Kategorie-Archiv: gutes tun

…und von meiner Yacht aus die Küste verachten

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Nachdem sich am Montag herausgestellt hat, daß ich erst ab Mitte August Urlaub machen kann und ich kurz vorm Heulen war, weil durch, habe ich beste Erpresserqualitäten bewiesen und so schon mal den Donnerstag und Freitag frei gepreßt. Und wie schlau sich das war! Schlauchboot-Saisoneröffnung mit einem Big Bang bei über 30° – the only place to be.
Nach Auftakt am Donnerstag mit Glämmie und Gast gestern zum ersten Mal ganz alleine auf dem See und es war eine rundum kathartische Sache. Heute zum dritten Mal, und es fühlt sich an als lebe ich auf eiem anderen Planeten. Und: kein Sonnenbrand bishr, so schlau bin ich mittlerweile geworden!

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Nach getaner Arbeit kann man zufrieden nach Hause rudern. Smoke on the Water  (ist aber in Wirklichkeit nicht von mit. Ischwöre!)
Heute dann Nilpferdtag – auf der halb aufgeblasenen Luftmatratze mehr in als auf dem Wasser, nur die Nüstern draußen.

When the Battle’s lost and won

Es ist ja nicht so, daß nichts passieren würde, nur weil hier nichts erscheint. Letztes Wochenende, ja, das schöne lange, habe ich zum Beispiel platt auf dem Sofa gelegen und meinen Herpes am Mund und meine Erschöpfung gepflegt, die ich wahrscheinlich beide mental von einem CEO und einem COO bekommen habe, deren Namen lustigerweise auch nur 2 ‘e’s als Vokale haben und sich so ähnlich anhören wie eben Herpes. Wer weiß, in welcher Branche ich arbeite, kann also jetzt lustig Namensraten spielen

So manch gewonnene Schlacht fordert eben doch ihren Tribut, und sei es in Form von Bläschen am Mund. Der Triumph aber, auf den bin ich besonders stolz, denn die Herren wollten uns im Zuge ihres erbitterten Konzerntalibanismus als Kollateralschaden in ihrem Kampf gegen einen (ebenso erbitterten) Feindeskonzern von unserem angestammten Platz fegen (es ist ein erbärmlicher Bauklötzchenkrieg zweier gar nicht mal so alter Männer, die ehemals Partner waren). Solche kleinen souveränen Siege im Sinne von “Überholen ohne Einzuholen” oder “ganz Gallien? Nein! Ein kleines gallisches Dorf…” sind mir eh die liebsten.

Viel viel viel Geld, sagte der CEO, habe er in die Hand genommen, um “klare Fakten” an jenem Standort zu schaffen, und sich das tolle Geschäft an Land zu ziehen, und gleich die “verlängerten Arme des gegnerischen Schurken” mit auszureißen. Kann man machen, oder wenigstens versuchen, aber wenn man schon die Katze im Sack kauft, sollte man zumindest den Sack mal anheben, ob er dann ein wenig was wiegt oder zumindest Miez Miez sagt. Gekauft hat er sich einen Haufen extrem unwilliger Kooperationspartner und viel heiße Luft, denn die Hälfte des gedachten Geschäfts hatte sich in der Woche zuvor verflüchtigt, was ich wußte, er aber anscheinend nicht. Geht halt nichts über verläßliche Quellen von drinnen. Mal sehen, wie er das seinen amerikanischen Geldgebern, Weltmarktführern, verkauft.

Kooperativ wie ich nun einmal bin, räumte ich das verlorene Terrain, und installierte uns – im wörtlichen Sinne – genau anderthalb Meter weiter am nächsten Fenster. Gute vertrauensvolle Zusammenarbeit, langjähriges Vertrauen und eine gewisse gemeinsame Abneigung gegen Konzernmackereien von vielen guten Patnern und Freunden machen aus dem großen Vernichtungskrieg so eine kleine Eulenspiegelei, die nicht nur mir äußerste Genugtuung bereitet. Man muß eben sein Terrain und seine Verbündeten kennen, dann kann man auch ohne Panzer bedeutende Siege erreichen.

Hätte der COO das gewußt, hätte er sich den überaus peinlichen Macker-Auftritt bei meinem Verbündeten ersparen können, in dem er sie vor die Tür setzen wollte, ohne zu wisen, daß es eher ihre Tür statt seiner war. Aber manche Leute lernen nur so (vielleicht).

Leider, leider hat sich der CEO seitdem nicht mehr gemeldet, sonst hätte ich ihm nur zu gern seinen guten Rat mit Dank zurückgegeben, als ich anmerkte, daß ich an dem Standort emotional sehr hänge, und er meinte, daß wir ja beide Geschäftsmänner seien und daß da dann Gefühle nicht so eine große Rolle spielen sollten.

Jedenfalls, immer wenn ich mal vor Ort bin, begrüßen mich etliche Menschen mit Umarmung und so viel wie sie mit mir auf dem Hof rauchen wollen, kann selbst ich nicht. CEO und COO hingegen, wenn sie stolz ihren neuen Standort besichtigen wollen, werden leider leider immer ein wenig einen bitteren Geschmack hinten im Mund haben, weil sie jedes einzige Mal immer ein wenig kotzen werden. Ick freumer.

Ein Nachspiel wird das Ganze wohl auch noch haben: im Zuge der Absicherung mußte ich mit vielen vielen Menschen kommunizieren, unter anderem mit einem zentralen Kunden des freundlichen Konzerns. Die haben dort schon sehr sehr lange die Schnauze voll und kommen nächste Woche mal vorbei – sie können gar nicht nachvollziehen, warum sie nicht schon längst mit uns statt mit denen arbeiten. Wenn das auch noch klappt, werde ich zwar jedesmal überprüfen müssen, ob auch alle Radmuttern fest sind, wenn ich ins Auto steige, aber:  die Samthandschuhe sind abgelegt, aber auch bei mir.

Hello Gorgeous!

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(Wie gut, daß ich den blühfaulen Blauregen vorletztes Jahr ganz hartherzig ersetzt habe – wer keine Miete zahlt, fliegt!)

Wann hast du das das letzte Mal erlebt, daß du nach acht Stunden Rackerei so zufrieden und mit Erfolgserlebnis auf das schauen kannst, was du getan hast? frage ich Freundin I., als wir mit wehen Knien und schmerzenden Rücken beim Bier in der letzten Abendsonne sitzen, verschwitzt und von oben bis unten mit Sandboden bedeckt.

Sie hat sich ein 400-qm-Grundstück mit klitzekleinem Häuschen im Umland am Waldrand gekauft, und nachdem die 3 Blautannen und die 3 Meter hohe Thujahecke gerodet waren, die nicht einen Sonnenstrahl auf den Boden ließen, war sie nicht nur leicht erschreckt über die Steppe, die sie sich da angeschafft hat, und sie war nicht nur leicht überfordert damit, sich gärtnerisches Wissen im Internet anzulesen.

Leichtfertig zugesagt, ihr den Garten zu planen, war ich dann auch nciht nur leicht überfordert damit, der Wüste eine Struktur zu geben. Die fast 50 gekauften Bäumchen und Sträucher sahen noch so einem kleinen Tropfen auf heißen Stein als, wie sie nach der Lieferung hinter dem Haus zusammenkauerten.

Acht Stunde später sind alle versenkt und ganz ganz leicht läßt sich jetzt erahnen, wie es werden wird – das große Staudenbeet kommt dann Ende Mai.

(Und eigentlich war das das Letzte, was ich mir für einen Samstag nach zwei kreuzbrecherischen Wochen Feldherrenwochen im Job gewünscht hatte, aber es war gleichzeitig auch das Beste, was ich mir antun konnte.)

Kostenlos, aber nicht umsonst

Schon länger bei der Frau Koma und dem Grafen in Arbeit, bin ich jetzt sozusagen auch ein e-published author.  Und schön haben sie es gemacht!

In den Tiefen der Blogs kann man hier kostenfrei, aber nicht umsonst herunterladen, machense das doch einfach. Heute billig, morgen teuer! Hier die Beschreibung der Herausgeber:

“Es werden Gräber gegraben, Joints gebaut und Ateliers verwüstet. Liebe, Geburt und Tod kommen vor. Väter, Mütter und Großmütter treten auf. Gartenzwerge spielen eine geheimnisvolle Rolle. Man gedenkt früherer Zeiten, guten und schlechten, erfindet aus Zufall bahnbrechendes, wandert aus oder spaziert einfach nur am Strand entlang.
Das Buch vereint Blogartikel, die als Kurzgeschichten für sich stehen können und entführt die Lesenden per Link in die Blogs zu weiteren Entdeckungen.
Wir stellen es zunächst als kostenlosen Download zur Verfügung und freuen uns über reges Interesse.”

Und ich bin in bester Gesellschaft: Cabman, Frau Casino, docbuelle, engl, fragmente, Andreas Glumm, Heartcore, Frau Indica, Felix Schwenzel, Journelle, Kaltmamsell, Katiza, Barbara A. Lehner, Lucky, Markus Pfeifer, Modeste, Rosmarin, Sebastian Rogler, Wortschnittchen

Und das mit dem Grab war natürlich ich. Und ja, ich sollte. Und nein, der zukünftige Bewohner war schon tot. (Sie werden übrigens beim Link klicken feststellen, daß einige der Blogs mittlwerweile verstorben oder untot sind. Das kommt, wenn so ein Projekt einige Zeit liegt, schnelllebige Zeit heute und so…)

Viel Spaß damit zwischen den Jahren!

Too much of a good thing…

… is just more of a good thing.

Trotzdem bin ich froh, heute ganz normal einfach nur ins Büro gehen zu dürfen, auch wenn mir davor graut, richtige Klamotten anlegen zu müssen.

Freitag extra für den See frei zu machen war genau die richtige Entscheidung, und so ist das Wochenende ein Blur aus glitzerndem Schlachtensee, herrlichen Abend- und auch sonstigen Essen, Cabriofahrten rabenblau oder auch nicht, gefühlten alle 2 Stunden Schlauchboote aufpumpen, allerbester Gesellschaft, Pornomännern auf heißen Straßen und kühlen Seen und schlaflosen Nächten bei 35 Grad. Sommer eben!

Jetzt braucht die Haut eine Sonnenpause, die Haare eine Drinlaßkur, die Leber eine kleine Reha und die Wampe einen leichten Salat, vielleicht mit etwas Hühnerbrust.

Krönender Abschluß gestern Abend Dolly Parton – was eine großartige Person! A benevolent parallel universe! Und was ein Konzertjahr – John Grant im Februar, vor zwei Wochen Blondie, gestern Dolly, und im September: KATE BUSH!

Sexual Healing

When Life gives you Lemons, you know what to do.
But when Life gives you a cute Rasta Boy, make Love.

Eigentlich ja gar nicht im Zustand und in der Lage, aber der wunderschöne 30jährige Rasta mit der Milchkaffeehaut und dem großen, öhm, Lächeln meinte, es würde mich doch ein wenig auf andere Gedanken bringen, so ein bißchen Sex.

Und so ist es dem Brustkrebs meiner Schwester zu verdanken, daß ich heute am allerhellichtesten Vormittag ein Sexdate mit einem unglaublich schönen jungen Mann hatte. Das ist nämlich schon für Fortgeschrittene, wenn man nicht mehr grade Ende 20 ist, mehr als mmpf Kilo wiegt und auch sonst schon deutlich Ge- und Verbrauchsspuren aufweist.  Da ist ein Abenddate deutlich vorzuziehen und einfacher, mit schummriger Beleuchtung und ein, zwei Gläschen Wein für dem Mut (liquid courage, wie er es nannte).

Da der junge Mann aber abends nicht kann, weil er einen Boyfriend zu hüten hat, und außerdem morgen für zwei Wochen wegfährt, in denen er sein Interesse mit Sicherheit vergessen hätte, hatte ich nun die Pistole auf der Brust und natürlich blanke bodenlose Panik im Herzen und sonstwo.

Verdammt, hab ich mir dann in den Hintern getreten, wenn deine Schwester ihre übermächtige Angst vor Ärzten und Torturen überwinden kann, um ihr Leben zu retten, dann kannst du ja wohl deine bekloppten Ängste überwinden und etwas zulassen, was dir gut tut. Und es wird allerhöchste Zeit, daß du das tust!

Nun, leicht wars nicht, aber der junge Mann hatte eine Engelsgeduld, und es wurde ein sehr sehr schöner sinnlicher Vormittag. Für heute fühle ich mich geheilt.

Und so kam es, daß ich zum ersten Mal seit über 10 jahren frischgefickt und verspätet auf Arbeit erschien. Weil meine Schwester Brustkrebs hat.

Glaube, Liebe, Hoffnung

Was soll das wohl für ein Tag werden, an dem man aufwacht, weil einem “Immer wieder geht die Sonne auf” von Udo Jürgens in Endlosschleife im Kopf dreht? Richtig, ein guter, glorioser Tag, gestern.

“… denn Dunkelheit für immer gibt es nicht
die gibt es nicht
die gibt es nicht!
Schön, wie er das so wiederholt, als ob er das einem uneinsichtigen Kind einbläuen will.

Irgendwann hatte ich angefangen, meine alten VHS zu digitalisieren, und gleichzeitig das Kiffen wieder entdeckt, nach Jahren freundlichen Desinteresses. Besonders psychoaktiv war da so eine lange Schlagernacht der 60er, in dem sich auch dieses Video befand (irgendwie bin ich zu blöd, hier Videos einzubinden, schauen Sie sich das ruhig mal an.)

Es war das frühe Farbfernsehen, und da mußte natürlich viel Farbe her, beachten Sie doch mal den roten Effekt, wie die Scheibe zwischen Sänger und Chor (der übrigens sehr gewagte Einsätze hat, finde ich) hin- und her fährt, und der Sänger einige Arbeit damit hat, das Mikrokabel immer rechtzeitig aus dem Weg zu räumen, damit die rote Trennscheibe nicht hängen bleibt.

Ich bin ja wahl- und von mir aus auch geschmacklos, ich nehme Inspiration da, wo ich sie kriegen kann, und das schamloser, als ich früher im Keller des F*cken3000 auf den Knien war, wenn ein gutgebauter junger Mann willens war.

Jedenfalls: Dunkelheit für immer gibt es nicht. Die gibt es nicht, die gibt es nicht. Lassense sich das mal ruhig im Hirn zergehen. Einfache Sätze zur rechten Zeit können Leben verändern – wie damals, als Cat Stevens für mich sang

“If you want to sing out,
sing out.
And if you want to be free
be free.
‘Cause there’s a million things to be.
You know that there are”

Das hatte noch nie jemand zu mir gesagt. Es eröffnete Welten.
Also, merkense sich: Dunkelheit für immer gibt es nicht. Die gibt es nicht.
Stimmt. Hat man nur nicht immer auf dem Schirm.

Walking wounded

Wenn man etwas nicht ändern kann, muß man es in den Arm nehmen, und so ist eine der besten Maßnahmen in diesem shittigen November ein strammer Spaziergang in möglichst schöner Umgebung, und scheiß aufs Wetter. Da kann man seinen Körper nicht nur an die Welt da draußen anpassen, sondern auch noch sein wehes Herz, grade sehr geplagt von existentiellen Verlustängsten und unglaublichen Zumutungen, ein wenig lüften. Und der alten Ratte Angst, die sich verdächtig ruhig seit ein paar Monaten verhält da unten im Keller, in der Mördergrube, ein wenig die Nahrung nehmen. Lüften statt Wunden lecken.

Der Schloßpark Babelsberg ist da ein schönes Ziel für einen strammen Spaziergang von anderthalb Stunden, das schöne daran die verschiedenen Gebäude, Dampfmaschinenhaus, Schloß (leider gerade eingerüstet), Kleines Schloß (mit fürstlich-piefigem Oma-Restaurant), Gerichtslaube, Flatowturm und Matrosenhaus (!). Das schöne an dem Landschaftsgarten sind die verschiedenen Höhenebenen, man kann laufen direkt unten am Wasser und oben auf der Höhe mit Ausblick über Seen und auf Potsdam.  Und das hier:

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Von vorne sieht man dann, wie Michael (und nicht Georg, wie ich vermutet hatte, liebe Lone!) den Drachen tötet, schöner war es aber von hinten, so unvermutet hinter den Sträuchern auftauchend.

Am schönsten ist die Anreise über Klein Glienicke, wo sich ein kleiner Rundgang ebenfalls lohnt.

Lucky im August

Na, hamse mich vermißt? Ich hab nämlich Urlaub schon wieder, letzte von 3 Wochen gerade, dann gehts wieder los, wahrscheinlich im vollen Terror.

Letzte Woche in der Eifel mit wenig bis gar kein Internet, und stellense sich das vor – ich hab  mein Login für den Handybrowser fürs Blog nicht gewußt und deswegen nix geschrieben. War aber auch wie immer: nur wenn man denkt, na nun sind ja die meisten tot, heißt das nicht, daß die Verbliebenen sich dann nicht umso breiter machen um vermeintliche Lücken zu stopfen, mich zu belagern und mir auch nicht nur gelegentlich den Nerv zu rauben. Zwischendurch war ich so erschöpft und genervt, daß ich weinen mußte. Einziges Highlight: der jährliche Besuch von L., dienstältestem Freund, der immer einal im Jahr 2-3 Tage frei kriegt von seiner Mädchenmannschaft, dann darf Papa Bär sich ein paar Jungstage auf dem Land gönnen. Ich kann übrigens das Meerfelder Maar zum Schwimmen nur empfehlen, in so einem Vulkansee fühlt sich hinterher die Haut so an als ob man in Volvic gebadet hätte.

Diese Woche dann: Schlachtensee, heute ein nicht zustande gekommenes Sexdate mit einem Sri Lankesen (?) ist aber auch egal wie der sich nennt, kam ja nicht, wofür ich leider die Doppelkopfrunde aus- und nicht wieder eingeladen habe. Schlechtes Benehmen generiert anscheinend schlechtes benehmen, aber zumindest therapeutisch ein Fortschritt, Herr Lucky macht Dates, der Erfolg kann sich ja dann noch einstellen irgendwann eines Tages vielleicht. Wohl auch ein Teilerfolg der Erholung, ich rege mich nicht auf.