Archiv für den Monat: März 2006

senta berger empfiehlt

‘einen Spaziergang durch die vielen interessanten Hinterhöfe in Berlin. Da bekommt man ein gutes Gefühl für die proletarische Vergangenheit der Stadt. Für mich ein gutes Zeichen der proletarischen Verwandtschaft meiner zwei Städte, Wien und Berlin.’ (tip nr. 7)

Auch wenn ich Frau Berger spätestens seit der flotten Gerti sehr charmant finde, und sie natürlich machen kann, was sie will, würde ich mich doch sehr wundern, wenn ich sie gleich bei mir im Hinterhof finden würde, wie sie in unserem ungetrennten Hausmüll rumwühlt.

gewonnen!

Gestern war ich kegeln und habe tatsächlich was getroffen: ein paar Kegel mitunter und ein paar janz reizende Menschen, die mit mir und Herrn Glam das schmucke Nachkriegsambiente teilten. Leider hab ich in der ganzen Aufregung vergessen Fotos zu machen, aber Miss Mai , die genauso elegant und besonnen kegelt wie sie bloggt, war so gut – bin gespannt.
Zum Ambiente sei so viel gesagt, daß Glam und ich versuchten, die vorderste besonders gesichtstötende Neonröhre auszuschalten, damit aber die gesamte Hightechnik der Kegelbahn lahmlegten.
Frl. Cassandra entdeckte indes einen sogenannten Notausgang mit Treppe, allerdings trauten wir uns nicht nachzuschauen, es sah nämlich sehr danach aus, daß dort immer noch Menschen hocken, wegen der Luftangriffe vor 60 Jahren. Wenn ihnen keiner Bescheid sagt und sie immer nur das Donnern und Grollen von oben aus der Kegelbahn hören, wie können Sie ahnen, daß es oben tatsächlich Bulletten und Kartoffelsalat aus dem Eimer gibt?
Nach dem Aufwärmen gings beim Tannenbaum gleich schwer zur Sache, und verwunderlich oder auch nicht, wie sehr spannend es wurde. Herr Brachialregierung zeigte der Gegnermannschaft, daß man auch so ganz doll rumbollern kann, und man nicht immer auf die Kegel halten muß, wenn er die dann aber traf, dann auch immer gleich alle Neune (3x!!!), und er widerlegte auch gleich das sowieso schwächliche Argument von Frau Engl (ist das richtig so?) daß auf deren Bahn keine Neunen gingen.
Gegen Schluß wurde es dann noch sehr spannend, und Frau Frank (sehr sportlich!), Wortschnittchen (sehr schnittig!), Frau Schnatterliese, Herr Raketenprinz im schneidigen Sportanzug gaben ihr Äußerstes, Herr Jochen sogar so sehr, daß ihm die Hose platzte, ja hintenrum. Und nein, ich sach jetzt nix naheliegendes.
Der Don fand heraus, wie man es schafft, absichtlich (!) nur eine Kugel zu treffen, eine Technik, die von Frl. Modeste aufs Feinste verfeinert wurde. Ruhige Kugel, sagich nur.

Also ein sehr schöner bunter Abend.
Gelesen wurde übrigens gar nichts. Nicht mal die Anleitung der Kegelbahn.
Und mir ziept es an der rechten Sehnenscheide, an der rechten Pobacke, und im Genick. Hat sich also voll gelohnt!
Schön, daß ihr alle da wart!

kegeln! bloggerkegeln! hilfe!

Morgen ist Bloggerkegeln! Oh weh! Die Creme de la Creme des Blogwesens gibt sich ein Stelldichein, und macht sich ganz unleserlich ohne Lesen zum Horst. In der Urbanstraße, die ihren Namen völlig zu Unrecht trägt. In einem Schuppen, in dem man nicht mal völlig blind sonntags morgens mit 10,8 Promille stranden will… Neukölln Ultra halt. If you can make it there, you’ll make it anywhere.
Was zieht man denn da an? Brauche ich Fallschirmseide? Soll ich mich wirklich trauen, in DEM Laden was zu essen? Oder doch lieber nur trinken? Ganz viel am besten? Vielleicht schon vorher anfangen?
Und was ist wenn ich gar NIE was treffe?
Und das dann noch in so erlauchter Gesellschaft!

Weiß jemand wie das geht? Muß man da nicht immer so Mannschaftsspiele machen? Eins kenne ich: Tannenbaum oder so heißt das. Das sieht so aus:
9
8 8
7 7 7
6 6 6 6
5 5 5 5 5
4 4 4 4 4 4
3 3 3 3 3 3 3
2 2 2 2 2 2 2 2
1 1 1 1 1 1 1 1 1
Und dann gibts zwei Mannschaften, die müssen das abkegeln, bei einem Treffer wird ne 1 gestrichen usw. Und welche Mannschaft zuerst fertig ist, die haben gewonnen. Brauchen wir da nicht nen Pokal? Und sollen wir für mich nicht ne Reihe Nullen untendrunter machen?
Au wei. Mannschaften. Wählen. Traumatisch.
Glam, Glam, was haben wir uns da eingebloggt, äh -brockt…
Liebe Bloggerkollegen, wollt ihr nicht doch lieber ne Lesung machen..?

kalt erwischt, wieder mal

Laß mich bei dir sein, so nah bei dir sein,
daß dein Atem meiner wird,
dein Gesicht verschwimmt, alle Ängste nimmt,
und dein Mund bestimmt die Zeit.
Nur ein Spiegel sein, ohne ich zu sein,
mich verliern in deinem Arm.

Wortlos zu verstehn, dich nur anzusehn,
und zu wissen, du bist da.
Dir so nah zu sein, so vertraut zu sein,
daß kein Laut uns mehr erreicht.
Deine Stimme hörn, nichts mehr zu begehrn,
wenn dein Lächeln mich umarmt.

Laß mich bei dir sein, so nah bei dir sein,
daß dein Atem meiner wird.
Wenn der Tag beginnt, uns die Stille nimmt,
ist die Nacht schon nicht mehr weit.
(Hildegard Knef)

Hach! Hilde, war das nötig? Mußtest Du mir mitten an diesen trüben Samstag ne Träne übers Gesicht treiben?
Aber ein wirklich schönes zartes Gedicht, und ausnahmsweise auch schön und zart gesungen von Dir. Danke!
Trotzdem muß ich in meinen I*tunes mal dringend eine Abteilung ‘Giftschrank’ einrichten, denn jetzt spielt es auch noch ‘My first Night without you’ von Ms. Lauper hinterher. Das geht doch nicht, ich müßte doch noch einkaufen, aufräumen usw, ihr könnt mich doch nicht am hellichten Mittag schon kegeln…

‘seltsam, das weinen am morgen’ (caven)

Edit: Gerettet – Es folgte: Violent Femmes – Add it Up: ‘Why can’t I get just one Kiss – why can’t I get just one Fuck…’
Kein Wunder, daß es es keiner mit mir aushält…

reduce to the max

Zu schicker flotter 60′s Big-Band Begleitung singt eine hoffentlich zumindest von ihrer Famile unvergessene damals junge Dame namens Ulla Nielsen:

Ich – dich lieben?
Du – mich lieben?
Morgen – vorbei!

Ich – dich küssen?
Du – mich küssen?
Darling – Goodbye!

Heute glücklich
Morgen traurig
Übermorgen liegt weit.

Ich – dich lieben
Du – mich lieben?
Heute ist heut!

Da kann man sich ja manch langwierigen, ausufernden Herzschmerztext glatt sparen…

sex am sonntag: nacktschnecken & spermatausch

Sag noch einer, Wissenschaft kann nicht spannend sein und gleichzeitig für große Erheiterung sorgen, jedenfalls bei mir. Eine guggl-Suchanfrage bez. ‘Nacktschnecken’ auf meinem Blog zeigte beim Nachverfolgen auch dieses Suchergebnis:
neonfarbene nacktschnecken
“Kurz zusammengefasst lautet sie: Zwitter, die nicht stets beide, sondern für eine gewisse Zeit immer nur eine ihrer beiden Geschlechterrollen ausüben können, müssen Fairness und geschlechtliche Gleichberechtigung verlangen. Das sieht dann etwa so aus: Wenn gerade ein deutlicher Vorteil darin besteht, nur Weibchen zu sein, dann sollten beide Partner zwar auch Spermien empfangen, dafür aber beide eben immer auch Spermien geben müssen – ein Samenhandel, auf gut biologisch “sperm trade”. Nicht einer, sondern beide Partner stocken dabei wunschgemäß einen Spermienvorrat auf, der außer zur Befruchtung der eigenen Eier noch zu allerlei weiteren Zwecken herangezogen werden kann, etwa als Nahrung. Oder als Probe, die mit Spermien anderer Begatter qualitativ verglichen wird – die minderwertigen werden dann nicht zur Befruchtung zugelassen, sondern entsorgt.”

Das hab ich doch so ähnlich auch schon an manchen dunklen Orten beobachtet? Wenn die Teilnehmer dort auch nicht so schön im dunklen leuchteten wie diese:
1010nacktschnecke

Dabei können die Tierchen sogar vorgetäuschte Orgasmen erkennen und bestrafen:
“Fairness, also energiezehrend Spermien zu geben, wenn man eigentlich gerade lieber nur Spermien bekommen würde, ist schließlich irgendwie auch unnötig anstrengend. Also dürften manche Schnecken zu tricksen versuchen und beim Tête-à-tête selber kräftig absahnen, während sie eine eigene Spermienübergabe nur antäuschen. In einer wohl balancierten Evolutions-Gemeinschaft sollten Gegenmaßnahmen solche gemeinschaftsschädigenden Egoismen wiederum in Schach halten. Etwa dadurch, dass bei der wechselseitigen Begattung eine nur angetäuschte Spermienübergabe erkannt und sanktioniert wird. (…) Hier merkten die umsonst auf Spermien hoffenden Partner sehr schnell, was gespielt wurde, ließen es bei durchschnittlich der Hälfte der wechselseitigen Kontakte bewenden und führten ihre Penisse deutlich seltener ein als der täuschende Partner.
Wieder was gelernt, und das am Sonntag, noch vor dem Frühstück! Sielmann, go home!

winterspell

M für März wie mühsam
F für Februar wie furchtbar fies
J für Januar wie jämmerlich
D für Dezember wie deprimierend
N für November wie niederschmetternd.

Ich freu mich auf A für April wie Auferstehung und Ab geht die Post.