Monthly Archives: October 2009

So!

Zwei Wochenenden in meinem Turmzimmer in Quarantäne mit Gegreine und Selbstmitleid, das muß reichen.
Es ist übigens nicht dasselbe Turmzimmer wie das Glam’sche, das ist natürlch viel mehr sexy, glamorös und wundersam.
Den größten Berg Arbeit dürfte ich jetzt hinter mir haben, und dann schaun mer mal weiter.

Wenn Sie sich was gutes tun wollen, dann lesen Sie doch The Monsters of Templeton von Lauren Groff. Das hab ich in den letzten Wochen auch getan, immer nur ein kleines Stück auf einmal, und dann im Hirn zergehen lassen. Ein wunderbarer Roman, ein sattes, üppiges Buch, und dazu noch ein Erstling.
Eine junge Frau kehrt schwanger nach einer schief gegangenen Affäre zurück ins Haus ihrer Mutter, in den Ort, den ihre Vorfahren in Upper New York State vor 200 Jahren gegründet haben. Just an eben jenem Tag wird das titelgebende Monster aus dem See, an dem die Stadt liegt, tot angespült.
Aus Gründen wirft sich die Protagonistin in die Recherche ihrer Familienverhältnisse, und was folgt, ist ein enorm vielstimmiges Panorama aus über 2 Jahrhunderten Templeton. Traumhaft schön geschrieben, ein großer Wurf.
Enjoy!

Ich esse meine Suppe (nicht)

Pallaksch, Pallaksch, sagte der alte verwirrte Hölderlin in seinem Turm, wenn er gefragt wurde, ob er Suppe haben wollte. Das konnte bedeuten, daß er Suppe wollte, oder bedeuten, daß er die Suppe der Überbringerin ins Gesicht warf.

Nun leide ich ja (gelegentlich) sehr drunter, daß ich schon so lange Single bin, und mir fehlt unglaublich, besonders in so harten Zeiten wie diesen, daß da einfach niemand ist, der einen mal warm hält, einen liebt und/oder was auch immer.
Dafür, daß das das (wow, 3x das!) größte Defizit in meinem Leben ist, ist es aber geradezu erstaunlich, daß ich genau dafür am wenigsten tue in meinem Leben. Oder dagegen, wie auch immer.
In Wahrheit wäre ich ja auch in zwei Millisekunden auf den Bäumen, käme da einer mit einem freundlichen Wort oder zärtlichem Blick oder entschlossener Hand.

Das war gestern Auslöser der großen Selbstmitleidsattacke, und dazu kam noch, daß ich in den letzten harten Wochen zwei wichtige Menschen ganz einfach vergessen habe. Eine Freundin, der ich versprochen hatte, bei den Einkäufen zu helfen, weil sie mit Splitterfraktur bewegungsunfähig zuhause lag, mir das Versprechen und überhaupt sie aber erst nach 4 Wochen wieder einfiel.
Und diese Woche den Geburtstag meiner Schwester, gut, an sich nicht so schlimm, wäre es nicht so, daß es erst der zweite Geburtstag nach dem Tod unserer Mutter und der erste nach dem Tod unserer Tante, und so rief an jenem Vormittag gar niemand bei ihr an und sie war unglaublich allein gelassen.
Gut, verzeihbar, vielleicht, aber trotzdem, was bin ich denn bloß für ein Mensch, und wie bewohne ich denn mein Leben?
Erbärmlich, das. Manchmal.

Pallaksch, Pallaksch

Hälfte des Lebens
(Friedrich Hölderlin, 1805)

Mit gelben Birnen hänget
Und voll mit wilden Rosen
Das Land in den See,
Ihr holden Schwäne,
Und trunken von Küssen
Tunkt ihr das Haupt
Ins heilignüchterne Wasser.

Weh mir, wo nehm’ ich, wenn
Es Winter ist, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein,
Und Schatten der Erde?
Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen.

Alle Wunder alle

Die Zeit heilt alle Wunder
(Judith Holofernes)

(Ein alter-Sack-Posting)

War es nicht “früher” mal so, daß man selbst oder mit Freunden was erlebte? Allein oder mit Leuten ausging oder sich zufällig wo traf, gut gelaunt oder Scheiße drauf, feiern ging oder Trost suchen, und dann passierte irgendwas, ein freundliches Gesicht, eine ungewöhnliche Begegnung, ein unerwarteter Kuß, gar ein fremder Mann morgens im Bett?

Heute besucht man sich in gegenseitigem jeweiligen Leben oder trifft sich in Bar oder Restaurant, hört sich die Sorgen an oder (seltener) die Triumphe, gibt Rat und Trost oder Unterstützung, bekommt im Idealfall ebensolches, und geht dann unverändert und allein wieder nach Hause in sein eigenes Leben, ein Sein mit seelischem Vorgarten und Jägerzaun.

Überraschungen oder gar Wunder sind scheints alle.
Rilke’sche Herbstage für alle, wohl.

Billig Parken in Mitte

Da habe ich mein Patentrezept gefunden.
Ich meine, die wollen da 50 Cent für eine Viertelstunde, das sind 2 € für eine Stunde, und es ist ja nicht so, als ob sie Beamte aus dem Personalüberhangpool vorbeischicken, die in der teuren Zeit mal das Auto waschen und wachsen.

Wenn man dann so blöd ist und so viel Kleingeld dabei hat, und man wirft 4 € ein, weil man einen längeren Termin hat, was bei mir öfter mal vorkommt, und der Termin dauert eine Viertelstunde länger, dann klebt ein Zettel über 10 oder 15 € Strafe dran.

Wenn man aber, ganz gewieft, erst gar keinen Parkzettel erwirbt, dann bekommt man nur eine Ordnungswidrigkeit über 5 €. So in der Regel wird man höchstens jedes dritte Mal erwischt, und das auch meist nur bei gutem Wetter, und den Rest können Sie sich dann selber ausrechnen.

Davon abgesehen, daß der Pol.-Präs. einem nur für jeden x-ten Strafzettel dann auch eine Rechnung schickt, und da finde ich allein für den Verwaltungsaufwand 5 € durchaus angemessen. 😉