Archiv für den Monat: Dezember 2011

Between a Cock and a Hard Place

Irritierend, dieses Jahresendzeitgestocher auf den Blauen Seiten.
Ein 27jähriger Brasilianer wollte mich unbedingt gleich und sofort oder nur wenig später sehen und schickte auch gleich Bilder seines (sehr sttraktiven) Gemächts. Ein wenig störten allerdings die wiederholten Fragen in Pidgin-Deutsch, ob ich wirklich Deutscher bin.
Dann ein Afghane (sagt man das wirklich so?), mein Alter, ganz attraktiv, erst anderthalb Jahre in Berlin. Er arbeitet in der “Gastronomie” (bin ich Rassist, wenn ich Dönerbude vermute?), hat bestimmt eine interessante Geschichte. Zumindest habe ich mich geschämt, als ich im Chat über das furchtbare Weihnachten jammerte und er nur meinte “komme aus afghanistan,und kenne andre arten von problemen mit familie.”
Vielleicht ein wenig zu viel Exotik für mich momentan, aber immerhin war der Porn Cycle deutlich interessanter, weil ich mir dabei vorstellen konnte, daß ich genau das jetzt auch live und in echt und Farbe haben könnte, wenn ich nur meinen inneren Schweinehund überwunden hätte. (Ja, seltsame Wortwahl.)
Aber, es gibt ja bald ein ganz ganz blitzeblankes frisches Neues Jahr.
Kommse gut rein! (also, ins neue Jahr, jetzt…!)

Aaaaaaaw – Cuter than a Casket of Kittens!

Also wenn dieser Jake Gyllenhaal meiner wäre, würde ich meine Tage nur noch damit verbringen, seinem Gesicht zuzuschauen, wie es unglaublich süße und lustige Sachen tut. Ich würde lachen und weinen und ihn so so lieben, den ganzen lieben langen Tag.
(Nicht, daß der Rest unappetitlich wäre!)
(Gestern Source Code geguckt, feiner Film, aber noch besser sind die Interviews, unfaßbar was Jake mit seinem Gesicht so anstellt, einfach nur während er redet.)

Der Vollständigkeit halber

möchte ich hier in meinem öffentlichen Tagebuch vermerken, daß ich auch in diesem Jahr wieder in die Eifel fahre, um dort Weihnachten mit den Resten der Familie zu feiern begehen.
Nicht daß ich das Bedürfnis hätte, aber auch nicht, daß ich denselben Weihnachtshaß hätte wie früher. Es ist mir schlicht egal und nicht nur ein wenig lästig. Aber nicht lästig genug, um das Drama anzustoßen, welches es würde, wenn ich der Schwester sagen würde, ich komme dieses Jahr nicht. Dazu ist es wieder nicht wichtig genug.
Tscha, immer noch gefangen.
Immerhin, ich werde vom Neffen chauffiert, das ist doch auch was.
Ein Geschenk weniger zu besorgen, ein Haus weniger zu besuchen, dafür Blumen für ein Grab mehr zu besorgen. Auch das ist also bald überstanden, mangels Nachschub Leuten,die mir etwas bedeuten und die auch noch wegsterben könnten.
Keine Zimtwaffeln mehr dieses Jahr von Maria, und auch keine gestrickten Strümpfe mehr, ein Brauch den Maria von Godi übernommen hatte, die diesen Brauch von Mom übernommen hatte, nach deren Tod, und extra dafür in den letzten Jahren noch Stricken gelernt hatte.
Oder sollte das Strümpfe stricken so eine Art Staffellauf des Todes gewesen sein, der nun vielleicht andlich unterbrochen ist? Ich werde vorsichtshalber alle strickenden Menschen vor Ort warnen.

KW 50 – TMC

Scheiß aufs Internettagebuch, machen wirs doch wöchentlich.
Letzte Woche stand definitiv unter dem Zeichen TMC – Too much Communication.
Ein wunderschönes Wochenende auf Usedom (Gott, ist die Insel und die Seebäder häßlich geworden! Wir sagen: Nein zu Heringsdorf!), 3 Tage Doppelkopfmarathon mit Draußenrauchen (jaja, es WAR ein Nichtraucherhaus) und herrlich bösartigen Beschimpfungen und gaaanz viel Alkohol (die Kiste Sekt war nach knapp drei Stunden schon alle…) hat zwar sehr viel Spaß gemacht, aber es fehlten die ein, zwei Tage Nichtkommunikation, die ich in Zeiten der Hochsaison so dringend benötige. Dagegen bringt auch ein mehrstündiger Strandpaziergang dann nix.
Neidisch auf Bomec, der für zwei Monate nach Südfrankreich zum Eselhüten auswandert. Aber ich habe noch das Schnarchvideo, das kann ich ins Netz stellen, wenn der Neid nicht nachläßt.
Dienstag dann Weihnachtsfeier, bis 4 Uhr morgens, gottseidank der Mittwoch dann halbwegs gnädig. Und Donnerstag Dann noch bis 2 Uhr morgens versackt, das hält die dickste Kuh nicht aus.
Dieses Wochenende die Kommunikation mit der Außenwelt auf ein einziges Telefonat beschränkt, Lebensmitteleinkauf unterlassen und den Weihnachtseinkauf bei Ama** erledigt, Espressversand.
Einen netten Flirt im Netz gehabt mit einem attraktiven Araber, aber mangels Energie den Arsch (im wahrsten Sinne des Wortes) nicht hochbekommen, am nächsten Tag dann auch schon keine Antwort mehr auf Message. Von wegen Jahresendstochern.
So weit, so gut, ich bin froh, wenn Weihnachten überstanden ist. Immerhin ganz im Adventsspirit die grüne dildöse Kerze von Kitty angezündet gestern, das muß reichen an Stimmung.

Ätsch Bätsch

Ich weiß ja nicht, was Sie dieses Wochenende so vorhaben, wahrscheinlich auf dem Sofa unter einer Decke verkriechen und auf den Frühling warten, oder mit Milliarden stinkender schwitzender Mitbürger durch diverse häßliche Einkaufszentren hetzten, um irgendwelchen überteuerten Müll für Weihnachtsgeschenke an Land zu ziehen – ICH fahre morgen mit meiner Doppelkopfclique an die Ostsee, auf Usedom, um da drei Tage lang:
- am Strand mir den Wind die Drögheit aus dem Kopf pusten zu lassen
- Doppelkopf zu spielen bis zum Abwinken
- genüßlich zu kochen und zu essen und zu trinken
Und haben Sie keine Angst, das wird nicht allzu kitschig, einer unserer Lieblingssporte ist, beliebige Teilnehmer möglichst gezielt möglichst persönlich zu beleidigen, was zu allgemeinen Lachkrämpfen auf offener Richterskala führt.
“Nein, die ist nicht gekommen, weil sie dich mag. Sie ist nur gekommen, um dir den Abend mit ihrem Anblick zu versauen, so sehr haßt sie dich!”
Mal sehen, wie wir das noch toppen können.

Einsiedlerkrebs, Geflügelschere

Nein, die beiden Begriffe in der Überschrift haben nichts miteinander zu tun.
Einsiedlerkrebs deswegen, weil ich mich am Montag nach so einem verknuddelten, vertanen, weichgespülten kettenrauchend sehr genüßlichem und genossenen Wochenende fast ohne jegliche verbale Kommunikation (Ausnahme: Käsefrau und kurz der Mitbewohner) so weich und nackt und verletzlich wie ein Einsidlerkrebs ohne Leihgehäuse fühle, daß ich mich kaum aus dem Haus oder ans Telefon traue.

Geflügelschere deswegen, weil ich sehr zum beiderseitigen Schock den werten Kollegen vor der Gattin eines Freundes und einer Übernachtung in deren Haus gewarnt habe: nicht daß sie dir nachts die Geflügelschere in den Hals sticht. Während ich den Satz aussprach, wunderte ich mich, warum mir ausgerechnet Geflügelschere eingefallen war. Umso mehr wunderten wir uns beide, daß er genau das zwei Nächte vorher geträumt hatte.
Und umso noch mehr (?) freue ich mich, daß sich der werte Kollege heil und unversehrt von seiner Reise zurückgemeldet hat.

Aus der Uhr tropfen die Wochen

Und hups, ist schon wieder Freitag, und man freut sich aufs Wochenende. Warum eigentlich? Es passiert dieser Tage und Wochen nichts, gar nichts. Und das ist auch gut so.
Daß dieser Herbst und Frühwinter immer noch wie ein zwar kühler, aber sehr freundlicher Oktober rumkommt, erleichtert die Sache ungemein – Kinners, es sind nur noch dreieinhalb Wochen, bis die Tage wieder länger werden!
Irgendwie Zwischenzeit, ich spüre nichts, außer leicht aus der Zeit gefallen, denn es müßte eigentlich nebeln und düstern und depressiv machen, tut es aber nicht. Es fühlt sich ein wenig an, als ob man die Haltestelle verpaßt hat und im Bus sitzen geblieben ist, obwohl der nirgendwo nennenswert hingefahren ist.
Monstererkältung, mit Intensivschnupfen und -husten, letzte Woche habe ich mir bei einem Hustenanfall die Nackenwirbel verrenkt, und am nächsten tag die Lendenwirbel. Oh well, zum Notschlachten in die himmlische Herde.
Letztens interessehalber und für umme und nicht aus fangründen bei George Michael gewesen, aber zur Pause gegangen, weil der nur einen langweiligen langgezogenen Soundbrei von sich gegeben hat und garantiert keinen Tropfen Schweiß vergossen hat. Dafür immer schon die Sonnenbrille aufbehalten, wie affig. Trotzdem liegt er jetzt mit Lunge in Wien im krankenhaus und es bestand wohl zwischenzeitlich Lebensgefahr.
Vielleicht lohnt es sich gar nicht, sich zu schonen.

Aussitzen übrigens ist auch eine gute Geschäftsmethode, man arbeitet einfach mit der Dummheit und Unorganisiertheit der Gegenseite, und just wenn es zu spät ist, daß die noch selber was retten könnten, bietet man gnädig an, noch zu bleiben. Hatte ich mir genauso gedacht vor nem halben Jahr, und siehe, es funktioniert.

Ja, ne, das war jetzt alles nicht so spannend. Welcome to my Life, alles nicht so schlimm grade.