Archiv für den Monat: März 2012

Raucherpause

Gestern aufs Beste versackt in einem Frühlingsabend am Kotti.

Jetzt warte ich drauf, daß ich grade mal keine Zichte anhabe, um mich anzuziehen, das Auto irgendwo einzusammeln und Einkäufe zu erledigen.
Seit Stunden schon, so wird das nix.

(Nackt gebloggt. Nein, das ist nicht so attraktiv, wie Sie sich das vorstellen.)

Cutie Overload

Als ich heute aus dem Haus gehe, kommt eine afrikanische Hochzeitsgesellschaft aus dem Standesamt gegenüber, die Männer schick geschniegelt in schwarzen Anzügen, die Frauen in großen bunten afrikanischen Kleidern, die Braut strahlend mit Riesenblumenstrauß, ich lächle sie an und sie strahlt doppelt zurück.

10 Meter weiter ein Kinderladenausflug, 3jährige aus aller Herren Länder, braune, schwarze, weiße, gemischte, arabisch, deutsch, asiatisch. Artig halten die Kinder sich in Formation an den Händen, und alle plappern ganz aufgeregt durcheinander.

Meine Güte, bin ich hier in Disneyland, und gleich kommt noch jemand mit einem Korb neugeborener Kätzchen rum, denke ich noch, und sehe zu meiner Beruhigung mir entgegenkommen zwei typisch verbuckelte, grauschwarz gekleidete Kreuzberger Gestalten. Die sich beim Näherkommen als ein Pärchen von zwei Mongoloiden entpuppen, die händchenhaltend lächelnd in die warme Frühlingssonne blinzeln.

Hab ich schon mal gesagt, wie sehr ich es liebe, in Berlin zu leben?

Alles von Dir

Und da gibts noch den Hunk in der Firma, so stramm, so saftig, so knackig, so Testo, so – hargh, daß ich ihn kaum anschauen kann. Er ist nicht wirklich schön, aber reizend, charmant, komplett offen, er hat das Lächeln von Ewan McGregor, und eben – hargh. So einer, der sich seiner Körperlichkeit und Wirkung so un/bewußt ist, daß er sich oft zu nah zu einem stellt, ohne sich über die Auswirkungen klar zu sein. Und trotz des Hulkseins ist er Waldorfschüler, das kriegt man im Leben nicht raus. Sagte ich schon: reizend!

Ich habe ein nicht unverkrampftes Verhältnis zu ihm, (s.o.) und außerdem hat er (eine anscheinend schroffe) Frau und zwei Kinder.

Jedenfalls, neulich, ich komme grade ins Büro, und er kniet sich vor mir auf den Boden. Um sich die Schuhe zuzubinden, was dachten Sie denn!? So eine Geschichte wird das nicht, jedenfalls nicht außenrum! Und fängt schon mal an zu reden, du brauchst jetzt sicher meine Studienbescheinigungs und die Schichtwünsche und (…) (ich hab nicht wirklich zugehört)

“Ich brauche ALLES VON DIR” entfleucht es mir komplett unwillkürlich und ich erstarre.
“Huh?” sagt er und sein Blick und ein verunsichertes McGregor in seinem Gesicht sagen mir, daß er GENAU verstanden hat, was ich meinte.
“Studienbescheinigung, Stundenwünsche und die Krankschreibung von neulich, auf die warte ich auch schon länger, und den Dienstplan mußte ich ja sogar jetzt schon ohne dich machen!” flüchte ich mich in eine strenge Cheflichkeit, die, fürchte ich, mir arg mißlungen ist.

Wurstlippe

Ich hab es langsam satt, Schauspielern zuzusehen, die sich ihr Hauptwerkzeug, das Gesicht, so kaputt operieren haben lassen.
So wie gestern, Trespass, mit Nicole Kidman und Nicholas Cage. Eigentlich ein ausreichend spannender, brutaler, temporeicher Thriller für einen Dienstag abend. Wenn das mit der Chirurgie nicht wäre.

Und, man könnte dem Film vorwerfen, daß der schönste Mensch den Großteil des Films vermummt zubringen (Cam Gigandet!) während die Leistungsschau der Schönheits(?)chirurgie ihre nicht nur durch die filmischen Brutalitäten zermalmten Gesichter dauernd so in de Kamera halten dürfen.

Cage sieht mittlerweile aus wie ein Fleischkissen, auf dem eine sehr dicke Frau oder ein sehr dicker Mann, da wollen wir mal nicht so sein, sehr lange drauf gesessen hat, und als sie ihm die Zähne neu gemacht haben, haben sie wohl die Zwischenräume zwischen den Zähnen vergessen.

Nicole dagegen hat es mit dem Botoxen jetzt raus, ein bißchen Augenbrauenbewegung geht jetzt, und sie wirft sich auch ganzkörperlich ganz großartig in die Action. Hitchcock wußte, daß er an was dran war, als er entdeckte, daß es nichts spannenderes gibt, als wenn eine kühle schöne edle blonde Frau ein wenig oder ein wenig mehr gefleddert wird.

Wenn nicht die aufgespritzten Lippen wären. Es sieht dauernd so aus, als ob zwei kalte, rosa Wiener Würstchen oder auch zwei rosa Nacktschnecken mitten im Gesicht tanzend um Aufmerksamkeit betteln. Das hat mir auch schon den ansonsten eigentlich grandios traurigen “Rabbit Hole” völlig verdorben.
Hat sie eigentlich keine Verwandten oder Bekannten oder Freunde, die ihr sagen, wie ekelig das aussieht?

Halleluja!

So, es ist Freitag, die Woche rum und die ganze Scheisse der letzten Monate liegt hinter mir und ist mal wieder ueberlebt.
Ich mach mir jetzt nen bunten Abend mit ner Partyplatte Sushi, Sigourney Weaver in Copycat und spaeter noch ein paar verzweifelten Hausfrauen.
Ihnen auch alles Gute!

Somewhere over the Rainbow???

Wie peinlich ist das denn, in einer durch und durch peinlichen Affäre?
Ich meine, ein anständiger Korrupter würde dafür sorgen, sich heimlich eine Yacht anzuschaffen, eine Flotte fetter Wagen und vielleicht eine kleine Insel in der Karibik, um dann nachher damit und dort seinen unehrenhaft erworbenen Ehrensold zu verprassen.
Und nicht ein oder zwei Mittelklasse-Autos, die nicht mal gut aussehen, einen Urlaub auf Sylt (wie protzig! Sylt! Am Ende hat er dort auch gar Austern gegessen!), ein verschissen spießiges Häuslein mit Vorgarten in einem noch verschisseneren Vorort von Hintersonstwasdorf. Kleindeutsch, spießig.

Aber so klärt sich natürlich auch der vielleicht gar nicht so erstaunliche Musikwunsch zur Verabschiedung: There is no Place like Home, Toto! Kansas, bzw. Kleinhinterschwackendorf, In Sepiabraun statt Technicolor. Und ohne Klitzerklackerschuhe.

Hach

Eine wunderbare Nacht gehabt, ich hatte einen Kerl, so einen Hunk, ein Schrank, ach was, ein Haus von einem Mann, so ein richtiger Mowgli. Und einen ebenso großen starken Hund hatte er auch.
Nicht einen Moment konnte ich die Hände von ihm lassen, als ob ich mich vergewissern müßte daß er da ist, und ihm gings erstaunlicherweise genauso. Egal ob beim Radfahren oder Fliegen. Und er hat mich nach Spanien geflogen und nach Italien, Geld schien er auch zu haben. Und Geschmack.
Toll auch Ihre Blicke, irgendwo zwischen aufrichtigem “Das gönne ich dem Lucky jetzt aber ganz außerordentlich” und blankem Neid. Sie sind ja auch nur Menschen.

Mannmannmann, ich muß gleich sehr sehr aufpassen in der Männerumkleide beim Sport. Nicht daß ich da jemand anfalle in der Dusche, wie peinlich wär das denn!