Selbstverständlich!?

Vielleicht ist mein Hauptproblem, daß ich nichts als selbstverständlich nehmen kann – schau ich mir meine heißgeliebte Wohnung an, denke ich an Mieterhöhung oder Jobverlust. Kneife ich mal bei einer Freundeseinladung, habe ich gleich Angst, nicht mehr gemocht zu werden. Denke ich an die Familie, befürchte ich, mich nicht genug zu kümmern.
Das Ding mit dem Großauftrag hat einen gewissen Knopf gedrückt, mich irgendwie in den Zustand eines Sechsjährigen gebracht, kein schöner Zustand für einen Tag mit gleich 3 echt wichtigen Terminen, ein kleines zitterndes Elendspaket am Vormittag. 20 Minuten allein habe ich den Gürtel gesucht, den ich schon längst an hatte.
Ich hatte total vergessen, daß das solche Zustände von außen keiner sehen kann, und die Leute an sich einem und auch mir schon eine gewisse Statur und Respekt zubilligen und daß man sich erstmal eh auf Augenhöhe trifft.
Wurde dann alles soweit gut gemeistert, aber schön war das nicht, so nackt im Wind in die Schlacht zu ziehen.
Nur so als Memento hier für mich für nächstes Mal.

4 Gedanken zu „Selbstverständlich!?

  1. glamourdick

    die spannungsbreite zwischen außen- und innenwahrnehmung ist mitunter beträchtlich.

    einer der größten deutschen machos erklärte mir mal, wie er eine talkshow-situation oder ein produzentengespräch übersteht – er spielt. und manchmal hilft´s shakespeare heraus zu beschwören, der das leben ja auf den punkt bringt und schön relativiert: it is a tale told by an idiot, full of sound and fury, signifying nothing.

    Antworten
  2. luckystrike

    REPLY:
    Indeed, den ersten Termin hab ich erstmal ne Viertelstunde mit irgendwas zugequatscht, daß denen die Luft wegblieb – hab mich selbst nicht erkannt.
    Beim letzten, wichtigsten Termin war ich dazu schon zu platt, aber seine erste Frage war gleich die nach der geschäftlichen Schwanzlänge, und da brauchen wir uns ja nicht zu schämen, und er war auch zufrieden.

    Antworten
  3. luckystrike

    REPLY:
    Wie wahr, wie wahr.
    Aber abgesehen von der Mißlichkeit braucht man ab und an dann doch den Großkampf, um sich zu spüren. Sag ich jetzt mal so, im Nachhinein.

    Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>