Kategorie-Archiv: igel when he flies

Neues Jahr, Glück

Und wenn Sie hier seit ewig nichts mehr gelesen haben, dann liegt es daran, daß mich das Leben rechts und links überholt hat, mit vollen Händen und vollem Herzen, und ich mit hochrotem Kopf und pfeifendem Atem versuche, irgendwie hinterher zu kommen, emotional, körperlich, zeitlich.

Auf einmal alles zu haben, wovon man sich gar nicht mehr getraut hat zu träumen, und noch viel mehr, das ist wundervoll, unerwartet und gar nicht so einfach zu verarbeiten.

In Kürze, es hat jemand völlig Unerwartetes geschafft, mich zu schnappen, bevor ich auf den Baum des ewig selbsterhaltenden Singledaseins-System klettern konnte, und hat es im Anschluß und immer noch geschafft, genug Liebe unter der Tür durchzuschieben, um die nagenden Zweifel auf Beste Art immer wieder verstummen zu lassen. Bitte haben Sie Geduld, bis ich mich wiederfinde, beziehungsweise (hah!) das neue Ich fassen kann.

Too much of a good thing is wonderful, wie schon Liberace Mottos war. Aber keine Angst, ich werde weiterhin ohne diamantbesetzte Showanzüge meinen Weg machen.

Lyzeum -> Museum

Ich bin museal.

Nein, wirklich, ich hänge im Deutschen Historischen Museum, echt jetzt. Also, ein Jugendbild von mir. In der Ausstellung Homosexualität_en.

Ein wenig verwundert, daß ich das von Freunden erfahren mußte statt vom Nachlassverwalter, und auch ein wenig verärgert über die Bildwahl, denn es ist keins der durchaus zur Ikone gewordenen Bilder, sondern sozusagen ein Privat-Glamour-Portrait.

Das der Fotograf nur gemacht hat, als ich ihn während der Fotossession darum gebeten hatte, weil ich ein WEIHNACHTSGESCHENK für meine MUTTER gebraucht habe. Ich habe mich immer ein wenig geschämt, seine Kunst damit so profanisiert zu haben, ihn hat es glaube ich nicht so gestört. Und so wurde es ein Portrait, mit für die frühen 90er schicken Einstrahlen der Beleuchtung von hinten.

So hängt es nun auch nach ihrem Tod noch im Wohnzimmer meiner Mutter, und eben auch im DHM. Paßt eigentlich auch schon wieder, Homosexualitäten eben.

Heute hätte Jürgen Baldiga, der Fotograf und mein Ex-Geliebter, Geburtstag, und er ist zwar schon lange tot, aber unvergessen und twittert posthum munter fast jeden Tag unter @juergenbaldiga oder aus seinem Tagebuch – sehr folgenswert!

 

Thunderbolt & Lightning yeah!

Dreimal dürfense raten, wer die letzte halb Stunde praktisch nackt im Gewitter, Sturm und Regen auf der Terrasse getanzt und die Blitze dirigiert hat!?
Derselbe, der es manchmal morgens erst nach Stunden zur Arbeit schafft, Angststörung, wissense. Aber nackt im Gewitter tanzen, das kanner. Just being alive… So alive!

(Ich hoffe inständig, daß die Gäste im Hostel nebenan alle die Handyakkus vom Brandenburger-Tor-Knipsen leer hatten oder daß sie wenigstens keine Youtube-Channel haben. Oder daß meine Balkonbepflanzung mittlerweile blickdicht ist. Das fehlt mir noch: “Typisch Berlin: Dicker alter Wahnsinniger tanzt im Gewittersturm. Aber Dachterrasse haben. Dit muß Berlin sein, wa?”)

Wow!

Ich raffe es grade erst, aber vorgestern war ich nicht “nur” bei Kate Bush, sondern da waren auch Annie Lennox, sie ist an uns vorbei gelaufen, und Alison Moyet (die habe ich allerdings nicht gesehen.) Ich habe also die selbe Luft geatmet mit meinen 3 noch lebenden Lieblingssängerinnen.
Allen dreien auf einmal.
War aber von der Tatsache in dem Moment unbeeindruckt, ich war ja schließlich wegen Kate da. Wer ist denn eigentlich dieser Herr McCartney, der gestern auch da gewesen sein soll?

 

Before Before the Dawn

Das kann ja noch heiter werden – ich habe den Impuls, alle 10 Minuten zu checken, ob meine Kate Bush-Tickets auch wirklich noch da sind. Sie können sich nicht vorstellen, wie mein armes kleines Herzchen sich überschlug, als ich den großen International-Delivery-Umschlag, in dem die Tickets für den zweiten Tag kamen, in Glammys Allzwecklager auf dem Rücksitz seines Wagens liegen sah.
Aber keine Angst, wir haben sie sicher weggepackt. Ich geh nur nochmal eben gucken. Glammy, du auch, bitte!? Und ich hab den Diesntag, den 16., und du den Mittwoch, oder?

Und wenn jetzt bitte noch jemand diesen isländischen Vulkan beruhigen könnte. Wär nett. Danke.

Mehr ist mehr

Sie sind so einer, der Schönheit und Sinnlichkeit eher so in kleinen Dosen bevorzugt? Eher Sushi als Zwiebelrostbraten? Lieber immer mal ein Häppchen mit Graubrot statt so richtig einmal um den Block fressen? Sie finden zuviel einfach zu viel und vulgär?
Dann sind Sie hier falsch.

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Na gut, ich gebe zu, grad ist mir ein wenig ürgs von dem ganzen Duft. Luxusproblem, ich weiß. Aber: so soll es sein, so kann es bleiben. Und werden.

Entwarnung

Ich weiß nicht, ob mein F*cken gegen Brustkrebs auch ein wenig dazu beigetragen hat, jedenfalls stellte sich gestern bei den ganzen Untersuchungen heraus, daß es keinerleit Metastasen gibt. Was ein Glück!
So bleiben jetzt vorläufig nur die normalen, wenn auch nicht angenehmen Nachbehandlungen. Puh!
Es kann also auch mal anders gehen.

Hach

So als Momentaufnahme, als kleine Schneekugel für düsterere Tage.
Der perfekte Mittag, ich habe doch vor 14 Jahren alles richtig gemacht, als ich diese Wohnung ausgesucht habe. Genau der richtige Winkel zur Sonne, die jetzt über die verschneite Terrasse (der Winterjasmin blüht noch, die Männertreus hat es jetzt doch leider leider dahingerafft, ansonsten: Shnamistofloppn! Diamond Pavlova! Go ask Kate Bush) mir auf die Wampe scheint, und zwar seit heute in der genau richtigen Höhe, daß sie mir die Wampe wärmt aber nicht mehr blendet. Heizung überall voll aufgedreht, so daß ich gerade wegen der Sonne in Shorts und T-Shirt wechseln mußte. Die gleißende Sonne bringt herrlich meine vielen bunten Farben zum Strahlen – apfelgrün, orange, sonnengelb, und darüber himmelblau.

So langsam lichtet sich auch der Rest. Es waren harte Monate, viel zu viel Arbeit, die Feiertage haben mir den Rest gegeben, ich war außer und nicht bei mir, alles schwer und bedrohlich und erschütternd erschöpfend, Zuversicht verloren. (Entschuldigung an alle, auf deren nette Weihnachts- und Neujahrswünsche nicht reagiert habe – bitte nicht böse sein, mir war nicht so.) So langsam lichtet sich auch dieser grippale Zustand, der seit Wochen anhält, in eine einfachere Erkältung, Kreislauf ok, Zustand stabil, nur noch Rotz und Wasser. War eben doch gut, mal 2 Tage zuhause zu bleiben, bei mir, zu mir.

Freitagabend nach einer harten Woche ist immer das Herrlichste, denn meine ukrainische Perle hat gewirbelt, alles duftet frisch und sauber und unverkrümelt. Gestern noch die Kante gegeben und den Wocheneinkauf auf dem letzten Zahnfleisch erledigt, was gestern abend Familienportion Bratkartoffeln mit Schinkenspeck und Ei und gleich ein dickes fettes lecker Frühstück bedeutet (Räuchermakrele, Roastbeef, Appenzeller, Stinkecamembert, Äpfel, Blutorange.) Den Wein gestern sogar im Schnee auf der Terrasse gekühlt, das ging schneller. Heute abend Filetsteak.

Und jetzt: ein Leben im Liegen, genüßlich und ohne irgendeine Aufgabe. Und dann endlich wieder gutsortiert in die neue Woche. Jehtoch. Welcome 2014, ich wär dann jetzt so weit.