Five Fathoms Deep

Auf dem Weg zur Arbeit, an der großen Kreuzung unter der Hochbahn, war mal so ein kleines elysisches Arrangement, ein kleines Stück Romantik mit Baum, Strauch und einer Wiese voller Krokusse, Osterglocken, Schneeglöckchen und so weiter – ein kleines Pastoral unter der Gotham-Konstruktion der Stahlpfeiler der U-Bahn.
Letztes Jahr war da eine große Baustelle, und jetzt ist da nur noch ein großer Haufen Schlamm und Beton.
Jedesmal, wenn jetzt ich an der Ampel stehe, muß ich an die armen kleinen Blumenzwiebeln denken, die jetzt vielleicht zehn Meter unter der Erde sich strecken und recken, weil es an der Zeit ist, und ihre Blüten und Blätter gen Sonne schicken wollen, allein, es reicht nicht und nutzt nicht, und vielleicht wissen sie nicht mal mehr wo oben und unten ist.

Das schneidet mir tatsächlich physisch die Luft ab, sogar jetzt, wo ich es schreibe.

8 Gedanken zu „Five Fathoms Deep

  1. Llama (Gast)

    Die sind sicher weggebaggert worden und sprießen jetzt irgendwo friedlich auf einem Erdhaufen außerhalb! (Oder sie wachsen grad nach unten, und verwechseln die Sonne irgendwann mit dem glühenden Erdkern.)

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  2. Polaris (Gast)

    Genau. Die wurden alle umgetopft und haben nun ein schönes Leben abseits von Straßenlärm und Abgasen!
    Alles wunderbar, Herr Lucky!

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