… ist auch mal so ein Wort, das man dringend abschaffen müßte, die 60er sind doch schon länger vorbei, und es wird doch höchstens noch für Tatort gebraucht, oder für Berichterstattung über das Privatleben ungeouteter C-Prominenz. Es riecht geradezu nach Mosshammer und Sedlmayer.
Oder man müßte es renovieren. Fällt Ihnen da was ein?
faellt mir so eine “Milieuisierung” besonders schwer, ich hab naemlich gestern ein Buch gelesen und -mal wieder- festgestellt, dass man auch dabei verkrampfen kann, auf Gedeih und Verderb Unterschiede zu suchen.
Ich koennte jetzt endlos faseln, aber das erspar ich Ihnen, ich bin heute unsortiert.
schwierige sache. in erster linie (ohne die ehemals strafrechtliche konotation) ist es die beschreibung einer geschlossenen gesellschaft mit eigenen regeln und einer eigen (sub-)kultur.
das wort millieu macht es so negativ. das klingt nach luden, halbkriminalität, gewalt und der verbindung von sex und geld. das ist halbwelt. nicht anerkannt, tabuisiert, verfemt und nach eigenen gesetzen lebend. und diese halbwelt, die in diesem wortsinn eher eine heterosexuelle ist, existiert fast nur noch als legende. seit sexverbote weg sind, ist hat sie keine berechtigung mehr.
das ist wie mit den afroamerikanern. ignoriert man ihre eigenheit, ignoriert man ihre kultur. findet man blumig-politisch-korrekte umschreibungen “menschen mit dem vorzug anderer hautfarbe”, wird es schnell albern. und so nennen sie sich gegenseitig mit fettem grinsen nigga. und ich als außenstehende mach den eiertanz, weil ich nicht weiß, welches wort gerade jetzt in welcher runde angebracht ist…
Renovieren ist immer gut, Sprache soll lebendig sein. Aber wie Kitty schrieb, ist eine neutrale Bezeichnung jenseits politischer Korrektheit schwer zu finden. Man gerät so leicht auf die positivistische Ebene des Texterdaseins mit der Standardfloskel ‘Schwulen-Szene’ oder gar der denglischen ‘Gay-Family’.
ach milljöh! klingt viel schöner als der so unzutreffende begriff “community”.
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auch sagen wollen, wenn mir die Worte in der Reihenfolge eingefallen waeren 🙂
Unsortiert, ich sachs ja.
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hihi
was so ein buch doch alles anstellen kann ;-9
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political correctness finde ich ja eh extrem unkorrekt…
es hat ja irgendwie eine sexyness, man (also icke) stellt sich luden vor mit motörhead-lenny-gedächtnis-schnäuzern, eine gewisse fassbinder-schmuddeligkeit, drogen und enge hosen, und schmutzige sexszenen aufm klo. Butt-magazine und so.
man müßte es nur den öffentlich-rechtlichen krimidrehbuchschreibern und der springer- und privatfernsehen-berichterstattung aus den klauen reißen.
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igitt, gay gayt ja gar nicht, hamse recht.
bei schwul hat das finde ich gut funktioniert, vom schimpfwort zur identitätsbeschreibung (und abgrenzung zu gay).
ich finde, man müßte sich das homosexuellenmilieu zurückerobern!
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gay community oder gay family – ürgs. das ist gelogen! so wie multikulti-gesellschaft und so’n scheiß.
das war sein milljöh, hat schon zille jedichtet.
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und Sie wissen sogar, welches es war und wissen es nur nicht 🙂
Urninge im Milljöh
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genau. urninge oder – positiv formuliert – uranier. mein opa hatte ein paar bände des jahrbuchs für sexuelle zwischenstufen bei sich gehortet. erstausgaben. kamen aus der kaiser-wilhelm-bibliothek und waren bei oma im wäscheschrank vergraben.
http://www.towleroad.com/2007/08/one-gay-man-ass.html
A man sentenced to jail in England for punching another who constantly pressured him to become involved in the “gay community”.
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Das war schon spannend damals – wußtet ihr, daß man in Berlin in den 10er-Jahren des letzten Jahrhunderts einen Passierschein für Transvestiten bekommen konnte, für die Leute, die das öfter gemacht haben, damit man nicht dauernd aufs Polizeirevier geschleppt wurde? Muß man sich mal vorstellen, vor 100 Jahren!
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that could’ve been me 😉
nicht renovieren, rehabilitieren: “heissa, ich mach’ mich hübsch und geh’ ins milieu!” klingt doch besser als “bin später in der busche.”
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ich fand ja “sub” früher ganz aufregend oder “szene”. da ist man hingegangen, um unter sich und doch ganz selbst zu sein. (DAS klingt 80er, wa!) aber das gibts in der metrosexualisierten welt ja nimmer. hat ja auch jegliche funktion verloren, unser sexghetto, wir machen ja nun ganz offen vor der siegessäule im gras untenrum rum. millieu braucht da keiner mehr.
vielleicht fragen wir einfach olaf alp , ob er das millieu auch noch verkommerzialisieren möchte und bluworld nennt. isch kotze.
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@rakete: mieux, mieux, isch gäh ins milieu! det jefällt mir!
@pheerce: ja naja, ‘sub’ gibts wohl eher nur noch wenig, und ‘szene’, das ist definitiv 80er (nix dagegen, aber karottenhosen…)
vielleicht kann man sich ‘milieu’ schützen lassen, damit das nicht auch noch verbiggy-van-blondiert und ge-ades-zabelt wird?
Prinzipiell geht’s ja mal um Liebe. Hoffentlich erwiderte Liebe. Ich persönlich finde nicht, da noch weiter differenzieren zu müssen. Zu hoffen bleibt, dass die Zuneigung beidseitig ist. Alles andere ist Murks. Aber das auch egal in welchem Milljöh.
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seufz…
wens mal so einfach wäre!
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ja, aber die menschen, die das wort ‘homosexuellenmilieu’ benutzen, denken dabei sicher weniger an liebe, da hat kitty schon recht….
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Dass es nicht so einfach ist, da habt Ihr völlig Recht, und da liegt womöglich der blöde Hase im Pfeffer. Die Frage ist ja, wie man ihn da wieder rauskriegt. Und da habe ich auch keine Ahnung. Ich selber verliebe mich ausschließlich in Frauen. Mein bester Freund liebt Männer. Meine beste Freundin auch. Manche meiner Freunde sind glücklich verliebt, andere nicht. Ich persönlich mache hier keinen Unterschied. Auch wenn ich selbst seltsam fände, verliebte sich ein Mann in mich, aber nur, weil ich selbst es nicht nachfühlen kann. Wie soll das Kind indes heißen, das hoffentlich bald nicht mehr so gebrandmarkt wird? Und wie schafft man vielleicht auch, denen, die gleichgeschlechtliche Liebe (auch so ne doofe Floskel) verhöhnen, verpönen und verabscheuen und die vielleicht auch Angst davor haben, ihre Angst zu nehmen? Ich fürchte, kaum. Denn die Angst erwächst aus Leerstellen im sozialen Kontakt- und Wissensgefüge, die sie mit einfachen Wahrheiten verputzen und bebauen. Und die zumeist schwarz gestrichen sind (manchmal auch weiß, seltenst in Schattierungen dazwischen). Das Blöde und Verfahrene daran ist, dass sie sich ihrer ahnungsfreien Sache ja trotzdem sicher sind und insofern gar nicht erst von ihrer starren Überzeugung abgebracht werden wollen. Aber nun. Ich schweife aus. Stop. Fazit: Ole hat keine Ahnung. Zumindest nicht, was man tun könnte. 🙂
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“und doch ganz selbst zu sein” – milva, ick hör dir trapsen!
kommerzialisieren und schützen geht am besten gekoppelt: einfach eine kleine bar namens milieu eröffnen. und prompt ist der verbiggyzabelung einhalt geboten…
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milljö in your pants.
naja, solange einen die eltern nicht geistig unter “aktion sorgenkind” [meine top 1 stigmatisierung aller zeiten] einordnen geht’s ja noch.
an meiner uni gab es – insbesondere an unsere fakultät – einen recht hohen homo anteil, inklusive “schwulen referat” [auch der hammer, oder?!] mit eigenen räumlichkeiten. bei unseren feten hatte “das referat” immer die coctailbar in san francisco reinkultur unter sich. großes kino, große coctails. wir waren die heten, und sie die schwuletten. fanden alle okay, ist aber wohl nix für die breite masse …
wie wär’s also mit ‘nem code: “kölner bereich”
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‘Aktion Sorgenkind’ – das rüttelt an einer verschütteten Erinnerung. kann es sein, daß ich als Kind ein T-shirt dieser Aktion besaß und trug? Oder ist das nur ein gespeichertes emotionales Bild der Stigmatisierung?
Und Köln, ja, Köln, das ist ein Sonderfall. Den kann nicht jeder. Auch nicht aushalten. Kölsch und schwul ist eine Höllenkombi…
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your own personal milljöh. in your pants.
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madame sprechen in rätseln. also entweder sie liest auch grade harry potter, oder sie hat oder ich habe es neulich empfohlen?