Archiv für den Monat: Mai 2011

Happy Hermit

Heute werde ich es wohl brechen müssen, das Schweigen.
Seit Freitag abend nicht geredet, mit niemand, und nichts hören gemußt, von niemand. Also außer den Vögeln im Hof und den Summen und Brummen der Bienen und Hummeln in den Blüten auf der Terrasse. Und dem Duft der Rosen, der Gardenie, des Geißblatts. Dazu dieses formidable Buch “Under the Ivy” von Graeme Thomson über Kate Bush fertig gelesen, und einen Kate-Fernsehabend gemacht.
Schöner kanns gar nicht sein, das Leben.
Es sei denn, man hätte noch nen Strand und Wasser vor der Bude.

Fulfilling Date

Gestern tolles Date gehabt. Mit einer Partyplatte Sushi (und extra viel Wasabi, thankyouverymuch) und der dritten Staffel True Blood. Ich sag dann auch immer nix, wenn die mir das zweite Paar Stäbchen mit dazulegen. Sonst muß man ja auch alles alleine erledigen, warum also hier nicht und wen geht das was an?

Bei der dritten Staffel True Blood fragt man sich übrigens dauernd, warum man nicht gleich die Hardcore-Version gekauft hat, alle zweieinhalb Minuten zieht jemand blank (also fast nur die Männer) und man hat wohl festgestellt, daß Vampire langweilig sind, und zeigt deswegen deutlich mehr Werwölfe. Was ja auch komplett Sinn macht, schließlich sind die immer nackt, wenn sie vom Wolf zurückmorphen, und müssen nicht so weißgräulich überschminkt werden. Hab ich gar nichts dagegen. Ich frag mich nur warum fast alle Vampire Brusthaare haben, aber die Werwolfmänner blankrasiert sind wie ein Baby?
alcide

…Elefantööös, meine Dame!

Sitze ich grade so auf dem Pott und gucke aus dem Fenster.
Wahnsinn, was da für eine Wolkenformation vorbeitreibt, wie eine unendliche Herde großer weißgrauer Elefanten!
Aber das paßt ja, die sind sicher auf dem Weg, dem Glämmie zum 6. Bloggeburtstag zu gratulieren!

Überhaupt der Glämmie: jetzt kenn ich ihn schon über 20 Jahre, und gestern hat er mich doch mal wieder überrascht und geschockt, und das nicht zum ersten Mal seit jenem Morgen mit dem Kubaner und dem Whirlpool:
Sitzt der da im sonnengelben Shirt mit Marilyn-Aufdruck, und ißt: eine Banane!
Ich schwöre Ihnen, ich habe den Mann in über 20 Jahren noch nie OBST essen sehen!

One less Bell to Answer

Tja, Herrschaften, so langsam wird es eng, falls sie ein Mann sind und einen Platz an meiner Seite im Auge hätten, denn so langsam erledigt er sich von selber, der Bedarf.
Den Job mit “Der Letzte macht das Licht aus” habe ich ja schon längst fernbedienungstechnisch abgehakt, und gestern mußte ich mir eine neue Kaffeemaschine namens Russell kaufen (der ukrainische Putzblitz schubst mit ihrem fetten drallen Hintern hinten alles um, was sie vorne grade blitzeblank geputzt hat). Selbstverständlich mit Timer. So daß ab sofort jeden Morgen der Kaffee schon frisch gekocht ist, wenn ich aufstehe. Und wenn ich es ganz doll nötig habe, stell ich das Ding nebens Bett, dann hätte ich sogar frischen Kaffee am Bett.
Falls Sie sonst noch Ideen hätten, wozu ich Sie unbedingt brauchen könnte, bitte ich um Meldung.

Sunday at the Luckystein Place

So, soweit alles erledigt für den Sonntag, gefrühstückt, Blogrundgang, Spon, Tagesspiegel, Morgenpost, Berliner, Süddeutsche und Vanity Fair online gelesen, gewichst, geflosst, Zähne geputzt, geduscht, Spülmaschine ein- und ausgeräumt, Wäsche abgehangen.
Kann ich mich jetzt meinem längjährigen Rechercheprojekt widmen: Warum schmilzt ein Pfund Butter in der Sonne einfach so weg, mein Hüft- und sonstiger Speck aber nicht?

Lessons of Lenya

For the sun will rise and the moon will set
And you’ll learn how to settle for what you get,
It’ll all go on if we’re here or not,
So, who cares, so what?

“Ach Luckychen, was soll nur wärden? Issich alles Schaißer. Was soll ich machen? Chab ich immer noch keine Mann, mußich wieder Ukraine, chab ich 5 jahre vertan mit die Idiot aus Irak, und bald ich bin 40 und was mach ich wenn ich bin alt und krank, ach Luckychen!”
“Dasselbe wie wir alle hier, Maul halten, weitermachen!”
That shup her up.

Boah eh

Geht gar nicht, mit dem Älterwerden. Am Samstag so besoffen gewesen, daß ich im Roses aufm Klo (immerhin) gekotzt habe. Und da hab ich zwar schon allerlei gemacht, aber noch nie gekotzt, ischwör, Alter. An sonst was kann ich mich nicht erinnern.
Bis gestern abend war mir noch schlecht. Früher hatte man beim ersten Kaffee ein wenig Übelkeit, und dann war das, äh, gegessen.
Und auf Arbeit ist mir seit Wochen sooo langweilig, wenn das so weitergeht, fang ich noch an zu twittern. So weit isses schon.

Taken by a Stranger

Gut, daß das nicht der österreichische Beitrag ist.
Man würde denen sonst billige Ausbeuterei vorwerfen, und die arme Kampbusch hat ja wirklich schon genug mitgemacht.

Also, ich entschuldige mich tausendmal. Ich weiß auch nicht, warum das Land mich immer zu so schlechten Witzen verleitet. Die Schweiz tut das beispielsweise nicht. So gesehen bin ich vielleicht doch unschuldig.

Eurovision und Einwanderer?

Ja, ich gebe es zu, ich habe den ersten Vorentscheid geschaut. Ich schäme mich auch, aber ich muß einfach, es muß in meinen Genen sein, ich brauche das, schlechte Musik und grelle Optik und Länder gegeneinander, wenigstens einmal im Jahr. Andere brauchen ja auch Weihnachten oder Karneval, also!

Soweit so gut, eine herrlich blöde Show mit den üblichen mehr oder weniger billigen und abgehalfterten SängerInnen, Musik, wie man sie nicht mal als Bückware im Ein-Euro-Shop kaufen würde, und Anke Engelke und Judith Rakers haben auch einen guten Job getan, wenn auch in seltsamer Garderobe. Und von dem Typen mit den 158 Zähnen will ich schweigen. Es gab ja immerhin einen halbstündigen Tonausfall in den Kommentatorenkabinen als größere Katastrophe zum Ablenken.

Ein Ritus der Eurovison sind ja immer die ziemlich überflüssigen Einspielfilmchen vor den Liedbeiträgen der Länder. Immer ganz niedlich, und immer ganz egal. Eine süße Idee, Deutschland als ausländerfreundliches Land darzustellen, porträtiert wurden immer ein paar Menschen aus dem Land, welches gleich auftritt, wie sie in Deutschland leben und irgendwas an Sehenswürdigkeiten unternehmen und wie sie dabei ihr Herz schlagen hören, der finnische Cellist bei den Berliner Philharmonikern, ein türkischer Kunsthistoriker im Dresdner Zwinger, zwei aserbeidschanische Frauen bei Straßenmusikern, ein polnisches Pärchen in der Wuppertaler Schwebebahn, 3 georgische Kinder auf einem Spielplatz und… MOMENT!
Müssen die armen Kinder und die beiden aserbeidschaischen Frauen jetzt Angst haben, daß die Ausländerpolizei die Tür eintritt? Müssen sie deportiert werden? Wie kommen sie her, und dürfen sie das? Die Ausländergesetze sind nämlich überhaupt nicht freundlich in diesem unsern Schland, wie wir besipielsweise bei der Deportation unserer lieben ehemaligen georgischen Kollegin Salome vor vier Jahren erfahren haben. Ohne Visum ist nix mit Deutschland, und das gibts nicht einfach so für jeden. Selbst von innerhalb der EU sind Bürger bestimmter Länder hier nicht gern gesehen.

Und so hat mich eine an sich nette Idee unfaßbar wütend gemacht mit ihrer unverschämten Verlogenheit.

Auch peinlich die Gleichschaltung unserer (angeblichen) Kollegen vom Qualitätsjournalismus: Morgenpost, Berliner Zeitung und Süddeutschen bringen ganz nonchalant die identischen Artikel, wenn auch unter verschiedenen Titeln – Gleichschaltung aus Gleichgültigkeit? Was ist so teuer dran, wenigstens einen Praktikanten vor den Fernseher zu setzen, oder wenn es eben nicht interessiert, das Ganze einfach zu ignorieren?