Archiv für den Monat: Juni 2014

Eigentlich schwul

Ich bin zwar kein Northwoods gay, aber ansonsten fühle ich mich hier bestens wiedergegeben: Dabei sein ist nicht alles

Da ist es mir auch eal, ob es 2 oder 3 oder 3 Dutzend CSD-Paraden gibt. Irgendwann wird sicher ein Funktionär vor meiner Tür stehen und mein Parteibuch zurückfordern.

Na mal sehen, vielleicht schaue ich ja am Samstag in der O-Straße mal vorbei.

Soy infeliz

O Rose thou art sick.
The invisible worm,
That flies in the night
In the howling storm:

Has found out thy bed
Of crimson joy:
And his dark secret love
Does thy life destroy.
(William Blake)

Na, wenigstens das Auto ist repariert. “Wann haben sie denn das letzte Mal Ölwechsel gemacht um Himmelswillen?” “Was!? Ich bringe das Auto 2x im Jahr zu Ihnen in die Werkstatt mit dem Auftrag, alles zu versorgen, ich gehe davon aus daß Sie das alles machen!” WTF?

Schwester hat schon vor der zweiten Runde Chemo die meisten Haare verloren und ahnt jetzt, warum man Schwerverbrechen früher die Haare geschert hat – um sie spüren zu lassen, daß sie nicht mehr dazugehören. Sie selbst fühlt sich auch vom Leben aussortiert, auch wenn sie weiß, daß ihre Chemo mehr prohylaktisch ist als wirklicher Lebenskampf. Mittendrin fühlt es sich gleich an. Die nächste, grade angelaufenen Runde wird ihr den Rest der Haare rauben, und sie versucht sich gerade mit der Krankenkassenperücke anzufreunden. Das tut nicht nur ihr weh.

Ansonsten lähmt mich der Rücken,d er nicht besser werden will, und mag anscheinend das Zusammenspiel mit irgendwelchen wechselnden Gelenk- und Muskelschmerzen an den Beinen. Schön unten am Rücken, damit man sich nicht bewegen kann, und dann oben im Nacken, für die Kopfschmerzen.  Samstag dann beim Einkaufen so eine Komplettlähmung auf dem Parkplatz vor dem Kaisers – wie gehe ich jetzt unauffällig im die Hocke, damit es sich wieder einkriegt, und ich die einkäufe ins Auto und in die Wohnung bekomme.  Auch nicht würdevoll, aber nix im vergleich zu Schwester.

Für niemanden auf der Welt hätte ich mich an dem Tag noch aus dem Haus gemacht als für den Glämmie, sein Geburtstag ist immer das schönste Fest des Jahres, eine wahre Lichtmeß. Heftig unter Schmerzmittel und mit Taxi hin, und es hat sich gelohnt, so viele tolle Menschen, die er gesammelt hat, und von denen ich viele auch sehr liebe.  Da stopft man sich gern die seelischen Taschen voll, und gibt auch gerne. Auch wenn man vor lauter Schmerzen stocksteif stehen muß oder sehr sich auf der Hollywoodschaukel Asyl sucht. Immerhin schaukelt man dort herrliche Menschen.

Daran, daß es, wie wir ja eigentlich wissen müßten, auch im Paradies Schlangen gibt, merkte ich erst am Montag, als ich in der Bäckerei zahlen wollte. Mein Geldbeutel war leergeräumt, ein paar Hundert fehlten. Ich war am Samstag noch beim Automaten gewesen und weil ich rückenbedingte Unbeweglichkeit fürchtete, hatte ich mehr Geld abgehoben, als Vorrat. Der Geldbeutel war in der Tasche gewesen, und genommen haben muß das jemand, der wußte, von wem und aus wessen Tasche er oder sie das nimmt. Der Lucky hat doch genug Geld, dem tut das doch nicht weh. Sicher habe ich genug Geld, und wenn mich jemand fragen würde, ob ich aushelfen könnte, wäre ich sicher dabei. Diese Entscheidung jedoch sollte mir abgenommen werden. Nicht mal zehn Euro hatte man mir hinterlassen, um in der Nacht vielleicht noch mit dem Taxi nach Hause kommen zu können, wo doch jeder sehen konnte, wie es mir ging. Ich htte es nicht gemerkt, weil ich dann doch zu Fuß nach Hause gegangen bin,um den Rücken etwas zu bewegen. Beim Gedanken, ich hätte ein Taxi genommen und dann nicht zahlen können, wird mir speiübel.

Schon die ganze Woche zittere ich und mein Rücken macht oben und unten ZING!, wenn ich daran denke, und dem Glam geht es nicht anders, es fehlen noch mehr Dinge, auch von ihm, und es ist eine absolute Vergewaltigung des Vertrauens, der Freundschaft, der Menschlichkeit, wenn man als Gast einer privaten Party sich so benimmt. Das war nich anonym in einer Bar oder in einem Club, sondern im Sanktum eines Menschen, eines Herzensfreundes, seiner Wohnung. Wir sind traurig, entsetzt, beschmutzt, verhöhnt, gedemütigt, im Innersten des Vertrauens getroffen, wir fühlen uns so, als hätte uns jemand in die seele geschissen. Welchen Teil des Mensch-Seins hat da jemand nicht mit der Mutter- oder Flaschenmilch mitbekommen? Wir können es nicht verstehen. Ganz simpel: Wer macht so etwas?