Nö, heute gibts hier nix Frisches, Aufgewärmtes ist ja manchmal auch lecker, auch wenn es in diesem Fall Last Season ist. Mein Last Year’s Kisses-Böppel freut mich nämlich manchmal sehr, wenn ich alte ‘Perlen wiederentdecke.
Seltsamerweise scheinen mich die Herren der blauen Welt just um diese Jahreszeit am interessantesten zu finden (Kunststück, muß ich ja jetzt nicht in Badehose rumlaufen), wie im letzten Jahr die sehr anregende Einladung zum Monopoly. Unnötig zu sagen, ist daraus nichts geworden, hatte betreffender Herr nicht den Arsch in der Hose, mich persönlich zu treffen, nicht zuletzt auch, weil er es wohl nicht geschafft hatte, wenigstens Jahrtausendaktuelle Bilder von sich einzustellen. Letzteres wäre mir ja wurscht gewesen, ich seh ja auch nicht mehr aus wie im letzten Jahrtausend. Aber bitte, wer nicht will, der hat schon und bist du zu stark, sind sie zu schwach.
Auch in dieser Adventszeit häufen sich die Anfragen, und mal sehen was aus dem ein oder anderen Date wird, was ich für 2007 schon mal angedacht habe.
Schließlich wird ja extra für mich zur Zeit in Italien ein Bett angefertigt, so haben es jedenfalls meine Möbeldealer mir ausgemalt, und ich habe mir vorgenommen, es nicht so verwahrlosen zu lassen wie das letzte.
Einer der Herren verfügt auch über alles an Bildern ins einem Userprofil, die so gar nicht gehen: Chaps-Pics, Katzenfotos, Gattenfotos, und ein Sling ist auch dabei. Worbüber ich sehr lachen mußte, was den Herrn etwas irritiert hat. Aber zumindest ein Sling kann ja sehr kommod sein. What the heck!
Note to self: Flaunt it while you still got it
P.S.: Zweifelhafte Ehre: Dies bescheidene Blog erscheint unter den ersten 10 Ergebnissen, wenn man nach ‘Ficken leicht gemacht’ guggelt. Ich fühle mich mißverstanden. Ich bin doch so kompliziert!
weltschmerzhelden im doppelpack
Das wichtigste gleich vorweg: das Placebo-Konzert war lustiger, denn da gabs wunderschöne heiße Schnittchen. Mit doppeltem Dekollete-Trick, aber ich weiß nicht, ob ich solche Fotos hier einstellen darf….
Professionell vorbereitet und vorgeheizt mit einem halben Liter Absolut-Raspberry durch drei (zum ersten Mal war ich meinem gewaltigen Schnupfen dankbar) hatten wir relativ schnell recht nah an die Bühne gefunden und waren so gleich verpflichtet, mitzurocken und zu pogen. Nein, nicht Pogo wie früher, denn Placebo hat ein (wahrscheinlich Kunstgeschichte oder was mit Medien) studiertes Publikum, die sich immer entschuldigten, wenn sie einen anrempelten. Größtenteils attraktiv auch noch dazu. Und wenn jemand die Digitalkamera runterfiel, hörten alle auf zu tanzen und halfen suchen. Das war aber auch besser so, schließlich hatte die Rockschnitte 7-cm-Stilettos an und ich bin ein alter Sack nicht mehr der jüngste, wie ich am nächsten Tag feststellen mußte, als ich mich vor Muskelkater kaum mehr aufs oder vom Sofa runter hieven konnte.
Also, Placebo & Morrissey an einem Wochenende, ein Tag Pause dazwischen. Der Soundtrack zum Weltschmerz, zur Wut, zum Unglücklichsein, und dann so geballt. Emo-Rock und Selbstmitleids-Crooning für die 80er-Sozialisierten. Das ist schon ne Ladung.
Erstaunlich war das Placebo-Konzert ganz einfach ein supergutes Rockkonzert, die Jungs haben die Halle in Atem gehalten, fast gar nichts zwischendurch geredet und einfach gute Musik gemacht. Das Schnittchen hat genauere Beobachtungen zur Gitarrenarbeit, ich hatte je eher Brian Molko im Auge, und der war ganz anders als ich es mir vorgestellt hatte, einfach geradeaus, gut bei Stimme und Gitarre. Ein bissel mehr Glam wär schon schöner gewesen, aber meckern kann man nicht wirklich. Schöne Videoprojektionen gabs übrigens auch.
Und dann Morrissey. Es kann ja immer auch peinlich sein, wenn man jemand gegenübertritt, den man sehr verehrt hat, und der einen wertvolle Jugendjahre gekostet hat, in denen man sich auch ganz einfach toll hätte amüsieren können. So wie ich, ungefahr 3 Jahre zu spät, einmal The Cure live gesehen habe und vor Lachen fast gestorben bin, als ich Robert Smith das erste Mal in echt gesehen habe. Und dafür gerechterweise ordentlich Dresche von den Fans bekommen habe. Morrissey habe ich vor ca. 12 Jahren schon einmal live gesehen, und war sehr erstaunt, daß da kein spacker weicheiiger Jammerlappen auf die Bühne kam, sondern ein großer selbstbewußter Mann mit einer außerordentlich kraftvollen und extrem bösartigen Ausstrahlung, so bösartig, daß ich erstmal weiter nach hinten wechselte. Vorsichtshalber.
Heute und ganz vorne habe ich gesehen, daß das Alter ihm gut bekommt. Auf der Bühne war ein gut aussehender Mittvierziger, bei bester Laune, bei bester Stimme, mit einem kompletten Leben an Bord. Sogar die eher langweiligen Songs seiner letzten beiden Platten wurden durch die großartige Band und seinen Gesang sehr lebendig. Ok, jemand sollte ihm sagen, daß er auf untaillierte Hemden umsteigen soll. Aber wer bin ich, das mußte ich ja auch erstmal begreifen.
Ansonsten hat er das ganz gut getroffen, als er sang ‘It’s the same old S.O.S.’ Wenn er noch ein bissel die Kurve kriegt mit Jammern, dann gehe ich auch in 20 Jahren gerne zum Morrissey-Konzert, dem Frank Sinatra derer, die ihre verstörte Jugend in den 80ern verbracht haben.
Das Publikum übrigens bestand zum guten Teil ganz unerstaunlich aus offensichtlichen Singles, weswegen es auch mir nichts ausmachte dort alleine hinzugehen, und ein paar Pärchen, bei denen die Frau immer mal sorgenvoll den Gatten prüfend anschaute. Und Schwulen in Lederjacken und weißen Rollkragenpullis, die weder klatschten, noch sich bewegten oder gar schwitzten, die aber einen Kopf größer immer vor mir standen und das ganze auf Handy aufnahmen, wohl, damit sie es nachher bei youtube einstellen können. Und alles Anrempeln half nix, die waren unerschütterbar. Ist ja auch viel besser sich das hinterher mal ganz in Ruhe anzuschauen.
Zum Schluß sang the MOZ auch noch in Variation ‘Please, please, let me get WHO I want this time. The times, they are a-changing. Und nächstes Jahr möchte ich nichts traurigeres mehr hören als ‘Oops, I did it again’. Gerne auch von Placebo und/oder Morrissey.
upgrade your life
Ich sag ja nie wieder was gegen die Bahn. Nie wieder. Jedenfalls erstmal. Und das will was heißen, werde ich doch schon schmallippig, wenn ich an einem Bahnhof auch nur vorbeifahre.
Jedenfalls, nach Wochen erfolgreichen Verdrängens mußte ich dann doch klein beigeben, und mich um eine Fahrt in den untrauten Schoß der Familie kümmern.
Schon beim Eingeben der URL hatte ich SO’N Hals, so’n Hals hatte ich. Und klar, es ist nur der Super-Duper-Spezial-Teuer-Preis zu haben, selber schuld, schon klar. 220 Euro für einmal Quer-Deutschland und zurück. Nee, schon klar, zu spät, paßt schon. Hauptsache im vollgepferchten Abteil für viel Geld unter Menschenwürde sitzen.
Also fertig gebucht, Onlineticket usw. Resigniert.
Dachte ich mir, was das wohl 1. Klasse kostet. Nur mal so. Und siehe da, 1. Klasse war noch Supersparpreis zu haben, 60 Euro billiger, und eben 1. Klasse, was ich noch nie gefahren bin.
Na gut, aber ich Idiot hab ja schon gebucht, kannste also vergessen. Aber siehe da: ich konnte mein Onlineticket selbsttätig kostenlos stornieren und mich in die erste Klasse buchen. Hätt ichs nicht gemacht, würde ich es nicht glauben.
Bin immer noch ganbz perplex! Ob das ein erstes gutes Zeichen dafür ist, daß doch alles besser wird?
Wird alles gut?
I’ve got a life
though it refuses to shine
I’ve got a life
it ain’t over
(Eurythmics)
I am the ghost of troubled Joe
hung by his pretty white neck
some 18 months ago.
I travelled through a mystical time-zone
and I missed my bed and I soon came home.
They said there’s too much caffeine
in your bloodstream
and a lack of real spice in your life
I said leave me alone because I’m alright
yet surprised to still be on my own.
A rush and a push and the land
that we stand on is ours,
it has been before so it shall be again.
And people who are uglier than you and I
they take what they need and just leave.
(Smiths)
Langsam, ganz langam, aber immerhin komme ich wieder zu mir, es gibt manchmal ganze halbe Stunden oder zwanzig Minuten, in denen mir ganz einfach wieder wohl ist. In denen ich wieder Lust auf und Wünsche nach allen möglichen Dingen entwickele, die so zum Leben gehören.
Das ist schon mal ein schöner Anfang und ein schönes Gefühl nach einer verdammt langen harten Strecke, diesem Knochenbrecher 2006.
mist!
‘Mein Freund hatte neulich Karten für die Philharmonie…’
Mist, das wars also mit dem Anwalt.
Klar, wer einen Schrank voll so gut geschnittener Anzüge hat, hat auch sonst alles. Hätte ich mir denken sollen können müssen.
beschwichtelt
Gestern kams an, das Päckchen von Jungs-sind-so-Eric. Darin, schön verpackt, in orange und rot, das Geschenk. In der Mail, die dem Päckchen vorausging, hatte Eric schon mal die Karte vorausgeschickt, die er vergessen hatte dazuzulegen (und jetzt weiß ich auch daß er vorher blond war):
Du musst Dir jetzt einfach ein Foto vorstellen, auf dem eine gigantische Gebirgskette zu sehen ist. Schneeverhangen natürlich, ist ja Weihnachten. Und rechts oben fliegen ein paar Rentiere rum. Auf der Rückseite wünschte ich schöne Weihnachten und dass ich mich nur schwerlich zwischen einem Werbefilm für marlboro country und einem rauchen aufhören leicht gemacht-Buch entscheiden konnte, aber hoffe, die richtige Wahl getroffen zu haben.
Das hast Du, Eric! Schließlich will ich ja nicht so enden wie Allen Carr, der ja nun auch endgültig Nichtraucher ist. Und nein,
hatte ich noch nicht! Obwohl ich es mir schon ewig holen wollte. Wo ich zudem in letzter Zeit ja auch ein Faible für ländliche Romanzen entwickle. Damit mach ich mir jetzt ein paar schöne Winterabende, und du bist schuld, wenn ich morgens ganz verquollen zur Arbeit gehe… Jungs sind halt wirklich so.
Also, vielen Dank, lieber Eric, große Freude, und ein schönes Fest für Dich!
Und nochmal Dank dem Schwichteldick für die schöne Idee!
jaws too – mary tyler moore
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Als zugegebenermaßen großer Fan der Rubrik ‘Alte Frauen in schlechten Filmen’ hatte ich diese Woche eine große Freude: ‘Eine mörderische Familie’ (‘A most deadly Family) mit Mary Tyler Moore.
Ja, die, die in den 60ies in ihrer Mary Tyler Moors Show und andere Formate eigentlich ein für die Zeit erstaunlich moderner Vorreiter für heutiges wie Ally McBeal oder SATC war, mit ihrem etwas kühlen, praktischen tupperware-esken Charme und einem so breiten Mund, daß man schon ahnen konnte, daß dieser in späteren jahren eine Herausforderung werden sollte.
Nun ist Älterwerden an sich ja noch kein Grund für Hohn und Spott, denn älter werden wir alle und schöner auch in den seltensten Fällen.
Es kommt allerdings schon ein bissel drauf an, wie man’s macht… Bei Ms. Moore hat man den Verdacht, daß sie sich schon eher früh der Unterstützung der professionellen Schönheitschirurgie anvertraut und über die Jahre/Jahrzehnte sämtliche State-of-the-Art Techniken ausprobiert hat. Die Folge ist dann ein Patchwork-Gesicht, in dem sich die Züge schon längst nicht mehr in der Nähe des dafür vorgesehenen Ortes befinden und eine Kauleiste, die – wir ahnten es schon – eine weitere Sequel von ‘Jaws – Der weiße Hai’ komplett überflüssig macht.
Zum Film: Basierend auf der wahren Geschichte von Sante & Kenny Kimes spielt Ms. Moore eine Mutter, die von kleinen Betrügereien bis zu großen Verbrechen so besessen ist, daß sie den ihr hörigen Sohn dazu zwingt, eine reiche ältere Dame umzubringen, obwohl sie es finanziell gar nicht mal nötig hätten. Rückblenden illustrieren, wie es zu dem infernalischen Duo kam.
Und hier liegt für den schwulen Filmfreund das große Kapital des Films: Ms. Moore läßt es sich nicht nehmen, auch die 30jährige Version ihrer Rolle zu spielen, und so kommt man in den Genuß, wie eine skelettös abgemagerte Greisin mit arthristischen Händen, einem tief ausgeschnittenen, gut angewelkten Dekollete, bei dem auch wirklich gar nichts weit darunterliegendes bzw. -hängendes verborgen bleibt, mit mehr Make-Up, als in der gesamten Karriere von Joan Collins insgesamt verbraucht wurde, einen Mittdreißiger nach allen Regeln der Kunst verführt. Das ist dann wahrer Splatter!
Auch sonst sind alle Versatzstücke, die man für einen Film eines solchen Kalibers braucht, vorhanden: schrille Outfits, ungewollt phantastisch anmutendes Make-Up, eine obsessive Mutterfigur, die in einer Nacht ihres hohen Alters versucht, ihren Sohn zu verführen, der natürlich latent homosexuell angelegt ist, tuffige Perücken und vieles mehr.
Ein Auffahrunfall von einem Film: So grausig, daß man die Augen nicht abwenden kann, weil man fürchtet, ein weiteres schlimmes Detail zu verpassen.
Der größte rottende Kadaver von einem Film seit den verunglückten Remakes von ‘Whatever happened to Baby Jane’ mit den Schwestern Redgrave in England oder der deutschen Version mit Iris Berben und Hannelore Elsner.
it’s the friends
that you can call at four o’clock in the night that matter, said Marlene.
It’s the friends who can keep you up til six thirty in the morning that matter even more, says Lucky.
schwichtel den pheerce!
Wenn ich den Herrn Glam nicht hätte, dann hätte ich wohl auch gar keine Inspiration manchmal. Neben der herrlichen Idee des Schwuchtelwichtelns, also Schwichtelns, kam dann der Pheerce, mein Schwichtelopfer auf die Idee, sich gleich eben jener zu beschwichtelnder Person anzunehmen.
Also Herr Pheerce, da ich dich ja nicht persönlich kenne, habe ich mich bei dir kundig gemacht: Du bist getesteter spontaner Idealist, was ja erstmal was Schönes ist, stehst wie viele im ewigen Zwiespalt zwischen Sex und Schokolade(als Ersatz), was deinem nach eigener Auskunft reizendstem Merkmal, einem bestechenden Lächeln, ja nur schaden kann, wenn du dir die Schokolade nicht aus dem Mundwinkel wischst. Du hast dir eine Tankstelle zum Aufhängen gekauft, lebst in einem äußerst gepflegten Bloggerhaushalt und schreibst manchmal Artikel, von denen ich nicht mal den ersten Satz verstehe.
Die Panik war groß, was ich dir denn verehren soll, deshalb habe ich mich an Glams Vorgabe ‘aus Eigenbeständen oder selbstgemacht – aber nicht Makramee oder Salzteig’ gehalten.
Vielleicht heute schon in deiner Post findest du ein in diesem Zusammenhang unrechtmäßig erlangtes Geschenk. Nein, keine Angst, es ist kein gebrauchter Schlüpper. I hope you like it! Und wenn Du magst, kläre ich dich auch über den Zusammenhang auf, auch wenn ich da nicht wirklich stolz auf mich sein kann.
online headline
‘Nicht die Schönheit entscheidet,wen wir lieben sondern die Liebe entscheidet, wen wir schön finden.’
Das schreiben immer nur die ganz ganz Häßlichen. Ist mir so aufgefallen. Prinzip Hoffnung wahrscheinlich.