Archiv für den Monat: August 2011

Wie ein neues Geschwister

Die ersten beiden Folgen hab ich noch an meinem Verstand gezweifelt, denn es kann durchaus sein, daß ich nen Film oder ne Serie eine halbe Stunde gucke, nur um dann festzustellen, daß ich das schon mal gesehen habe.

Aber gestern, angeregt durch die Nachricht von 3 neuen Xmas-Specials, habe ich nochmal die Absolutely Fabulous-Box rausgekramt, und stellensesichmavor, da war noch eine ganze fünfte Staffel, die ich noch NIE gesehen hab und von deren Existenz ich gar nichts wußte.
Wie blöd kann man denn sein, und wie toll ist das denn!?
Lucky Me!

Schlank(er fühlen) in nur 2 Stunden

Kein Wunder, daß man sich immer zu fett fühlt – wenn alle Sachen zu klein sind!
Deswegen bin ich grade dabei den Kleiderschrank durchzusortieren, und viel fliegt raus.
Na gut, es gibt ncoh ein kleines Asylhäufchen mit geliebten Sachen, die passen, wenns mal 5 Kilo weniger sind, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

(Grade tierisch Panik gekriegt, ich dachte ich komme aus dem Pullover nicht mehr raus beim Anprobieren…)

Paparazzi

Mich grade aufgeregt, wer denn um diese Uhrzeit Bilder vom mir schießt, mit retardiertem Blitz, und ich nur äußerst leicht bekleidet auf der Terrasse, kein schöner, aber notweniger, bzw. unausweichlicher Anblick.
Hatte vergessen, daß ich mir diese unsäglicher Solarlichterkette aus dem Billigbaumarkt angeschafft hatte, die zwar Twinklelight-Romantik versprach, aber mehr feuert als die Disco-Lichtanlage meiner Stammdisco “Castel” in den 80ern in der Eifel.
(Genau genommen war ich da nur Stammgast in einer kurzen Phase der End-80er, es gab donnerstag einen “Alternative”-Abend, wir waren maximal zu acht, inklusive DJ.)

Bless the Cloudy Days

Bin froh, daß es heute kein Seewetter ist – nach Schlachtensee gestern und Schwielowsee vorgestern und wie meist zu faul zum Einremen britzelt die Haut ganz schön – gestern abend noch puterrot und heute schon braun.
Weiß gar nicht, ob ich schon jemals so braun war, also außer an den Unterseiten. Und ganz schlimm, undertitty auch, da hab ich jetzt sowas wie zwei große weiße Smiley-Münder. Wie bräunen Sie denn da, werte Damen? Kopfüber? Oder muß ich mir so ne Alufolie kaufen?

Jetzt wäre so ein Fuckbuddy doppelt praktisch, der könnte mich auch gleich überall nach Muttermalen absuchen. Man kommt ja heutzutage selbst nicht mehr überall ran.

Dringender Aufruf an die Twitter-Kollegen

Liebste Twitter-Kollegen,
es freut mich ja außerordentlichst, was Sie da letzte Woche veranstaltet haben, und daß es dem HC und dem H gut geht, ich bewundere Sie, Sie sind echte Helden und -innen!

Nun mein klitzekleines Anliegen:
Könnten Sie bitte auch jemand für mich kidnappen und bei mir abliefern? Vielleicht ein wenig älter, gerne dunkelhaarig (Locken wären ein Plus, aber keine Bedingung), so 1,75-1,80, gerne braungebrannt, und rauchtolerant sollte er sein.
Das wär furchtbar nett, und jetzt, wo Sie doch die Logistik raushaben -^^- Dankeschön!

Urlaubsgefahren

Wenn man also Ungewohntes tut, wie zum Beispiel das tapfere Fahrrad auszumotten, um sich die Gegenden mal was genauer anzuschauen, im Auto kriegt man ja nix mit.
Und ja, das Kabelschloß ist schon in den letzten Jahren seltsamerweise immer enger geworden, aber wirdschon, also nach Aufschließen des Rads ein wenig mehr den Bauch einziehen und zuschnappen lassen.
Und wenn man dann den Bauch wieder aufschnappen läßt, und es dann ganz arg zwickt, und man fast 10 Minuten, mittlerweile blau im Gesicht, braucht, um das verf*ckte Schloß wieder aufzukriegen, dann ist man am Ende doch sehr sehr dankbar, daß man in dem Zustand nicht die nächstbeste Schlosserei (wo gibts sowas?) oder den nächsten semiprofessionellen Fahrraddieb im Görliter Park suchen muß.

Gibts diese Schlösser eigentlich auch in unterschiedlichen Bundweiten?

Dinge, die man an einem Samstagabend in der Schlesischen Str. einfach nicht mehr tun kann

Mit den verwi ungewasch ollen Sweatpants und ohne Schlüpper und mit Flipflops und unfrisiert nur mal eben schnell zu dem gottvergessenen Asiaten rüber gehen, um Abendessen zu holen, weil der ja vielleicht auch liefern würde, aber nicht kann.
Der gottvergessene Asiat, wo sonst kein Mensch ist/ißt, ist nämlich knüppelvoll mit englischen Prolljungmenschen, die sich über ihre gestrigen Komasauferlebnisse austauschen, und deswegen dauert es ewig, und man kann in den 10 Minuten vor dem Laden Hunderten, ach was Tausenden Touris, frisch geduscht und beduftet und gestylt und mit Erwartung im Blick und bis zu drei Travelling Beers in der Hand bei ihrem Gang ins Nachtleben zuschauen, und den wenigen, leicht zu erkennenden Einwohner, wie sie genervten Blicks bloß versuchen, von A nach B zu kommen. Und bis man dann wieder auf der anderen Straßenseite angekommen ist, ist das Essen auch schon fast wieder kalt.

It’s raining Rain! Hallelujah!

Daß der Glämmer nicht nur ein Schönwetterfreund ist, und der beste, wußten Sie ja eh schon, und nachdem wir schon gestern unsere absoluten Bedürfnisse über die aktuellen Wetterverhältnissse gestellt haben, um aufn See zu fahren – ich meine: was kann einem schlimmstenfalls passieren? Naß werden? Jedenfalls wurden wir heute von einem Mega-Wolkenbruch überrascht, nur kurz nachdem ich im Suff mit der Zichte ein astreines Loch ins Schlauchboot gebrannt habe und überlegte, wie ich die nächsten zwei Stunden mit nur neun Fingern und einer Hand zubringen sollte, denn einen Finger und eine Hand zwangsläufig braucht ich ja zum Zuhalten des Lochs.
Zwar ein zwei Stunden verfrüht, denn man braucht nach Alkoholgenuß dann schon noch ne Weile zum Nach- bzw. Abglühen aufm Wasser, aber umso heftiger kam der Wolkenbruch, und nach Umsteigen auf Glams unlädiertes Boot mußten wir sogar notlanden, die Boote leermachen und ZUFUSS und naß und fast nackt durch den kräftigen warmen Sommerregen zurück, unsere halbleeren Boote um und gewickelt wie Federboas (-Böen?)
Lang lang lang schon nicht mehr so lebendig gefühlt und alle erstaunlich unbeirrten Regenspazierer zweireihig angelacht, getanzt im Regen, und so war es dann auch äußerst passend, als einer der Artistokraten im vollen Ornat inklusive Kniehose und bepuderter Perrücke irre lächelnd und “Ach, das schadet doch nicht!” schnarrend an uns wohin auch immer radelte. Only in Berlin!
Schließlich – was kann einem schlimmeres passieren als naß zu werden?
(Aus der Abteilung Moments of Pleasure)

Heimat und Familie und Zombies

(Titel inspired by Pride and Prejudice and Zombies)

Eigentlich sagt der Traum von Samstag auf Sonntag schon alles, und dazu braucht man keine Heidi: Ich war mit einem kleinen Begleiter (wer auch immer das war) unterwegs und mußte höllisch aufpassen: je nachdem welche Tür man aufmachte, welche Kleidung man aussuchte oder in welche Richtung man sah, verwandelten sich die Menschen in Zombies oder Zombies tauchten in Horden auf. Zum Höhepunkt des Ganzen stellte ich mich schützend vor die versammelte Gruppe von noch gesunden jungen und alten Menschen und schrie “Das sind alles meine KINDER!”

So gehts ja nu mal gar nicht.

Die Besuche in der alten Heimat werde ich nochmal überdenken müssen. Die Schwester ist mittlerweile im Vorruhestand und geht ganz in Haus- und Gartenarbeit auf, wenn sie nicht grade mit ihrem Mann ihren Lagerkoller auslebt, ohne Rücksicht auf eventuell vorhandenes Publikum. Wenn sie vom Tisch aufsteht, humpelt sie schon wie meine Mutter damals.
Wenn der vorletztes Jahr verwitwete Onkel zu Besuch kommt, ist das kein Besuch sondern eine Hausbesetzung. Ich mag ihn ja gerne, und er ist auch furchtbar einsam, weswegen er auch in Rente noch fast Vollzeit Trucker fährt, aber die Geschichten von Raststätten, Autobahnen und wo man wie mit wem am besten ab- und auflädt, würden nicht mal seinen nicht vorhandenen Hund interessieren.
Rosemarie und Jakob von gegenüber, die mir jedes Mal morgens früh selbst erzeugte Eier auf die Haustür legen, werden bald 80 respektive 85, er derselbe Jahrgang wie mein Vater. Seine beginnende Senilität läßt ihn langsam milder werden, aber er springt tausendmal schneller auf den Trecker und wieder runter als ich das jemals könnte. Dennoch wurde es doch irgendwann anstrengend, ihn, sehr zu seinem immer wieder erneuten Staunen, an meinen Geburtsjahrgang zu erinnern, und daß ich mich unmöglich beispielsweise an seine Großeltern erinnern könne. Rosemarie und Jakob wird die Luft jetzt langsam auch dünn, fast alle älteren Menschen im Umkreis sind tot, und es war sehr ergreifend, als er aufsprang, um mir noch mehr alte Geschichten zu erzählen, als ich gehen mußte, und die Tränen seine Wangen nur so runterrannten, und auch Rosemarie rote feuchte Augen bekam.
Dort heulend raus, was dann der angemessene Gefühlszustand war, mich von meiner anderen Nachbarin Maria zum letzten Mal zu verabschieden. Sie hat überall Metastasen und alles ist absehbar. Die letzte der Kniffelweiber, seit Mom und Tante tot sind, mit denen dieses öde Spiel einen unglaublich anarchischen Spaß gemacht hat. Ganz ohne Kommentar hat sie das Sockenstricken und Plätzchenbacken für mich zu Weihnachten übernommen, nach dem Tod der Tante, die das damals kommentarlos von meiner Mutter übernommen hatte. Maria hat unsere Familie ihr ganzes Leben lang begleitet, was durchaus auch genervt hat, wenn sie 3-5 Mal am Tag einfach vorbei kam. Aber sie hat sich unglaublich um Mutter gekümmert, die 15 Jahre lang, als Schwester Mechthild immer wieder so todkrank war, und auch, als sie ud Vater starben. Sie hat mir damals damit einiges abgenommen, und wurde dafür von uns nicht immer unbedingt gut behandelt.
Nun macht sie alles richtig: lehnt Chemos ab, und läßt nur die ein oder andere selektive Bestrahlung zu, um Schmerzen zu lindern, oder zu verhindern, daß der Tumor am Hals ihr die Luft zu schnell vollends abdrückt.
Sie hat allen Leuten Hausverbot erteilt, die ihr sagen wollen, daß “alles wieder gut wird” und sich nicht mit ihr ihrer Realität stellen wollen. Sie hat sich dafür entschieden, bewußt zu sterben, und die Zeit zu nutzen, Gespräche zu führen, alte Feindschaften zu begraben, jahrzehntelange Mißverständnisse auszuräumen, und die ihr zustehenden Tribute zu genießen.
Es war schön, in den drei Besuchen ihr noch zu warmen Herzen Danke sagen zu können, dafür, wie sie sich um unsere Familie gekümmert hat, mir versucht hat, ein Stück Heimat zu geben, als meine Mom gestorben ist, und nicht zuletzt, daß dort immer gespielt wurde, als ich klein war, im Gegensatz zu zu Hause, und ich dort immer willkommen war. Meine Spielfreude habe ich definitiv von dort.
Lebendig sehen werde ich sie wohl nicht mehr, wahrscheinlich hat sie sich deswegen die Mühe gemacht, mich mit der Gehhilfe zur Haustüre zu begleiten, um mir so winkend ein letztes Bild zu schenken. Es war schön, mit ihr weinen zu können, letzte Dinge zu besprechen, etwas von ihrem Mut mitzubekommen.

Das alles ist gut für mich, und auch nicht gut für mich. Es gibt mir unglaublich viel, ist Heimat, Erkanntsein, und doch, es kostet so viel Kraft und Energie, Energie, die ich viel dringender für die Gestaltung meines eigenen Hier und Jetzt und Morgen bräuchte.

Am dritten Tag nach meiner Rückkehr bin ich jetzt wieder langsam so weit, vielleicht mal wieder unter die Leute zu gehen, ich habe mich erholt, fühle mich wohler in meiner Haut als vor dem Besuch, das Gefühl, alle Schulden los zu sein, auch beschenkt worden zu sein.
Und doch, wenn man meinen Eintrag von vor 4 Jahren, noch von vor dem großen Sterben, liest, kann man mit Marlene fragen “When will they ever learn?”

Angekommen?

So, physisch schon mal angekommen, in der Eifel. Nur warum ich eigentlich hier bin weiß ich nicht, hätte ich mir vorher wohl mal Gedanken machen sollen.
Eine unglaublich anstrengende und sehr seltsame letzte Woche – nicht jede idee ist auch eine gute Idee, mehr will ich dazu nicht sagen.
HIer jedenfalls, glücklich, auf der Terrasse einen ganz dünnen Faden Mobilinternet gefunden zu haben, um SIe wissen zu lassen, dass es mich noch gibt und das Blog nicht verwaist, auch wenn es die Hölle ist auf diesen ***xperia zu tippen.
Leider das Musikdock für den IPott vergessen, jetzt erstmal dafür sorgen, dass es hier Musik und ein wenig Netz gibt.
Und dann wohl die todkranke Nachbarin besuchen, ganz krebszerfressen soll sie sein, die letzte der Grde der alten Kniffelweiber, bald vorbei vorbei.
Es ist ja nicht so, dass jedesmal jemand stirbt, wenn ich hier her komme. Nein, höchstens jedes zweite Mal.