Kategorie-Archiv: Moments of Pleasure

I know what (and who) I did last Thursday

Wahrscheinlich ist die Casino schuld, als sie neulich schrub, daß sie bei mir vor allem wegen des Liebeslebens liest und ich belustigt meinte, daß das ja dann wohl nicht so sehr ergiebig ist – der Fluch/Zauber hat wohl gewirkt, jedenfalls meldete sich der schon halb vergessene Wüstensohn mit einiger Dringlichkeit wieder, unter anderem wollte er Fotos haben, durchaus auch der explizierteren Art, für sein Sexanbahnungsprofil. Nun könnte man sagen, ach Lucky, wie blöd kann man denn sein, dem jetzt auch noch Fotos für die Partneranbahnung zu machen (und genau das habe ich auch getan) aber a) wars mir einigermaßen wurscht und b) immer noch besser als ein weiterer DVD-Abend (obwohl Homeland eine total tolle Serie ist!) und c) die Fotos hab ich ja dann auch und d) ach, schauen Sie doch selbst:

eyes

Expliziteres würde ich Ihnen natürlich nicht zumuten, aber sagen wir mal, Explizites führte zu Explizitem, und hinterher legte der junge Mann auch noch Wert auf Kuscheln und so weiter. Was soll man sonst noch von so einem hundsgewöhnlichen Donnerstagabend im Dezember wollen?
Ob ich ihn wiedersehe und wann – keine Ahnung, wahrscheinlich schon, auf seine Art ist er ja treu seit 2 Jahren -  man muß die Wüstensöhne nur eben auch ziehen lassen können. Dann kommen sie anscheinend auch immer mal wieder – bin ich eben eine Oase.

Kakophonie der Großstadt

Sitze hier noch in der Restwärme der Großstadt draußen auf der Terrasse, berauscht vom Tag auf dem See, dem Duft der Gardenie, die zum Saisonabschluß nochmal 12 Blüten spendiert und natürlich dem Wein.

Leider leider nicht zur Einladung der Koma und des Grafen geschafft (sorry!), und auch nicht zum Doppelkopftournier im Garten am Ufer am Damm – nach einem so herrlichen Tag auf dem See (ich bin zum allerersten Mal in den mpf-Jahren sogar eingeschlafen auf dem Boot in der Sonne, vom Wind gestreichelt, und nicht mal geschnarcht!) ist es nix mehr mit nochmal nach Hause, frisch machen, andere Klamotten an und dann mit anderen Menschen in deren Realitäten konversieren – der Tag ist schon vollendet.

Jedenfalls sitze ich hier, aus dem Zimmer klingt diverses, gerade eben Hercules & Love Affair nach Fleetwood Mac (Looking out for Love! Uh-Ah!) nach Mary Roos nach Miss Kittin nach Knef, Lucky’sche Mischung eben, von weiter her fliegen Fetzen aus Tempelhof vorbei, Applaus und vielleicht akustische Stückchen von Björk oder Kalkbrenner oder wer grade da auf der Bühne steht, (bei den Ärzten und Hosen neulich konnte man sogar die Moderationen und die Songtexte verstehen), aus dem Hostel unten nebenan singt Lana del Rey Getragenes aus einem Ipod, und eben läßt der alte Öko im Hof mal nochmal Bob Dylan jaulen – wahrscheinlich von Vinyl.

Ein schöner Abend in der Hauptstadt, so mag ich das, so hab ich mir das vorgestellt, so soll das sein.

 

Dufte!

Normalerweise riecht es ja in meiner Wohnung eher nach alten Kippen, nicht runtergebrachtem ungetrennten Müll und möglicherweise muffigen Kissen, aber heute abend kam ich nach Hause und alles duftete wild-wohlig. Zuerst dachte ich, Galina sei zu einem Putzzwischenstopp unter der Woche da gewesen, aber nein, siehe da: Blauregen und Geißblatt legen überraschend und bisher unbemerkt eine zweite Schicht ein, und Oleander, Sternjasmin und Gardenie und sogar die Petunien tun das ihre dazu. Betörend!

So riecht es vielleicht, das gepflegte Leben.

#zuschlag

Hier inmitten der #aufschrei-Diskussion eine herzerfrischende kleine Geschichte, die mir gestern eine Kollegin erzählt hat, zu Ihrer Erbauung und weil ich es so schön finde, daß es einmal in Millionen auch anders gehen kann:

Die jüngere Schwester der Kollegin, nennen wir sie B., nur 1,62 groß, ging eines Abends vor ein paar Wochen im Schnee nach Hause, die Straße menschenleer bis auf 3 Typen, die ihr drei Mann breit auf ihrer Gehwegseite entgegen kamen und keine Anstalten machten, ihr auszuweichen oder sie durchzulassen. B. aber hatte auch keine Lust, um die Typen drumherum zu laufen, also bahnte sie sich ihren Weg zwischen den Typen hindurch.
20 Meter weiter beschlossen die Typen, genau das nicht hinzunehmen – B. hörte durch den Schnee, wie sie sich umdrehten und besonders einer sich ihr von hinten näherte, was ihre Angst und auch ihren Adrenalinspiegel enorm steigerte.
Als der Typ, 1,85 groß, sie von hinten am Schal packte und sie damit zu sich herumdrehte, schlug sie sofort und ohne weitere Umstände zu, kurz und knapp, einmal, zweimal, dreimal, immer in die Fresse.
Womit keiner der 3 Männer nämlich gerechnet hatte, die zierliche B. ist Sportboxerin.
Entsetzt und angeekelt, daß sie nun Blut an der Hand hatte, wischte sie dieses an der Jacke des nunmehr am Boden liegenden Angreifers ab, während seine Kollegen flohen und entsetzt schrien “Paß auf, die Alte ist verrückt! Voll verrückt!”

B. beschloß, der Ornung halber die Sache auf der naheliegenden Polizeistation zu melden, um sich abzusichern und auch, weil sie nicht nur ein wenig erschüttert war, daß sie in ihrer Panik so heftig reagiert hatte.
Eine Anzeige seitens der Männer lag noch nicht vor, also telefonierten die Polizisten nicht nur ein wenig erheitert ob der ungewöhnlichen Sachlage die Krankenhäuser ab, und siehe da, es war ein am Kopf schwer verletzter junger Mann eingeliefert, der seine Verletzungen damit zu erklären versuchte, daß er gegen eine Autotür gelaufen sei. Die Nachfrage, wie er denn dreimal aus verschiedenene Winkeln so heftig gegen eine Autotür laufen konnte, konnte er nicht ausreichend beantworten.

Drei Tage später gab es eine Gegenüberstellung zwecks Identifikation und die junge B. ließ es sich nicht nehmen, ihrem Täter ordentlich die Leviten zu lesen.
Der junge Mann aus Hellersdorf, der seinen Kumpels eigentlich nur eben mal zeigen wollte, wie lang es bei ihm hängt, hat einen Jochbeinbruch sowie weitere schwere Kopfverletzungen und wird trotz Operation zeitlebens durch eine Narbe und ein hängendes Auge an jenen Januarabend im Prenzlauer Berg erinnert werden.

So wie eine weniger wehrhafte oder nicht so unmittelbar reagierende junge Frau sich ihr Leben lang auf andere Art an jenen Januarabend im Prenzlauer Berg erinnern würde.

Entertainment in Schwarz-Weiß

Bin ja heute leicht zu amüsieren. Schaue grade den doofen Krähen zu, wie sie dauernd wegen des Schnees von den Mauervorsprüngen runterrutschen, und es absolut besessen trotzdem immer wieder versuchen. Oder wie sie der Wärme wegen auf den Schornsteinen sitzen und immer völlig entrüstet reagieren, wenn sie Rauch abkriegen.

Mäuschen!

Muß es mir wirklich peinlich sein, das von heute morgen in der Bäckerei?
Als die Verkäuferin, die sowieso immer supernett zu mit ist, obwohl ich noch gar nicht dran war, “Mäuschen!” rief und mit einem Lächeln und der Bedienzange eine von diesen Ziegenkäsestangen über den Tresen reichte, und meine Hand schon unterwegs war, um das Geschenk anzunehmen.
Ich hatte das kleine spanische Mädchen übersehen, das neben mir stand und vor mir dran war. Und für das das “Mäuschen” und die Ziegenkäsestange gedacht war.
Glaubense mir, so schnell hab ich meinen Arm noch nie wieder eingefahren und ich hoffe inständig, daß die Bedienung es auch wirklich nicht gesehen hat.

Aber irgendwie find ich es auch ganz schön süß, daß ich in meinem Alter und mit meiner Statur auch noch auf “Mäuschen” reagiere.

Und daß ich nicht dem kleinen Mädchen die Ziegenkäsestange weggeschnappt hab.

Last Night I Dreamt that Somebody loved me

Tatsächlich, letzte Nacht habe ich geträumt, jemand liebt mich. Lange Zeit hätte er gebraucht, mich zu finden, sagte er.
er war nicht wunderwunderschön, aber ganz hübsch anzusehen.
Und das Besondere war nicht, wie er aussah, sondern wie er mich ANSAH. So viel in dem Blick.
Hach, wat schön – Oh well.
No hope, no harm,
just another false alarm

Orangen in Seidenpapier

Als ich gerade diesen blöden Aufkleber von meinen Frühstücksäpfeln pokelte (wer macht so einen Schwachsinn?) fielen mir die Weihnachtsapfelsinen ein, von denen meine Mutter immer eine ganze Kiste bestellte. Einige davon waren immer besonders, denn sie waren in bedrucktes Seidenpapier eingewickelt, zusammen mit der Holzkiste hatte das dann den Flair von Import aus irgendwelchen Kolonien ca 1900.

Davon legte sie auch immer welche auf die Weihnachtsteller, und natürlich waren die eingewickelten Apfelsinen immer die begehrteren, weil eben besonders. Allerdings waren die meistens auch schon schimmelig, wenn man sie auswickelte. Besonders eben. Im Winter gab es den Ritus, daß mein Vater für alle Apfelsinen schälte und ganz fein säuberlich das bittere Weiße abschabte, mit seinem Taschenmesser und den sechs verbliebenen Fingern.

Jedenfalls, plötzlich stand ich da mit Tränen in den Augen vor einem riesigen Loch, und ein Riesenkloß schob sich vom Herzen halsaufwärts. Das ganze verlorene Universum der Kindheit, als man nur ein Rädchen im oft rätselhaften und rituellen Getriebe des Lebens von anderen war, Häuser mit vielen Zimmern und Gewölben und vielen Geheimnissen in vielen dunklen Ecken, Vielfalt, Unermeßlichkeit und Milliarden Dinge. Verloren, vergangen, verweht. Wie die Welt in Bergmanns Fanny und Alexander, bloß, daß sie nur noch in meinem Kopf und Herzen existiert. Und dann irgendwann nicht mehr.

Na, das kann heute noch in Tränen enden, heute abend im Berliner Ensemble, bei Ingrid Caven.

Trains and Boats, no Planes

Kleine Dienstreise, immer ein Alptraum, diesmal ergänzt um – schon wieder – eine Trauerfeier. Knochenbrecher. Die Füße tun mir weh, das Herz und auch die Augen.
Ich bin so monumental durch, ich möchte jetzt Herr der Ringe 1-3 gucken, nur wegen der Monumentalität und des Schlußsongs von Howard Shore und Annie Lennox. Und das werde ich auch tun, aber vorraussichtlich nach 10 Minuten einschlafen, im ersten Teil natürlich.
Immerhin, die Location des Abendevents war kein Dreck:

20120913_190940

At least I had a little Jack Sparrow moment there.

Achso, in der Reihe fast unveröffentlichte Beiträge mit grandioser Headline, aber ohne Pointe:
Ich sitze in der ersten Klasse und Joschka Fischer sitzt vor mir und mein Hosenstall ist offen.
Sonst nix. Ich hab doch gesagt, keine Pointe.