Archiv für den Monat: Januar 2010

She made my Day

Ausnahmsweise mal Abenddienst auswärts geschoben, relativ übellauning deswegen.
Schiebt sich eine korpulente ältere Dame, die grade bei mir am Ausgabetisch war, mit sichtlicher Mühe samt Krücke durch die Menschentraube zurück in meine Richtung.
Ohgott, Reklamation, denke ich noch, aber die gute Frau fragt: Sind Sie von (dieser Firma)?
Ähja, murmle ich.
“Ach, ich liebe (diese Firma), so nett und bequem und es klappt immer alles so gut, das finde ich so toll, ich bestelle immer alles bei Ihnen!”
Da hat sich das doch schon gelohnt, am Wochenende Extradienst schieben – ist ja immerhin (meine Firma).

Warum ich nie wieder Gayromeo nutzen werde

“Sklave sitzt nacktärschig und p*mmelfrei mit kurzem, bauchnabelfreiem Strafhemd am PC”
schreibt ein 59-jähriger, der mich täglich liebevoll besucht.
Das Schlimmste: er ist auch noch aus Köpenick. Bjäh!

Ein anderer sucht nach eigenem Bekunden “GENSEITIGES ABWICHSEN (wenig erfahrung) ” Naja, ist wohl Mikrobiologe. Dem würde ich raten, erstmal ein schönes Bad im Genpool zu nehmen.

Frechheit!

An die senkrechten Schlaffalten, die sich über den Tag mittlerweile auch nicht mehr komplett aufploppen, hatte ich ja jetzt genug Zeit mich zu gewöhnen.
Jetzt hab ich neuerdings auch welche an meinem Dekollete. Eine ausgewachsene Frechheit!

Schlaffalten, häßliches Wort. Vorne schlaff, und hinten alten.

Taschenofen

OMMMMM- holen Sie doch mal tief Luft. Nochmal, ganz tief, in sich hinein. Augen schließen. Wir machen jetzt eine kleine Reise, und machen uns das schön, kennen Sie doch, müssen wir doch eh immer.
Also:

Klebrig wachen Sie auf, das dünne Laken schweißgetränkt. Schon am frühen Morgen 25 Grad, set Tagen, ach Wochen, wo soll das noch hinführen?
Nackt gehen Sie auf den Balkon, auch hier kein Lufthauch, kein Windchen. Ins Bett kamen Sie erst gegen 4 Uhr morgens, zu heiß. Die Zeit bis dahin haben Sie zuerst in der O-Strasse vor dem Roses verbracht, mit fast nichts am Leib außer Shorts, weitem Hemd, FlipFlops und einem Caipi.
Zuhause ist die Wohnung noch zu aufgeheizt, also noch einen spanischen Weißwein mit viel Eis, oder zwei.
Zum Frühstück nur enen gut gekühlten Apfel, kein Kaffee, man will den Kreislauf ja ncht unnötig anheizen.
Die Dusche auf kalt, und nicht abtrocknen, sondern sich nass in den lichten Schatten auf den Balkon setzen.
Heute auf keinen Fall Unterwäsche. Aus dem Hemd noch die Ärmel rausschneiden, die Baggy Pants, FlipFlops. Herrlich, so ein Leben mit nur 3 Kleidungsstücken.
Beim Öffnen der Haustür schlägt Ihnen die Stadt mit über 30 Grad entgegen, stickig und staubig steht die Luft, der Verkehr ist zähflüssig. Ein junger Mann fährt mit nacktem Oberkörper, nur mit einer leichten Schweißschicht bedeckt, auf dem Fahrrad an Ihnen vorbei.
Auf dem Weg ins Büro viel freier Blick auf pralle Waden und Einsicht auf stramme Männerbrüste. Puh, ist das heiß! Atmen fällt schwer, und nass ist man auch schon wieder.
Im Büro steht die Luft, die Brühe rinnt nur so an einem runter, es hilft nichts, Füße in einen Eimer mit kaltem klaren Wasser.
Es hilft nix, die Stadt brütet, die Hitze brüllt, kein laues Windchen – also besten Freund geschnappt, raus aus dem Büro, Zwischenhalt Tanke, eisgekühlten Weißwein, an den See – Boote aufpumpen, Luftmatratzen, raus, ankern, und dann ab ins Wasser, nackt, und dort bleiben. Über Stunden.
Wenn es dann dämmert, und ein wenig frisch wird, wieder zurück in die Stadt, der warme Fahrtwind fühlt sich im Cabrio an wie Kalifornien. Gegen das Brüllen des Fahrtwinds kann man herrlich ansingen.
In der Stadt steht die Luft immer noch wie Aspik, Staub legt sich auf die feuchte Haut, also bleibt Ihnen nichts übrig, als im festlich indsch geschmückten Garten vom Mirchi noch was sehr Scharfes zu essen, und dann den Abend vor den Bars auf der Straße mit kalten Getränken zu verbringen. Die Hitze und die Nacktheit auf der Straße und die Erinnerung der Wellen auf der Haut macht lüstern, aber es ist viel zu schwül, etwas dafür oder dagegen zu unternehmen, also genießt man den Zustand.
Gegen 2 Uhr kommen Sie zu Hause an, aber das Bett ist noch viel zu warm, und ab hier können Sie wieder von oben anfangen zu lesen.

Vielleicht hören Sie dazu noch Fieber von Peter Fox. Oder von Bébé den Ska de mi Tierra (La Tierra tiene Fiebre!)

Na, hats geholfen?

Menschen in Aspik

aspik

So kaltes Wetter ist zwar unglaublich gut für meine Laune, aber nicht gut für irgendwelche Aktivitäten, ganz zu schweigen von irgendwelchen sozialen. Freitag abend bis Montag mittag bin ich aus der Welt, und wenn ich mich Freitag abend nicht überwunden habe, dann schaffe ich es definitiv auch Samstag nicht, Lebensmittel zu besorgen. Gut, daß der Spätkauf nebenan so ein phantastisches Weinsortiment hat, vor allem Spanier, rot und weiß. Und die Liste derer, bei denen ich mich immer schon mal zurückmelden wollte, ist schon so lang, da ich sie jetzt einfach mal wegschmeiße.
Winterschlaf. Kältestarre.

Art imitating Life

Erst neulich habe ich mich hier drüber ausgelassen, wie praktisch doch Serien so als Ersatz-Leben sind, man kann alles mögliche erleben, ohne selbst ran zu müssen.

Leider aber sind die jeweiligen 5. Staffeln von Desperate Housewives und Grey’s Anatomy unglaublich langweilig. Lieber Marc Cherry, es ist schade, daß du wohl vergessen hast, was die simpelsten Charaktereigenschaften deiner Figuren waren, sonst würdest du sie nutzen. Die arme Lynette! Die arme Bree! (Die anderen sind mir eh relativ egal) Und auch -zig Gaststars reißen es nicht wirklich raus, denn sie stechen aus dem Einerlei heraus wie Überlebende in einem Massengrab.
Von Grey’s braucht man gar nicht anfangen, jede/r hat schon mit jeder/m und das Karussell dreht dennoch müde und desinteressiert immer wieder die selbe Runde. Und es gibt wirklich keinen Grund, sich das anzusehen, wenn man nicht mal alle 10 Minuten Eric Dane nackt zu sehen bekommt.

Wenn also die künstliche Kunst anfängt, langweiliger als mein eigenes Leben zu sein, dann kann ich auch anfangen, mich damit zu beschäftigen. Ich könnte mir z.B. lustige Gesichter auf meine Zehen malen und damit wackeln.

Out-of-my-Face-Book

Liebe Freunde, werte Herrschaften und Kollegen,
nein, ich möchte Sie nicht bei Facebook sehen oder treffen.
Ich habe so gut wie jeden Tag genug Kommunikation, meist sogar mehr, als ich ertragen kann oder möchte, und ebenfalls mehr als genug Information, aller Arten.
Meine 3-8 realen Freunde reichen mir aus und ich würde sie um nichts in der Welt gegen 587 virtuelle tauschen.
Mit meinen Daten und Vorlieben versuche ich digital sparsam umzugehen und verschwende sie eigentlich nur hier und in der blauen Welt.
Auch mein Selbstdarstellungsdrang ist eher gering ausgeprägt und reicht mitunter nicht mal mehr für hier.
Im übrigen schätze ich es auch gar nicht, wenn Sie meine Mailadresse so großzügig an verschiedene Online-Community-Portale verteilen, damit diese mich in regelmäßigen Abständen mit Einladungen nötigen und nerven.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Och nöööh!

Schon wieder Schnee, noch mehr Schnee…!
Kinners, es war wirklich schön und außergewöhnlich und romantisch und so, aber jetzt bekommt es einen Hauch Shirley MacLaine, man muß auch wissen, wann man aufhört.
Mir wäre jetzt mehr nach Schneeglöckchen, Kroketten, Primeln, Narzissen. Echt!