Archiv für den Monat: Januar 2013

Alle Jahre wieder

Wow, mein Leben läuft scheints in perfekten Zyklen, was ich jetzt auch nicht bemerkt hätte, wenn ich es nicht hier in meinem eigenen Blog bescheinigt hätte.

So fast eine ganze Woche auf sich selbst geworfen sein, ich sag Ihnen, das ist seltsam, da ist nicht viel und besonders besonders ist es auch nicht. Viel Rauch, wenig Feuer, viel Schleim, wenig Substanz (letzteres könnte aber vorwiegend an der Erkältung liegen, hoffe ich jedenfalls.)
Ebenfalls zyklisch, diese Zeit im Januar ist die Zeit, in der ich dem Dschungelcamp im Prekariatsfernsehen huldige, inklusive den Rest des Abends rumzappen. Für jemanden, der ansonsten fast nie Fernseh-fernsieht, sondern selbst ausgesuchte oder von Glämmie empfohlene Filme und Serien konsumiert, ist das immer ein krasser Skripted-Reality-Check, und nach so ein paar Stunden RTL bis RTL2 und dem Dreck komme ich mir immer vor, als hätte man mir in meine Seele geschissen.

Schwusch

Huppala, schwupps ist so ein Januar vorbei und außer dem Urlaub hab ich noch nix gemerkt vom neuen Jahr.
Kunststück, liege ich doch seit Dienstag flach mit so einer richtigen Männererkältung, und das einzige, was mir tägliche Struktur gibt, ist das Dschungelcamp, und so langsam geht mein Hirn auch ins Leere, genau wie bei den Insassen.

Ich bin übrigens jetzt geswitcht vom bezahlten Blog hier bei Twoday auf die kostenlose Version – das Datenvolumen hab ich eh nie benötigt, aber ich fands angemessen, einen kleinen Beitrag von 3,- pro Monat zu entrichten. Anscheinend wird das aber nicht mehr angeboten, jedenfalls hab ich es nicht finden können, und es sollen jetzt 5,- pro Monat sein, was ich wiederum nicht einsehe, wenn man sich solche Mißstände und den Umgang damit anschaut. Man will hier wohl eh schließen, und aht nur nicht die Ehrlichkeit, den Leuten zu sagen, sie sollen sich was neues suchen. Muß ich mich wohl dann auch mal damit beschäftigen, schade, ich fand es immer recht kommod hier für meine Ansprüche.

An unexpected Journey

Es fehlte mir heute morgen ziemlich gewaltig, am noch frischen aber hoffnungsvoll blauen Morgen erst einmal um die Finca zu gehen, mit dem ersten Kaffee und den ersten Zichten, um nachzuschauen, ob die Zitronen-, Limetten-, Orangen-, Avocado- und alle sonstigen Bäume die nacht wohl gut überstanden haben, den Berg hinunter übers Meer zu schauen, ob Gran Canaria auch noch da ist (optisch war es jeden Tag ein Stück naher gerückt und ich befürchtete schon Kollision). Es dauert immer etwas, bis ich mich woanders eingelebt habe. und so hätte ich gerne noch ein paar Tage bleiben können, zumal meine Klamotten sich irgendwann in dem Nichtraucherhaus (jaja, ich weiß, Herr Lucky und Nichtraucherhäuder im Winter) selbst so weit gelüftet hatten, daß sie nicht mehr rochen, als sei ich eine Woche lang im Roses versackt.
Eigentlich wollte ich die Finca mit Terrasse überm Meer wieder haben, in der ich vor 2 Jahren mit Frau Koma so glückliche Zeiten hatte, aber die war vergeben, und so buchte ich eine Finca in den Bergen. Ob ich mit meiner Befürchtung, daß es ob der Lage dann dort automatisch kühler sein müßte, recht hatte, oder ob es einfach das Wetter war, ich weiß es nicht, jedenfalls war es die ersten beiden Morgen und Abende arschkalt, und wir waren froh, daß es drinnen Heizung gab. Danach ging es dann besser.

Ein Expermíment, mit dem Neffen zu urlauben, der noch weniger urlaubsgewohnt ist als ich, und auch noch so spontan, aber es war ein doppelter Liebesdienst, für ihn zum 40sten einen Urlaub zu organisieren, und natürlich ganz egoistischerweise für mich selber ja auch.
Und es klappte erstaunlich gut, normalerweise sind die längsten Zeiten, die wir zusammen verbringen, die verhaßten Weihnachtsreisen zur Familie in die Eifel.
Und so ein Ereignis, sich auszuschließen, ein Fenster einwerfen zu müssen, und das dann dem nur mühsam beherrschten José (das Weiß in seinen Augen log nicht) beichten zu müssen, schweißt zusammen.

Ich mag Teneriffa, sicher, es gibt exotischeres und spannenderes und hipperes, aber so viele verschiedene Gegenden innerhalb einer Autostunde bekommt man selten irgendwo, ob es die Strände sind (Familienstrand bei Puerto Cruz, extremwindiger Strand voller Surfer und Kitesurfer bei El Medano, oder mein Lieblingsstrand, El Bollulo bei El Rincon, klein zwischen hohen Klippen mit gewaltigsten Wellen) oder die Gebirge oder die Landschaft – nach einer Inselrundfahrt fühlt man sich wie ein Hobbit auf Reise durch die Mittelerde, vom Auenland im Norden, über krasse Gebirge im Nordosten oder Nordwesten, Wüsten im Süden und letztendlich Mordor am Teide.

Und so ist es genau richtig gewesen für eine Woche Erholung schnappen nach einer krassen Hauptsaison, und um noch ein wenig Sonne und Weitblick zu speichern, um den letzten 6-8 Wochen Berliner Winter noch das Genick zu brechen.
Aber schön ist das grade hier nicht, wie die Sonne eben mit einem Blubbs hinter dem Dach verschwand, und jetzt der Himmel so tief hängt, als wollte er sich auf mich drauf setzen.

Draußen vor der Türe

Es scheint Brauchtum zu sein, daß ich in jedem Urlaub auf Teneriffa mindestens einmal ausgesperrt werden muß. Wie vor 2 Jahren mit Frau Koma (ich kann das jetzt nicht verlinken, ich hab Urlaub), als ich sie mit anfangs Steinchen- dann Steinwurf aus dem Bett holen mußte, um mich vor einer Nacht auf der Terrasse zu erretten, so haben wir uns gestern Nacht auf der Terrasse der Finca ausgesperrt, und da ist es abends bitterkalt.
Nach einem vergeblichen, aber komödiantisch hochwertigen Versuch, in Flipflops mit Socken und Schlabberhose und auf Broken Spanish Nachbarn zu finden, die die Telefonnummer von José haben, mußten wir ein Fenster mit einem Stein einschlagen, Neffe und ich. Na super, muy bonito.
Stupidos turistos. Dafür ist heute morgen aber voll Sonne vorm Haus, nachdem ich gestern beim Frühstück fast erfroren wäre.

Zurückschwemmen

Man liest ja heutzutage immer so viel von den tausenden junger Spanier, die rezessionsbedingt nach Deutschland schwemmen, und ich weiß auch, wo die sind, nämlich hier irgendwo zwischen Friedrichshain und Reuterkiez.
Nun kann man denen aber so gar nichts vorwerfen, weil die meist sehr niedlich sind, außer vielleicht, daß sie zu jung sind, und fragen, wo sie waren, als ich in dem Alter war.
Jedenfalls, ab heute wird zurückgeschwemmt, Herr Lucky hält ab heute nachmittag seine bleiche Weihnachtsplautze in die atlantische Sonne irgenwo westlich von Afrika, wenn auch nur für ein Wöchelchen.
Lassen sie es sich auch gutgehen!