Archiv für den Monat: September 2005

ich liebe…

…getränke hoffmann. nicht nur weil die oft das angebot mit dem leckeren sekt haben, 6 flaschen codorniu zu 25,-,nein.
auch nicht, weil die verkäuferin, die mit leichtigkeit ines schreibers tante sein könnte, mir immer noch kisten vom sekt aus ihrem privaten stash verkauft, wenn das angebot schon vorbei ist. nein.
sondern, weil auf der abbuchung dann immer erscheint:
G.Hoffmann. g-punkt hoffmann!
falls also jemand noch nicht wußte,wo sich mein g-punkt befindet, dem sei es hiermit verraten.

mitfahrgelegenheit zur hölle 1989

zur zeit bloggen alle, daß sie ihr auto stehen lassen. das würde ich nie nie tun. zum teil aufgrund trsumatischer erlebnisse wie diesem.
vor langer langer zeit, als berlin-west noch eine insel im roten osten war, begab es sich, daß der lucky mal dringend nach westdeutschland, wie man damals noch sagte, mußte. da der lucky damals noch gar kein geld hatte und es auch noch solche sachen wie ‘trampen’ gab (tut das heute noch jemand?), buchte er sich über die mitfahrzentrale eine mitfahrgelegenheit.
diese entpuppte sich leider als ausrangierte bullenwanne, mit 8 mitfahrern, die hinten auf den holzbänken quer sitzen mußten, da wo man vorher die steinewerfer vom 1.mai verhört hatte. stilecht berlin vor mauerfall also, und entsprechend ungemütlich.
leider begab es sich, daß der auspuff kaputt war, und die wanne nur 80 km/h fahren konnte, bei entsprechendem getöse, und das bei einer strecke von 700 km, die vor uns lag.
noch leiderer begab es sich, daß einer der mitfahrer ein schizo inmitten einer hochgradig paranoiden phase war, der nicht nur alle mitfahrer mit seinen meist erstaunlich hellsichtigen erkenntnissen über seine mitfahrer ungewollt erleuchtete; nein, er hatte auch etwas gegen die sonnenbrille des fahrers, weswegen er auf dem transit (man erinnere sich: feindesland, auf dem man auf gar keinen fall anhalten durfte) immer mal ins cockpit sprang, um selbige aus dem gesicht des fahrers zu reißen.
auch verfügte er über einen ausgeprägten freiheits- und abenteuerdrang, der dazu führte, daß er bei jedem stopp im intershop verschwand und wir ihn dringend suchen und einfangen mußten, denn man konnte nicht mit weniger passagieren aus der ddr ausreisen, als man eingereist war, genauso wenig,wie mit zuvielen passagieren.
war leicht anstrengend und aufreibend.
deswegen haben wir unseren hellsichtigen mitfahrer auch gleich in helmstedt vom krankenwagen abholen lassen.
danach ging es vergleichsweise ereignislos weiter, und nach nur 15 stunden hatten wir die strecke berlin-köln überwältigt, und ich mußte nur noch die nacht auf dem bahnhof zubringen, weil alle anschlußzüge natürlich schon weg waren.
deswegen würde ich nie nie nie wieder mein eigenes auto stehen lassen, niemals jemand mitnehmen und da zur not sogar noch eher mit der bahn fahren oder fliegen.
aber heute ist ja auch 2005 und nicht 1989.

ein stöckli…

ein gewisser rosa schweizer blogger hat mir ein stöckli geworfen und nun muß ich wohl mal wieder ran….

1. Eine Sache die du heute tust, von der du mit 16 nie gedacht hättest, dass du sie jemals tun würdest:

gehofft hatte ich es, aber nicht zu träumen gewagt: heutzutage habe ich mitunter mal sex, obwohl mein damaliger hormonpegel (und meine figur) da sicher mehr für gemacht gewesen wäre…

2. Das letzte, was du gekauft hast, ohne dass es irgendeinen Sinn gehabt hätte:

ein überkreuz-netzwerk-computerverbindungskabel (wasweißichwiedasheißt), in der absicht, die sachen von meinem alten auf meinen neuen rechner rüberzuretten – als ob ich sowas überhaupt auch nur peripher hinbekommen könnte….

3. Einen Spitznamen von dir, den heute niemand mehr verwendet / kennt:

ich habe nie wirklich einen bekommen, außer ‘engelchen’ (das waren damals meine warholschen 15 minuten ruhm) und den benutzen heute aus gegebenen gründen nur noch einige wenige leute

4. Ein großes Ziel in deinem Leben, das du noch erreichen willst:

hmmmmh? ein haus? ein kind? reich werden? ein haus!

5. Den größten Unsinn, den du als Kind gebaut hast:

wir haben immer gerne brennende kohleanzünderwürfel an exponierten stellen im dorf verteilt, und eine nachbarin hatte um ein haar eine epiphanie, als sie das große steinerne dorfkreuz in flammen sah… (damals wußte ich noch nix vom klu-klux-clan)
weniger mystisch sahen das andere nachbarn, deren großer dicker fetter misthaufen beim selben experiment leider aus versehen ziemlich heftig abbrannte…

6. Ein aus heutiger Sicht vielleicht peinliches Poster, das du in deinem Zimmer hängen hattest:

poster hatte ich glaub ich nie, aber ich hatte anfang der 80er häuser und bäume aus …ähem… SALZTEIG an den wänden gacker

7. Dein größter “Medienauftritt” (Fernsehen, Zeitung, Radio etc.):

die BZ mußte die unterschrift eines bildes, das sie von mir abgedruckt hatten, widerrufen – das ist doch was! das kriegt nicht jeder!

8. Vereine in denen du als Kind Mitglied warst:

ähem… ich war im bund für vogelschutz…. kräusel….

9. Dein aktueller Lieblingswitz:

ein cartoon: ein mann steht versonnen betrachtend mit auf dem rücken verschränken händen vornübergebeugt 2 m links vom fenster.
Unterschrift: ‘auf dem parkplatz vor dem blindenheim war wieder viel los’

10. Woher du die Person, von der du dieses Stöckchen bekommen hast, kennst:

ein netter rosa mensch, den ich nur hier vom bloggen (nicht?) kenne, und schweizer sind ja immer so scharmant.

und damit geht das stöckli weiter an glam und ereignishorizont – wenn ihr wollt… ihr müßt natürlich nicht!

milde menschen, viele treppen, ein friedhof der freuden, eine transsexuelle namens jacqueline und mal wieder die visa-notnummer

lisboa – gut fürs herz, fürs auge und fürs gemüt. und für die waden.
über die stadt muß man gar nicht viel erzählen – einfach wunderschön, und um jede ecke tut sich eine neue pittoreske ansicht auf – wenns nicht so peinlich wäre, müßte man glatt aquarelle malen…
und obwohl ich wadenweise sehr gut, fast fußballermäßig reich beschenkt bin, bekam ich doch mächtig muskelkater – wenn man den ganzen tag mit flipflops die ganzen treppen rauf und runter muß…
ich mag halt einfach malerisch verfallende ehemalige größe – dort ist mein gemüt zuhaus – und das hat NIX mit meinem alter zu tun!

die menschen: milde, zurückhaltend, und schön. eine ganze woche keine aggro und kein mackertum – wenn man wie ich in berlin-kreuzberg wohnt, weiß man das zu schätzen. ich hätte 40% der passanten vom fleck weg heiraten können (nein, ich habe mich nicht zum horst gemacht – hätte ich mal!)

eine totenstadt im westen – eine ganze stadt aus gräbern namens Cemiterio dos Prazeres (Friedhof der Freuden): totenhaus an totenhaus in weiß, mit je drei nischen rechts und links, darin jeweils ein sarg, mit einer verrottenden decke bedeckt. in den särgen, das sieht man, wenn man dann doch mal genauer hinlugt, ist eine zinkwanne mit den toten drin – nicht appetitlich, und wenn auch augenscheinlich luftdicht verschlossen, so riecht es doch was moderig… und wenns dann richtig durchgerottet ist, wird der ganze kram dann durch ein loch im boden weggekippt, und das sieht dann auch nicht lecker aus.

schwules ausgehen übrigens ist auch nicht so sehr zu empfehlen, nicht nur wegen der mumien, ein club war wie die dorfdisco meiner jugend (wußte gar nicht, daß es tatsächlich ein refugium für homo-house mit den dazugehörigen schreienden sängerinnen gibt), und so viele cubs und bären hab ich schon lange nicht mehr gesehen. aber vielleicht liegt das dran, daß ich in berlin da eben auch nicht hingehe. sahen aber auch wie touristen aus.

ein anderer club dagegen war lustig, so groß wie meine nicht kleine küche, aber mit mndestens 300 leuten drin, einer klassischen travestieshow (ohjah!) um 2 uhr, und sehr vielen hübschen menschen, die auch tatsächlich flirten, und einen beherzt anfassen, wenn sie vorbei wollen, und bei der gelegenheit auch noch mal sonst manuell mal hier und da was nachprüfen. da hat mich dann eine transsexuelle brasilierin namens jacqueline adoptiert, deren brüste naturgemäß, aber leider deutlich wahrnehmbar jünger waren als die gegend um ihren mund. so nett sie auch war, habe ich mich bald verdrückt, weil ihre aussprache mir dann doch zu feucht war…
mit ein paar hübschen jungs getanzt, und dann festgestellt, daß geld und kreditkarte weg sind, und dann mit 28,5 promille zuhause die karte sperren lassen – das muß man ihnen lassen, die leute bei visa sind da gut drin, haben mich verstanden – oder sie kennen mich schon, hab das dieses jahr ja schon 3x machen müssen….

jetzt bin ich dran!

the summer has ended and we are not yet saved.
deswegen wird es zeit für mich, auch endlich in urlaub zu fahren, wenn auch nur kurz.
ich habe ja schließlich auch den ganzen sommer hier stellung gehalten!
und ich danke meinem freund paula sau (ja so heißt das) daß er mich im juli schon gezwungen hat, den flug zu buchen, denn sonst wäre er längst weggeschmolzen, der urlaub, wie butter in der sonne.
so aber heißt es – wenn auch nur für eine woche: lissabon, ick komme!
bis bald!