Archiv für den Monat: Oktober 2008

Begehrt

Es ist ja nun auch wieder nicht so, daß mich keiner haben wollte, ganz im Gegenteil, ich habe eine ganze Horde echter Fans auf den blauen Seiten, die mich fast Tag für Tag mit Tapsen “geil” “sympathsch” “ich möchte dich gerne kennenlernen” verwöhnen.

Da ist zum einen Aksel (seine eigene Schreibweise). Er ist 34, 1,98 groß, 64 Kilo schwer, vorwiegend aktiv und bei der Gesichtsverteilung ein wenig zu kurz gekommen, wofür er bei den Hautunreinheiten doppelt zugelangt hat. Trotzdem lebt er fidel in Weissensee und findet Trost bei den schwulen Katholiken. Sein Leitspruch ist: ICH SUCHE, OB DASS SICH FINDET, EINEN MANN AN SEINER SEITE, BEZIEHUNG WIRD ANGESTREBT

Dann gibt es noch einen rassigen Spanier (44/1,69/89kg) der sich unbedingt einen größeren Sessel kaufen sollte, er quillt so aus dem steingrauen Ding raus, in dem er sich präsentiert. Laut Eigenbekundung möchte er geknuddelt und geküßt werde, mehr Freude im Leben haben, aber nur mit ‘straightacting caucasian males’, was aber nicht erklärt, warum seine Mundwinkel so tief runterhängen, es sei denn, er versteht das unter ‘straight acting’.

Des weiteren ein Kreuzberger Prachtexemplar mit Goatee, (1,90, 98 kg) der findet daß Mann nach Mann riechen und schmecken sollte. Für mich ist reifer Appenzeller die Grenze, und da sind dann auch keine Haare dran.

Ganz lange schon im Sortiment ein P.-Berger Gesundheitsbeamter, der überaus reizende Bilder bereithält, eigentlich genau mein Typ. Leider sind die Bilder aus dem letzten Jahrtausend, und nicht mal aus den letzten Tagen desselben, und er scheint an machen Tagen auch nicht zu wissen als welche seiner multiplen Persönlichkeiten er spricht.

Das nur so als kleine Auswahl.
Kein Wunder also, wenn mein kleines Herz aufs Wildeste pocht, wenn sich eine neue Nachricht mit lauten Ploppen ankündigt, und sich in der Regel dann wieder entspannt, weil es -gottseidank- meist nur der gute Glam ist.

Edit: Einer der Herren scheint hier mitzulesen, jedenfalls hat er mich aus seiner Speicherung gelöscht… ;-)

Liebe ohne Leiden

Wenn man wie ich schon etliche Jahre ohne Beziehung ist (worüber ich heute ausnahmsweise mal nicht klagen will) hat man gelegentlich so Momente, wo man denkt, wenn man erstmal wieder einen gelandet hätte, wäre alles gut. Regenbogen, blutrote Sonnenuntergänge, Cocktail am Strand, Bilderbuchsex. Slow curtain, the End. Happily ever after.

Was ja mal so gar nicht hinhaut: der Typ entpuppt sich als Arschloch, Fremdgänger, Loser, Charakterweichtier… (ad infinitem, ad nauseam fortzuführen), mal ganz zu schweigen von all den kleinen nervigen alltäglichen Reibereien und Unsäglichkeiten. Schlechte Laune am Dienstag, Schwiegermutter übers Wochenende, Ausdünstungen aller Art, oder womöglich ist der Geliebte auch noch Künstler, und man muß augenkrebserzeugendes Selbstgemachtes begutachten und darf nur Gutes darüber sagen.

Eigentlich ist es dasselbe wie bei Menschen, die jahrelang auf eine Geschlechtsumwandlung hoffen und warten und denken, wenn sie dann im richtigen Körper gelandet sind, daß dann ihr Leben ins richtige Gleis fällt und alles gut wird.
Dabei fangen dann die wahren Probleme erst an.

Wahrscheinlich bin ich also weitgehend fein raus.

Kannzemachenwasdewillst

Drinnen immer noch die vielen schönen Blumen von letzter Woche, draußen Ekelwetter, Wirtschaftskrise, Novemberdepression (vorbeugend), vermummte Menschen, tote Kinder in Ostwaschmaschinen usw usf, aber:

roseoktober

Schönheit setzt sich doch immer wieder und überall durch. Man muß nur trotz Ekelwetter mal trotzdem aus dem Fenster gucken.
Und was so ne Rose kann, die nicht mal Abitur hat oder was Anständiges gelernt, können wir ja wohl auch.

Hörtipp für heute:
Annie Lennox:
A thousand beautiful Things &
(Life don’t show in the) Pavement Cracks
Nena: Mach die Augen auf!

Frieren

Passend zur endlich abklingenden Erkältung ist die Heizung komplett ausgefallen – auch doll, wie zu einer Outdoorexpedition zurechtgemacht ins Bett und aus dem Bett zu klettern. Aber wenigstens das Warmwasser funktioniert.

Schönheit – ein Missverständnis

Schön sind immer die andern – ich hab was bessres zu tun!
(Cora Frost)

Ich glaube, ich hab mir das mit der Schönheit immer in etwa so vorgestellt wie im Märchen: ein paar Feen stehen an der Wiege des neuen Menschlein und vergeben ihre Gaben, je nachdem, was sie noch so in der Handtasche hatten, und je nachdem, wie besoffen oder misogyn sie sind.
“Und mit diesem goldenen Löffelchen verleihe ich dir Schönheit!”
“Und mit diesem diamantbesetzten Löffelchen verleihe ich dir Intelligenz.”
“Und mit diesem silbernen Löffelchen verleihe ich dir ein sportliches Wesen”
“Dieses rubinverzierte Löffelchen stattet dich mit einem warmen Herzen aus”
Und so weiter. Das wäre dann das gewesen.

Das System erledigt dann alles weitere, und teilt die Menschlein auf, in Haupt- oder Realschule oder Gymnasium, um die, die immer eine Ehrenurkunde bekommen, und jene, die beim Mannschaften wählen in den stinkenden Turnhallen der Welt bis zuletzt sitzen bleiben, die, die unbeschadet von einer Beziehung zur nächsten hetzten und jene, die sich alleine am besten zurecht finden, die, die sich einfach nehmen von der Welt, was sie brauchen, und jene, die sich zuerst um die anderen kümmern.

Was ich komplett vergessen hatte, ist die Zeitachse, der freie Wille, die Möglichkeit der Entwicklung, die Gehässigkeit oder auch das wohlwollen des Lebens, und nicht zuletzt, daß jeder Mensch einen anderen Blick auf Leben, Land und Leute hat.

- Schönheit hilft auch nur die ersten 10 Minuten –
sagt da ganz schlau ein mir unbekannter nicht unattraktiver Gayromeo-User dazu. Und der muß es ja schließlich wissen.

Guess I’m just Lucky that Way

Heute morgen bei der Produzentin ein zufälliges Geburtstagsständchen gefunden:
Lucky comes easy
Lucky’s not shy
And if you’re lucky
You’ll go for a ride
(Singt Donna Summer…)

Und da das ja, wie Sie wissen nicht so ganz trifft, hab ich mir ein passenderes gesucht:

Happiness
More or less
It’s just a change in me
Something in my liberty
Oh, my, my
Happiness
Coming and going
I watch you look at me
Watch my fever growing
I know just where I am

But how many corners do I have to turn?
How many times do I have to learn
All the love I have is in my mind?

But I’m a lucky man
With fire in my hands

Happiness
Something in my own place
I’m stood here naked
Smiling, I feel no disgrace
With who I am

(The Verve)

(Es gab auch eins von Audrey Landers, aber ich konnte mich beherrschen)

Blogger privat

oder: Morgens zwischen 9 und 10 ist die Welt noch in Ordnung

141. GD 22. Oct. 2008 – 09:28
morning sweets, bin heut um 6.00 aufgewacht und seit 7 auf den beinen. werd jetzt die wohnung putzen, damit ich mich nützlich fühle.
142. ls 22. Oct. 2008 – 09:29
auwei, jetzt fang du auch noch an mit seniler bettflucht, h. kann auch immer höchstens 6 stunden am stück schlafen…
143. GD 22. Oct. 2008 – 09:32
ich hab zu spät noch was gegessen. und beim aufwachen fiel mir der begriff “rente” ein, was ja mal ne steigerung von steuer ist.
144. ls 22. Oct. 2008 – 09:34
auweh…. und das schon gleich morgens, aua. sei beruhigt, rente gibts später eh keine, für niemand.
145. GD 22. Oct. 2008 – 09:37
ja. aber andere leute legen geld zurück.
146. ls 22. Oct. 2008 – 09:41
damits die banken verprassen können. mit allem, was ich privat so angeleiert habe, und das kostet unmengen an geld jeden monat, habe ich jetzt eine mindestabsicherung von 300,- im monat. zum jetzt-wert, nicht was es in 25 jahren wert ist (ca. 80,35)
das ist so drüber, da braucht man schon überhaupt gar nicht erst anfangen, sich drüber gedanken zu machen.
147. GD 22. Oct. 2008 – 09:43
das ist genau der betrag, der in meiner renten-mitteilung stand. 300. absofuckingsurd.
148. ls 22. Oct. 2008 – 09:47
na da hast du es besser als ich. ich muß noch 24 jahre einbezahlen, um 300 zu bekommen (wenn die firmen nicht grad pleite gehen). du hast sie schon sicher.
bis dahin ist brandenburg so menschenleer, daß wir für 2,50 ein schönes altes bauernhaus kaufen, selbst die nazis sind zu alt und wackelig oder von den wölfen gefressen, um uns zu ärgern, und 2x im monat trampen wir zu dussmann, um uns neue dvds zu kaufen, ansonsten ernähren wir uns von selbstgezogenen kartoffeln und unseren puten, wenn sie dann an altersschwäche sterben.
149. GD 22. Oct. 2008 – 09:50
aber filme sind doch dann eh gratis im netz, so dass wir bei dussmann nur bücher klauen müssen, erwischt werden und im knast nehmen wir uns dann die jungen dinger unter der dusche vor. geht doch. ich kann wieder lächeln.
150. ls 22. Oct. 2008 – 09:53
auja, das ist doch ein plan!
sag mal, müssen wir mit dem dussmann-bücher-klauen-knast-junge-dinger-plan warten bis wir 65 sind, oder können wir den teil nicht schon mal vorziehen?
151. GD 22. Oct. 2008 – 09:55
lass uns auf alle fälle noch vor der arbeit verhaften lassen. wenn ich überlege, was ich an mikrowellengerichten spare, wenn wir einsitzen! und ich könnte noch ne ausbildung zum gärtner starten oder couturier!
153. ls 22. Oct. 2008 – 09:57
vielleicht haben die auch noch den echten leim zum tütenkleben!!!!
155. GD 22. Oct. 2008 – 10:04
sniiiiiiiiiiiiiifffffffff!!
157. ls 22. Oct. 2008 – 10:04
mach so-fort den staubsaugerbeutel wieder zu!
159. GlamourDick 22. Oct. 2008 – 10:08
zu spät. schon leer.

Manuell Manuel? nein, manuell!

Wenn man so den ganzen Tag vorm Rechner und am Telefon sitzt, und morgens auch, und abends vor der Glotze, dann hat man im Grunde ja nur den Kopf voll respektive leer und nicht wirklich was geschafft respektive geschaffen.

Irgendwie sehne ich mich nach manuelle Beschäftigung, irgendwas Stupides, nicht zu anstrengend, was den Kopf frei und die Gedanken schwirren läßt.

Soll ich was stricken? Puzzlen? Knüpfen? Salzteig? Blumensträuße aus Strumpfhosen? Serviettentechnik?
Ist ja schließlich Herbst jetzt.
Mist, ausgerechnet dieses Jahr habe ich mit allen ein geschenkefreies Weihnachten ausgemacht, was äußerst ungünstig ist, irgendwie muß der ganze Schrott ja doch aus dem Haus, den man da so erzeugt…

(Gut, daß der Termin heute abgesagt wurde, bei meinem geistigen Niveau momentan)