Archiv für den Monat: Mai 2008

I before E except after C – In my Room Upstairs at Eric’s

Revisiting Formative Years

Boah, bin ich alt. (Also jetzt nicht so alt wie ein Stones-Fan, aber…) Und heute abend werde ich das live erleben – eine unwahrscheinliche Reunion, die ich nie erwartet hätte, und niemals erträumt. (Und von der ich jetzt auch nicht wirklich viel erwarte.)

Yazoo sind in der Stadt, Reconnected nach 25 Jahren. Sie waren nur 18 Monate und zwei Platten zusammen, konnten sich noch nie wirklich leiden, und warum sie jetzt zusammen auf Tour gehen, ist mir rätselhaft, money or memories? Or and?

You and me Both war zusammen mit Sweet Dreams von Eurythmics meine erste LP, und die habe ich über Monate tagein tagaus den ganzen Tag gehört, abgekapselt in meinem 9qm-Zimmerchen in dem gottvergessenen Bauerndorf, bis das Vinyl fast durchsichtig war. Und fühlte mich verstanden von der kalten Elektronik und der warmen Stimme. Ode to Boy, Winter Kills, Anyone, And on.
Und ich wollte unbedingt die Frisur von Vince Clark haben, die Glatze mit dem Puschel vorne, tststs.

Als sie sich trennten, hab ich sehr geweint, und monatelang überlegt, ob ich Alison Moyet schreiben soll, daß sie weiter singen soll. Hat sie ja dann auch ohne mein Zutun getan.

Nun, bin gespannt.

(Und damit der Tag nicht umsonst war und auch alle was gelernt haben: der Titel ist nicht nur ein Song von Yazoo, sondern eine englische Eselsbrücke, von wegen ie oder ei, also: believe, aber conceive. Spiel, Spaß, Spannung, Bildung. Alles auf einmal! Doll!)

Nachtrag: Herrlich wars! die TAZ hat einen sehr treffenden Bericht.

Verweile doch…

Ich freu mich ja immer, wenn ich in meiner Statistik sehe, daß Besucher ein paar Minuten oder gar eine halbe oder ganze Stunde hier verbracht haben, weil ich mir dann denke, es hat sie interessiert, was hier so passiert, und sie sind nicht nur vorbeigekommen, um kurz zu checken, was es neues über Industriewaschbecken oder Agnethas Po gibt.

Man kann dann ja auch im Verlauf nachvollziehen, wohin sie geklickt haben, und was gelesen wurde.

Wenn aber so jemand eine halbe Stunde hier war, aber nirgendwohin geklickt hat, legt das ja nahe, daß er oder sie sich in der Zeit die Fußnagel gemacht , diesen dicken Pickel endlich mal ausgedrückt , mit der Schwiegermutter telefoniert haben oder einfach gepflegt kacken waren.
Das finde ich dann nicht so eine schöne Vorstellung…

(Aus der Abteilung ‘Man muß auch mal Nullbeiträge schreiben’)

Steinigen ist Out

Igel gilt nicht als Waffe
Andere hätten vielleicht ihren Kampfhund losgehetzt, ein findiger Neuseeländer griff zum Igel. Der überlebte die Attacke zwar nicht, verletzte aber immerhin das Ziel des Wurfs. Der Täter kommt mit einer Geldstrafe davon.

Wellington – Ein Neuseeländer ist wegen Körperverletzung verurteilt worden, weil er einen Teenager mit einem Igel angegriffen hatte. Der 27-Jährige hatte dem Jungen das Stacheltier im Februar aus fünf Metern Entfernung hinterher geschleudert. Er traf den 15-Jährigen am Bein, wo der Igel nach Feststellung des Gerichts eine Quaddel hinterließ und vier Stacheln einbüßte. Der Junge ging zum Arzt. Der Igel überlebte die Attacke nicht. Der 27-Jährige muss 500 neuseeländische Dollar (250 Euro) zahlen, berichtete der Sender TV3 am Donnerstag.

Die Staatsanwaltschaft hatte sich gnädig gezeigt. Sie rückte von ihrer ursprünglichen Anklage der Körperverletzung “mit Waffe” ab. Das hätte den Mann für fünf Jahre hinter Gitter bringen können.
Quelle

In der Rubrik Igel when he flies

Die Nachricht

Auf meinem Anrufbeantworter habe ich noch eine Nachricht von meiner Mutter, aus dem April.
Die habe ich damals nicht gelöscht, weil ich weinen mußte, als ich sie hörte.
Gut gelaunt und aufgeräumt (das war sie nicht immer auf meinem AB) gratuliert sie mir zum Namenstag, und deswegen mußte ich damals weinen, weil ich den Namenstag schon längst abgeschafft habe, und sie die letzte war, die zu dem Tag noch gratulierte.

Dann entschuldigte sie sich ein wenig selbstironisch, daß sie kein Paket geschickt habe, mit ihr sei eben auch nicht mehr so viel los wie früher. (Sie hatte mir immer ein mehrere Kilo schweres Paket mit selbstgebackenem Marmorkuchen, Zigaretten und Tonnen Süßigkeiten geschckt, mit der Ermahnung, nicht so fett zu werden und endlich mit dem Rauchen auszuhören. Die Süßigkeiten hab ich meist verschenkt, die Zigaretten natürlich selbst geraucht.)
Dann flucht sie eine Runde, weil sie sich an der Tischkante gestoßen hat, versichert mir ihre Liebe, und erinnert mich noch dran, den Onkel zum Geburtstag anzurufen.

Der Gedanke war, wie so oft vorher schon, daß sie eben die letzte war, die einzige, in so vielen Dingen, wie viele Jahre das noch so sein wird, und die Angst vor dem Tag, der dann ja sehr bald auch kam.

Kann kommen

2 Wochenenden später, 240 Liter Erde ausgetauscht, 10 große Ikea-Taschen mit Modder runtergebracht, 2 Einkaufstouren in die Gärtnerei des Vertrauens sowie ein Sonntagsbesuch beim Holländer, et voila, 45 Kübel, Töpfe und Töpfchen voller Leben auf 12 Quadratmetern, something old and something new, something borrowed, something blue.
Die Farben der Sasion eher Bollywood, orange, pink, lila, gelb, und niemals ohne Männertreu, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Ich bin gerüstet für den Sommer!

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(Die anderen Ecken werde dann gezeigt, wenn sich da was tut)

Deathwish auf Rädern?

Diese Woche kam ich auf dem Weg zur Arbeit an einem Unfall vorbei, Fahrrad gegen Auto oder vice versa. Sah extrem schlimm aus, man konnte nicht richtig unterscheiden, welche Teile zum Radfahrer und welche zum Fahrrad gehörten, es lag nur eine Masse aus Mensch und Metall auf der Straße.

Nun weiß man nicht, was da passiert ist, und wer schuld hatte, aber es hat meine Wut nur gesteigert:
Ich bin eigentlich ein recht besonnener und umsichtiger Autofahrer. Zu oft habe ich eine Vison, was passiert wäre, wenn ich das kleine Kind am Straßenrand nicht rechtzeitg gesehen hätte, oder nicht vorsichtshalber schon mal wegen dem Fahrrad gebremst hätte. Da wird mir dann immer ganz schlecht bei.

Wütend macht es mich dann aber ganz massiv, wenn die meisten Radfahrer von Schulterblick bei Spurwechsel, Anhalten und Gucken beim Abbiegen, mal so sacht andeuten, wo sie hinwollen, entweder noch nie was gehört haben oder nichts davon halten. Am besten mit Kleinkind im Kindersitz oder links ein Handy am Ohr und rechts ne Bierflasche.
Der Glauben an persönliche Schutzengel scheint sehr sehr weit verbreitet zu sein.

Kinners, wenn ihr sterben wollt, das ist euer Ding, nehmt Pillen, schneidet euch in der Badewanne die Pulsadern auf (längs, nicht quer!), während ihr in der anderen Hand den Fön haltet, aber ich bin nicht der U-Bahn- oder Straßenbahnfahrer, vor dessen Zug ihr euch schmeißt.

Frisch gefickt – Tag für Tag

(aus einem Chat in der blauen Welt, Verabschiedung in den Tag )
so poppes ist sauber, der tag kann kommen. wahrscheinlich wird er mich ficken, es wird ein harter tag.
(ob ich hätte spülen sollen?)

keinsex

Nun, geh ich jetzt erstmal zur Polizei in Friedrichshain. Man hat mich wegen Betrugs angezeigt, ausgerechnet, albern, Blödsinn. Immerhin, meine erstes Verhör Anhörung. Doll.

Ich Bückstück.

Please, Officer!

I don’t want to go to jail!
Please, Officer!
I’ll do anything…!

Wer mal eine Horde strammer Burschen sehen will, der begebe sich zur Polizei in Friedrichshain, dort lungern sie im Kasernenhof herum und sonnen sich.
Frisch inspiriert durch einschlägige Pornofantasien durchschreite ich den Hof und denke noch, hier könnte man zwischen Bullenwannen und dem recht abgehalfterten Pommesstand, der zur Verköstigung der Burschen bereit steht, einen nicht jugendfreien Film mit Gruppenszenen drehen.
Handschellen! Hormongebeutelte Zellengenossen! Zwangshomosxualität! Härteste Verhörmaßnahmen! Miß Gitterstab! (Gitta Stab? Wer war Gitta Stab?)

Im 2. Stock soll mein Verhör sein. ich öffne die Tür und mein Blick fällt auf einen athletischen blonden Traum im engen T-Shirt, seine vollen Lippen öffnen sich zum ‘guten Tag’ während die blauen Augen unter den niedlich zusammengezogenen Augenbrauen streng aufblitzen.
Think Wentworth Miller.

“Herr Lucky?” erklingt es aus der anderen Ecke des Raums, mein gut abgehangener Zuständiger ruft mich freundlich an seinen Tisch, Ende 50, mit Oberlehrerbart, und gut erhaltenem Ostshirt.

Jo, und dann war es vorbei mit der Phantasie.