Archiv für den Monat: Mai 2009

Trennkost hilft!

Da ich ja mein kleines ungepflegtes Hirn überhaupt nicht um die Logik der Trennkost herum bekomme, weiß ich bei fast keinem Nahrungsmittel, ob ich es jetzt essen können darf oder nicht.
Äpfel, also Äpfel sind fast unbedenklich, obwohl irgendwo saure Äpfel den Proteinen und süße den Kohlehydraten zugeordnet werden. Oder andersrum. WTF?

Also esse ich in erster Linie Äpfel und verzichte vorsichtshalber auf anderes. Weil dann der Magen so furchtbar grummelt, vielleicht noch ein Snickers hinterher, wenn ich nicht gleich beim Glam auf Käsespätzle mit Zwiebeln lande.

Scheint aber trotzdem zu helfen, die Waage zeigt 3 Kilo weniger, in nur gut über einer Woche. WTF?
Nur irgendwie habe ich das Gefühl, das ist noch nicht der richtige Weg ;-)

Gottlose Stadtrundfahrt

Aufmerksam gemacht durch eine alte Freundin, die ihren Geburtstag dort feiern will:

gottlos
Die Idee dahinter:
Eigentlich wollten wir nur ein paar Linienbusse beschriften. Mit unserem „Unglaubens-Bekenntnis“, dass es wohl keinen Gott gibt und daher die Menschen für ihre Moral selbst verantwortlich sind. Zunächst in England und dann weltweit hatte das ganz prima geklappt und neben viel Zuspruch auch kontroverse Debatten ausgelöst.

Doch im scheinbar säkularen, aufgeklärten Deutschland bekamen wir Probleme: 17 verschiedene Verkehrsbetriebe verwahrten sich gegen unsere Werbung – während dort für Religionen oder Bordells am laufenden Meter geworben wird. Religionen sind durch ein Antidiskriminierungsgesetz geschützt, ob dies auch für unsere Weltanschauung gilt muss nun ein langwieriges Musterverfahren klären.
Buskampagne

Ich finde diese schöne Idee unterstützenswert. Also wenn der Bus bei Ihnen vorbeikommt, fahren Sie doch ein Stückchen mit oder winken Sie freundlich. Das können Sie auch in anderen deutschen Städten, der Bus macht danach eine Deutschland-Rundfahrt.

Schade nur und leider typisch deutsch: In Deutschland lautet der Hauptspruch:
Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott.
Ein erfülltes Leben braucht keinen GLauben.
oder:
Werte sind menschlich – auf uns kommt es an.
oder:
Aufklärung heißt, Verantwortung zu übernehmen.

Das finde ich sehr schade, denn in Großbritannien war das Motto:
There’s probably no God.
Now stop worrying and enjoy your Life.

Das hat doch einen deutlich lustvolleren und befreienderen Ton, ohne daß einem wie in Deutschland gleich noch eine Verantwortung übergeholfen wird. Schade.

Voller Körpereinsatz – im Liegen

Wenn Sie morgen nichts neues von mir lesen, dann legt das wahrscheinlich am Muskelkater, der mir heute prophezeit wurde. Sehr glaubwürdig, übrigens.
Der kleine, unglaublich hübsche Osteopath hat heute meinen massigen Leib eine Stunde lang (60 Euro, kammanixsagen) gebogen, verbogen, verdehnt, gezogen, bestiegen, geknetet, gedrückt, gequetscht, zertrümmert, zerknotet. Und zwar Faser für Faser, Sehne für Sehne, Knochen für Knochen. (Das mit dem Fett lassen wir mal weg.)
Während ich die ganze Zeit damit beschäftigt war, nicht zu rülpsen oder gar zu pupsen.
Weswegen er mich andauernd ermahnen mußte, ich solle atmen. Ich solle mich in die Situation einatmen. Was auch funktioniert hat.
Vor lauter Hyperventilieren kam mir dann, als er mit allen Fingern mit seinem vollen Körpergewicht auf meiner unteren Leistengegend lastete, die Analogie zum Sex, (gottseidank ohne peinliche Nebenerscheinungen.) Er war halt an all den Stellen dran, wo man selber nicht dran kommt. Und vor allem käme man gar nicht auf die Idee. Und nachher hats dann doch gut getan.

Also ich habs dann doch genossen, bin gespannt auf die Effekte. Angeblich wird der Körper den Rest jetzt selbst regulieren, und ich bin erst in 2-3 Wochen wieder dran. Schade eigentlich.

ist immerhin verdammt lang her, daß ich die nach einer Begegnung mit einem Mann noch Stunden später seine Fingerabdrücke auf meiner Haut sehen kann. Krankheit als Weg, wa!?

I’ve come to wish you an Unhappy Birthday

because you’re evil and you lied.

Und weil du es bestimmt so haben wolltest. Dabei hast du wahrscheinlich tierisch Spaß beim heimlichen Gruppensex mit deiner Band samt Anhang. Happy 50th Birthday, Morrissey!

Aber im Ernst, jemand der so etwas schreiben kann, hat mir mindestens so viel gegeben wie die Shakespeares, späten Carters, frühe Wintersons, Parkers, Eliots dieser Welt:

If you’re so funny
Then why are you on your own tonight ?
And if you’re so clever
Then why are you on your own tonight ?
If you’re so very entertaining
Then why are you on your own tonight ?
If you’re so very good-looking
Why do you sleep alone tonight ?
I know …
‘Cause tonight is just like any other night
That’s why you’re on your own tonight
With your triumphs and your charms
While they’re in each other’s arms…”
It’s so easy to laugh
It’s so easy to hate
It takes strength to be gentle and kind

Ich kann die Lyrics nicht alle zitieren, die mir etwas bedeuten oder bedeutet haben, vielleicht noch:
What she said :
“I smoke ‘cos I’m hoping for an
Early death
and I need to cling to something

So wurde er also 50, jetzt ein Sinatra für die Ungefickten und Deprimierten. Und es steht ihm ganz gut, wenn auch die letzten beiden Platten ein wenig langweilig geraten sind.

Einiges hätte ich ihm vorzuwerfen, begleiteten doch seine Songs und die der Smiths meine Pubertät und illustrierten mit Worten meine Befindlichkeiten. Genau wie The Cure, nur überstanden die Smiths und Morrissey die Zeiten besser, dehnte ich doch meine Pubertät bis Mitte 30 aus, und auch heute noch spüre ich wie Braille die seelischen Aknenarben aus Unsicherheit, Ungeliebtsein, Einsamkeit, Schüchternheit.

Vorzuwerfen deshalb, weil meine Sozialisierung sicher anders verlaufen wäre, hätte ich als seelischen Soundträck dieser Zeiten Kylie, Madonna oder von mir aus auch Sabrina oder Samatha Fox gewählt. “So many Men, so little Time” war nie ein Motto von mir, und heute tut mir das im Nachhinein ein wenig leid, hätte ich doch damals meinen im Nachhinein betrachtet durchaus ansehnlichen Körper nicht von innen mit so viel Selbstzweifel befüllt, sondern einfach unter die Leute gebracht.
“Free your Ass and the Rest will follow” oder so.

Dabei habe ich wahrscheinlich über all die Jahre nur einiges mißverstanden. John Peel, einer der frühen Unterstützer der Smiths zum Beispiel hat nie verstanden, warum alle die Songtexte so depressiv und defätistisch fanden, er fand sie witzig und pointiert und sarkastisch. So gesehen, ein Mißverständnis meinerseits. Man kann eben leider immer nur so weit sehen, wie der eigene Horizont reicht.
Einfach mal über sich lachen rückt manches in Perspektive. Wahrscheinlich lacht Morrissey privat sehr viel.

Ein Leser

Wow, ich bin beeindruckt, gestern hat sich hier jemand 4 Stunden lang durchs Blog gewühlt.
War irgendwo ganz ganz schlechtes Wetter? Oder war das ganze Internet gesperrt außer meiner Seite?

1 Stunde überall anfassen für nur 75 Euro

Vor einem Jahr schon wollte ich endlich mal mit meinem Rücken zum dem von der Freundin empfohlenen Physio-/Osteopathen. Habe dann aber gekniffen, weil der auf dem Foto auf seiner Homepage so unglaublich gut und kerngesund aussieht, und ich mich nicht traute meinen geschundenen fetten weißen Leib dort auszustellen. (Ich kann mir generell seit einiger Zeit nicht vorstellen, mich für überhaupt irgendwen auszuziehen.)

Akuterer Leidensdruck ließ mir aber keine Wahl, am Dienstag war ich hin, um 9 Uhr morgens, was für mich schon mal an sich gar keine Zeit ist.
Umso größer der Schock, daß der junge Mann in Wirklichkeit noch sehr viel attraktiver aussah, und dazu auch noch petite und wohlproportioniert. Dunkle mittellange strubbelige Haare, dunkle wache Augen, Dreitagebart und ein unglaubliches Lächeln.
Die Demütigung, sich dort auszuziehen bis auf Schlüpper und Socken (die liebe Freundin hatte mir diesbezüglich schon einen unbezahlbaren Rat gegeben) und sich (auch noch nüchtern!) im gleißenden Morgenlicht begutachten zu lassen.
Ich nehme an, der junge Mann denkt jetzt ich sei leicht sprachbehindert.
Jedenfalls, so ein Osteopath hat eine ganzheitliche Herangehensweise, was auch bedeutet, daß er einen ganz und gar und überall untersucht. Ich glaube er hat mir in Gegenden rumgedrückt, wo überhaupt noch kein Mensch jemals war. Und den Finger in den Mund gesteckt.
Während mein Bauch auf die überaus lustige Idee verfiel, alle Saurierstimmen aus Jurassic Park (Teil 1 und 2) nacheinander nachzumachen. Wie demütigend!

Jedenfalls gab es die erstaunliche Erkenntnis, daß mein Ischias vielleicht auch ein Bandscheibenvorfall sein könnte, aber auf jeden Fall ist der tieferliegende Grund dafür mein Magen, wohl auch für die Migräne, die ich so oft habe.
Erstaunlich! Und sehr logisch, wie er es mir erklärt hat. Ich werde wohl auf Trennkost umstellen müssen.

Von wegen Asche zu Asche

Warnhinweis: Dieser Beitrag ist ganz sicher nicht Mittagspausen-Salat-oder-Baguette-kompatibel. Er enthält einige Dinge, vor denen Sie sich ernsthaft ekeln werden.

Wohl eher Fleisch zu Fleisch, wenn man das so nennen will. Nein, keine erotischen Konnotationen hier bitte.

Also, wenn jemand stirbt, dann braucht er oder sie in der Regel ein Grab. In meinem Dorf macht das jetzt so ein Depp, der im Besitz eines Minibaggers ist. Früher mußte man bzw. die Nachbarn das selber von Hand machen.
So gesehen ein Fortschritt, aber dem Deppen muß man auf die Finger Baggerschaufel gucken, wenn ich das vor einem Jahr nicht gemacht hätte, dann hätte er glatt meinen Vater ausgebuddelt, um meine Mutter zu beerdigen, denn wir waren uns uneinig wer wo liegt, bis schließlich der Bürgermeister, der einen Lageplan (!) in letzter Minute mit der wichtigen Information kam.

Bei meiner Tante letztens war es so, daß die schon ein Familiengrab hatten, was abgelaufen war, mit meinen Großeltern drin. Die waren vor 32 Jahren innerhalb von 4 Tagen verstorben, meine Oma hatte meinen krebskranken Opa rechts überholt, mit einem absichtlichen oder unabsichtlichen Hirnschlag angesichts seines Zustandes.
Jedenfalls läuft so ein Grab nach 30 Jahren ab, und es kann neu belegt oder von der Familie verlängert werden. Praktischerweise hatten Onkel und Tante genau das vor ein paar Monaten getan, damit sie später eben dort beerdigt werden könnten. Daß später sehr bald sein würde, haben sie sich damals wohl nicht vorgestellt.

Was man auch wissen muß, ist, daß eine Leiche nicht unbedingt in 30 Jahren verrottet. Wenn der Grundwasserspiegel zu hoch ist, verrottet gar nichts und es entstehen sogenannte Wachsleichen.

So vermutlich auch im Fall meiner Großeltern, als das Grab auf der linken Seite, der meiner Oma (Frauen kommen anscheinend brauchtumsmäßig nach links), ausgehoben war, sah man sehr viel Wasser und am Rand im Wasser den sehr gut erhaltenen Sarg meines Opas, inklusive Sarggesteck, dessen Grünzeug noch gut zu erkennen war, nur eben in Schwarz.
Den Sarg mit meiner Oma müssen sie wohl mit ausgegraben haben und in dem Container mit dem Aushub verstaut haben, der dann in der Sonne dort drüben stand.
Da es im Dorf meiner Heimat kein Knochenhaus oder so etwas gibt, wo ausgegrabene Tote endgültig aufbewahrt werden, sondern die gefundenen Reste immer einfach wieder mit aufgefüllt werden, nehme ich an, daß sie meine Oma, die im übrigen schon im Leben eine sehr unangenehme und gehässige Person gewesen war, einfach wieder mit aufgefüllt haben, auf meine Tante drauf.

Ich denke also seit einiger Zeit ernsthaft über eine Feuerbestattung nach.
Nein, nicht für jetzt, für später.

Die leichte Unerträglichkeit des Seins

Verbraucherhinweis: Dieser Aufsatz enthält nichts als Jammereien, Unzufriedenheiten und allgemeines Geblöke ohne Sinn und Zweck, die von keinerlei Interesse für Sie sind.

Ich weiß auch nicht.
Zurück bin ich ja schon länger, angekommen aber noch nicht. Deswegen hier auch nie was Neues.
Ich habe zwar beschlossen, den Ereignissen von dort nicht zu viel Raum einzuräumen, das klappt auch ganz gut, aber hier titsche ich wie so ein Flummi rum, nur nicht so schnell, weil immer noch Rücken, aber doch relativ sinnlos.

Autofahren ist gefährlich dieser Tage, ich weiß auch nicht, warum ich neuerdings keine Geschwindigkeiten und Absichten der anderen Verkehrsteilnehmer (oder auch parkenden Autos) mehr einschätzen kann.

Auf Arbeit durch die Bank friedlich bis freundlich (toi toi toi), wofür ich dankbar bin. Allerdings verbringe ich alle Tage auf Besprechung nach Besprechung nach Besprechung und weiß in der Regel nicht mehr was in der Besprechung vor dieser Besprechung besprochen wurde. Da macht es im Grunde auch nichts, daß vorgestern das Leitungsteam eine Besprechung abgehalten hat, und vergessen hat, mir Bescheid zu geben, obwohl ich nur ein paar Meter weiter saß. Ich habs nicht gemerkt. Die auch nicht.

Die beiden neuen Firmen gehen gut voran, was aber nur an der Partnerin liegt, der ich mit großen Augen zuschaue, wie sie mir ihren neuesten Stand darzulegen versucht. Naja, vielleicht Zeit für eine Übung im Kontrolle abgeben. Aber es tut mir schon leid, sie da so allein zu lassen. Dabei bin ich gar nicht so müde, nur verwirrt.

Geld fließt mir aus den Händen wie sonstwas, hier ein paar Tausend für das Haus, in dem ich nie mehr wohnen werde, dort ein paar Hundert für die neue Firma, und wo ist der Rest eigentlich hin?

Kaiser’s haßt mich. Kaum habe ich ein paar Lieblingsprodukte, werden die aus dem Sortiment genommen. Wie die leckeren Schweizer Sesamstangen. Meine Sorte Chips gibts auch nicht immer, aber alle andren doch. Morgen muß ich mir mein Müsli mit Joghurt machen, den ich gar nicht mag.
Beim Wein ist es ganz schlimm, diesen leckeren neuseeländischen Weißwein Fern-irgendwas, selbstverständlich gibts den nicht mehr. Kann allerdings auch sein, daß ich die Weltvorräte ausgetrunken habe, so wie damals bei dem ’93er Albali. Der war auch irgendwann alle.
Und der kleine Frodo-Kassierer hat sich gestern den Arsch abgeflirtet bei dem sportlichen Homopärchen vor mir, und mich hat er dann gesiezt. Pff, Flittchen!

Eigentlich hätte ich ja den sexbesessenen Italiener noch in der Hinterhand, den von vor ein paar Jahren. Der kommt bei Gayromeo immer noch mal vorbei und fragt, wie es denn mit Ficken so ist. Treue Seele, das. Dem ist es egal, wie kompliziert man ist, oder wie fett, und wie zippig man sich anstellt, der hört eine Weile zu und dann dreht er einen einfach um und tut das was er eben tut. Der will einfach nur Arsch. Eigentlich ganz praktisch, um die jahrealten Spinnweben meines (nicht vorhandenen) Sexlebens wegzufegen, aber ach ich weiß nicht. Tomorrow is another day, Scarlett.

Besonders auf den Sack gehen mir mitfühlende Menschen mit Ratschlägen, oder noch schlimmer, welche sich SORGEN machen. Ich will nicht immer auch noch hören, daß ich für allen Mist selbst verantwortlich bin, obwohl ich das weiß. Was mir nämlich keiner sagen kann: woher nehmen, wenn nicht stehlen?

So, jetzt wissen sie Bescheid. Gell, das will keiner wissen!? Pech, jetzt wissen Sie’s.
Confessional Pottery from inside Lucky strike, so you don’t have to be.

P.S. Wenn ich jetzt ein Dichter wäre, dann hätte ich daraus ein 20-Seiten Epos oder einen 1500-Seiten-Roman gemacht, wie T.S.Eliot oder James Joyce, und mit allerlei mythischem und literarischem verbrämt. Die sitzen bestimmt immer noch in der Hölle der Kanondichter und lachen sich tot, wie die Leute sich beim Interpretieren einen Wolf holen…

Venus???

“Steinzeit-Sexsymbol betört Forscher” titelt wie immer ganz altmänneraufgeregt Spiegel Online
“Auffällig ist die extreme Betonung der Brüste und der Vulva, während Gesicht und Beine kaum ausgearbeitet und stark verkürzt dargestellt sind.”

Au Mann, man sieht doch ganz klar: es ist ein Hähnchen mit Titten dran, doh!
Mal einfach beim Texten und/oder Forschen beide Hände über der Tischkante, würde helfen.