Deathwish auf Rädern?

Diese Woche kam ich auf dem Weg zur Arbeit an einem Unfall vorbei, Fahrrad gegen Auto oder vice versa. Sah extrem schlimm aus, man konnte nicht richtig unterscheiden, welche Teile zum Radfahrer und welche zum Fahrrad gehörten, es lag nur eine Masse aus Mensch und Metall auf der Straße.

Nun weiß man nicht, was da passiert ist, und wer schuld hatte, aber es hat meine Wut nur gesteigert:
Ich bin eigentlich ein recht besonnener und umsichtiger Autofahrer. Zu oft habe ich eine Vison, was passiert wäre, wenn ich das kleine Kind am Straßenrand nicht rechtzeitg gesehen hätte, oder nicht vorsichtshalber schon mal wegen dem Fahrrad gebremst hätte. Da wird mir dann immer ganz schlecht bei.

Wütend macht es mich dann aber ganz massiv, wenn die meisten Radfahrer von Schulterblick bei Spurwechsel, Anhalten und Gucken beim Abbiegen, mal so sacht andeuten, wo sie hinwollen, entweder noch nie was gehört haben oder nichts davon halten. Am besten mit Kleinkind im Kindersitz oder links ein Handy am Ohr und rechts ne Bierflasche.
Der Glauben an persönliche Schutzengel scheint sehr sehr weit verbreitet zu sein.

Kinners, wenn ihr sterben wollt, das ist euer Ding, nehmt Pillen, schneidet euch in der Badewanne die Pulsadern auf (längs, nicht quer!), während ihr in der anderen Hand den Fön haltet, aber ich bin nicht der U-Bahn- oder Straßenbahnfahrer, vor dessen Zug ihr euch schmeißt.

16 Gedanken zu „Deathwish auf Rädern?

  1. moggadodde (Gast)

    Neben abrupten Spurwechseln ist hier auch das des Nächtens unbeleuchtete Fahrrad der Renner. Wie Fledermäuse huschen meist auch noch dunkel gekleidete Selbstmordkandidaten vor die Motorhaube, lautlos, Haken schlagend und natürlich ohne Licht. Unfassbar, wie leichtfertig die Leute mit ihrem Leben spielen.

    Antworten
  2. luckystrike

    REPLY:
    Das war dann sicher ein ähnlicher Unfall wie der, den ich gesehen habe, nur hatte meiner leider nicht die hundertstel sekunde geschenkt bekommen.

    Es wundert auch, daß jetzt hier keine ‘diese schlimmen Autofahrer’-Tiraden kommen. Naja, sind wahrscheinlich alle auf der Straße, die Welt unsicher machen.

    Antworten
  3. schneck06

    auch ich bin beim motorausstellen jedesmal froh, wenn NICHTS passiert ist. bei den kampf-radlern eine seltsam unreflektierte schieflage zwischen ‘kraft’, ‘im-recht-sein’ und der ‘realität’. das ist aus meiner sicht nirgendwo so, wie hier in berlin.

    Antworten
  4. luckystrike

    REPLY:
    Nach dem Motorausstellen kann man immer noch die Tür schwunghaft aufreißen, und so eine ganze Menge Radler zu Fall bringen! In meiner Straße kommen sie oft in Haufen zu fünft.

    Antworten
  5. schneck06

    REPLY:
    oh ja, stimmt. richtig sicher ist man erst, wenn man es bis in die wohnung geschafft hat. und dann immer diese fahrradlichen schimpftiraden, die durch die häuserschluchten schallen…

    Antworten
  6. raketenprinz

    und gestern konnte der prinz beobachten, wie ein fahrradfahrer (ampel rot) vorsätzlich einem pkw (ampel grün) die vorfahrt nehmen wollte – auf der heerstraße. ja, haben sie die noch alle?
    ist mit einer hundertstel sekunde noch mal glimpflich gelaufen: vorderrad totalschaden. fahrradfahrer steht wutschnaubend auf und pampt verdutzten autofahrer an.

    Antworten
  7. hühnerschreck (Gast)

    *nickend* das kenn ich aus meiner ecke hier auch – genau dasselbe. besonders beliebt: die 2. in-meile, auf der sich ein café an die nächste kneipe reiht. wo dann bevorzugt studierende in schlammfarbenem outfit auf spätmittelalterlichen fahrrädern ohne bremsen (“wer bremst, verliert”) mit der geschwindigkeit der kontinentaldrift mittig auf der fahrspur rumeiern, naTÜRlich ohne licht, und reflektoren sind ja auch voll uncool.
    ich hab so eine hirni-suizid-tussi mal böse angeschissenschnauzt, als sie sich mir vors motorrad warf, wir sind beide nur _sehr_ knapp einer bösen kollision entkommen – da durfte ich mir dann den üblichen müll von “motorisierte sind die stärkeren und müssen deswegen IMMER ÜBERALL rücksicht nehmen, außerdem *blah blah* umwelt *blah blah* mörder *blah blah* usw. ich hab mühe gehabt, mich an reste der einstmals genossenen guten kinderstube zu erinnern und die dame nicht mit der nase auf den asphalt zu titschen, um ihr zu demonstrieren, wie sich das auch für mich anfühlt …
    ich drücke allen anwesenden die daumen, dass es immer zu ner handbreit abstand und null personenschäden reicht!

    gute nacht und n guten start in die woche …

    Antworten
  8. sabbeljan

    Recht hast du! Und das sage ich als jemand, der sich ausschließlich auf einem (verkehrstüchtigen) Rad durch die Stadt bewegt. Diese Bande von Träumern und Idioten diskreditieren all die vernunftbegabten Radler. Deshalb kommt es schon vor, dass ich andere Radler anraunze, was meist zu einem fast-Handgemenge führt.

    von den autofahrern, die nur deshalb unfallfrei in ihre wohnung zurück gekommen sind, weil ich funktionierende bremsen habe, den schulterblick beherrsche + regelmässig ausführe sowie richtungswechsel deutlich anzeige, sei ein andermal berichtet ;-)

    mehr rücksicht für alle!

    Antworten
  9. luckystrike

    REPLY:
    vielleicht hilft es beiden seiten, wenn man sich das geräusch eines schädels vorstellt, der auf asphalt zerbirst.
    so wegen der ernsthaftigkeit der situation.

    Antworten
  10. kittykoma

    dieses zehntelsekundenerlebnis hatte ich neulich auch. da ich nicht mehr kuppeln muß und das auto auf gaspedaldruck ziemlich flott wird, habe ich mich entschlossen, in zukunft eine viertelgedenksekunde für fahrradidioten einzulegen.
    wenn da nicht eine vierspurige straße angefahren wäre, wäre ich der jungen dame hinterhergefahren, hätte sie vom rad gezogen und ihr den arsch versohlt.
    x-berg ist dann noch mal ganz eigen. hier scheint das motto von fußgängernb und radlern zu sein: mach mich nur platt, dann krieg ich rente und die arbeitsagentur läßt mich auch in ruhe.

    Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>