Internationalista

Bis in die Nacht hinein mit dem Mann Deutsch gepaukt, mit der uns eigenen Mischung Spanisch/Portugiesisch und einer gewaltigen Prise Französisch, Italienisch und komplett erfundenen oder nachempfundenen Wörtern – ich nenne es eher Desperado als Esperanto. Aber wir können uns damit stundenlang aufs Tiefste unterhalten.

Dann nach nur 4 Stunden Schlaf ein tagesumspannendes Meeting mit den Verantwortlichen eines unglaublich hervorrragenden großartigen Projekts  – bleimse dran, Pressekonferenz ist am 12.09. und sie werden davon hören. Bauen Planen Vetoen und Neu Erfinden auf englisch, französisch, deutsch, dänisch und schwyzerdütsch, alles auf Augenhöhe mit dem Intendanten und allem Pipapo – wie großartig, alle am Tisch gleichberechtigt und geschätzt, in Mitte gleich hinter der Kathedrale. Und bei der Housewarming Party im Anschluß von den interessantesten Castings der Welt zu erfahren. Mitten in der Krise gegen die Krise. Wunder, täglich, klein aber strahlungsweit, und das im Mittleren Osten. Sie haben keine Ahnung wie schwierig das jetzt war, dies hier jetzt auf deutsch zu tippen.

Jetzt platt und ohne Worte. But still, my heart goes out to Glämmy und the Glämmy family – seid stark und ich hoffe alles wird gut.

Neues Jahr, Glück

Und wenn Sie hier seit ewig nichts mehr gelesen haben, dann liegt es daran, daß mich das Leben rechts und links überholt hat, mit vollen Händen und vollem Herzen, und ich mit hochrotem Kopf und pfeifendem Atem versuche, irgendwie hinterher zu kommen, emotional, körperlich, zeitlich.

Auf einmal alles zu haben, wovon man sich gar nicht mehr getraut hat zu träumen, und noch viel mehr, das ist wundervoll, unerwartet und gar nicht so einfach zu verarbeiten.

In Kürze, es hat jemand völlig Unerwartetes geschafft, mich zu schnappen, bevor ich auf den Baum des ewig selbsterhaltenden Singledaseins-System klettern konnte, und hat es im Anschluß und immer noch geschafft, genug Liebe unter der Tür durchzuschieben, um die nagenden Zweifel auf Beste Art immer wieder verstummen zu lassen. Bitte haben Sie Geduld, bis ich mich wiederfinde, beziehungsweise (hah!) das neue Ich fassen kann.

Too much of a good thing is wonderful, wie schon Liberace Mottos war. Aber keine Angst, ich werde weiterhin ohne diamantbesetzte Showanzüge meinen Weg machen.

Such trying times…

A man I know is falling for me
A man I know is acting like a fool
While I’ll remain as cool to him as ice
This man I know keeps calling for me
This man I know is far too grand
Why can’t he understand
He’s so in losing dice

Such trying times
Such trying times
Why do we live in such exasperating times?
(gesungen von Marlene, natürlich)

Seit weit über 10 Jahren greine ich Sie ja hier schon voll, daß kein Kerl mich will und blabla und wähwäh, jetzt habe ich aber ein anderes Problem: Ich habe aktuell gleich zwei Männer. Und bin etwas überfordert.

Der eine ein bayrischer Honduraner oder honduranischer Bayer, in meinem Alter ungefähr und fast von meiner Statur, aber sexy, was natürlich selbstakzeptanzbezogen eine herrvorragende und willkommene zeitlich und karmisch perfekt platzierte Aufgabe für mich ist, weil wann will ich denn endlich mit meinen eigenen Gegebenheiten klarkommen, wenn nicht jetzt? Und man kann hervorragend Zeit mit ihm verbringen.

Der andere ein fast gleichaltriger Brasilianer, aber mit jungenhaftem Körper und auch sonst stimmen alle Klischees. So ein bißchen Copacobana im November, hach. Und er hat ein Ding mit meiner Plautze meinem Bäuchlein, das funktioniert wie Aladin und Wunderlampe, er muß nur zwei Mal an meiner Wampe reiben, und schon, ähm, gehts weiter – fünf Mal Sex an einem Sonntag Nachmittag, ich glaub fast dafür bin ich zu alt mittlerweile. Und das alles mit echt brasilianischer Begeisterung und Unmittelbarkeit, da komme ich als alter deutscher Kaltblüter, pardon the pun, ganz schön ins Schwitzen, auch emotional und mental.
Ich kann zwar kein Portugiesisch, und er kein Deutsch oder Englisch, trotzdem haben wir uns mittels Google Tradutor und nonverbal sehr gut unterhalten. Auch eine willkommene karmische Aufgabe, nicht alles so kopflastig zu halten.

Allerdings, so über ein Jahrzehnt gepflegten und ungepflegten Alleinseins schiebt sich auch nicht so einfach beiseite, und so versuche ich die Herren so gut es geht immer wieder zu vertrösten, was sie erstaunlicherweise momentan auch noch mitmachen.

 

Lyzeum -> Museum

Ich bin museal.

Nein, wirklich, ich hänge im Deutschen Historischen Museum, echt jetzt. Also, ein Jugendbild von mir. In der Ausstellung Homosexualität_en.

Ein wenig verwundert, daß ich das von Freunden erfahren mußte statt vom Nachlassverwalter, und auch ein wenig verärgert über die Bildwahl, denn es ist keins der durchaus zur Ikone gewordenen Bilder, sondern sozusagen ein Privat-Glamour-Portrait.

Das der Fotograf nur gemacht hat, als ich ihn während der Fotossession darum gebeten hatte, weil ich ein WEIHNACHTSGESCHENK für meine MUTTER gebraucht habe. Ich habe mich immer ein wenig geschämt, seine Kunst damit so profanisiert zu haben, ihn hat es glaube ich nicht so gestört. Und so wurde es ein Portrait, mit für die frühen 90er schicken Einstrahlen der Beleuchtung von hinten.

So hängt es nun auch nach ihrem Tod noch im Wohnzimmer meiner Mutter, und eben auch im DHM. Paßt eigentlich auch schon wieder, Homosexualitäten eben.

Heute hätte Jürgen Baldiga, der Fotograf und mein Ex-Geliebter, Geburtstag, und er ist zwar schon lange tot, aber unvergessen und twittert posthum munter fast jeden Tag unter @juergenbaldiga oder aus seinem Tagebuch – sehr folgenswert!

 

Thunderbolt & Lightning yeah!

Dreimal dürfense raten, wer die letzte halb Stunde praktisch nackt im Gewitter, Sturm und Regen auf der Terrasse getanzt und die Blitze dirigiert hat!?
Derselbe, der es manchmal morgens erst nach Stunden zur Arbeit schafft, Angststörung, wissense. Aber nackt im Gewitter tanzen, das kanner. Just being alive… So alive!

(Ich hoffe inständig, daß die Gäste im Hostel nebenan alle die Handyakkus vom Brandenburger-Tor-Knipsen leer hatten oder daß sie wenigstens keine Youtube-Channel haben. Oder daß meine Balkonbepflanzung mittlerweile blickdicht ist. Das fehlt mir noch: “Typisch Berlin: Dicker alter Wahnsinniger tanzt im Gewittersturm. Aber Dachterrasse haben. Dit muß Berlin sein, wa?”)

…und von meiner Yacht aus die Küste verachten

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Nachdem sich am Montag herausgestellt hat, daß ich erst ab Mitte August Urlaub machen kann und ich kurz vorm Heulen war, weil durch, habe ich beste Erpresserqualitäten bewiesen und so schon mal den Donnerstag und Freitag frei gepreßt. Und wie schlau sich das war! Schlauchboot-Saisoneröffnung mit einem Big Bang bei über 30° – the only place to be.
Nach Auftakt am Donnerstag mit Glämmie und Gast gestern zum ersten Mal ganz alleine auf dem See und es war eine rundum kathartische Sache. Heute zum dritten Mal, und es fühlt sich an als lebe ich auf eiem anderen Planeten. Und: kein Sonnenbrand bishr, so schlau bin ich mittlerweile geworden!

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Nach getaner Arbeit kann man zufrieden nach Hause rudern. Smoke on the Water  (ist aber in Wirklichkeit nicht von mit. Ischwöre!)
Heute dann Nilpferdtag – auf der halb aufgeblasenen Luftmatratze mehr in als auf dem Wasser, nur die Nüstern draußen.

Allet muss, nix jeht

“Ach, das Staatsballett streikt heute abend?
Wie schade, ich bin nämlich in der Charité, wir streiken auch, und da hätte ich heute so schön Zeit gehabt.
Aber die Karten sind ja sowieso noch nicht angekommen, mit der Post.
Schade eigentlich, daß die S-Bahn gerade nicht streikt, sonst wäre ich da auch gar nicht erst hingekommen!”