Archiv für den Monat: Oktober 2012

Schnauze! Weitermachen!

Ich weiß auch nicht was es ist, es müssen wohl die Sterne sein, die sich in den beiden Wochen vor dem Geburtstag irgendwie verhaken, es treffen ja auch ziemliche Gegensätze aufeinander, Waage und Skorpion, leben Sie das mal!
Jedenfalls, die beiden Wochen vorm Geburtstag sind bei mir traditionell immer sehr finster.
Ein Ex hatte schon vor Jahren gedroht, mir mein Geschenk zukünftig zwei Wochen vorher zu geben, eine Reise für mich, alleine, weil ich einfach nicht auszuhalten sei in der Zeit.
Und es ist ja auch so, mit umpffendrölfzig, das man es beim besten Willen nicht mehr als Hälfte des Lebens deklarieren kann, jedenfalls nicht bei meinem Lifestyle. Und dann ist es einfach so, daß manche Dinge in diesem Leben ganz sicher nicht mehr passieren werden, und damit nie. Das einfach mal ganz kühl und klar feststellen zu müssen, ist auch nicht so ohne. Ach! Und: Oh je!
Aber jetzt, eine Woche später, sind die Wolken gewichen, dies Leben ist was es ist, und ganz gut so, auch wenn es hier und da einiges zu Bedauern gibt.
Schnauze, Lucky! Weitermachen!

Wo es hängt (Bleibende Werte)

Nur weil man durch krankheitsbedingten Sportausfall in zweieinhalb Wochen wieder 3 Kilo zugenommen hat, heißt es nicht, daß man eben jene 3 Kilo auch wieder durch zweieinhalb Wochen Sport wieder abnehmen kann.
Mannmann, konnte es nicht was Anständiges mit Magen-Darm sein?

Last Night I Dreamt that Somebody loved me

Tatsächlich, letzte Nacht habe ich geträumt, jemand liebt mich. Lange Zeit hätte er gebraucht, mich zu finden, sagte er.
er war nicht wunderwunderschön, aber ganz hübsch anzusehen.
Und das Besondere war nicht, wie er aussah, sondern wie er mich ANSAH. So viel in dem Blick.
Hach, wat schön – Oh well.
No hope, no harm,
just another false alarm

To glare or not to glare, to taps or not to taps

Bei Gaydar gibt es eine Funktion, wo man jemand anzwinkern kann, und man bekommt dann eine Meldung “xxx has winked at you.” Ich hätte gerne eine Funktion, wo derjenige als Antwort bekommt “xxx has glared right back at you!”, also jemand hat zornig zurückgestarrt.

Dasselbe bei Gayromeo, dort hat man die Möglichkeit, ausnehmend häßlich entworfene Fußtapsen zu vergeben, z.B. mit der Beutung “Sexy!”, “Toller Po” oder “Möchte dich gerne kennenlernen”.
Ich hatte da gerne die Antwortmöglichkeit “Ohrfeige”, denn diese beiden Funktionen werden meist nur von absolut indiskutablen Individuen genutzt, bevorzugt aus der tiefsten Provinz oder über 70, die es wahrscheinlich auch nur satt haben, sich ausformulierte Abfuhren einzuholen.
So, what’s the point?

Glam and Lucky’s future

Sweety, gestern hab ich bei American Horror Story ne echte Perspektive bekommen.
Wenn es so weit ist und wir keine Lust auf Grey Gardens haben:
Wir können immer “Let’s fold Scarves!”

ersetzen mit “I’ll get the Shovel, you get the Bleach!”

shovel

(Leider keinen Videoclip aus AHS gefunden)

Künstlerin bei der Arbeit

Ich hätte mich nicht fürchten sollen, der Abend bei Ingrid Caven war alles andere als sentimental.
Muß schon sagen, trotz grippaler Erschöpfung und Verklebung, I cleaned up nicely (dafür gibts leider keine so treffende deutsche Formulierung), also ich hatte mich ganz gut zurechtgemacht unf fühlte mich präsentabel, und das wurde maßgeblich unterstützt durch Glämmie und eine sehr leuchtende G. Sie kann aber auch enthusiastisch mögen!
Jedenfalls, unter dem anwesenden gealterten und gemagerten Fans fühlte ich mich durchaus auch ein wenig als Glanz, ein seltenes Gefühl, und so sagte ich dem Starvisagisten einfach “Angenehm!” als ich ihm vorgestellt wurde, statt mich zu verstecken.

Ein ganz ganz anderes Konzert als das vor 5 Jahren, welches eine One-Woman-Revue war. Gestern gab es in der ersten Hälfte den Pierrot Lunaire-Zyklus von Schönberg. Eigentlich für Kammerorchester und Sprechstimme, aber Madame hat die Sprechstimme für sich orchestriert und kann deshalb das Kammerorchester durch einen genialen Pianisten ersetzen. Schwer verdaulich, aber genial. In der zweiten Hälfte dann ihre Gassenhauer, aber wie jedes Mal, jedes Mal neu.
Man geht zur Caven ja auch immer mit einer Befürchtung der Gebrechlichkeit, dem Wissen, daß sie die Letzte einer aussterbenden Art(istinnenklasse) ist. Das ist, wie gestern bewiesen, aber komplett unnötig, Gestern gab es Künstlerin bei der Arbeit, zeit- und alterslos. Und fast ganzlich unsentimal, es sei denn als Zitat. Grandios! Wenn Sie mal etwas völlig Außergewöhnliches erleben wollen, gehen sie hin, heute abend, es gibt noch Karten, ins Berliner Ensemble.
Und ganz egal wie großartig es war, ich war doch unheimlich erleichtert, daß wir den Premierentisch im Restaurant nebenan doch verlassen haben, bevor Madame erschien, das wäre mir doch zuviel zuviel gewesen.

Orangen in Seidenpapier

Als ich gerade diesen blöden Aufkleber von meinen Frühstücksäpfeln pokelte (wer macht so einen Schwachsinn?) fielen mir die Weihnachtsapfelsinen ein, von denen meine Mutter immer eine ganze Kiste bestellte. Einige davon waren immer besonders, denn sie waren in bedrucktes Seidenpapier eingewickelt, zusammen mit der Holzkiste hatte das dann den Flair von Import aus irgendwelchen Kolonien ca 1900.

Davon legte sie auch immer welche auf die Weihnachtsteller, und natürlich waren die eingewickelten Apfelsinen immer die begehrteren, weil eben besonders. Allerdings waren die meistens auch schon schimmelig, wenn man sie auswickelte. Besonders eben. Im Winter gab es den Ritus, daß mein Vater für alle Apfelsinen schälte und ganz fein säuberlich das bittere Weiße abschabte, mit seinem Taschenmesser und den sechs verbliebenen Fingern.

Jedenfalls, plötzlich stand ich da mit Tränen in den Augen vor einem riesigen Loch, und ein Riesenkloß schob sich vom Herzen halsaufwärts. Das ganze verlorene Universum der Kindheit, als man nur ein Rädchen im oft rätselhaften und rituellen Getriebe des Lebens von anderen war, Häuser mit vielen Zimmern und Gewölben und vielen Geheimnissen in vielen dunklen Ecken, Vielfalt, Unermeßlichkeit und Milliarden Dinge. Verloren, vergangen, verweht. Wie die Welt in Bergmanns Fanny und Alexander, bloß, daß sie nur noch in meinem Kopf und Herzen existiert. Und dann irgendwann nicht mehr.

Na, das kann heute noch in Tränen enden, heute abend im Berliner Ensemble, bei Ingrid Caven.