Archiv für den Monat: Juli 2010

Ja, nee, weiß auch nicht

Still hier – weil ich nicht weiß wie mir ist und deswegen auch nix drüber schreiben kann. Über die Hälfte der 4 Wochen Urlaub sind rum und ich fühle – nichts.
Das ist nicht mal schlecht oder auch gut, aber ich dachte es würde sich anders anfühlen. Seltsam.
Und dann heute auch noch den Heidi-die-wo-meine-Therapeutin-ist-Termin seebedingt verpaßt, weil ich dachte daß er erst nächste Woche sei, vielleicht hätte die mir das erklären können…

Hausmeister Massenmord & Aufrüstung

Neben all den kleinen Hausmeistersachen wie Fenster lackieren, Silikon im Bad verschmieren, herausgefallene Steine wieder einzementieren besteht meine Haupttätigkeit hier im Fliegen töten.
Ich bin zwar nicht so wendig wie die gute alte Lucky-Mom, habe am Ende des Tages aber auch eine gute Masse Leichen vorzuweisen, wenn man die Wohnküche ausfegt.
Dabei sind die Fliegen gar nicht mal so dumm, die gewiefteren setzen sich nämlich zum Beispiel gleich auf die Klatsche und denken sich da seien sie sicher.
Aber nicht mit mir, ich habe nämlich noch eine zweite Klatsche!
Und gestern, gestern habe ich sogar eine Fliege auf dem guten Glamourdickblog zerklatscht. Sorry, Glam.

Kellergeister

Der Friedrichshainer Gayromeo-Benutzer, der laut Profiltext neue Freunde sucht, eröffnet das Chatangebot mit
“hallo
hast du einen keller zum einsperren?”

Ich fürchte, so wird das nix mit neuen Freunden.
Ich habe ihm vorsichtshalber auch nicht verraten, daß ich sogar über mehrere Keller verfüge, mit einem Haus drüber, in dem 48 Wochen im Jahr niemand wohnt.

Öde Orte: Kyllburg

Kyllburg in der Eifel ist wohl das Grey Gardens unter den Kleinstädten.
Eine Grandezza großer Vergangenheit als Luftkurort liegt in der Luft und stört sich kein wenig daran, daß das Kurhotel, einst ein prachtvoller Bau mit französischem Garten und Springbrunnen, nun schon seit etwa 30 Jahren in der Ortsmitte dahinrottet wie Wrack der Lusitania und damit den Ton vorgibt für das restliche komplett verwahrloste Ensemble.

Im wesentlichen besteht Kyllburg aus einem sehr tiefen Tal, von der namensgebenden Kyll auf ihrem Weg zur Mosel gegraben, mit Mühle, Sandsteinbahnhof und einer Pizzeria zwischen zwei Brücken, von denen die eine für den Verkehr gesperrt und im Sommer zur Pizzaterrasse umfunktioniert ist.
Den anderen Teil machen zwei sehr steile Berge aus, auf dem einen eine nach dem Krieg wiederaufgebaute Kirche und eine (offensichtlich wirkunslose) Marienstatue (die vor dem Krieg zerstörte Synagoge wurde selbstverständlich, vielleicht schon in weiser Voraussicht auf den baldigen Wiederzerfall des Städtchens) gar nicht erst wieder aufgebaut.
Den anderen Berg krönt die namensgebende Stiftskirche nebst der Volkshochschule, die früher ein Nonnenspital war, in dem ich geboren bin. (Meine jüngst verstorbene, in emotionalen Situationen schnell überforderte Patentante hatte seinerzeit ob der freudigen Nachricht meiner Geburt vor Schreck alle Alpenveilchen auf ihrer Fensterbank gepflückt, um mich damit eben dort auf der Welt willkommen zu heißen, und damit sicher schon die ein oder andere Weiche für mich gestellt.)
Ein jüngst eröffneter Biergarten im Hof versucht vergeblich, die Menschenleere zu beleben, auch die Hinweisschilder auf eine nicht näher benannte Ausstellung in der Kirche verführen angesichts der drückenden Atmosphäre nicht zu Unternehmungslust.
Einziger Lebenspunkt auf diesem Berg ist die Gärtnerei-Pension Rütt, deren jovialer Eigentümer alles über jeden weiß, und dies gerne teilt – ein Besuch dauert mindestens eine Stunde, unabängig davon, ob man von den welken Blumen kauft oder nicht.
Das sogenannte Zentrum, eine verkehrs- und auch sonst beruhigte (ich vermute Lithium) Zone auf halber Höhe, beherbergt 3 Arztpraxen, eine Apotheke und eine Sparkasse, was beige angeschlagene Senioren eben so brauchen.

Früher, in den goldenen Zeiten als stolzer Luftkurort, konnte Kyllburg neben dem Kurhotel zwei grandiose Konditoreien aufweisen (eine davon hieß Deckert), drei Haushaltswarengeschäfte mit großer Auswahl auch an edlem Porzellan, ein Schreibwarengeschäft Atzorn, einen Juwelier Mares, ein Andenken-, Uhren- und Schmuckgeschäft namens Quirin, drei Blumenläden, eine Fahrschule Barth, sogar ein Kino, mehrere Kneipen, Bars und Restaurants voller Leben.
Heute steht all dies leer, ist teilweise zugenagelt, die ehemalige Grundschule mit Burgrest ist ein Asylbewerberheim, an der neuen Schule dagegen wurde soeben die Hauptschule geschlossen, nur die Grundschule atmet noch ungewisse Zukunft, in der einen Konditorei gibt es jetzt Döner, die andere steht leer, und wenn der alte, über 90jährige Herr Quirin einen guten Tag hat, schließt er seinen Laden auf, und man kann Reste aus dem seit den 80er Jahren nicht mehr aufgefrischten oder nachbestellten Sortiment erwerben, Hüte oder Original 60er Armbanduhren für den Herren oder die Dame oder Ansichtskarten, die das Kurhotel und den Ort in voller Blüte zeigen, aus den 70ern.

Nähme man einen großen Bagger und kippte man die beiden Berge ins tiefe Kylltal, der Welt würde nichts fehlen.

(Als inoffizieller Beitrag zur Buchreihe “Öde Orte”, deren äußerst lesenwerter Beitrag “Bitburg” ich dringend empfehle. Bitburg ist die nächstübergeordnete Stadt zu Kyllburg)

Du & Ich-AG

Also das waren gestern auf jeden Fall zwei Homos, vielleicht ein Pärchen, mit Autokennzeichen DU, 3/4-Cargopants, Glatzen und rasierten Beinen mit Tribal-Tattoo, die hier im Dorf die Klinken putzten mit smartem Lächeln: “Schönen guten Tag, hier sind die Obstmänner!”

War aber zu überrascht, um das mit dem Obst näher zu erkunden.

Diät

Herrschaften, ich versuche mal ein wenig Internetdiät, geht hier eh nicht so erfreulich schnell, auf dem Land mit einer analogen Leitung, und es ist schon lange mal Zeit, ein wenig zu entwöhnen.
Mal schauen, wie die Kilobytes bit by bit von mir abpurzeln.

Das absolute Glück

Schon von weitem kann man das glückliche Lachen hören, und als sie näher kommen, ist auch der Anblick so wunderschön, daß man weinen möchte:
Zwei Latinos, vielleicht Kubaner, haben ein Kinderplanschbecken gekapert und liegen bäuchlings nebeneinander darauf, den einen Arm um den Nachbarn gelegt, und mit den jeweils freien Armen paddeln sie das Planschbecken über den See.
Als Krönung sitzt am Heck ein kleines Mädchen, welches die wichtige Aufgabe hat, mit einem Sandkasteneimerchen das einschwappende Wasser wieder aus dem Planschbecken zu schöpfen, damit die wundersame Glücksmaschine nicht absäuft.
Ich winke, alle drei winken lachend zurück, und ich denke noch, nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise.

Hot as Ass

Stellen Sie sich das mal vor: draußen ist es genau so heiß oder sogar noch etwas heißer wie IN meinem Arsch!
Oder IN IHREM, respektive, geht ja nicht um mich.

Hitze tötet Hirn

The Devil sent you to Laredo
(the devil! the devil!)
because he knew that I was there
(huch!)

Yes Sir i can boogie
but I need a certain song

Irgend etwas hat mich eben gezwungen, mir die 4 Hits von Baccara aufs Itunes zu ziehen. Unheimlich!
Hab ich jetzt einmal durchgehört und jetzt ist mein Hirn auf Stand mit der Hitze.
Anscheinend reagiert der Körper auf ungewöhnliche Belastung mit außergewöhnlichen Maßnahmen.

Puh!

Doch ganz schön viel zu tun, bevor man für 4 (4!) Wochen in Urlaub gehen kann…
Heute ist ENDSPURT!
Und eins weiß ich schon jetzt ganz genau: Das Wochenende werde ich á la Nilpferd verbringen, ganz unter Wasser, nur die Nasenlöcher draußen!