Archiv für den Monat: Juli 2009

Fruchtfliegen

“Wenn ich allein bin
seh ich Fruchtfliegen”
singt Katja Ebstein zur Melodie von Dionnes “Heartbreaker”
(stimmt natürlich nicht, sie sucht “Fluchtwege”, aber es drängt sich auf.)

Jedenfalls, einer der Nachteile von Trennkost sind die vielen pflanzlichen Abfälle, die sich wiederbeleben, wenn man sie nicht schnell genug entsorgt. Einer der Vorteile dagegen ist, daß nun Halbzeit ist auf meiner Gewichtsskala, was dazu führt, daß man als schmaler im Gesicht wahrgenommen wird.
Und ersteres wird meine ukainische Putzbomberin wieder in den Griff bekommen, die diese Woche ihren Dienst wieder aufnimmt.

Irgendwie urlaubsreif, jeden Abend vor 12 im Bett, und trotz 10-12 Stunden Schlaf so übellaunig gewesen, daß ich gestern fast nicht mit zum See gekommen wäre. Gut, daß doch, denn die Laune hat sich auf dem Wasser und in der Gesellschaft schöner Menschen schlagartig gebessert,so daß den Ursprungszustand wohl fast keiner wahrgenommen hat. Und einen kleinen Sonnenbrand auf den Schultern ergattert, obendrein.

Abends dann Al Pacinos “Cruising” geschaut, ein Krimi aus den 70ern, der sich mit Morden in der New Yorker Schwulen-SM-Leder-Szene befaßt. Erstaunt gewesen, wie explizit und, ja doch, sehr erotisch, das dargestellt wurde (Lederkerle waren auch mal jung, damals, und sahen in Chaps und Jockstraps auch mal gut aus, damals), und wie das so langsam unter die Haut von Al Pacino geht, der sich dort undercover einschmuggeln muß. Lost Worlds.

Ich kann mich noch vage erinnern, damals – allerdings deutlich später als Al Pacino – als ich selbst noch hormongetrieben durch sommerabendheiße Straßen trieb, nur mit meinem eigenen Körper bewaffnet, in denen die Hormone der anderen wie die Vorahnung eines Gewitters standen.

Ein Admiral namens Vanessa

Der Sommerflieder draussen steht in vollster Blüte, und als ich gestern morgen aus dem Bett auf die Terrasse kroch, knallten mir zwei große Schmetterlinge auf den Kopf, obwohl ich morgens wahrlich nicht nach Sommerflieder rieche.

Die Admirale prügeln sich gerade um den besten Platz auf den Blüten. Lustig, lateinisch heißen sie Vanessa atalanta.
Vanessa, der Admiral! Das hört sich definitiv nach einer militärischen Transe aus dem Neuköllner Rotlichtmilieu an…
An mein Herz!

Vaterhemd

Ich trage gerade das Hemd meines Vaters.
Es ist relativ schmal geschnitten, kurzärmelig und grün-lila auf weiß kariert. Es muß über 25 Jahre alt sein, denn er ist im Juni 1984 gestorben.
Eigentlich sind es gar nicht meine Farben und ich hatte es nur dort im Dorf aus dem Schrank geholt, um anzustreichen, deswegen hat es auch Flecken aus Holzschutzfarbe.
Dann ist es mir aber sozusagen ums Herz gewachsen (und die Flecken sind mir egal.)

Ich fülle es genau. An den Schultern und Oberarmen und um die Brust ist es ein wenig knapp, was seltsam ist, denn mein Vater war Maurer und ich bin nur ein Bürostuhlpupser. Für mich war er immer ein mächtiger kräftiger Mann mit starker Brust und Armen und einem Männerbauch.
Es scheint ich habe eine ähnliche Statur wie mein Vater, und altere auch in seine Richtung. Meine Mutter meinte immer, ich habe seine Unterarme.
Aber es ist schon merkwürdig, das Volumen eines anderen Körpers in einem Hemd so genau zu füllen.

Spochty Strike

Vorletztes Wochenende 2x im Harzer Bergsee geschwommen.
Gestern Schlachtensee, zwar nicht geschwommen (wir hatten nicht so viel Wein bei), dafür aber Schlauchboot aufgepumpt und gerudert.
Mit den Rudern die Inline-Skates aus dem Keller schon mal hochgeholt, für vielleicht.
Dazwischen Badminton bis zum Purpur-Gesichts-Status. (Ein furchtbar gemeiner Muskelkater ist das vorne an den Schienbeinen!)
Heute den PT-Termin umgewandelt in Osteo. (Dabei wollte ich eigentlich doch fast mit dem Fahrrad dorthin fahren)
Ich erkenn mich selbst nicht mehr.

Cat Fight in Fist City

A you’ve been makin’ your brags around town
That you’ve been a lovin’ my man
But the man I love, when he picks up trash
He puts it in a garbage can
And that’s what a you look like to me
And what I see’s a pity
Close your face and stay outta my way
If ya don’t wanna go to fist city
Loretta Lynn, “Fist City”

Das ist doch mal was anderes als
“Jolene, Jolene, Jolene,
I’m begging of you please don’t take my man”
oder
“Marleen, eine von uns beiden muß nun gayn
drum bitte ich dich, gay du Marleen”!

Keep up that spirit, Gal! And the Hair…

Badminton

First I was afraid
I was petrified

Es ist schon erstaunlich, daß ich die Session Badminton überlebt habe, was auch zum guten Teil am Partner lag, der immer mal – fast völlig unverschwitzt – meinte, er bräuchte mal ne Pause, wenn ich allzu dunkelpurpur im Gesicht wurde.

Das erstaunlichste aber ist, daß mir erst 25 Minuten nachdem wir die Halle verlassen hatten auffiel, daß ich noch gar nicht geraucht hatte.

Und das bei jemand, der es sportlich findet, Weißwein statt Rotwein zu trinken, weil man da ab und an aufstehen und zum Kühlschrank gehen muß zum Nachschub holen…)

(P.S. Ist das eigentlich normal, daß ich über eine Stunde später immer noch schwitze wie 10 Hängebauchschweine bei einer Orgie am Äquator?)