Kategorie-Archiv: chateau de tourette

Leseempfehlung Häuserkampf: Stadt als Beute

Ein sehr ausführlich recherchiertes Dossier zum Ferienwohnungsmarkt im Tagesspiegel. Sehr informativ und erschreckend, es ist alles noch fieser als ich dachte.

Naiv war ich wohl auch, bisher war ich hin- und hergerissen, weil ich dachte, ein paar Leute haben eben ein paar Wohnungen und es bleibt aber mehr der weniger ein ärgerliches Privatphänomen, aber daß dahinter eine echte fiese Aufkauf-, und Entmiet- Investmentindustrie steckt, schockiert mich zutiefst.

Stadt als Beute.

Mannmannmannmann

Heute einer dieser Tage, wo jedes dahergelaufene Arschloch* meint, einem wahlweise auf den Tisch scheißen, ans Bein pissen oder in die Fresse kotzen zu können/zu müssen.

Jetzt erstmal einen zwei drei dreifache Slivowitz auf fast nüchternen Magen. Krasse Tag, krasse Gegenmittel.

*Hiermit entschuldige ich mich bei allen Arschlöchern im nicht übertragenen Sinn. Ihr seid süß und macht einen tollen Job.

Ich reg mich auf

Es ist mal wieder der übliche Ritus, der Journaille dabei zuzuschauen, wie sie den nächsten Gaul zum Abschuß frei schreiben, sei es die GroKo oder diesen seltsamen Bischof mit den seltsamen Doppelnamen. Artikel um Artikel beißt sich in Waden, Hände und Füße, in der Hoffnung, daß das Opfer irgendwann zu Boden geht, ob berechtigt oder unberechtigt, ist nicht die Frage.
So weit so gut oder schlecht, schlimm ist es wenn dabei der Sinn fürs wirklich Wichtige abhanden kommt:

Fall Edathy:
Hier konzentriert sich die Gesamtjournaille darauf, die GroKo kaputt zu schreiben – das können sie von mir aus auch tun.
Was aber wirklich schlimm ist, daß diskutiert wird, daß der ansonsten wohl sehr verdiente Mann sich legale Kinderpornographie bestellt hat.
Legale Kinderpornographie ist wohl welche, die nackte Kinder zeigt, die sich aber nicht an ihren Geschlechtsteilen herumspielen oder herumspielen lassen (müssen). Gehandelt von Anbietern, die ansonsten auch Hardcore-Angebote haben, wohl anzunehmen mit den selben Kindern, nur in anderen Situationen, Kindern die oft zu solchen Zwecken gefangen gehalten und mißbraucht werden.
Ich finde es abartig und erschreckend, daß nun diskutiert wird, daß solche  Aufnahmen “legal” sein und der Minister “unschuldig” sollen – was hatte der Herr Edathy denn damit vor? Es handelt sich ja nicht um einen Blumen- oder Möbelkatalog und er wollte sie sicher nicht Rahmen und auf den Kamin stellen.
Wer sich Bilder von nackten Kindern bestellt, fördert und unterstützt zum einen den Mißbruch von Kindern und mißbraucht sie letzten Endes selber.
Der einzige Beitrag, der diesen Aspekt bespiegelt, ist bisher der von Barbara John im Tagesspiegel.

Bischof Tebartz-van Elst
schreiben sie ja nun schon seit längerem kaputt, vom mir aus. Nun stellt sich heraus, daß er Gelder aus einer Stiftung veruntreut hat, um seinen Mega-Bau zu finanzieren und Geldflüsse zu vertuschen, auch nicht überraschend.
Es handelt sich um Gelder der St.-Georgs-Stiftung, die 1949 mit Spenden katholischer Arbeitnehmer gegründet wurde, um kinderreichen Familien zu helfen; die Stiftung sei heute nicht mehr aktiv, schreibt die Süddeutsche.
Moment!? Es liegt da irgendwo in der katholischen Kirche eine nicht mehr aktive Stiftung herum (wahrscheinlich nicht nur die eine?), die aus Spenden gegründet, aber nicht fortgeführt wurde, aus der sich anscheind “vergessene” Millionen veruntreuen lassen?
DAS ist doch der wahre Skandal, nicht der um einen verblendeten Kirchenmann. DAS hat doch System – wem gehören die Millionen, die aus den nicht genutzten Spenden geworden sind, wo gehören sie hin, sicher doch nicht auf so ein Bistumskonto?
Das ist doch das selbe, wie diese windigen Fußgängerzonen-Spendensammlungen? Oder?

Also, 2014,

so geht das nicht. Ich hatte dir Vertrauensvorschuß gegeben, und mich auf dich gefreut. Und was hab ich davon? 3 Wochen grippale Erkältung daß gar nix mehr geht, und dann, endich wieder gesund und beim psychohygienisch notwendigen Sport, verknackse ich mir gleich beim zweiten Mal den Fuß. Erst Krücken (Slapstick inklusive), jetzt so ne Strapsschiene. Und mindestesn 4 Wochen kein Badminton.

Auf Arbeit der gleiche Nervterror, übergangslos, keine paar Tage Verschnaufen uns Zu-Sich-Kommen wie sonst. Ich bin echt durch und durcheinander. Nicht mal zu dem 25jährigen Italiener konnte ich mich durchringen.

Und ja, fuckit, ich habe meine verschissenen Glücksklee gegossen, er krepelt trotzdem, genau wie ich:

20140210_114214

Arschloch!

Ratz-Fatz weg

Ich kann mich nur selbst zitieren. Alles gesagt.
Allerdings, vielleicht hätte ich gerne noch ein paar jahre gesehen, wie sie ihn halbtot im Papamobil herumfahren, das fand ich ja in meiner mir eigenen Gehässigkeit beim letzten schon recht lustig, so muppets-mäßig, und dabei habe ich durchaus Respekt und Ehrfurcht vor dem Alter und seinen Gebrechen, wenn sie sich nichts anmaßen.

Ich hoffe sehr, daß jetzt kein scheinbar modernerer “Menschenfischer” (so nennen die das im Ernst) kommt, mir war es sehr recht, daß die Menschen massenhaft aus den Kirchen austreten, und hier und da sogar jemand aus der Politik wach wurde und laut STOP sagte. Trennung Staat-Kirche jetzt, und Kirche auf Achtung und Einhaltung der im Grundgesetz verankerten fundamentalen Menschenrecht festnageln, was gibt es da zu diskutieren? Punkte Diskriminierung, Arbeitsrecht, Recht auf Unversehrtheit von Körper und Seele?
Pfarrer sind Bürger dieses Staates und damit sind unsere Gesetze auch direkt für sie gültig, und da kann nicht der Chef der Firma, für die sie arbeiten, dazwischengrätschen, und sagen, wir regeln das erstmal intern, und wenn wir nicht klarkommen, melden wir uns vielleicht. Was gibt es da zu diskutieren? Frau Justizministerin? Zugegeben, der Papst hat klare Worte dafür gefunden, aber die Taten, die Taten?

Und ja, ich war mal katholisch, sehr sogar, sogar Meßdiener, haben Sie’s erahnt? Sorry, ich krieg da immer Schaum vorm Mund. Und es bereitet mir richtig Genugtuung, daß Presse und Fernsehen durchaus deutlich den Scherbenhaufen beleuchtet, den dieser Extremist da hinterlassen hat.

(Und Zollitsch, nice trick, im heute Spezial, als die kritischen Nachfragen kamen und auf einmal die Audioverbindung auszufallen schien – nice trick, but old trick. Das kennen wir aus dem Callcenter seit 100 Jahren.)

Draußen vor der Türe

Es scheint Brauchtum zu sein, daß ich in jedem Urlaub auf Teneriffa mindestens einmal ausgesperrt werden muß. Wie vor 2 Jahren mit Frau Koma (ich kann das jetzt nicht verlinken, ich hab Urlaub), als ich sie mit anfangs Steinchen- dann Steinwurf aus dem Bett holen mußte, um mich vor einer Nacht auf der Terrasse zu erretten, so haben wir uns gestern Nacht auf der Terrasse der Finca ausgesperrt, und da ist es abends bitterkalt.
Nach einem vergeblichen, aber komödiantisch hochwertigen Versuch, in Flipflops mit Socken und Schlabberhose und auf Broken Spanish Nachbarn zu finden, die die Telefonnummer von José haben, mußten wir ein Fenster mit einem Stein einschlagen, Neffe und ich. Na super, muy bonito.
Stupidos turistos. Dafür ist heute morgen aber voll Sonne vorm Haus, nachdem ich gestern beim Frühstück fast erfroren wäre.

Wisch & Weg

Mit Putzmännern verhält es sich ja manchmal wie mit Unterwäschewerbung: Das Versprechen wird einfach nicht eingelöst, der vesprochene Effekt stellt sich nicht ein oder die Gummibänder leiern zu schnell aus und alles wird labberig (also an der Unterwäsche jetzt!) und so mußte ich meinem brasilianischen Putzmann heute Morgen eine SMS schreiben:
“Lieber Rapha, guten Morgen – ich bin gar nicht glücklich. Der Herd sah aus wie Sau, die Küche und der Tisch ist voller Schlieren, wo die leeren Weinflaschen standen, sind noch die Ringe davon auf dem Boden, die Badewanne ist nicht sauber und an den Kacheln im Bad ist alles voller Flecken vom Putzmittel. Ich zahle dir 50 € für fünf Stunden, finde das ist gutes Geld, und dafür hätte ich es schon gerne sauber und ordentlich und möchte auch die Spülmaschine nicht selber ausräumen oder wie letztes Mal nur eingeräumt vorfinden. Mal ehrlich, wie lange warst du gestern wirklich da?”
(Er putzt gern Brasilian Style, eine Hand mit Handy am Ohr, die andere wischt)
Mal sehen wie er reagiert.
Ich freu mich jedenfalls, wenn Miss Ukraine wieder da ist.

Dieser Sommer ist ein mieser Ficker

Echt, ist doch wahr. Dieser Sommer ist ein mieser Liebhaber mit Mikropenis:
Man merkt einfach nicht, ob er schon angefangen hat, und kaum will man sich drauf einstimmen, isser schon fertig, und man liegt in einer Pfütze.
Und das mehrmals täglich.
Ich mein, da überlegt man sich doch tatsächlich, ob es lohnt, die Hosen runterzulassen.

Scheiß mich am Arsch

Ich will ja kein Party-Poop sein (oder doch?) aber wenn man so den ganzen Frühabend Terrasse fertig gepflanzt hat und jetzt versucht noch halbwegs gemütlich drauf zu sitzen, dann ergibt sich akustisch ein grausiges Szenario.
Wie die Reaktionen aufs Fußballspiel so rundum aus den Wohnhöhlen und den Public Viewings tönen, im Surround-Sound, fast wie im Stadion, wie sie anschwellen, sich steigern, ekstatisch werden, und schließlich akustisch komplett abgehen – ok, was Fußball doch so ein doller Gemeinschaftssport ist.
Mich erinnert das eher an die Geräuschkulisse von einem Naziaufmarsch, damals als ich erst kurz in Berlin war, und ich brauche nicht viel Phantasie, wie der Soundtrack vielleicht derselbe war, oder wäre, wenn vielleicht was ähnlich Spannendes die Volksseele hochkocht – ein Pogrom zum Beispiel.
Oder wie mein Lieblings-Drecks-Junkie-Asso von gegenüber, der mit seiner Dorgenv*tze bei jedem Höhepunkt des Spiels nackt ans Fenster kommt, Böller wirft, und schreit: “Scheiß mich am Arsch! Scheiß mich am Arsch!” Wie wahr, wie wahr. Scheiß dich am Arsch.