
(Hatte grade beim Donnerschlag und in diesem Gewitterlicht einen kleinen Zwerg-im-roten-Lackmantel-Moment im Augenwinkel. War aber gottseidank nur die Gießkanne.)

(Hatte grade beim Donnerschlag und in diesem Gewitterlicht einen kleinen Zwerg-im-roten-Lackmantel-Moment im Augenwinkel. War aber gottseidank nur die Gießkanne.)
Puh, wie soll ich das überstehen, schon 25° am Morgen, und dann später noch im Büro ein Termin mit diesem überaus reizenden (und auch wichtigen) Geschäftspartner.
Gutaussehend ist er, groß, stramm, freundliches und bestimmtes Wesen, in den ganz offensichtlich allerbesten jahren. Beim letzten Termin war es genauso heiß, und er überraschte mit Shorts an starken Schenkeln, einem bis zum Bauch aufgeknöpften Hemd, aus dem die dunkle Brustbehaarung auf gutgeformter und gutgebräunter Männerbrust hervorlugte, und mit seinem unbezähmbaren schwarz-melierten Haarschopf und seinem wachen Blick wirkte er, als ob er extra gekommen, um mich zu einem wilden Abenteuer zu entführen.
Was ein Pech, daß er gut verheiratet und mehrfacher Vater ist.
Ich werde mich vorher in Eis packen müssen, und an lauter schlimme Sachen denken vorbereitend, damit der Termin nicht wieder so peinlich verläuft wie letztes Mal.
Oder er hat was gelernt und kommt heute hochgeschlossen. Muß ihn ja auch nerven wenn er alles 3x wiederholen muß und ich wie eine verträumte Kuh glotze.
Edit: Sieht so aus als ob es gleich gewaltig schüttet. Vielleicht kommt er ja auch noch tropfnaß an – im weißen Hemd am besten – uuuuuaaaah!
Entwarnung: Die Erregung lag wohl doch mehr einem gewittertemperaturbedingten Hormonstau als sonstewas zugrunde… đ Es kam keiner zu Schaden. Und cih freu mich drüber, daß ich solcher Regungen – egal wie deplaziert – anscheinend doch noch fähig bin.
Meine Therapeutin freut sich auch, übrigens.
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so sinnlos, grundlos, grenzenlos, massiv glücklich war wie in diesem Moment gerade eben in der Küche.
Obwohl oder auch vielleicht weil nichts besonderes passiert ist ganz, wer weiß, wen interessierts, einfach hier, jetzt und eben – eben.
(Knoten ins internetz, für mich zur Erinnerung)
Hach, wie schön, wenn Menschen einem eine Organisiererei abnehmen, die man ganz besonders haßt – in diesem Fall Urlaubsplanung, ein Haus auf dem Darß, eine ganze Woche nur für mich und meine Gäste, samt Verhandlung mit dem etwas seltsamen Hausherrn. Ich genieße sowas.
Und die großartige Augusta macht das, als ob es selbstverständlich sei, ich glaube, weil ich ihr vor vielen vielen Jahren mal einen Gefallen getan habe, den sie nie vergessen hat. (Aber ich, ich hatte es vergessen.)
“Wenn ich allein bin
seh ich Fruchtfliegen”
singt Katja Ebstein zur Melodie von Dionnes “Heartbreaker”
(stimmt natürlich nicht, sie sucht “Fluchtwege”, aber es drängt sich auf.)
Jedenfalls, einer der Nachteile von Trennkost sind die vielen pflanzlichen Abfälle, die sich wiederbeleben, wenn man sie nicht schnell genug entsorgt. Einer der Vorteile dagegen ist, daß nun Halbzeit ist auf meiner Gewichtsskala, was dazu führt, daß man als schmaler im Gesicht wahrgenommen wird.
Und ersteres wird meine ukainische Putzbomberin wieder in den Griff bekommen, die diese Woche ihren Dienst wieder aufnimmt.
Irgendwie urlaubsreif, jeden Abend vor 12 im Bett, und trotz 10-12 Stunden Schlaf so übellaunig gewesen, daß ich gestern fast nicht mit zum See gekommen wäre. Gut, daß doch, denn die Laune hat sich auf dem Wasser und in der Gesellschaft schöner Menschen schlagartig gebessert,so daß den Ursprungszustand wohl fast keiner wahrgenommen hat. Und einen kleinen Sonnenbrand auf den Schultern ergattert, obendrein.
Abends dann Al Pacinos “Cruising” geschaut, ein Krimi aus den 70ern, der sich mit Morden in der New Yorker Schwulen-SM-Leder-Szene befaßt. Erstaunt gewesen, wie explizit und, ja doch, sehr erotisch, das dargestellt wurde (Lederkerle waren auch mal jung, damals, und sahen in Chaps und Jockstraps auch mal gut aus, damals), und wie das so langsam unter die Haut von Al Pacino geht, der sich dort undercover einschmuggeln muß. Lost Worlds.
Ich kann mich noch vage erinnern, damals – allerdings deutlich später als Al Pacino – als ich selbst noch hormongetrieben durch sommerabendheiße Straßen trieb, nur mit meinem eigenen Körper bewaffnet, in denen die Hormone der anderen wie die Vorahnung eines Gewitters standen.
Entweder hatte ich grade eine Halluzination oder es gibt tatsächlich einen Behindertenfahrdienst gleichen Namens.
Wahrscheinlich extra für Dicke!
Der Sommerflieder draussen steht in vollster Blüte, und als ich gestern morgen aus dem Bett auf die Terrasse kroch, knallten mir zwei große Schmetterlinge auf den Kopf, obwohl ich morgens wahrlich nicht nach Sommerflieder rieche.
Die Admirale prügeln sich gerade um den besten Platz auf den Blüten. Lustig, lateinisch heißen sie Vanessa atalanta.
Vanessa, der Admiral! Das hört sich definitiv nach einer militärischen Transe aus dem Neuköllner Rotlichtmilieu an…
An mein Herz!
Ich trage gerade das Hemd meines Vaters.
Es ist relativ schmal geschnitten, kurzärmelig und grün-lila auf weiß kariert. Es muß über 25 Jahre alt sein, denn er ist im Juni 1984 gestorben.
Eigentlich sind es gar nicht meine Farben und ich hatte es nur dort im Dorf aus dem Schrank geholt, um anzustreichen, deswegen hat es auch Flecken aus Holzschutzfarbe.
Dann ist es mir aber sozusagen ums Herz gewachsen (und die Flecken sind mir egal.)
Ich fülle es genau. An den Schultern und Oberarmen und um die Brust ist es ein wenig knapp, was seltsam ist, denn mein Vater war Maurer und ich bin nur ein Bürostuhlpupser. Für mich war er immer ein mächtiger kräftiger Mann mit starker Brust und Armen und einem Männerbauch.
Es scheint ich habe eine ähnliche Statur wie mein Vater, und altere auch in seine Richtung. Meine Mutter meinte immer, ich habe seine Unterarme.
Aber es ist schon merkwürdig, das Volumen eines anderen Körpers in einem Hemd so genau zu füllen.
Vorletztes Wochenende 2x im Harzer Bergsee geschwommen.
Gestern Schlachtensee, zwar nicht geschwommen (wir hatten nicht so viel Wein bei), dafür aber Schlauchboot aufgepumpt und gerudert.
Mit den Rudern die Inline-Skates aus dem Keller schon mal hochgeholt, für vielleicht.
Dazwischen Badminton bis zum Purpur-Gesichts-Status. (Ein furchtbar gemeiner Muskelkater ist das vorne an den Schienbeinen!)
Heute den PT-Termin umgewandelt in Osteo. (Dabei wollte ich eigentlich doch fast mit dem Fahrrad dorthin fahren)
Ich erkenn mich selbst nicht mehr.