Ich reg mich auf

Es ist mal wieder der übliche Ritus, der Journaille dabei zuzuschauen, wie sie den nächsten Gaul zum Abschuß frei schreiben, sei es die GroKo oder diesen seltsamen Bischof mit den seltsamen Doppelnamen. Artikel um Artikel beißt sich in Waden, Hände und Füße, in der Hoffnung, daß das Opfer irgendwann zu Boden geht, ob berechtigt oder unberechtigt, ist nicht die Frage.
So weit so gut oder schlecht, schlimm ist es wenn dabei der Sinn fürs wirklich Wichtige abhanden kommt:

Fall Edathy:
Hier konzentriert sich die Gesamtjournaille darauf, die GroKo kaputt zu schreiben – das können sie von mir aus auch tun.
Was aber wirklich schlimm ist, daß diskutiert wird, daß der ansonsten wohl sehr verdiente Mann sich legale Kinderpornographie bestellt hat.
Legale Kinderpornographie ist wohl welche, die nackte Kinder zeigt, die sich aber nicht an ihren Geschlechtsteilen herumspielen oder herumspielen lassen (müssen). Gehandelt von Anbietern, die ansonsten auch Hardcore-Angebote haben, wohl anzunehmen mit den selben Kindern, nur in anderen Situationen, Kindern die oft zu solchen Zwecken gefangen gehalten und mißbraucht werden.
Ich finde es abartig und erschreckend, daß nun diskutiert wird, daß solche  Aufnahmen “legal” sein und der Minister “unschuldig” sollen – was hatte der Herr Edathy denn damit vor? Es handelt sich ja nicht um einen Blumen- oder Möbelkatalog und er wollte sie sicher nicht Rahmen und auf den Kamin stellen.
Wer sich Bilder von nackten Kindern bestellt, fördert und unterstützt zum einen den Mißbruch von Kindern und mißbraucht sie letzten Endes selber.
Der einzige Beitrag, der diesen Aspekt bespiegelt, ist bisher der von Barbara John im Tagesspiegel.

Bischof Tebartz-van Elst
schreiben sie ja nun schon seit längerem kaputt, vom mir aus. Nun stellt sich heraus, daß er Gelder aus einer Stiftung veruntreut hat, um seinen Mega-Bau zu finanzieren und Geldflüsse zu vertuschen, auch nicht überraschend.
Es handelt sich um Gelder der St.-Georgs-Stiftung, die 1949 mit Spenden katholischer Arbeitnehmer gegründet wurde, um kinderreichen Familien zu helfen; die Stiftung sei heute nicht mehr aktiv, schreibt die Süddeutsche.
Moment!? Es liegt da irgendwo in der katholischen Kirche eine nicht mehr aktive Stiftung herum (wahrscheinlich nicht nur die eine?), die aus Spenden gegründet, aber nicht fortgeführt wurde, aus der sich anscheind “vergessene” Millionen veruntreuen lassen?
DAS ist doch der wahre Skandal, nicht der um einen verblendeten Kirchenmann. DAS hat doch System – wem gehören die Millionen, die aus den nicht genutzten Spenden geworden sind, wo gehören sie hin, sicher doch nicht auf so ein Bistumskonto?
Das ist doch das selbe, wie diese windigen Fußgängerzonen-Spendensammlungen? Oder?

Also, 2014,

so geht das nicht. Ich hatte dir Vertrauensvorschuß gegeben, und mich auf dich gefreut. Und was hab ich davon? 3 Wochen grippale Erkältung daß gar nix mehr geht, und dann, endich wieder gesund und beim psychohygienisch notwendigen Sport, verknackse ich mir gleich beim zweiten Mal den Fuß. Erst Krücken (Slapstick inklusive), jetzt so ne Strapsschiene. Und mindestesn 4 Wochen kein Badminton.

Auf Arbeit der gleiche Nervterror, übergangslos, keine paar Tage Verschnaufen uns Zu-Sich-Kommen wie sonst. Ich bin echt durch und durcheinander. Nicht mal zu dem 25jährigen Italiener konnte ich mich durchringen.

Und ja, fuckit, ich habe meine verschissenen Glücksklee gegossen, er krepelt trotzdem, genau wie ich:

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Arschloch!

Hach

So als Momentaufnahme, als kleine Schneekugel für düsterere Tage.
Der perfekte Mittag, ich habe doch vor 14 Jahren alles richtig gemacht, als ich diese Wohnung ausgesucht habe. Genau der richtige Winkel zur Sonne, die jetzt über die verschneite Terrasse (der Winterjasmin blüht noch, die Männertreus hat es jetzt doch leider leider dahingerafft, ansonsten: Shnamistofloppn! Diamond Pavlova! Go ask Kate Bush) mir auf die Wampe scheint, und zwar seit heute in der genau richtigen Höhe, daß sie mir die Wampe wärmt aber nicht mehr blendet. Heizung überall voll aufgedreht, so daß ich gerade wegen der Sonne in Shorts und T-Shirt wechseln mußte. Die gleißende Sonne bringt herrlich meine vielen bunten Farben zum Strahlen – apfelgrün, orange, sonnengelb, und darüber himmelblau.

So langsam lichtet sich auch der Rest. Es waren harte Monate, viel zu viel Arbeit, die Feiertage haben mir den Rest gegeben, ich war außer und nicht bei mir, alles schwer und bedrohlich und erschütternd erschöpfend, Zuversicht verloren. (Entschuldigung an alle, auf deren nette Weihnachts- und Neujahrswünsche nicht reagiert habe – bitte nicht böse sein, mir war nicht so.) So langsam lichtet sich auch dieser grippale Zustand, der seit Wochen anhält, in eine einfachere Erkältung, Kreislauf ok, Zustand stabil, nur noch Rotz und Wasser. War eben doch gut, mal 2 Tage zuhause zu bleiben, bei mir, zu mir.

Freitagabend nach einer harten Woche ist immer das Herrlichste, denn meine ukrainische Perle hat gewirbelt, alles duftet frisch und sauber und unverkrümelt. Gestern noch die Kante gegeben und den Wocheneinkauf auf dem letzten Zahnfleisch erledigt, was gestern abend Familienportion Bratkartoffeln mit Schinkenspeck und Ei und gleich ein dickes fettes lecker Frühstück bedeutet (Räuchermakrele, Roastbeef, Appenzeller, Stinkecamembert, Äpfel, Blutorange.) Den Wein gestern sogar im Schnee auf der Terrasse gekühlt, das ging schneller. Heute abend Filetsteak.

Und jetzt: ein Leben im Liegen, genüßlich und ohne irgendeine Aufgabe. Und dann endlich wieder gutsortiert in die neue Woche. Jehtoch. Welcome 2014, ich wär dann jetzt so weit.

Hinterher ist immer billiger

Tscha, lieber Herr Westerwelle, lieber Herr Hitzlsperger, hinterher ne dicke Lippe riskieren, das gibt viel Aufsehen, und kostet doch nicht viel. Nicht, daß wir uns falsch verstehen, jede Äußerung in dieser Richtung ist eine gute, und selbstverständlich sollte es jedermann/frau/whoevers private Entscheidung sein, wieviel man von seinem Privatleben oder seiner Meinung öffentlich preisgibt, angesichts der Probleme, die man damit unweigerlich in Kauf nimmt.

Herr W., ich hoffe, Sie haben der Kanzlerin auch persönlich beim privaten Abendessen gesagt, daß sie ihre Haltung zur völligen Gleichstellung homosexueller Lebenspartnerschaften  persönlich und politisch inakzeptabel und gesetzeswidrig finden, und Herr H., ich hoffe Sie haben ihrerzeit in der Umkleidekabine nicht bei den dort vermutlich üblichen homophoben Ritualen und Sprüchen mitgemacht. So viel persönliche Integrität würde ich ihnen zutrauen, ich hoffe das Vertrauen ist gerechtfertigt. Schnell ist man doch in der Position, in der Mannschaftsdusche selbst als Außenminister mit kaltem Kanzlerinnenstrahl erwischt zu werden, oder beim Dinner mit Präsidentengattin in Dubai nach Buttplugs gefragt zu werden (oder umgekehrt, das ist mir gerade egal, ich bin im Rant).

Ich als schwuler Unternehmer arbeite zwar in der homofreundlichen Kulturbranche, aber auch dort ist die Kruste zu den Konzernen hin sehr dünn, und wenn man dann auf einer Messe in einer der gruppen- und kontaktdynamisch sehr wichtigen Rauchpause die Kotze nicht mehr zurückhalten kann, weil man den möglichen Geschäftspartnern zuhören muß, wie sie mit ihren sexistischen Sprüchen über Messehostessen ihr klägliches Geschlecht und Gemächt meinen aufwerten zu müssen und können, und stattdessen auf irgendeinen stattlichen Mann zeigt, dann wird man ganz schnell, eigentlich ab sofort, nicht mehr zu den strategischen Abendveranstaltungen eingeladen. Das ist ein widriger Umstand, mit dem man dann umgehen muß, aber das muß jeder für sich selbst entscheiden, welchen Preis er oder sie für die persönliche Integrität und letzten Endes vielleicht für einen Beitrag zur Umerziehung eines grundsätzlich immer noch untragbaren Systems zahlen möchte.

Da lobe ich mir die Pragmatik des Ministerpräsidenten Kretschmann, der mit “Menschen akzeptieren, wie sie sind. Fertig. Aus. Amen.” einfach alles Relevante gessagt hat. Mehr muß nicht. (Merken Sie? Er hat akzeptieren gesagt, nicht bloß tolerieren!)

Aber wie wichtig und wie leider wenig selbstverständlich es ist, daß alles auf einen so einfachen Nenner komprimiert werden muß, wenn es um die Gestaltung und Bildung der nächsten Generation geht, das wiederum ist sehr traurig. Daß z.B. irgendein Glaubensverein immer noch meint, eine Doktrin aus dem vorletzen jahrtausend durchdrücken zu müssen, und dabei mit den verständlichen Ängsten der Menschen arbeitet (Selbstmord! Drogen! Psychische Intabilität!), ist unerträglich. Ja, Schwule, Lesben, Bisexuelle, Trans-Menschen und alle drei Trillionen anderer Andersartigkeiten sind mit Selbstmord, Drogen, und psychischen Problemen konnotiert, aber nicht aus sich heraus, sondern weil die grundsätzlich immer noch Andersartigkeit ausschließende diskriminierende Mehrheit mit ihren Moral- und Lebensvorstellungen Andersartige dorthin treibt. Mit 13 hat man noch nicht so viel Lebenserfahrung, um diesen Kräften mit einen kräftigen FUCK YOU entgegen zu treten.

Und hier greift dieser wunderschöne Song von John Grant (you gotta love him!), der beschreibt, wie dieser Schmerz, der einem von der Gesellschaft zugefügt wird, einen zu einem besseren und noch besondereren Menschen machen kann, so wie Diamanten eben durch immensen Druck aus bloßer Kohle entstehen. Das stimmt so auch, aber was ist, wenn man, wie so viele, den Schmerz und Druck nicht überlebt? Ich kenne einige unglaublich wundervolle Menschen, bei denen es nicht nur einmal sehr sehr knapp war.

Es wäre doch schön, in einer Welt zu leben, in der jeder Mensch, egal was seine Andersartigkeit ist (und geben Sie doch zu, Sie alle sind andersartig, oder?), einfach so glänzen und funkeln darf, für alle. Amen.

Bitte schauen Sie das Video an, zwei- oder dreimal mindestens. Es zeigt am Beispiel amerikanischer Kulturgeschichte, welchen Weg wir schon hinter uns haben. Und wieviel Weg noch vor uns liegt. But: What a way to go!

This pain –
It is a glacier moving through you
And carving out deep valleys
And creating spectacular landscapes
And nourishing the ground
With precious minerals and other stuff
So don’t you become paralyzed with fear
When things seem particularly rough

Blue Christmas

Ach, legen Sie sich doch gehackt mit, Lametta, Schnee und Christbaumkugeln, hier siehts so aus:

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Also, die Männertreu machen zu Weihnachten Überstunden, Off-Season-Arbeit, vielleicht schaffen sie es ja bis die Kroketten und Narzissen blühen? I love Erderwärmung!

Genau so weihnachtlich ist es mir ums Herz, nämlich gar nicht, und auch wenn es irgendwie eine romantische Idee ist, daß sich jetzt überall auf der Welt Menschen durch unwirtliche Landschaften aufmachen, um das Fest im Schoße der Familie, aus der sie gekrochen sind, zu verbringen, dann fühle ich mich da so gar nicht abgebildet. Trotzdem verbringe ich den heutigen Tag auf der Autobahn, weil mir nichts Besseres eingefallen ist, beziehungsweise keine angemessene Ausrede oder kein schlagkräftiger Alternativplan außer auf dem Sofa zu bleiben.

Oh well, this too shall pass. Aber machen Sie es sich doch wenigstens schön!

Glaube, Liebe, Hoffnung

Was soll das wohl für ein Tag werden, an dem man aufwacht, weil einem “Immer wieder geht die Sonne auf” von Udo Jürgens in Endlosschleife im Kopf dreht? Richtig, ein guter, glorioser Tag, gestern.

“… denn Dunkelheit für immer gibt es nicht
die gibt es nicht
die gibt es nicht!
Schön, wie er das so wiederholt, als ob er das einem uneinsichtigen Kind einbläuen will.

Irgendwann hatte ich angefangen, meine alten VHS zu digitalisieren, und gleichzeitig das Kiffen wieder entdeckt, nach Jahren freundlichen Desinteresses. Besonders psychoaktiv war da so eine lange Schlagernacht der 60er, in dem sich auch dieses Video befand (irgendwie bin ich zu blöd, hier Videos einzubinden, schauen Sie sich das ruhig mal an.)

Es war das frühe Farbfernsehen, und da mußte natürlich viel Farbe her, beachten Sie doch mal den roten Effekt, wie die Scheibe zwischen Sänger und Chor (der übrigens sehr gewagte Einsätze hat, finde ich) hin- und her fährt, und der Sänger einige Arbeit damit hat, das Mikrokabel immer rechtzeitig aus dem Weg zu räumen, damit die rote Trennscheibe nicht hängen bleibt.

Ich bin ja wahl- und von mir aus auch geschmacklos, ich nehme Inspiration da, wo ich sie kriegen kann, und das schamloser, als ich früher im Keller des F*cken3000 auf den Knien war, wenn ein gutgebauter junger Mann willens war.

Jedenfalls: Dunkelheit für immer gibt es nicht. Die gibt es nicht, die gibt es nicht. Lassense sich das mal ruhig im Hirn zergehen. Einfache Sätze zur rechten Zeit können Leben verändern – wie damals, als Cat Stevens für mich sang

“If you want to sing out,
sing out.
And if you want to be free
be free.
‘Cause there’s a million things to be.
You know that there are”

Das hatte noch nie jemand zu mir gesagt. Es eröffnete Welten.
Also, merkense sich: Dunkelheit für immer gibt es nicht. Die gibt es nicht.
Stimmt. Hat man nur nicht immer auf dem Schirm.

I know what (and who) I did last Thursday

Wahrscheinlich ist die Casino schuld, als sie neulich schrub, daß sie bei mir vor allem wegen des Liebeslebens liest und ich belustigt meinte, daß das ja dann wohl nicht so sehr ergiebig ist – der Fluch/Zauber hat wohl gewirkt, jedenfalls meldete sich der schon halb vergessene Wüstensohn mit einiger Dringlichkeit wieder, unter anderem wollte er Fotos haben, durchaus auch der explizierteren Art, für sein Sexanbahnungsprofil. Nun könnte man sagen, ach Lucky, wie blöd kann man denn sein, dem jetzt auch noch Fotos für die Partneranbahnung zu machen (und genau das habe ich auch getan) aber a) wars mir einigermaßen wurscht und b) immer noch besser als ein weiterer DVD-Abend (obwohl Homeland eine total tolle Serie ist!) und c) die Fotos hab ich ja dann auch und d) ach, schauen Sie doch selbst:

eyes

Expliziteres würde ich Ihnen natürlich nicht zumuten, aber sagen wir mal, Explizites führte zu Explizitem, und hinterher legte der junge Mann auch noch Wert auf Kuscheln und so weiter. Was soll man sonst noch von so einem hundsgewöhnlichen Donnerstagabend im Dezember wollen?
Ob ich ihn wiedersehe und wann – keine Ahnung, wahrscheinlich schon, auf seine Art ist er ja treu seit 2 Jahren –  man muß die Wüstensöhne nur eben auch ziehen lassen können. Dann kommen sie anscheinend auch immer mal wieder – bin ich eben eine Oase.

Aushalten lernen

Dieses Jahr gelernt: Aushalten.
Das hört sich jetzt so negativ an, ist es aber nicht: manche Umstände sind eben nicht so schnell zu lösen, auch wenn sie unerträglich und untragbar sind. Da braucht man Geduld und Demut, und wenn man es richtig macht, und nicht wie ich in früheren Jahren, läßt man sich derweil nicht davon den Rest des Lebens versauen. Platz einräumen, ja, aber nicht alles überlassen und fressen lassen davon. Hört sich einfach an, muß man aber auch erst mal schaffen.
Das spart immens Energien, die man dann woanders einsetzen kann, setzt aber auch Vertrauen voraus, Vertrauen, daß es schon gut werden wird, oder Vertrauen, daß, wenn es schief geht, dann eben auch nicht das Ende ist – und genau das Vertrauen hat mir früher immer gefehlt.

Re-Touche

Hach, ich könnte Stunden damit verbringen, zwischen dem Vorher- und dem Nachher-Foto hin- und her zu switchen – es war mal wieder nötig, neue Fotos für die Homepage zu machen, wie man weiß, immer ein sehr sehr sehr traumatisches Ereignis. Gottseidank hatte ich damals noch therapeutische Unterstützung!

Ich hab dem guten M. empfohlen, die Herr-der-Ringe-Extrem-CGI-Version von Photoshop zu besorgen, und ein bissel hat es gewirkt. Ich mein, das Ergebnis ist immer noch erschreckend, aber Sie haben das Vorher-Bild ja nicht gesehen. Klick-Klick, Tränensäcke weg, da, weg, klick-klick, Hals da, weg, da, weg. Hihi, Ein Kinn, hihi, 3 Kinne, klick, ein Kinn!
Kann nicht jemand sowas mal für Real Life entwickeln?