Archiv für den Monat: Juli 2011

Schraube abzugeben

Wie wahrscheinlich 90% der Deutschen am ersten Urlaubstag bei Ik*a gewesen. Im Gegensatz zu 90% der Deutschen finde ich allerdings Ik*a immer sehr deprimierend, der ganze schein-individuelle Ramsch für das vollgestopfte Leben auf 8,5 Quadratmetern und die fadenscheinige Duz-Haltung.

Aber für frisches Bettzeug isses allemal gut, und dazu noch hab ich endlich einen neuen Couchtisch, denselben wie vorher, Mammut-Kindertisch in Apfelgrün, nur eben jetzt ohne Brandlöcher (vorerst.) Es hat irgendwie was Mißbrauchtes, wenn Plastikkindermöbel die Spuren vergessener abgerauchter Zigaretten vorweisen.

Jedenfalls, und deswegen schreibe ich das, war in dem Baupack eine Schraube zuviel drin, und ich weiß, wie ärgerlich das jedes Mal ist, wenn man den Ik*a-Müll dann zusammenkloppt, und es fehlt genau diese eine Schraube. Also, die ist hier.
Ca. 8 mm lang, Kreuzschlitz, mit Unterlage schon gleich mit dran. Können Sie sich abholen kommen. Glad to be of help. Du.

It all Ends

Meine Heidi war gar nicht in Form vorgestern, das konnte ich schon daran sehen, wie sie nach meinem Vorgänger aus dem Zimmer kam. Ist auch auch in Ordnung, und so hab ich mich ein wenig um sie gekümmert, in meiner eigenen Therapiesitzung. Über die Tuberose von meiner Terrasse und ihren Duft hat sie sich aber sehr gefreut, und die Tuberose hatte ich nur zum Teil als Geschenk mit, zum anderen Teil war sie mit da als Symbol für die Oma in mir (also meine eigene Oma, Anna, nicht Berta.)
(Nein, Sie müssen nicht immer alles hier verstehen, tu ich auch nicht.)
(Oh Gott, das wird jetzt wieder so ein Text mit lauter Sätzen in Klammern.)
Die Woche war intensiv, neben dem grandiosen Cyndi-Konzert am Dienstag, auf das wir eigentlich gar keine Lust hatten, weil die Blues-Platte so langweilig ist, aber Cyndi live ist einfach das Beste. Da können die anderen jungen und alten Hüpf- und Autotune- und Playback-Mädchen mal ganz doll kacken gehen. Und bei Time after Time mit dem Glämmerdick Händchen halten ist so schön kitschig, das muß man einfach auch mal tun. (Sie wissen wahrscheinlich gar nicht, wie fest der Glam immer zupackt, oder?)

Die letzte Woche vor dem Urlaub (4 Wochen!) mit dem ganzen Mistdreckscheißdreckzeug, das ich in den letzten Wochen so schippen mußte, und am letzten Tag löste sich dann alles auf, aufs Beste (also Bestmögliche, nicht perfekt, aber ich muß endlich auch mal lernen, daß ich nicht Jesus oder Frodo oder Harry Potter bin.) Bei wichtigen Telefonaten muß ich immer stehen, was dazu führte daß ich den ganzen Tag stehen mußte, aber was solls, wenn fast alle Strateggien genau richtig aufgehen, die man mühselig mit schweren Armen seit Wochen jongliert hat.

Und abends konnte ich ja dann auch lang genug sitzen, denn da ging dann eine Ära zu Ende, mit dem liebsten und letzten Ex zum letzten Potter. It all Ends. 10 Jahre Potter-Filme, fast so lange wie wir uns kennen und kannten und liebten oder mochten oder mögen, sind wir natürlich immer zusammen in jeden gerannt (bis auf den vorletzten, da streikte ich.) Dann ist das jetzt auch vorbei, vorbei, und da paßt es doch gut, daß der Gute jetzt wen Neues hat. Nach anfänglichem Schock freue ich mich doch sehr, schließlich sah es ja jetzt fast 10 Jahre so aus, als ob wir uns gegenseitig verflucht hätten, keiner von uns hat in der Zeit was Neues an Land ziehen können.
It all ends. Und wenn was endet, fängt zwangsläufig was Neues an.
Zum Weinen schön die Szene, als Harry mal kurz tot ist, der große weiße Raum, nur Harry und Dumbledore.
Zwei herrliche Zitate von Dumbledore: Do not pity the dead, Harry. Pity the living and above all, those who live without love.
Und: Of course, it is happening inside your head, Harry, but why on earth should that mean that it’s not real?
(States of Mind are real enough, hat Joyce Carol Oates das ein wenig poignanter formuliert.)

So, eine Menge Enden, und damit zwangsläufig Anfänge. Und vier Wochen Urlaub von mir. Bin gespannt. Und entspannt.
(Ich hab Ihnen doch gesagt, das wird jetzt wieder ein Text mit ganz vielen Sätzen in Klammern.)

Hätte ich ja nie gedacht, dass Britney mir eines Tages noch sympathisch würde

(Wenn Glämmie schon Falco-Videos einstellt statt Falcon-Videos…)
Hier aus einer Anklage eines Ex-Bodyguards, der sie verklagen will, ausgerechnet wegen sexual Harassment:

He claims, “Defendant Spears was mentally unstable, and personally obnoxious and demanding, requiring her staff on various occasions and for no rationally discernible reasons to address her as “Jennifer” or “Queen Bee,” on other occasions, Defendant Spears would cut her hair in an erratic fashion, leaving uneven and bald spots on her head.”

Spears had obnoxious personal habits, such as chain smoking cigarettes, which made her smell continually of stale tobacco,” he wrote in his court document.

“She broke wind or picked her nose unselfconsciously and unapologetically before Plaintiff (Flores) and others and she was constantly and gratuitously loud and profane in her speech.

She did not bathe for days on end, did not use deodorant, did not brush her teeth, did not fix her hair, did not wear shoes or socks.”
(von hier)

Cyndi vs. Madge

Cyndi Lauper hat großes Glück gehabt, dass sie nicht Madonna geworden ist. So jedenfalls der entscheidende Eindruck nach ihrem charmanten Konzert im Admiralspalast am Dienstagabend. Immerhin erschloss sie mit frühen Hits wie „Girls Just Want to Have Fun“ das Terrain der intelligenten, schillernd selbstbewussten Popfrau einige Zeit vor Miss Ciccione. Die nun wiederum auf ewig ihrem Ikonenstatus gerecht werden und den zwangsdisziplinierten Körper in stählerner Choreografie auf den Großbühnen der Welt ausstellen muss, als bewerbe sie sich um einen Platz im Kabinett des Dr. von Hagens.

Ich könnte es nicht besser ausdrücken – weiterlesen in der Berliner Zeitung

Cyndi, bist die Beste!

Verbindlichkeiten

Puh, dachte ich die Tage beim Beobachten eines Freundes, der macht neue Freunde wie andere Leute Schulden, so leicht, so mühelos, so alltäglich und nebenbei, und war beeindruckt und ein wenig neidisch.
Ich, ich hab immer zuviel Angst vor den Verbindlichkeiten.

He telephone to Hongkong

“Hai-zu Imbiss, Guttenttag?” (freundlich-enthusiastische Frauenstimme)
“Ja, N’abend, hier ist der Herr Lucky, ich wollte was bestellen, zum Liefern?”
“Bit-Sön!?”
“Brauchen Sie erst die Bestellung oder erst die Adresse?”
“Hai so mahjongwatugö-na?”
“Öhm, Sie liefern doch?”
“Ooohja mo-ment, hi-zu Kolleg, ho is-ze Kolleg?” (Läuft enthusiastisch weg vom Telefon)
(Minuten später wieder da) “Hah-so, Bit-Sön?”
“Hm. Ok. Also: Bitte einmal die 34 G und…”
“Ha-nu hoshi-to manumana wassendo–ho?”
“Ööh, haben sie das, 34 G Grüne-Papaya Salat mit…”
“Ara-Go! Mao-su hai-chin Önomoto-pei-ha!”
“Also wissen Sie was, junge Frau, ich glaub das wird nix. Ich wünsche noch einen schönen Abend, Dankeschön.”
“Hai nu soki loki wa-su! Bit-Sön!? Bit-Sön!?”
(Sie hat noch eine Weile weitergeredet, ich hab dann einfach aufgelegt. Wüßte eigentlich ganz gerne, wem sie jetzt was geliefert haben. Selber schuld, wenn ich nicht besser ausländisch kann, wenn ich schon eine 34G und eine 47 H haben wollte. Ungebildete Deutsche, das Schlimmste!)

Vorsicht – alles auf die Bäume!

Mein Horoskop für heute:
Diese Zeitqualität wirkt stimulierend auf Ihre geschlechtlichen und schöpferischen Kräfte. Eine sexuell harmonische Beziehung wird insofern davon profitieren, als Sie und Ihre Partnerin Ihre sexuellen Energien jetzt wirklich freisetzen können. Andernfalls könnten Schwierigkeiten auftreten. Wenn man seine Sexualität nicht äußern kann, verwandelt sie sich in Konfliktstoff. Falls Sie keine Beziehung haben, könnten Sie sich jetzt von fast jedem Menschen, dem Sie begegnen, sexuell angezogen fühlen.

(ich krieg mich kaum ein vor Lachen…)

Öffentliche Nahverkehrslogik

Jetzt soll also absolutes Alkokolverbot in U- und S-Bahn die Gewalttaten und Übergriffe verhindern.
Super Idee eigentlich, wenn se schon nicht schaffen, die paar mal die Woche einzugreifen, wenn sich die Leute tot- oder halbtot schlagen, dann könnense sicher aber bestimmt das Alkoholverbot durchsetzen.
Bin ich der einzige, dem der Knick in der Logik auffällt?