Ich esse meine Suppe (nicht)

Pallaksch, Pallaksch, sagte der alte verwirrte Hölderlin in seinem Turm, wenn er gefragt wurde, ob er Suppe haben wollte. Das konnte bedeuten, daß er Suppe wollte, oder bedeuten, daß er die Suppe der Überbringerin ins Gesicht warf.

Nun leide ich ja (gelegentlich) sehr drunter, daß ich schon so lange Single bin, und mir fehlt unglaublich, besonders in so harten Zeiten wie diesen, daß da einfach niemand ist, der einen mal warm hält, einen liebt und/oder was auch immer.
Dafür, daß das das (wow, 3x das!) größte Defizit in meinem Leben ist, ist es aber geradezu erstaunlich, daß ich genau dafür am wenigsten tue in meinem Leben. Oder dagegen, wie auch immer.
In Wahrheit wäre ich ja auch in zwei Millisekunden auf den Bäumen, käme da einer mit einem freundlichen Wort oder zärtlichem Blick oder entschlossener Hand.

Das war gestern Auslöser der großen Selbstmitleidsattacke, und dazu kam noch, daß ich in den letzten harten Wochen zwei wichtige Menschen ganz einfach vergessen habe. Eine Freundin, der ich versprochen hatte, bei den Einkäufen zu helfen, weil sie mit Splitterfraktur bewegungsunfähig zuhause lag, mir das Versprechen und überhaupt sie aber erst nach 4 Wochen wieder einfiel.
Und diese Woche den Geburtstag meiner Schwester, gut, an sich nicht so schlimm, wäre es nicht so, daß es erst der zweite Geburtstag nach dem Tod unserer Mutter und der erste nach dem Tod unserer Tante, und so rief an jenem Vormittag gar niemand bei ihr an und sie war unglaublich allein gelassen.
Gut, verzeihbar, vielleicht, aber trotzdem, was bin ich denn bloß für ein Mensch, und wie bewohne ich denn mein Leben?
Erbärmlich, das. Manchmal.

Pallaksch, Pallaksch

Hälfte des Lebens
(Friedrich Hölderlin, 1805)

Mit gelben Birnen hänget
Und voll mit wilden Rosen
Das Land in den See,
Ihr holden Schwäne,
Und trunken von Küssen
Tunkt ihr das Haupt
Ins heilignüchterne Wasser.

Weh mir, wo nehm’ ich, wenn
Es Winter ist, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein,
Und Schatten der Erde?
Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen.

Alle Wunder alle

Die Zeit heilt alle Wunder
(Judith Holofernes)

(Ein alter-Sack-Posting)

War es nicht “früher” mal so, daß man selbst oder mit Freunden was erlebte? Allein oder mit Leuten ausging oder sich zufällig wo traf, gut gelaunt oder Scheiße drauf, feiern ging oder Trost suchen, und dann passierte irgendwas, ein freundliches Gesicht, eine ungewöhnliche Begegnung, ein unerwarteter Kuß, gar ein fremder Mann morgens im Bett?

Heute besucht man sich in gegenseitigem jeweiligen Leben oder trifft sich in Bar oder Restaurant, hört sich die Sorgen an oder (seltener) die Triumphe, gibt Rat und Trost oder Unterstützung, bekommt im Idealfall ebensolches, und geht dann unverändert und allein wieder nach Hause in sein eigenes Leben, ein Sein mit seelischem Vorgarten und Jägerzaun.

Überraschungen oder gar Wunder sind scheints alle.
Rilke’sche Herbstage für alle, wohl.

Billig Parken in Mitte

Da habe ich mein Patentrezept gefunden.
Ich meine, die wollen da 50 Cent für eine Viertelstunde, das sind 2 € für eine Stunde, und es ist ja nicht so, als ob sie Beamte aus dem Personalüberhangpool vorbeischicken, die in der teuren Zeit mal das Auto waschen und wachsen.

Wenn man dann so blöd ist und so viel Kleingeld dabei hat, und man wirft 4 € ein, weil man einen längeren Termin hat, was bei mir öfter mal vorkommt, und der Termin dauert eine Viertelstunde länger, dann klebt ein Zettel über 10 oder 15 € Strafe dran.

Wenn man aber, ganz gewieft, erst gar keinen Parkzettel erwirbt, dann bekommt man nur eine Ordnungswidrigkeit über 5 €. So in der Regel wird man höchstens jedes dritte Mal erwischt, und das auch meist nur bei gutem Wetter, und den Rest können Sie sich dann selber ausrechnen.

Davon abgesehen, daß der Pol.-Präs. einem nur für jeden x-ten Strafzettel dann auch eine Rechnung schickt, und da finde ich allein für den Verwaltungsaufwand 5 € durchaus angemessen. 😉

The Challenge

Letzte Woche sagte ich noch, ach noch 1-2 Kilo, dann finde ich mich selbst auch wieder fuckable.
Und was tut mein Körper? Obwohl ich nicht mehr so ganz so konsequent trenne, nimmt er konsequent einfach weiter ab. Fast 10 Kilo seit Mai. Der wills wissen, scheints.

Immerhin habe ich mittlerweile tatsächlich das Gefühl, daß der erste Gedanke, wenn ich irgendwohin komme, nicht mehr ist “Boah, ist der fett geworden!” (jetzt eher: “Boah, ist der alt geworden” 😉

Aber ich geh mir heute glaub ich mal vorsichtshalber ein paar Tiefkühlpizzen kaufen. Ein bissel auf Zeit spielen.

Finstere Zeiten

…und als erstes haben sie diesen herrlichen Spätsommer abgeschafft. Nichts gönnen sie einem.
Dennoch habe ich eine kleine boshafte Freude, daß dieses Land jetzt von einer uckermärkischen Frau und einem Homo (und was für einem, ürgs) regiert wird, besonders wenn ich mir die Staatsbesuche in arabischen Ländern vorstelle…