Archiv für den Monat: November 2007

latht night a lithpeln thaved my life

Hallelujah! Es ist überstanden! Das Restjahr kann kommen!
5 Premieren in 12 Tagen! Dauer der Shows: jeweils 3 Stunden in Echt- oder auch gefühlter Zeit, autsch.
Ich mußte bezeugen:
- tanzende Zimtsterne
- Frauen mit Saftpressen statt Haaren
- marschierende Zuckerstangen, rot-weiß geringelt
- Transvestiten als Obdachlose verkleidet
- einen singenden klingenden leuchtenden menschlichen Weihnachtsbaum
- Barbapapa und Barbamama
- wie der Sänger beim Schlußapplaus auf der Matsche ausrutschte, die im Stück produziert wurde
- was man alles mit dem Mund jongieren kann (und ich dachte, ich wäre geschickt!)
- Männer in Strumpfhosen im Wald
- Wie eine arme Audience-participation-Seele aus Versehen den Moderator mit einer zerkauten Olive bespuckte (was ihm recht geschah!)

Der krönende -ungewollt komische- Abschluß war aber die böthe böthe Königin mit dem herrlichen Chprachpfehler. Wie sie bedrohlich “Paththth blothththth auf” zischte und wie jedes ihrer Lieder zum großen Amusemang des bleiern geschaukelten Publikums erklang:”Bloth ein chwacher Moment/ eine thelig thäuthelnde Nacht”
Da hat sich der Abend schon fast gelohnt, als das ganze Parkett vor Lachen von den Sesseln rutschte. Auch wenn man nicht mal die Oliven von dem schimmeligen Buffet essen wollte.

november dreaming

Irgendwie von Jamaica, Ananasfarm, Alarm (reimt sich auf -farm) und Johnny.
1.111 heißen Küssen und einer unglaublich entspannten Sängerin. Ob’s an der Ananas liegt?

(Entschuldigen Sie den Player, auf die Schnelle gings nicht besser – wie kriege ich das auch als inbegabter Mensch so schick hin wie z.B. Der feine Herr Rob oder die feine Frau Nessy?)

Edit: so, dank der guten Anleitung von Herrn J.W. sieht das doch großartig aus!

maßlos

Ich weiß auch nicht, woher das kommt, aber ich bin maßlos. Maßlos im Genießen, egal ob Rauchen, Trinken, Essen, eine/r/s geht noch. Maßlos im Arbeiten, und maßlos im Schlafen. Eine Umdrehung geht immer noch.
Maßlos in Abneigung, vielleicht etwas gemäßigter in der Liebe. Beim Sex – ach lassen wir das.
Bei fast jeder Party bleibe ich, bis sie grau geworden ist (wenn ich denn überhaupt hingegangen bin) und auch auf dem Sofa kann ich so lange sitzen bleiben, bis der Rücken weh tut.

Ob das genetisch ist?

dry patch

Dank meiner letztes-Jahr und vorletztes-Jahr-Funktion merke ich, daß ich immer um diese Zeit einen dry patch habe – es gibt, wahrscheinlich erschütterungsbedingt durch den Besuch von ähem, speziellen Premieren, nicht viel zu schreiben.
Das ärgert mich dann, wenn ich ein Jahr später nichts finde, weil ja manchmal auch die Kommentare dann einen Nichtartikel rausreißen.
Deswegen bin ich meist bemüht, dann doch irgendwas zu schreiben. Here comes:

Irgendwas!

nicht dabei

Ich hatte es schon ganz vergessen, aber vor Wochen hatte ich mich per Mail versucht, bei so einer schwulen Ringelpiez-Seite anzumelden, die schwule Blogs versammelt.
Habe keine Antwort bekommen, bin also offensichtlich nicht bei, möglicherweise nicht schwul genug. Was mich wiederum sehr amüsiert.

Sach ich’s doch!

(passend dazu die heutige Suchanfrage: lucky strike wein doch) gnihihi
und: lieferdienste wodka wurden gesucht und. stellense sich mal vor: mary roos nackt. leut gibts!

retter in der not

war gestern abend ein kleiner Modelleisenbahnzug, den ein unbekannter, aber bedachter Bühnenbildner völlig sinnfrei rechts jenseits des Bühnenrandes aufgebaut hatte.

Der Zug fuhr völlig sinnfrei und unbeeindruckt von rechts nach links und wieder zurück.

An dem konnte ich meine Augen ausruhen, wenn das scheinfestliche Gewese auf der Bühne zum Augenkrebs zu wuchern drohte.

Leider gab es eine solche Raststätte nicht für die Ohren.

dead like me

Life sucks, and then you die. And then it still sucks.

Das schönste im Winter sind die langen Abende, da kann man nämlich lange Serien gucken.
Dead like me hab ich schon vor längerem kennengelernt, als der wundervolle Herr Spango dem ebenso wundervollen Herrn Glam die erste Staffel leihweise überlassen hatte.

Dead like me erzählt von der depressiven, muffligen jungen George, die mitten aus ihren unbefriedigenden Leben von einem Klositz der abstürzenden Raumstation MIR abberufen wird. Doch statt dem großen Aus, dem Himmel oder der Hölle bleibt alles so wie es ist, George wird zu den Grim Reapern verpflichtet, eine Abordnung Untoter, die als Sensenmann respektive -frau den zukünftig Sterbenden den Abgang erleichtern soll, indem sie die Seelen kurz vor dem Tod aus dem Körper befreien.

Also trifft sich die örtliche Truppe jeden Morgen im Der Waffelhaus, wo zu nicht enden wollender Jodelmusik die Todesfälle des Tages von Rube (Mandy Patinkin, ja, der aus Yentl) verteilt werden. Mit dabei sind Mason, ein Engländer, der außer Drogen, Alkohol und Mädchen nicht viel im Kopf hat, dabei aber ganz süß ist, Daisy Adair, die anscheinend allen männlichen Filmstars der Filmgeschichte (außer Lassie) schon einmal zu Diensten war, und Roxy, eine harte abgebrühte Latina, die als eine meter-maid tagsüber Strafzettel für Falschparker verteilt.

Das ist nämlich das Problem, ein Grim Reaper verfügt nicht über irgendwelche magischen Fähigkeiten, sondern ist gezwungen, sich seinen Lebensunterhalt wie jeder Normalsterbliche zu verdienen, wenn nicht grade ein frisch Toter einen dicken Geldbeutel dabei hatte.

So ist George gezwungen, einem dämlichen Bürojob mit noch dämlicherer Soziales-Leben-Simulation unter der Aegide von Delores Herbig (as in her big brown eyes) zu bestreiten, und ihr Tod ist genauso beschissen wie ihr Leben.

Es wundert einen nicht, daß die Serie nicht so bekannt ist und nur zwei Seasons ergab, denn dramaturgisch gibt es einige Hänger, und auch wenn das Personal ähnlich wie in Six Feet Under nicht das übliche willige Identifikationsangebot liefert, so sind die Charaktere auch nicht so gut ausgestaltet und entwickelt wie in Six Feet Under.

Trotzdem bestens geeignet für die langen dunklen Abende im Leben nach dem Tod im November, gerade weil die Charaktere sich nicht anbiedern und unwillig, muffelig und schlecht gelaunt ihren Pflichten nachkommen. Jeder Tag ist derselbe, ein Entrinnen oder eine Erlösung gibt es nicht. Nur die erstickte Verzweiflung ist echt.

Damit kann zumindest ich mich zur Zeit bestens identifizieren. Dead like me, eben.

Oh, und falls das hier nicht deutlich wird, it’s kind of a comedy.

murmeltier. grüßt. täglich. jährlich.

Daß man ein einigermaßen gut eingerittenes Blog hat, und darüber hinaus scheints auch ein gut geregeltes Leben, zeigt sich daran, daß ich heute den Eintrag vom vergangenen Jahr fast 1:1 übernehmen kann:
* Dienstagabend: eine vorhersehbar schlimm-schlimme Premiere – wo ich doch Weihnachten sowieso hasse!
* Donnerstagabend: eine vorhersehbar schlimme Premiere – wo ich doch Weihnachten sowieso hasse!
* SamstagSonntagabend: eine vielleicht interessante Premiere – aber muß das am Wochenende sein? Ich hätte doch sonst vielleicht mal frei?

Muß ich also nächste Woche 3x in den Fummel steigen, mindestens 2x Rolf Eden und mindestens je 1x Glööööckler, Rene Koch, Barbara Schöneberger und wie der Dreck sonst noch so heißt sehen.
Ich hasse es. Hoffentlich sind wenigstens die Buffets gut.

Ob ich mir da ein paar neue praktische Sätze einfallen lassen sollte? Ach Quatsch, die lassen sich ja auch nix neues einfallen.

Also ist das wohl klar ein Fall von art imitating life imitating art und auf jeden Fall von History Repeating. Gehen Sie bitte weiter, es gibt hier nichts weiter zu sehen. Sie kennen nun das komplette Leben des Herrn L.S.