Archiv für den Monat: August 2012

Statt Postkarten

Ich hab Sie bzw. das Blog ja ganz schlimm vernachlässigt, das muß sich wieder ändern. Aber aus gutem Grund, oder: ich hatte eine gute Zeit und kam daher nicht zum Schreiben. Erzähl ich vielleicht später mal.
Jedenfalls, es ist geschickt, erst zwei Wochen Urlaub zu machen, dann ein paar Wochen arbeiten zu gehen, und dann wieder drei Wochen nochmal Urlaub zu machen, selbst wenn man nicht die allergrößten Pläne hat.

Besonders mag ich diese letzte Woche, Mikro-Urlaub, Sonntag auf dem See mit Glam, mit Regenschauern im gleißenden Sonnenschein rudern und so (war aber doch ein bissel frisch…) Gestern nochmal plus Koma & Graf, mit Schwänen – tolle Bilder mit Schwänen gemacht, aber die muß ich erstmal freigeben lassen, sie wissen schon.

Heute dann so ein zweitliebster Tag (nach See), Arsch vom Sofa diszipliniert um elf zu anderthalb Stunden Badminton (ja, ich habe etwas abgenommen, denke ich) danach die verlorenen Kalorien beim Brunch mit dem einen Spielpartner nebst reizender Gattin wieder doppelt und dreifach aufgefüllt, und vielleicht ein wenig zuviel von Arbeit geredet, dann die Runde zur Sau in den Trödelladen, zum Glam und nebenbei den erweiterten Kiez begangen, bei Tröpfelregen, aber warm, und sich die Leute angeguckt, und die Leute mich angucken lassen.

Ich muß schon sagen, ich komme mir vor, als wäre ich ein halbes Jahr weg gewesen. Vielleicht mache ich die Tage ja mal ein Sexdate, irgendwie muß ich mir das Wohlbefinden doch noch versauen.

In the Hood

Wie suess! Hab ich mich grade vvon einem Nachmittag bei Schwester losgeeist, die es einfach nie auch ne Nummer kleiner hat, und nach den Friedhofsgiessgang (5 Graeber) wohlig mit nem Bier und ner Zichte vors Haus gesetzt, da kommt eine Nachbarin vorbei, mit der ich hoechstens drei Mal im Leben geredet habe und meint, dass es ja nicht richtig ist, dass ich hier so alleine sitze ich solle doch mit zum Feuerwehrhelferfest drei Haeuser weiter. Ich mein, es ist total verfehlt, aber doch inheimlich nett, oder?

Omma on the run

Vielleicht hätte ich doch einen Arzt oder sowas rufen sollen aber ich habe ein wenig spät geschaltet und es konnte ja auch sein dass die Staatsanwaltschaft jetzt im Trierer Hauptbahnhof residiert was weiß denn ich?
Und sie schaute auch so flink und klar aus ihren blauen Aeuglein und hat so über mein T-shirt mit Ich komm aus Kreuzberg du Muschi gekichert.
Und so habe ich ihr tatsaechlich mit ihrem pfandflaschenbehangenen Rolator in den Zug nach Trier geholfen heute morgen auf diesem gottvergessenen Provinzbahnhof.
Erst da daemmerte mir dass es ja scbon komisch ist, dass ihr Stiefsohn der Polizist ihre Rente auf das Konto ihres verstorbenen Mannes umgeleitet hat und obendrein ihr Handy noch abgehoert wird.
Uns sie hatte noch so sweete schwarze Ballerinas mit Knoechelbaendern an, die knuffige schwer bucklige Mittachzigerin. Na vielleicht hat sie ja nen schoenen Tag in Trier und kommt gut wieder heim. Den Kindern und Wahnsinnigen helfen ja die Engel.

Update: Omma heute wieder dort am Bahnhof gesichtet sie macht das wohl oefter – Vollprofi halt.

Dieser Sommer ist ein mieser Ficker

Echt, ist doch wahr. Dieser Sommer ist ein mieser Liebhaber mit Mikropenis:
Man merkt einfach nicht, ob er schon angefangen hat, und kaum will man sich drauf einstimmen, isser schon fertig, und man liegt in einer Pfütze.
Und das mehrmals täglich.
Ich mein, da überlegt man sich doch tatsächlich, ob es lohnt, die Hosen runterzulassen.

Pour ne pas vivre seul / Um nicht allein zu sein

Nicht wahr, Sie haben in den letzten Monaten oft gedacht, na Mensch, beim Lucky ist ja auch gar nichts mehr los, das lohnt sich ja gar nicht mehr da vorbeizuschauen!? Recht haben Sie, los ist hier nix (und war wohl auch noch nie wirklich, aber ob es sich lohnt, hier vorbeizuschauen, werden Sie dann selber entscheiden müssen.)

Manchmal ist es ja so, man sitzt zufrieden vor sich rum an einem hundsgewöhnlichen Wochentag, in der immer noch warmen Sommerluft auf der Terrasse, der leichte Wind weht einem gelegentlich ein wohliges Geißblattdüftchen aus dem Kübel gegenüber in die Nase, denkt an nur wenig Böses und nippt am Weißweinchen, und dann spielt das böse Musikprogramm auf Shuffle ein Lied, und man schaut auf den Vollmond und ist mal wieder völlig gekegelt.
Mesdames et Messieurs, je vous presente: Dalida: Pour ne pas vivre seul / Um nicht allein zu sein
(Hören sie sich das ruhig mal richtig an, nicht so zimperlich! Klar kann man sagen, Dalida war ne melodramatische Glamourpuss und ein wenig peinlich, aber nu hörense sich das doch mal ruhig an!)

Hier der französische Text, die Version selbst ist auf Deutsch, und mal ausnahmsweise kongenial und recht unpeinlich ins Deutsche übertragen von Eckhard Hachfeld (übrigens später Volker Ludwig, Gründer des Grips-Theaters, Linje 1, vastehnse? Deutscher Text in den Kommentaren)
Dalida selbst hat sich übrigens mit 54 Jahren das Leben genommen, mit dem Hinweis, jenes sei “unerträglich geworden” (keine Angst, ich habe nicht den selben Plan)
Hier der Originaltext:

Pour ne pas vivre seul
On vit avec un chien
On vie avec des roses
ou avec une croix
Pour ne pas vivre seul
On’s fait du cinéma
On aime un souvenir
une ombre, n’importe quoi
Pour ne pas vivre seul
On vit pour le printemps
et quand le printemps meurt
pour le prochain printemps
Pour ne pas vivre seule
Je t’aime et je t’attends
pour avoir l’illusion
de ne pas vivre seule
de ne pas vivre seule

Pour ne pas vivre seul
des filles aiment des filles
et l’on voit des garçons
épouser des garçons
Pour ne pas vivre seul
D’autres font des enfants
des enfants qui sont seuls
comme tous les enfants
Pour ne pas vivre seul
On fait des cathédrales
où tous ceux qui sont seuls
s’accrochent à une étoile
Pour ne pas vivre seul
Je t’aime et je t’attends
pour avoir l’illusion
de ne pas vivre seul

Pour ne pas vivre seul
On se fait des amis
et on les réunit
quand vient les soirs d’ennui
On vit pour son argent
ses rêves, ses palaces
mais on a jamais fait
un cercueil à deux places
Pour ne pas vivre seul
Moi je vis avec toi
je suis seule avec toi
tu es seul avec moi
Pour ne pas vivre seul
On vit comme ceux qui veulent
se donner l’illusion
de ne pas vivre seul

Autschn, gell?