Archiv für den Tag: 29. August 2008

Schrei nach Liebe

“Ich bin Ausländer und will in Berlin leben. Und ich will hier nicht einsam sein. Ich suche Freunde und brauche auch Liebe. Wie jeder andere. IST HIER EIN STRAßENBAHN- ODER U-BAHN- ODER BUSFAHRER?”

So füllt ein GR-User seine Headline. Ich glaube aber nicht, daß es eine Undercover-Sympathiekampagne der BVG sein soll. Oder daß man dort wirklich Liebe finden kann.

Nüscht zu meckern, fast

Als wir erst mal die Plätze verlassen hatten, von denen aus alles so aussah, als ob in den Fernen des Universums eine neue Sonne geboren würde, wurde es ein feiner Abend, unten, auf dem Spielfeld.
Mrs. Ritchie hatte an nichts gespart (gut, größere Videoleinwände hätte sie definitiv springen lassen können, müssen!) und sich auch nicht geschont.
Ich hatte ja auch nicht die Erwartung, daß wir uns hinterher besser kennen würden, und so war es eben – von da unten – eine professionell aufgesetzte Show (oben hatte man mit diversen Ton- und Bildproblemen und der unermeßlichen Weite des Olympiastadions zu kämpfen, und allenfalls einen guten Blick auf die wie eine Ufo-Landebahn aufgestellten Dixie-Klos)
Es hatte ein paar schöne Momente, die Neuversion von Borderline war herrlich, und die Bühne bei The Devil wouldn’t recognize you war sehr sehr schön. Und es hatte einige Geschmacksentgleisungen, an Kostüm oder bei Madonnas Ausflug in osteuropäische Folklore.
Alles in allem doch sehr zufrieden mit dem Gefühl, daß sich Frau Ritchie für das viele Geld auch ordentlich abgerackert hat.
Dafür aber fand ich es mutig und lobenswert, sich Zeit zu nehmen für die Konzertdramaturgie zwar hinderliche, aber dafür aber ‘anspruchsvollere’ Einlagen wie das Video zum Weltelend, oder eben ein paar stillere, kleiner Songs.
Achso, vielleicht der schönste Moment: She’s not me, wo sie ihre als Madonna-durch-die-Jahrzehnte zurechtgemachten Tänzer abwatscht. Da hat sie definitiv mal Annie Lennox’ Video zu Little Bird gesehen.
Was solls, gut geklaut oder gekauft ist immer noch besser als schlecht selbstgemacht.