Lieber Hauptstadtblog

jetzt muß ich aber doch mal was sagen.
Per Titel nehmt ihr ja für euch in Anspruch, die Hauptstadt bloggerisch zu vertreten. In gewisser Weise schafft ihr das auch, leider oft nur die sozusagen Britzer und Marienfelder Horizonte, wie mir scheint.

Grundsatzlich seid ihr fast allesamt grundsympathische und begabte Autoren, und ganz besonders zu schätzen weiß ich die Miniaturen, kleine Kuriositäten, gefunden beim Erkunden irgendeiner Ecke der Stadt. Sehr schön auch immer wieder mal einfach ein eindrucksvolles oder auch nur schönes Foto aus unserer Stadt.
Auch eure Ausflüge in die lokale Geschichte oder Testberichte wie den von den studentischen Führungen in Museen sind für mich eine Bereicherung.

Bei der Presseschau fängt es dann aber schon an: Oft zitiert ihr nicht wirklich relevante und interessante Nachrichten, sondern den x-ten Beitrag über Feinstaub, oder ob in Pankow wieder dreieinhalb Bäume gefällt werden mußten. Das finde ich nicht Bürgerservice oder ‘politisch interessiert’, sondern – langweilig und irrelevant.

Fahrradständer und Feinstaubbelastung scheinen euch mehr zu interessieren als was in der Stadt wirklich passiert.

Beispiel: Aus den Hauptstadtblog würde man jetzt nicht wirklich erfahren, daß zur Zeit Berlinale ist, und jetzt gerade und gerade jetzt hier die halbe Welt zu Gast ist, Stars und Monster, Dokumentarfilmer und Fans.
Genau 2 Berlinale-bezogene Artikel gibt es: einen Hinweis auf eine Ausstellung über Patti Smith, und einen darüber, daß man während der Berlinale am Potsdamer Platz keine Fahrräder an die Absperrungen anschließen darf (sic!)
Mich wundert, daß nicht über Mad Onna berichtet wurde, die ja sicher die Feinstaubbelastung (!) aufs Gefährlichste hochgepegelt hat, als sie mit ihrem Privatjet in Tempelhof (!) landete.

Und: seit eurer Renovierung fehlen einige Blogs auf eurer Blogrolls, für mich am schmerzlichsten Glamourdick. Das ist ein absolut subjektives, ich-bezogenes Blog aus, in und um Berlin. Das kann man mögen oder nicht, es ist manchmal albern, manchmal pathetisch, manchmal witzig, manchmal profan. Eins ist es aber immer: unverwechselbar und einzigartig. Und eine Berliner Stimme, die niemandem, der sich für die Hauptstadt interessiert, vorenthalten werden sollte. Das Blog gehört in die Blogroll des Hauptstadtblogs wie der Fernsehturm in eurem neuen Layout.

Was ich mir wünschen würde, daß ihr ein wenig die sicher aus journalistischem Seriositätsstreben entstandene Erstarrung und Biederkeit abstreift, mutiger werdet, hin und wieder mal einen polarisierenden, gerne auch satirisch überzogenen, völlig subjektiven Artikel veröffentlicht, euch auch ein wenig dem Glamour und Rummel und den Eitelkeiten der Stadt widmet, die nämlich den anderen Aspekt der Faszination Berlins ausmachen.

Berlin besteht aus Britz und Mitte, aus Molle & Korn und Schickimicki, aus Größenwahn und Kleingartenkolonie, aus Schnelligkeit und Lethargie. Drei Damen vom Grill und Berghain oder Cookies.
Dann könntet ihr euch Hauptstadtblog nennen, alles andere wäre Reinickendorf, wie es die Mädels aus Prinzessinnenbad nennen würden.

So, und jetzt hoffe ich, daß ich nicht aus der Blogroll fliege, obwohl mein Blog nicht wirklich unbedingt eins der Highlights dieser Stadt ist.

Nachtrag: Grade bei Sven den Blogbutton gefunden: Hauptstadtblog.de – die bloggen Berlin.
Also, der Anspruch ist schon selbstformuliert und nicht eine verfehlte Erwartungshaltung meinerseits.

30 Gedanken zu „Lieber Hauptstadtblog

  1. luckystrike

    REPLY:
    Es war einfach mal an der Zeit. Als ich es dann gelesen habe, dachte ich auch, huch, ganz schön viel Dampf… Und vielleicht erzeugt man so ja mal eine Diskussion.

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  2. luckystrike

    REPLY:
    Genau das würde ich ja nicht wollen. Es gibt ja viel Schönes im Hauptstadtblog, und grade deswegen war mir dran gelegen, da eine Diskussion in Gang zu bringen und ein paar Schwachstellen zu betonen, wäre ja schade, wenn es nachher alle wie Sie machen.

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  3. sabbeljan

    Lieber Lucky,

    danke für deinen freundlichen “Arschtritt”. Auf die Beispiele aus deinem Beitrag will ich gar nicht eingehen, denn sie illustrieren ja nur was du meinst.

    Natürlich zeigen wir nur einen kleinen Ausschnitt von Berlin. Wir sind selber nicht ganz zufrieden mit dem was wir bieten – aber dahinter stehen eben Menschen mit unterschiedlichen Zeitressourcen, verschiedenen Hintergründen und subjektiven Blicken auf die Stadt. Bei uns ist deshalb jede/r willkommen, um unseren Content bunter, weniger piefig zu machen.

    Den “Glamour” unserer Stadt fangen wir in der Tat zu wenig ein – so oder so :)

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  4. creezy (Gast)

    @sabbeljan
    Was heißt wir sind nicht zufrieden mit dem was wir bieten? wir sind eben leute, die neben dem bloggen studieren, arbeiten, andere dinge tun müssen, eigene blogs haben, an projekten arbeiten – ich meine wir haben auch nur unsere grenzen!

    @lucky
    bitte nicht vergessen: wir werden nicht für’s bloggen – auch nicht auf dem hsb bezahlt. ich glaube, das vergessen unsere leser manchmal. so einen anspruch zu fahren ist also ein schwieriges unterfangen, dem wir nichts entgegenhalten können.

    es gibt/gab ja z. b. ansätze den «glamour» der stadt einzufangen – da sind dann die reaktionen der wenigen kommentatoren so, dass einem der spaß vergeht. wenn hier nicht über die berlinale gebloggt wird, dann liegt das mit daran, dass wir eben kein presse-akkreditierung bekommen würden, nicht jeder von uns das geld hat, sich filme anzugucken oder die zeit hat, sich die beine in den bauch zu stehen, um ein paar fotos zu machen. (damit ich dann hinterher wieder lesen muss, herbert grönemeyer sei kacke und solche kommentare rausfiltern muss).

    Lucky, deine kritik ist sicherlich an vielen stellen gut, gerechtfertigt. wir haben z. B. auch ein autorenproblem. Wer für’s hsb schreibt, muss sich eine unglaublich dicke haut zulegen, weil unsere kommentatoren streckenweise wirklich nicht wissen, wo die grenze ist. da bleibt mancher jung-autor nach dem zweiten post nur noch sprachlos und gefrustet zurück. oder aber sie es schon geil finden auf der autorenliste zu stehen aber monatelang keine artikel posten.

    komischerweise bewerben sich aber auch im gegenzug nicht soooo viele, die mit aktiv sein möchten. (von ein paar für sich werbung treibende abgesehen.)

    bewirb dich bitte bei uns, mache es besser! sei aktiv dabei. besetze die felder, von denen du meinst, sie seien unterrepräsentiert!

    immer gerne! fühl Dich willkommen! frage nicht, was das hsb für dich tun kann, frage, was du für die stadt und somit das hsb tun kannst! ,-)

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  5. glamourdick

    REPLY:
    @creezy
    vorneweg: dies ist keine bemühung wieder auf eure blogroll zu kommen.

    aber insbesondere wenn du argumentierst, dass ihr viel zu wenig zeit habt, es desweiteren anderen bloggern kaum zumutbar ist sich den brutalen kommentatoren zu stellen und vor allem dass ihr zu wenige seid, um ein breiteres spektrum abzudecken, dann war es vielleicht nicht unpfiffig eine umfangreiche blogroll auf der seite zu haben, um eben jenen aspekten der hauptstadt tribut zu zollen, für die ihr zu unterbesetzt und/ oder zu ängstlich seid.

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  6. r|ob (Gast)

    Ich denke, es liegt u.a. auch am fehlenden Mut, einfach einmal kantiger zu berichten und dann bitteschön auch unbequeme Kommentare zu kassieren – ich nehme mich da nicht aus, viel zu viel zu überlegen, ob meine Idee nun gerade passt. In Wirklichkeit werden wir jedoch geradezu aufgerufen, spitzer zu werden. Ich zu mindestens will versuchen, spitzer und kontroverser zu schreiben – gib uns Autoren noch ein wenig Zeit, nicht nur die äußere , sondern auch teilweise die innere Verwandlung zu vollziehen.

    Zudem sollten die verschiedenen Autoren öfter schreiben, damit nicht nur die “fleißigsten” die Richtung vorgeben. ich nehme mich da nicht aus, obwohl es mir aus lokalen und zeitlichen Gründen schwerer fällt, öfter zu berichten.

    Dank für die Kritik (und nun schmeißt ihn aus der Blogroll…..nein, nur Spass!) ;)

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  7. suertera (Gast)

    REPLY:
    @glamourdick
    Mann, Mann, Mann, das ist aber doch peinlich aggressives fishing-for-blogroll hier. ooch nich sehr glamuröös.

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  8. luckystrike

    REPLY:
    Liebe Caliente, ich hab da gar nix gegen, geduzt zu werden hier, chacun a son gout, es ist nur so meine Macke, o gut wie alle hier zu siezen, auch die besten und ältesten Freunde sogar. Manche finden das sogar ausgesprochen spießig, aber, nu, irgendwo muß ich das ja auch ausleben. Nicht?

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  9. luckystrike

    REPLY:
    Lieber Sabbeljan,
    es geht ja auch gar nicht drum, ganz Berlin zu vertreten. Dazu gibt es ja, wie auch schon Glam weiter unten schreibt, eine Blogroll. Und früher gab es auch mal die schöne Funktion, fremde Beiträge bei euch zu verlinken, die sicher nicht immer die Meinung der Redaktion vertreten haben, aber beachtenswert waren.
    Die beiden Mittel wären doch schon mal ein ganz einfaches Mittel, mehr Vielfalt einzubringen, denn wenn Berlin eins ist, dann ist es Vielfalt.

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  10. luckystrike

    REPLY:
    Liebe Creezy,
    also erstmal finde ich es nicht gut, wie Du dem armen Sabbeljan über den Mund fährst, er hat doch wohl das Recht auf seine eigene Meinung? (Sag ich jetzt mal so als Hausherr hier.)

    Und das Argument von wegen Arbeit, zuwenig Zeit und so weiter, mag ich nicht gelten lassen – wenn ihr euch Hauptstadtblog nennt, dann erhebt ihr damit einen Anspruch, die Hauptstadt blogmäßig zu vertreten. Da kann man sich dann nicht durch Jammern aus der Affäre ziehen. Es gibt ja auch andere Mittel, wie ich oben schon in meiner Antwort zu Sabbeljan einige genannt habe. Und wenn man schon eine Presseschau betreibt, warum sucht man dann nur die uninteressantesten Artikel raus? Ich meine, man muß sich keine Berlinalekarte kaufen, um auf Artikel hinzuweisen, die ein wenig interessanter sind, als solche, in denen in Pankow ein Baum umfällt, oder ein Bezirkspolitiker einen Furz quer sitzen hat.

    Und wenn man sich vor kontroversen oder meinetwegen auch unflätigen Kommentaren fürchtet, und deswegen auf Aspekte und Artikel verzichtet, die einem eigentlich wichtig oder erzählenswert wären, dann zensiert man sich ja schon selber, dann hat man doch eigentlich schon aufgegeben, oder?

    Selbst der Spiegel schafft es, darzustellen, daß ein Artikel die Ansicht des Autors wiedergibt, und nicht notwendigerweise die der Redaktion.

    Vielen Dank auch für die Einladung, mich als Autor zu bewerben, ich führe schon diesen Blog und noch anderthalb (von dem ganzen weiß aber noch keiner, von dem halben nur ganz wenige), damit bin ich schon komplett ausgelastet. Und ich schreibe lieber frei von der Leber weg, als mich mit einem Plenum auseinanderzusetzen. Ihr könnt aber wie immer gerne den ein oder anderen Artikel verlinken oder zitieren oder auch ganz einstellen, wenn ihr mal einen wiedergebenswert findet.

    Und ich lese euch grundsätzlich gerne und möchte nur, daß das so bleibt oder wieder mehr Spaß macht.

    Antworten
  11. sabbeljan

    REPLY:
    hallo lucky, da hast du recht, aber die funktion erschien uns nicht so funktional, zumal viele nutzer die gar nicht verstanden haben. aber wir versuchen ja auch immer wieder gute beiträge aus anderen blogs einzubinden. das die blogroll von ehemals 50 runter reduziert wurde finde ich nach wie vor gut und richtig, denn es gibt einfach zuviele gute blogs als das man auch nur den hauch einer chance hätte hier eine vollständigkeit zu erzielen.

    und nochmal: wir haben gar keine redaktion im eigentlichen sinne. jede/r autor/in schreibt auf eigenen antrieb und eigene verantwortung. niemand zensiert das vorher. wir treffen uns im realen leben höchstens einmal im monat.

    Antworten
  12. luckystrike

    REPLY:
    Der Herr Rob hat ja nicht nur schöne Beine, sondern auch noch Sinn und Verstand! (Letzteres wußte ich ja schön längst, Scherz!)
    Und du hast recht, es muß nicht ‘passen’, in Berlin paßt nix zueinander. Das ist ja gerade!
    Sind ja hier nicht in München.

    Antworten
  13. sabbeljan

    REPLY:
    hey lucky, nett dass du mich “verteidigst”, aber ist nicht nötig, denn mit frau creezy habe ich keine sorgen, im gegenteil, ich freue mich jeden tag mit ihr in einem “team” zu arbeiten. bloggen lebt eben auch von widerspruch.

    was ich ein wenig schade finde, ist das hier so ein merkwürdiger “anspruchston” durch kommt, denn wir sind kein angebot, für das irgendwer geld bezahlen muss. wir verdienen damit auch nichts. also gilt nach wie vor: niemand muss das lesen. (auch wenn es schön ist, dass das HSB gelesen wird)

    und wie du selber schreibst, hast du mit deinen 1,5 blogs genug zu tun. frau creezy schreibt neben dem HSB auch noch in mindestens 2 weiteren. also, es ist nicht schlecht den ball flach zu halten.

    im übrigen, ob ihrs glaubt oder nicht, wenn wir “frei von der leber wegschreiben” (was wir immer noch häfig tun, wenn es vielleicht auch nicht immer die themen sind, die dich interessieren), dann kommen wieder andere leser und sagen, wir sollen mal “ausgewogen” und “seriös” bleiben. wir können und wollen es niemandem recht machen, sondern tun das was uns gefällt. also, du darfst gerne frei von der leber weg schreiben, wenn du autor im HSB wärst (wie ich oben schon geschrieben habe: es gibt keine redaktion, kein redaktionsstatut oder sowas, jeder schreibt was er denkt)

    Antworten
  14. luckystrike

    REPLY:
    Ich verstehe aber so eine freiwillige Selbstbeschränkung nicht, warum nicht lieber 20 Blogs zuviel verlinken? Wenn sie interessant sind? Oder irgendjemand interessieren könnten? Das ist doch das Spannende an so einer Sammlung von Links?

    Das erstaunt mich jetzt allerdings, daß ihr keine solche Redaktion habt. Irgendwie hatte sich mir ein anderer Eindruck aufgedrängt.

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  15. luckystrike

    REPLY:
    Lieber Glam,
    ich hab das nicht wegen der Blogroll geschrieben, weißt du ja auch. Es war lediglich eins der Beispiele, die, denke ich, meine Argumentation plausibel machten.

    Und an Superanonym: Schade, wie peinlich, der Kommentar. Dabei hat Glam eigentlich einen sehr guten Punkt argumentiert.

    Und außerdem habe ich diesen Artikel sowieso nur geschrieben, um in die Hot Stories von Twoday.net zu kommen, das bringt nämlich ganz doll geil viel Traffic.

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  16. luckystrike

    REPLY:
    Lieber Sabbeljan,
    es sind 2,5, aber das ist auch nicht wichtig. Und es geht auch nicht um oder gegen Frau Creezy. Ganz und gar nicht.
    ‘Anspruchston’ oder ‘Anspruchshaltung’ sind dagegen jetzt wirklich interessante Stichwörter. Ich wollte hier eigentlich (auf meine Art) eine – hoffentlich im Großen und Ganzen – konstruktive Kritik ausüben, die du ja auch so verstanden hast. Aber es stimmt, da hast du recht, ich merke es, wo du es sagst, ja, ich erhebe einen Anspruch. Wahrscheinlich liegt das am Titel Hauptstadtblog, der erhebt nämlich ebenfalls einen solchen. Für mich jedenfalls. Habe grade auch so einen Netbutton gesehen, wo draufsteht: “Hauptstadtblog – die bloggen Berlin!” Also der Anspruch IST selbstformuliert.
    Ob da jemand Geld mit verdient oder nicht, ist in dem Zusammenhang nicht wirklich relevant, oder? Von mir aus könntet ihr auch gerne Geld damit verdienen.
    Was ich allerdings zugeben muß, ist das Dilemma, daß zum Beispiel ich gerne ‘unseriösere’ und subjektivere Artikel bei euch lesen würde, während andere andere nach Ausgewogenheit schreien. Das ist in der Tat schwer aufzulösen.
    Bloggen steht doch – meiner Meinung nach, und da würden all die Metablogger mich jetzt entweder küssen oder kreuzigen – für die Freiheit, zu schreiben was man will. Ich kann so lange ‘Blau ist Grün’ schreiben, bis ich schwarz werde. In meinem Blog, wo ich die Meinungshoheit habe.
    Allerdings sehen sich andere Blogger in journalistischer Verantwortung, was für die dann auch wieder gerechtfertigt ist.
    Als ‘Hauptstadtblog’, das muß ich zugeben, sitzt man wahrscheinlich irgendwo dazwischen mit den Erwartungshaltungen und den eigenen Ansprüchen.
    Vielleicht ließe sich das durch Kennzeichnung in Rubriken lösen, a la ‘Glosse’ oder so. Aber schwierig, muß ich wirklich zugeben.

    Antworten
  17. creezy (Gast)

    REPLY:
    Was ich allerdings zugeben muß, ist das Dilemma, daß zum Beispiel ich gerne ‘unseriösere’ und subjektivere Artikel bei euch lesen würde, während andere andere nach Ausgewogenheit schreien.

    Ja siehst Du Lucky und genau dafür brauchen wir auch mehr Rückwind von unseren Lesern. Von Leute wie Du, die dann bei uns im richtigen Moment auch mal mehr kommentieren könnten. Alle, die mir bisher erzählt haben, sie wünschen sich vom hsb mehr Provokation, mehr Subjektivität, mehr Underground lesen uns üblicherweise im Feed und geben kein Feedback. Wir haben viele, verdammt viele Leser. Wir haben vielleicht, wenn’s überhaupt hochkommt, 20 regelmäßige Kommentatoren, die da zum Teil ihr sehr eigenes Ding fahren. Und die leider mit z. B. Deinen Wünschen überhaupt nicht klar kommen und dementsprechend über uns Autoren dann die Eimer mit ihrer einteiligen Schelte auskippen.

    Ich meine, leider warst selbst Du nicht in der Lage Deine Kritik dort anzubringen, wo sie am richtigen Ort gewesen wäre: bei uns im hsb in den Kommentaren.

    Nun blogge ich aber nicht im hsb, um mich selber zu produzieren (dafür habe ich meine eigenen Blogs). Für mich ist es in der Blogsphäre auch ein Geben und Nehmen und dann erwarte ich auch in den dementsprechenden Posts von den Leuten, die danach rufen – bleiben wir mal z. B. bei Subjektivität – Feedback. Deswegen blogge ich beispielsweise: Austausch, Kommunikation. (Da hat jeder hsb-autor sicher eine andere Motivation.)

    Wenn ich aber lernen muss, dass ich – wenn ich subjektiv/provkant über die Stadt blogge – von so manchem Helden auf eine ziemliche niedrige Art in die Ecke gestellt werde, dann mache ich das einmal und gut ist. Das ist mir auf Dauer zu blöd. Würde ich hingegen öfter in den Kommentaren dann auch mal zur Kenntnis nehmen, da sind noch andere, die die Dinge ähnlich sehen, ihre Meinung vertreten (ohne uns Autoren anzugreifen nur weil wir uns mal sinngemäß nackig gemacht haben), wäre das ein viel entspannteres Bloggen, dann bekämen die ahnungslosen Nörgler nämlich automatisch viel weniger Priorität. Weil dort dann zusätzlich Feedback wäre mit dem man gleich mehr Spaß am Bloggen hat, weil’s konstruktiv ist, Kreativität erzeugt. Aber hsb-Leser, die’s nur im Feed lesen, sich sonst – was dieses Blog angeht – die vielbeschriebenen Eier schaukeln, dann aber nölen und Kritik üben. Was soll ich mit denen anfangen? Mal ernsthaft? Gerne für sie schreiben?

    Das ist jetzt kein Angriff, es soll nur mal ein Auge dafür wecken inwieweit unsere Leser indem sie nur konsumieren bei uns, gerade das hsb mit ihrer Inaktivität mitgestalten. Zu ihren eigenen Ungunsten.

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  18. luckystrike

    REPLY:
    Liebe Creezy,
    da fühle ich mich komplett nicht angesprochen. Ich lese den HSB oft mehrmals täglich, weil ja oft auch mehrmals täglich neue Artikel eingestellt werden.
    Und ich besuche den HSB zu Fuß, also nicht per Feedreader, und kommentieren tue ich immer dann, wenn mir etwas einfällt zu einem Artikel. Wie z.B. grade eben.
    Und es stimmt, ihr habt einige wirklich widerliche Kommentatoren, bei den meisten von denen sehe ich allerdings keinen Sinn, sich auf eine Diskussion einzulassen, da hilft nur Ignorieren, finde ich.

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  19. bonafide (Gast)

    find ick jut und konstruktiv.

    insgesamt finde ich das profil des hsb und der autoren ziemlich unscharf und der grund für den anhaltenden leseransturm hat sich mir bisher nicht erschlossen. nach meinem empfinden kann der hsb also durchaus individuellere/ originellere beiträge vertragen. nur mut.

    btw: ich mochte die ausführliche hsb-blogroll – hielt sie doch einige perlen parat.

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