Monthly Archives: August 2008

Aussen und Innen

Bill Sampson: You have every reason for happiness.
Margo Channing: Except happiness!

Draussen blühen auf der Terrasse die Rosen, der Oleander verbreitet leckeren Vanilleduft, und die Bleiwurz leuchtet in einer Farbe, die es im Pflanzenreich eigentlich gar nicht gibt, und der Fingerhut überrascht dieses Jahr in Weiß.
Ich habe ein schönes knallrotes Auto, mit dem man auch ohne Dach fahren kann, eine knallrote Küche und ein ebenso knallrotes Bett, in dem außer mir und Kailie noch nie jemand gelegen hat, sowie ein Sofa in Orange und eins in Apfelgrün.
Das Geld reicht, für jetzt, gut aus, und für später, ja das weiß man nicht. Ich kann mir so viele Sachen kaufen, wie ich möchte, wenn ich denn überhaupt etwas haben wollte und könnte so oft in Urlaub fahren, wie ich will, wenn ich denn wollte.
Wenn ich erst um zwei Uhr auf der Arbeit erscheine, ist das auch ok, meine Kollegen mögen mich sehr und meine Auftraggeber auch, meist, und die Konkurrenz hat enormen Respekt vor uns. Es kann gut passieren, daß ich potentielle Kunden wegschicke, wenn ich keinen Bock auf sie habe.
Ich habe wunderbare Freunde, mit denen ich essen und/oder trinken gehe oder Filme gucke oder verrückte oder ganz normale Dinge tue. Sogar zu den meisten Exen habe ich ein gutes Verhältnis.

Drinnen dagegen ist: Nichts. Leer. Keine Freude.
Das ist ja wohl irgendwas mächtig schiefgegangen.

Birdie: What a story! Everything but the bloodhounds snappin’ at her rear end.

Mermaids singing (Klassiker)

Let us go then, you and I
When the evening is spread out against the sky
Like a patient etherised upon a table

Alles, was ich Ihnen heute mitteilen könnte, hat schon jemand besser geschrieben als ich das je könnte, und das auch noch vor 100 Jahren, und in Versform.

Gehen Sie doch einfach den Lovesong of J. Alfred Prufrock lesen, dann haben Sie was für Ihre Bildung getan, und wissen Bescheid.

Alternativ können Sie, falls Lyrik Sie nicht so interessiert, sich auch die Elegie “Add it Up” der Violent Femmes anhören, das ist im Prinzip dasselbe.

Fascination Plastination! (Wdh)

Nun, ich will auch nicht nachstehen, und der Queen of Pop Queen Mum of Pop nachträglich und sommerlochbedingt mit einem aufgewärmten Beitrag alles Beste zum 75. wünschen! (Aufgewärmt ist doch aber auch angemessen, ich meine, daß sie mal neue Sounds Lichtjahre vor den anderen hatte, ist ja auch schon ne Weile her.)

Und falls Sie sich wundern, warum man der Gnädigsten seit 2 Alben in erster Linie nur noch auf Schritt und Po gucken soll, dann verrate ich Ihnen hier das Geheimnis Madonnas ewiger Schönheit Jugend Zähigkeit:

Controversial-Body-Worlds-Exhibition-Opens-4NuETfDuu7sl

Madonna und Gunter von Hagens (hier bei einer Projektbesprechung mit der Künstlerin) entwickeln mittels ihrer Millionen und seines KnowHow das Verfahren zur Lebendplastinierung weiter. Schauen Sie sich mal die letzten Videos der Jubilarin an: an Beinen und Po sind schon beachtliche Erfolge des neuen Verfahrens zu begutachten! Leider ist es jedoch noch nicht gelungen, einen matteren Effekt zu erzielen, so daß besagte Körperteile noch etwas zu sehr glänzen.

Ebenfalls in der Gesichtsregion mußte das dynamische Duo schon einige Rückschläge hinnehmen, wie man hier deutlich sehen kann.

Dabei ist es aber sehr schön zu erleben, daß sich die quirlige Jubilarin durch solche Rückschläge ncht entmutigen läßt, und nichtsdestotrotz ihre Anmut und jugendliche Gelenkigkeit auch für Videos anderer Kollegen zur Verfügung stellt:


(Gemeinerweise behaupten die schlecht informierten Moderatorinnen, der Superstar, den sie fälschlich ‘Barbara’ nennen, sei schon 84)

Dieser Beitrag wurde zum Teil schon einmal hier gesendet und der Rest ist inspiriert durch einen Beitrag beim Herrn Caliban)

Un-Happy-Go-Lucky

Der ärgerlichste, langweiligste und blödeste Film, den ich seit langem gesehen habe.
Warum der 2 Bären bekommen hat bei der Berlinale (Gold für Mike Leigh, Silber für die Hauptdarstellerin) läßt sich wohl nur dadurch erklären, daß es Februar war und alle sehr sehr deprimiert, und der Film versucht einen ja auch dahingehend zu erpressen, daß man doof ist, wenn man nicht happy-go-lucky sein will und die dauergrinsende, debiles schwafelnde Hauptdarstellerbraut reizend findet.

Es gibt keine nennenswerte Handlung, und so muß man gefühlte 4 Stunden zusehen, wie die penetrant und grundlos dauer-gut-gelaunte pferdegesichtige Poppy unschuldige anständige und zu Recht schlecht gelaunte Menschen angrient und zulabert. Zuerst fand ich es noch spannend, weil ich dachte, gleich kriegt sie gleich eine gescheuert oder jemand bricht ihr die Nase, aber nach einer Stunde merkte ich, daß keiner mir den Gefallen tun wird.

Also, wenn Sie die ‘bezaubernde’ Amelie schon so richtig zum Kotzen fanden, dann ist dieser billige Abklatsch genau richtig für Sie!

Wenn sei sich einen richtig schönen Film von Mike Leigh anschauen wollen, dann schauen Sie sich lieber 3x Secrets and Lies an!

R.I.P. and let R.I.P.

liebe kleine Zebraspringspinne, mit der ich so lange das Bad teilte.
Du hattest Glück, daß du so klein warst, so daß ich dich nicht so genau erkennen konnte, sonst wärst du schon lange geext worden, obwohl du so schön hoch und weit und vor und zurück springen konntest.
Doppelt so groß und das wärs viel früher gewesen.

Dein Pech, daß du heute morgen auf der Klobrille (was ein doofes Wort, Klos sind doch gar nicht kurz- oder weitsichtig) saßt. Und ich dich aus Versehen ins Becken pustete.

Swim on, little Diamond!

Duschdas!

Was ein bekloppter Produktname, eigentlich.

Ich meine, Spülmittel heißt ja auch nicht “Spüldas”, Restaurants nicht “Ißdas!”, Autos nicht “Fahrdas!” und Kondome nicht “Bumsdas!”

Schwedische Hochzeitsimpressionen

pussy
(genug Katzencontent für die nächsten 5 Jahre in einer schwedischen Kinderlandverschickungsdusche)

– Buddhistische Hochzeitszeremonien sind wesentlich entspannter als christliche. Auch wenn man nix versteht, da auf schwedisch mit französischen Untertiteln. Ommmh-Brummm-Klingel-Dong-oomh-Brabbel.

– Den Preis für die längste Anreise hatte die reizende Adelaide, die für 2 Tage aus Bangkok anreiste (ich hab ihr einen halben Heiratsantrag gemacht) und der Bräutigamsvater aus Kalifornien. Nationalitäten anwesend auf der schwedisch-französischen Hochzeit: Schweden, Franzosen, Deutsche, Belgier, Inder, Australier, Dänen.

– Homosexuellenquotient unter den Deutschen: 75%, ansonsten: 0%, Kinderanteil der Hochzeit: 40 von den 100 Gästen waren Kinder. Reizende Kinder.

– Meine Seele leuchtet in Schweden viel besser als hier.

– Alle Ehemänner werden irgendwann sehr zutraulich und erzählen ganz offen sehr viel Intimes, sie können ja auch sicher sein, daß das am nächsten Tag das Land verläßt.

– Die Ehefrauen tun das gleiche, allerdings einzeln und nicht zusammen mit ihrem Ehemann.

– Einige der jungen Erwachsenen konnten sich noch an meinen letzten Besuch erinnern, vor 15 Jahren. Da waren sie 4 oder 5.

– Der Mund von Jeanne Moreau war auch da. Zu Gast an einer Tante des Bräutigams.

– Morgens um 4 am Lagerfeuer kommt immer die obligatorische Fragerunde der Männer, was sie schon immer von Schwulen wissen wollten, sich aber nie getraut haben zu fragen. Ich habe sie dann überzeugt, daß sie alle auch ein Stück weit schwul sind. War aber auch einfach, die meisten waren ja Buddhisten.

– Wahrscheinlich der Grund, warum mich alle so liebten. Sie wollten bestimmt meinen Buddhabauch streicheln, von wegen Glücksbringer.

– Heten haben defnitiv andere Schönheitsmaßstäbe. So breche man auf keinen Fall dem hübschen Franzosen namens Raoul die Nase, wenn er ganz stolz ein heimlich gemachtes Foto von mir vorzeigt, wie ich nach einem Bad in der scheißkalten Ostsee nackt auf einem Stein am Ufer sitze. Ich sage “Oh, Buddha”, er sagt “Kleine Meerjungfrau, Kopenhagen.” Man muß auch andere Meinungen gelten lassen.
Ich hätte vielleicht auch mehr auf ihn eingehen sollen, als er fragte, ob ich Sex mag, so an sich.

– In Schweden stört es keinen, wenn man zum Buffet durch strömenden Regen muß. Man sollte aber aufpassen, daß man nicht auf die Kinder tritt, die in den Pfützen spielen.

– Es ist nach ein paar Stunden auch pottenegal, wo jemand herkommt, man unterhält sich dann eh mit allen in einem Englisch-Schwedisch-Französisch-Gemisch, paßt für alle.

– Wenn man morgens aufwacht,weil das ganze Haus vibriert und brummt wie ein Bienenstock, dann ist das kein Grund zur Sorge, sondern das Chanting der Buddhisten.