv habe ich ja schon lange für weniger Belastung gesorgt, nur scheint das – bis jetzt – nicht in meinem subjektiven Empfinden angekommen zu sein. Es ist schön, wieder Energie zu haben, und die dann nicht nur selbstzerfleischend einzusetzen.

Nach all den Jahren dann auch ein wundervolles Gespräch mit dem letzten Ex, was alles schiefgelaufen ist, damals. Zum ersten Mal konnte ich auch verstehen, wie es für ihn damals war, vieles davon Sachen, die mir mittlerweile auch selbst gedämmert sind. Das ließe pessimistisch stimmen für eine kommende Beziehung, aber wäre nicht die Dynamik mit jemand anders auch eine andere?

The summer as ended and we are not yet saved, habe ich in den letzten Jahren um diese Zeit immer geschrieben, aber dieses Jahr fühle ich mich doch zumindest ein wenig – erlöst.
Hoffentlich hälts!

Ich scheiß aufs Karma und fütter meinen Skorpion

Wer mich kennt, kennt mich als freundlichen, gut- und langmütigen und zurückhaltenden Menschen (glaube ich).
Wer mich besser kennt, weiß auch, daß mein Aszendent Skorpion ist. Vielleicht reagiere ich nicht sofort auf Verletzungen, Beleidigungen oder Böses, das man mir oder den meinen antut, aber vergessen werde ich es kaum.

Diese Tage sind mir ein einziger innerer Reichsparteitag (jaja, rufen Sie ruhig Herrn *arrazin oder Frau *ermann, mir ist es wurscht. Autobahn, Autobahn, Autobahn!)

Denn dieser Tage wird diese Person, die in der Öffentlichkeit immer als messiasgleiche Lichtgestalt dargestellt wurde, so genüßlich nach und nach demontiert. Noch kämpft er und hat beachtliche Etappenerfolge aufzuweisen, denn genial ist er, das muß man ihm lassen.
Aber im Hintergrund fällt täglich, fast stündlich, das Imperium zusammen, ein Baumhaus, in dem ein fauler Ast den nächsten stützte, der den nächsten stützte usw usw.
Ich weiß nicht, wieviele Menschen er in den Ruin oder den Burn-Out oder beides geschickt hat, Hunderte, gute, talentierte, engagierte Menschen, die für das bezahlten, was er nun behalten will. Es wird ihm nicht gelingen.
Und ich werde jede Sekunde genießen, im Hintergrund stets dafür sorgen, daß die richtigen Leute die richtigen Informationen zur richtigen Zeit haben und überhaupt mein Bestes geben.
Yeah, just because I have a friendly face that doesn’t mean you can mess with me.
Oder denken Sie Chicago. Cell Block Tango. Cue to Chorus:
He had it coming!