Archiv für den Monat: Januar 2008

lick your tv, kick your tv

Herrschaften, wenn ich dieser Tage tiefe dunke Schatten unter den Augen trage, flüchtigen Blicks auf die Uhr schaue oder nach dem Ausgang suche, dann hat das nichts mit Ihnen zu tun, dann heißt das nur, daß ich dringend nach Hause muß, um mir mit ein paar scharfen Burschen die Nacht um die Ohren zu schlagen.

Hatte ich neulich noch gesagt, daß Prison Break, die erste Staffel das spannendste ist, was ich jemals gesehen habe? Vergessen Sie’s!
Prison Break, die zweite Staffel, vom heißgeliebten Glämmerdick importiert, ist das spannendste (und sexieste!) was ich seit langem gesehen habe.
Die acht Jungs sind immerhin mittlerweile aus dem Knast raus, aber so richtig weit sind sie noch nicht gekommen. Knackige Jungs, verliebte Jungs, gefährliche Jungs, einer der weltbesten Schurken namens T-Bag (auch wenn das mit dem Wiederannähen der abgehackten Hand etwas fadenscheinig war) und ein tumb-süßer Latino namens Sucre (der mich an eine Ex-Affäre von mir erinert, mir wird mmer ganz warm und geborgen ums Herz.) Dazu kommt noch ein gefährlicher pill-popping Chefermittler vom F.B.I. Wentworth Miller verliert ein klein wenig in der zweiten Staffel, dafür gewinnt sein Filmbruder Lincoln deutlich an… äh, Format.
Also konnte man mich abwechselnd mit heraushängender Zunge vorm Fernseher knien sehen, wenn ich es nicht grade vor Spannung nicht aushalten konnte und auf Pause gestellt habe, um dreimal ums Haus zu rennen.

Wie gesagt: stellen Sie sich den spannendsten Film vor, den Se jemals gesehen haben, aber dann nicht in 90 Minuten, sondern in über 20 Folgen á 45 Minuten. Ach was, das können Sie sich gar nicht vorstellen, schauen Sie es sich einfach an!

pflegemittelergänzung

Wie schon geschrieben, arbeite ich ja an einer Kosmetikserie mit dem Arbeitstitel ‘Out of Bed’

Da fiel mir beim Duschen ein, daß ich mal ein angeblich wachmachendes Duschgel hatte, wo auch Koffein drin sein sollte.
Alkohol ist ja in den meisten solcher Sachen eh drin, damit die Haut spröder wird und man mehr Creme kaufen muß, jetzt ist mir das letzte fehlende Ingredient eingefallen:

Meine Gesichtspflegeserie ‘Out of Bed – for a distinctly bedraggled and abgefeiert Look’ wird neben Alkohol, Koffein natürlich auch Nikotin enthalten müssen, damit die Grundversorgung gewährleistet bleibt.
Die Creme für den Ü-35jährigen, dem man nicht ansehen soll, daß er seit Jahren abends zuhause vorm Fernseher liegen bleibt und schon lange keine wilde Nacht mehr erlebt hat!

glam diskriminiert!

Neulich trug er ein T-Shirt mit der Aufschrift: “Bad Motherf*cker”.
Und wer kümmert sich um die guten Mütter?

(aus der Rubrik: manchmal hab ich nur Scheiße im Kopf und warum soll ich da alleine drunter leiden!?)

(Alternative Rubrik:
An der Ecke steht ein Kind
mit der Aufschrift ‘Gänzlich blind.’)

Auch schön: an einen völlig blöden Post einfach immer noch was Blöderes dranhängen!

heisse nächte, flaue tage

You give me Fever
Fever in the morning,
Fever all through the night
(Cole Porter)


From a lack of community property
And a feeling she’s getting to old
A person can develop a bad, bad cold!
(Adelaide’s Lament)

Nach 6 Tagen in Bett und auf Sofa ist es nun wohl wieder soweit, sich in die Reihen der werktätigen Bevölkerung zu gesellen. 6 Tage intensives Nichtteilhaben an direkter persönlicher Interaktion lassen einen ein wenig logik- und realitätsfern zurück. Schwitzen, Schüttelfrost, Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen, gepaart mit einem simulierten Leben per Internet und TV.
Ekelskandale, Jugendgewalt, Wahlkampf und -krampf. Bei der ultimativen Ekelprüfung am Sonntag verlor immerhin der Hesse Koch sein unattrakives Gesicht und darf ab in den Dschungel, während die kleine Kreische Ross jetzt wohl Hessen regieren muß und migrationshintergründige Jugendliche mit Maden und Känguruhhoden bewerfen darf. Wenn ich alles richtig verstanden habe.

Während die Nichtraucherschützerfraktion nun auch öffentlich Kontur bekommen hat: es geht nicht um die Volksgesundheit, sondern darum, wie pensionierte hessische Postboten Deutschlands berühmtesten Kettenrauchern Loki und Smoki (so nennts der Tagesspiegel niedlicherweise) den letzten Qualm nicht mehr gönnen, kleinliche, biederste, frustrierteste Denunzianten. Man will nicht wissen, wen die und ihre Artgenossen vor 70 Jahren wo gemeldet hätten.

Die Unverschämtheit an einer Woche Krankheit: nicht ein Gramm abgenommen. Hätte ich bloß Magen-Darm gehabt!
Gut, daß ich wenigstens noch rauche. Sonst hätte ich sicherlich noch 10 Kilo zugenommen.

la sphinx á quatre-vingt ans: bon anniversaire, belle jeanne!

Jeanne Moreau, vielleicht die beeindruckendste Schauspielerin der Welt, wird heute 80. Bon Anniversaire, belle Jeanne!

Eine Unabhängige, eine Unbeugsame, eine Sphinx, ein Solitär, eine Intelligente, ein Universum für sich, eine Unerschrockene, eine Förderin junger Talente, eine Kämpferin, eine Neugierige, eine Institution, eine Königin, eine Wunderschöne, eine Rätselhafte, eine Professionelle, eine Grande Dame, eine Diva, eine Hure, eine Unverwechselbare, eine Raucherin, eine Schmollende, eine Spöttische, eine Rachsüchtige, eine Liebende, eine Verletzte, eine Ungehemmte, eine Konsequente, eine Verletzliche, eine Sture, eine Unfaßbare, eine Unanfaßbare, eine Spöttische, eine Verbitterte, eine Mutige, Stimme wie Reibeisen, Blick wie Röntgenstrahl, eine wie keine.

Was soll oder kann man schreiben?

Les Amants, Jules et JIm, Fahrstuhl zum Schaffott, La Notte, Querelle, Le Temps qui Reste, La Vieille qui marchait dans la Mer, Mademoiselle, Tagebuch einer Kammerzofe, Die Braut trug schwarz, und so weiter, mehr muß man nicht sagen.

lob der anonymität

Mir ist schon klar, daß zumindest der Staat ganz genau weiß, wer ich bin und wo ich wohne und was ich kaufe, wenn ich hier so rein schreibe. Ich kann nur hoffen, daß ich ihn damit ohne Ende langweile.

Und gelegentlich gehe ich ja auch zu Bloggertreffen, und manchmal muß ich mit Herrn Glam schimpfen, weil er manchmal Fotos einstellt, auf denen ich zu erkennen bin.

Im Großen und Ganzen gab es im letzten Jahr aber durchaus einige Gelegenheiten, an denen ich mir bekannte und auch gemochte Blogger irgendwo in freier Wildbahn gesehen habe, und ich hätte mich vorstellen können, aber ich habe es gelassen.
Warum? Einfach so.

jetzt mit ton

Hier hatte ich vor Monaten ja schon den zauberhaft spröden Text veröffentlicht, jetzt kann mans dank freundlicher Hilfe ja tatsächlich auch hören. Die vor Jahren irgendwo im Wedding in einem Trödelladen für 50 Pfennig erstandene Single habe ich auch höchstpersönlich digitalisert. (Nur der Chor gegen Ende hin, der ist ziemlich unpassend und überflüssig.)

Und ein verwegenes Bild der Dame hab ich sogar auch gefunden:

nielsen