Archiv für den Monat: Mai 2012

Alexis hilf!

You may hold the major shares in Denver Carrington, but I AM the heart and soul of the company, Blake!

Ich hätte mir echt noch paar Folgen Denver angucken sollen zur Vorbereitung, mangels dessen The Iron Lady, aber leider ist das ein überraschend mieser Filn, so leichtfertig kann man weder mit einer dementen alten Frau noch mit einer der kältesten und bösartigsten Politikerinnen des letzten jahrhunderts umgehen. Also leider auch keine Inspiration durch Maggie.

Anyway, jetzt ist er endlich da, der Termin, den ich seit Jahren haben will, große Gesellschafterversammlung in HH, Themen Gehaltserhöhung und wie die zukünftige Verteilung der Anteile sein soll. Mir geht seit Tagen so die Muffe, daß mir das Gesicht vor Anspannung weh tut.
Sie kennen das, wenn man um seine Schutzbefohlenen kämpfen muß, kann man Kräfte entwickeln wie eine frisch brütende Bärenmutter, aber wenn es um die eigenen Interessen geht… hm! Irgendwo zwischen blinder Panik und dann doch auch Vorfreude auf eine Performance, und vielleicht auch Ernte des Gesäten.
Wenn’s gut geht renne ich offene Türen ein, wenn nicht, dann bekommt meine zukünftige Motivation einen vielleicht tödlichen Schlag – es ist einer der wichtigsten Termine im Berufsleben, so einer, von denen man höchstens 2-3 hat.
Der Mond ist zunehmend, Merkur steht im 8. Haus (Stirb-und-werde-Haus) (sie sehen, man muß sich überall absichern), ein guter Pep-Talk von der Schwester, das einzige was fehlt ist die Kerze, die Mutter zu solchen Gelegenheiten vor ihrer weißblauen Gipsmadonna anzünden würde.
Und natürlich, daß sie mir morgen, Freitag, ab 11 die Daumen drücken.
Alexis hilf!

Update: Es lief recht gut, besonders menschlich war das Ganze sehr schön, ich fühlte mich und meine Arbeit überraschend stark erkannt und gewertschätzt. Sogar ein paar Tränchen hab ich verdrückt, ich olle Knutschkuh, angesichts solch starken Ausdrucks, zu denen ich diese extremhanseatischen Menschen gar nicht fähig einschätzte. Bei kurzfristigen Forderungen mußte ich einen harten Kompromiß eingehen, hatte diese aber auch nicht für sehr sehr realistisch erachtet, aber bei den langfristigen Perspektiven wurde mir sehr viel mehr angeboten, als ich jemals gedacht oder gewollt hätte – das wird aber erst nächstes Jahr festgeklopft. Dafür erzeugten dann meine Angebote und meine Philosophie dahinter für feuchte Augen bei meinen Gegenübern – so sollen wohl gelungene Verhandlungen sein, die Lebensperspektiven umfassen.

Climb that larded Pole, Bitch

In related news:
Wenn Sie sich mal ausführlich und im Detail anschauen wollen, wie eine Horde nur mit Socken und Shorts bekleideter blutjunger knackiger Navys eine riesige eingefettete phallische Säule erklettern, um ein altes Ritual zu vollziehen, dann schauen Sie bitte HIER.
Aber ich bin dann nachher nicht schuld an den Sabberflecken auf Ihrem Shirt und den Hitzewellen.

Wir müssen reden

Vielleicht lag es ja am Schild von dieser lieblosen kleinen schmuddeligen Hipstergalerie bei mir im Erdgeschoß, “I’m not superficial, I like penetration” oder es lag am Wetter, aber in meinem Späti liefen The Who “Talking ’bout my penetration!” What?

Grade noch Grand Prix Vorentscheide queergeschaut, und Leuts, laßt euch raten, wenn ihr englisch singt, aber nicht englisch könnt, laßt es oder laßt euch coachen. Gilt für die Schweiz, aber ganz besonders für Weißrussland – wenn ihr singt “I am a Winner”, es sich aber anhört wie “I am a Weener” dann haben alle Spaß nur ihr nicht. Siehe oben.
Und ich bin immer noch nicht überzeugt, ob die dicke serbische Lesbe, Gewinnerin von vor ein paar Jahren, in Wirklichkeit nicht doch Bastian Pastewka ist. Aber wär ja im Grunde auch egal.
Sie sehen, vielleicht komm ich ja in Fahrt und blogge morgen live zum Eurovision Song Contest. Oder ich laß es bleiben, siehe oben.

Eine Klasse für sich – aber nicht für mich

Manchmal ticken meine Instinkte ja doch richtig: ein 25-Jahre-Abitreffen war angesetzt für letztes Wochenende, und eigentlich hätte es mich ja brennend interessiert, was aus allen geworden ist.
Allen? Nee, eben nicht.
Ich bin immer super gerne zur Schule gegangen, ich hatte ja sonst zu wenig Sozialleben außer mit verschrobenen alten Frauen, wir hatten ziemlich viel Spaß (mal abgesehen von der Unwürdigkeit, die Schule an sich meistens ist) und damals dachte ich, ich müßte sterben, wenn das alles mal zu Ende ginge. War aber nicht so.

Zu gerne hätte ich die Uli (meine erste Liebe) gesehen, Günther, immer so sexy bullig und ein bißchen dumm, also genau mein Raster, auch wenn ich das damals noch nicht so genau raffte, gewußt, was aus diesen ekelhaften CDU- und SPD-Streberarschlöchern geworden ist, und wie schwul Jörg und Thilo denn nun wirklich geworden sind. Oder Guido, mit dem ich (ich!) nachmittags den Kraftraum (!) genutzt habe, und sogar gemeinsam, aber jeder für sich, die Duschen benutzt hatte.

Dann aber dachte ich, es kommen eh nur die, wo man höllisch aufpassen mußte, daß die einen in der Pause oder auf einer Party mit ihren langweilgen Zeug in einer Ecke festquatschen, so daß man den Hauptspaß verpaßt. Die anderen haben ein Leben und bleiben fern.

So scheint es denn auch gewesen zu sein, das einzige Feedback auf meine Absage bei Gabi, einer der Organisatorinnen, war, daß sie mit ihrem Freud ja auch jedes Jahr den weiten Weg nach Berlin auf sich nimmt, und sich freut, denn dann kann sie mich ja jetzt mal besuchen (N-O-T!) und von Thomas, eben jenem Früh-SPD-Aas, jetzt wohl Apotheker in einer Kleinstadt, der mich anscheinend vermißt hat und sich per Mail meldete.
Gut, daß ich nicht bei Facebook bin.

Skins

Grade die 5. Staffel der britschen Serie Skins geschaut (lassen Sie die Finger von dem amerikanischen Versuch, das ist nicht übersetzbar)

Hach! Es geht pro 2 Staffeln immer um 2 Jahre im Leben von 6 Teenagern um die 16 oder 17 in Bristol.
Die Kids versuchen zwischen hormonellem Aufruhr, kaputten Elternhäusern, irren und/oder abwesenden Eltern und einer derelikten Schule in Broken Britain ihr Leben und ein wenig Glück zu finden. Drogen und Alk sind unendlich und frei verfügbar, und werden entsprechen genutzt. Es ist eine Utopie, zeitgleich eine Dystopie, aber als solche hyperrealistisch. Gerade in den teilweise völlig krassen Geschichten wird eine große, harte, und auch zarte Wahrheit erzählt, die dem State of Mind der Kids entspricht – und: States of Mind are real enough.
Die Enge der Welt, der Schule, die Engstirnigkeit und Willkür der erwachsenen Gesetze, die eigenen Komplexe, die Unzulänglichkeit.
Der freie Fall, die große Freiheit, die große Verlorenheit, die Nichtahnung und Nichtachtung von Konsequenzen – der Horizont ist groß und leer und zeitgleich voller Scheiße, es sei denn man tupft sich ein schönes Wölklein hinein – all das, was wir “Erwachsenen” verloren haben. Die große Utopie des Teenage. Sie werden vielen an einen Phantomschmerz oder einem leichten Ziepen hier oder einem harten Schlag ins Herz dort wieder erkennen.
Alle zwei Staffeln wird die gesamte Cast ausgetauscht, was absolut konsequent ist – nicht das langsame Anpassen und Einordnen ins Leben ist interessant, sondern der große Vortex davor.
Die Serie hat schon viele großartige Jungschaupieler hervorgebracht, so grandios ist das Casting und die Arbeit mit den Jungs und Mädels, die vorher meist Laien waren.
Das müssen Sie gesehen haben.

Die ersten beiden Staffeln (wir berichteten) sind mit das großartigste, was ich jemals gesehen habe, die 3. und 4. litt etwas an Schreibschwund. Mit der fünften knüpfen die Macher wieder an die Großartigkeit des Anfangs an, und im Nachhinein kann man dann auch die 3. und 4. Staffel sehr gut noch einmal schauen.

No More Te Quieros

Seit vielen vielen Jahren klebt es da, an dem goldfolienbeklebten Bisleyimitat, der nur neben dem Bett steht, um meine diesntälteste Palme zu tragen:

herz

Es sollte mich, möglichst schon beim ersten Augenaufschlag, erinnern, daß Liebe möglich war, und auch vielleicht wieder ist, schließlich hatte ein Ex mal irgendwann das Post-It dort aufgeklebt und ich hatte es mit Tesa gesichert.

Heute morgen aber: kaum hatte ich die Augen auf und das Ding fixiert, mußte ich in einem Sprung das Ding abreißén und auf die Terrasse rennen, um es möglichst weit weg zu werfen.

Wird wohl Zeit für was/ein Neues.